Der Aachener Putsch rheinischer Separatisten 1923

Das Hochschularchiv der RWTH Aachen ist ja im alten Regierungsgebäude untergebracht. Bei den Führungen anlässlich des Tags des offenen Denkmals jeweils im September spielt das im Treppenhaus befindliche Kriegerdenkmal eine große Rolle. Wir haben es als Kalenderbild im September 2018 hier bereits vorgestellt. Das Gedenken gilt nicht nur den im Ersten Weltkrieg gefallenen Regierungsbeamten, sondern auch drei Polizisten, die bei dem Separatistenputsch am 26. Oktober 2023 ums Leben kamen.

Wir sind daher sehr dankbar, dass uns das Stadtarchiv Aachen die neue Publikation „Der Aachener Putsch rheinischer Separatisten“ (hrsg. von Thomas Müller, René Rohrkamp, Aachen 2023) als Geschenk überlassen hat. Das Buch wird begleitet von einer Online-Dokumentation mit weiteren Quellen. Ebenfalls im Internet abrufbar ist die Berichterstattung der Aachener Zeitungen im Rahmen des Angebots zeitpunkt.nrw (Beispiel: Aachener Anzeiger vom 29. Oktober 1923). Hörenswert ist ein WDR-Zeitzeichen zum Thema.

Im Krisenjahr 1923 riefen rheinische Separatisten als Teil einer zunächst breiten Bewegung, die sich in Abkehr von Preußen einen eigenen rheinischen Staat wünschte, am 21. Oktober 1923 in Aachen eine „Rheinische Republik“ aus. In den Morgenstunden dieses Tages wurde das Regierungsgebäude besetzt (Buch, S. 103). Einer der Anführer des Putsches, Leo Deckers, residierte im Regierungsgebäude, das von bewaffneten Männern gesichert wurde (ebenda, S. 105). Am 25. Oktober, als nur noch die Verwaltungszentrale im Regierungsgebäude von den Separatisten gehalten wurde, versuchte die Polizei vergeblich, das Gebäude zu stürmen. Dabei verloren drei Polizisten das Leben (ebenda, S. 130, 154). Erst am 2. November setzte die belgische Besatzung dem Aufstand ein Ende und ließ unter anderem das Regierungsgebäude räumen.

Obwohl das Denkmal im ehemaligen Regierungsgebäude eine bemerkenswerte Geschichtsquelle darstellt, wird es in dem Buch übergangen.

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