Kalenderbild Februar 2021: Die fünfte Jahreszeit und die lange Tradition dahinter

Foto vom Kostümfest an der RWTH Aachen, 1967 Quelle: Fotosammlung 3.2.8_cf

Wenn überall verkleidete Menschen unterwegs sind und zu lauter Musik tanzen, dann ist wieder Karneval. Auch am 28. Januar 1967 wurde anscheinend schön gefeiert, wie uns das Bild anhand der abgebildeten Personen zeigt. Am Sonntagabend ab 20 Uhr konnten sich RWTH-Angehörige in der Mensa unter dem Motto „Was Ihr (sein) wollt…“ gut amüsieren. Im Hochschularchiv werden zahlreiche weitere Aufnahmen aufbewahrt. Beispielsweise von den Kostümfesten und Winterfesten aus den Jahren 1961 oder 1966.

Karneval oder auch Fasching ist ein Brauch, der die Zeit vor der vierzigtägigen Fastenzeit feiert. In vielen Ländern der Welt wird Karneval gerne und gut zelebriert. Jedoch hat jedes Land seine Besonderheiten. In Deutschland beginnt die „fünfte Jahreszeit“ traditionell am 11. November um 11:11 Uhr und endet mit dem Aschermittwoch. Eine kleine Unterbrechung gibt es zur Weihnachtszeit vom 1. Advent bis zur Ankunft der „Heiligen Drei Könige“ am 6. Januar.

Wer denkt, Karneval wäre eine Erfindung der Neuzeit, der irrt sich. Die Kulturgeschichte des Karnevals begann bereits vor 5.000 Jahren im damaligen Mesopotamien. Eine altbabylonische Inschrift aus dem 3. Jahrtausend v. Chr. bestätigt, dass ein siebentägiges Fest gefeiert wurde, und dies wurde nach Beginn des neuen Jahres als symbolische Hochzeit eines Gottes zelebriert. Die Inschrift vermittelte schon damals die Idee des Gleichheitsprinzips bei Feierlichkeiten, wo der Versklavte seinem über ihn herrschenden Herren gleichgestellt wurde. Dieses Prinzip begleitet den Karneval bis heute noch. Im alten Rom feierte die ganze Stadt die Saturnalien. Drei Tage lang im Dezember befand sich Rom im Ausnahmezustand. Die Festtage wurden zu Ehren von Saturn gefeiert und um den Abschluss der Winteraussaat zu würdigen. Im Mittelalter, etwa vom 12. bis zum 16. Jahrhundert, gab es um den 6. Januar sogenannte Narrenfeste, wo viel parodiert wurde. Ab dem 17. Jahrhundert tauchte der Karneval in vielerlei Quellen auf und ähnelte immer mehr dem Brauch, den wir heute kennen. Eins ist allerdings bis heute noch nicht ganz klar, woher der Begriff Karneval überhaupt stammt. Die Brauchtumsforscher vermuten eine Ableitung aus dem Lateinischen „carne vale”, was übersetzt so viel bedeutet wie “Fleisch, lebe wohl”. Der lateinische Begriff soll sich dann im Mittelalter zu „carnelevarium“ beziehungsweise ‎„Vorfastenzeit“ entwickelt haben und im 17. Jahrhundert wurde dieser zu einem italienischen Substantiv „carnevale“. An Karneval nehmen die Menschen allerdings nicht nur vom Fleisch Abschied, sondern lassen in der Fastenzeit auch oft Süßigkeiten oder Alkohol weg (Quelle 1 & Quelle 2).

Bis heute begeistern die farbenprächtigen und kreativen Kostüme, stimmungsvolle Musik sowie Prunksitzungen mit lustigen, aber auch politischen Büttenreden alljährlich die kleinen und großen Karnevalsliebhaber. Viele Menschen lieben es, sich in der „fünften Jahreszeit“ zu verkleiden, denn es ist die Gelegenheit schlechthin, der eigenen Rolle zu entfliehen und in eine ganz Neue zu schlüpfen. Mit einem Kostüm können andere Verhaltensweisen aufgezeigt werden, die in den eigentlichen Alltagsrollen nicht gezeigt werden können oder wollen. Besonders an Karneval ist, dass in dieser Zeit sich ganz neue Möglichkeiten des Kontakts und der Kommunikation eröffnen. Die Menschen können für eine Weile ihre Alltagssorgen vergessen, um Spaß zu haben und die Vorfastenzeit gemeinsam zu feiern.

In diesem Jahr ist allerdings vieles ganz anders. Die Corona-Pandemie hat nicht nur das soziale Leben stark eingeschränkt, sondern auch das kulturelle und somit auch den Karneval. Bereits der Beginn der „fünften Jahreszeit“, der 11. November 2020, konnte nicht wie gewohnt mit Menschenmassen und Feiern eingeläutet werden. Zu gefährlich seien Menschenansammlungen derzeit und zu hoch das Risiko, das Virus weiterzuverbreiten. Schon im September 2020 war klar, dass der Karneval in der Saison 2020/21 weitgehend ausfallen muss. Die Narrenzeit, wie wir sie sonst kennen wird es dieses Jahr also nicht geben, aber dies ist nicht der erste Ausfall. In der Geschichte des Kölner Karnevals gab es ab 1823 sogar mehrfache Absagen. Oftmals waren Kriege oder schwere Konflikte die Ursache. 1871 konnte der Rosenmontagszug wegen dem Deutsch-Französischen Krieg nicht stattfinden. Zwischen 1915 und 1926 war der Erste Weltkrieg sowie die anschließende Besatzung des Rheinlandes die Ursache. Auch während des Zweiten Weltkriegs war ans Feiern kaum zu denken, doch auch Konflikte innerhalb des Festkomitees oder die Weltwirtschaftskrise 1931 und 1932 sorgten dafür, dass der Zug abgeblasen werden musste. Obwohl die Jecken in Köln als wetterfest gelten und nichts sie eigentlich aus der Ruhe bringen kann, musste der Zug 1968 wegen des schlechten Wetters entfallen. Anlässig des zweiten Golfkrieges 1991 wurde der Rosenmontagszug aus Anteilnahme nicht veranstaltet. Stattdessen zogen einige Kölner spontan unter dem Motto „Kamelle statt Bomben“ los. Mit dieser Aktion wurde übrigens auch der „Geisterzug“ wieder eingeführt.

Nun steigt die Hoffnung nach dem Ausfall für die Saison 2020/21, dass 2021/22 wieder die ganze Welt gemeinsam feiern, schuckeln und fröhlich lachen kann.

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Das Gestern – das Heute – das Morgen

Das Verhältnis von Archiven zur Erinnerungskultur

#Archiverinnerungskultur – ein Beitrag zur Blogparade

9.3 Postkartensammlung Vorlass-Nachlass Breuer

Erinnerungskultur begreife ich als eine Art Konfrontation mit der Vergangenheit. Lange lebt man vor sich her und begreift lediglich das Hier und Jetzt. Doch ist die Welt, in der wir leben, nicht eine, die aus vergangenen Ereignissen resultiert? So, wie Ursache und Wirkung miteinander zusammenhängen, ist das Heute das Resultat der Vergangenheit. Auch die Gegenwart ist die Vergangenheit von morgen. Wie könnte es also gelingen, zu leben, ohne das Vorher zu begreifen? Und kommt man hier nicht auch schnell an den Punkt zu fragen wie man die Vergangenheit zugänglich macht?

Unsere Realität besteht aus zeitlichen Abfolgen, die stetig einander ablösen. Wie der Philosoph Sartre einst resümierte, ist die Vergangenheit etwas, das nicht mehr ist und die Zukunft existiert noch nicht. Das Sein liegt irgendwo dazwischen und nicht wirklich greifbar.

Es gilt daher, alle Informationen unserer Welt aufzubewahren. Archive dienen ebendiesem Zugang zu den zurückliegenden Geschehnissen. Sie bewahren Bilder, Schriftstücke, Pläne und vieles mehr auf, das uns die Erinnerung erleichtern und im Heute zugänglich machen kann.

Der Unterschied zwischen Erzählung und Entdeckung des Vergangenen liegt in der Vergegenwärtigung. Ich verstehe, dass Dinge passiert sind aber wirklich klar wird es erst, in dem ich es für mich selber erfahrbar mache.

Unser Archiv ist das Hochschularchiv der RWTH Aachen. Wir bewahren alle Informationen rund um die RWTH Aachen seit ihrer Gründung 1870 auf. Immer wieder zeigen sich Menschen interessiert an der Geschichte unserer Universität und sie erhalten Einblick in Dokumente. In anderen Archiven geschieht dasselbe zu anderen Themenbereichen.

Aber was wäre das für eine Welt, in der die Erinnerungskultur lediglich aus einem Erinnern bestünde und nicht aus einem Zugänglichmachen durch Archive wie unserem?

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Das Modul Paläografie – digital umgesetzt von Herrn Dr. Klaus Graf

Screenshot vom Modul

Praktikanten werden von uns in verschiedenen Modulen geschult. Da diese derzeit online stattfinden müssen, waren einige Umstrukturierungsmaßnahmen erforderlich. Wie das am Beispiel des Paläografie-Moduls funktioniert hat, haben wir zwei unserer Praktikant*innen gefragt:

Praktikantin Julie Vandergaar:

Zu Beginn war ich allgemein skeptisch, Module beim Hochschularchiv online zu erlernen. Ich dachte, so würde ich vielleicht nicht alles direkt verstehen oder, dass es aus technischen Gründen (Internet oder Konferenz-Plattform) schwieriger sein könnte. Vor allem bei dem Modul Paläografie war es mir ein Rätsel, wie das funktionieren sollte und ich eine ältere Schreibweise ohne direkten Vergleich entziffern könnte. Doch es stellte sich heraus, dass unser Archivar, Herr Graf bestens vorbereitet war und alles in Bewegung gesetzt hatte, um uns das Modul unter diesen Umständen so gut es geht beizubringen. Herr Graf hatte sein iPad mit angebunden, um uns die Buchstaben vorzumalen, was sehr hilfreich war. Ohne dieses wäre es wahrscheinlich deutlich schwieriger gewesen. Wir haben dann begonnen einen Text zu lesen und parallel haben wir jedes Mal bei einem neuen Buchstaben, diesen auf ein separates Blatt aufgemalt. Anschließend haben wir gemeinsam versucht, die Schrift zu entziffern und wir wurden während des Moduls stets unterstützt und korrigiert. Natürlich wäre es wahrscheinlich schöner gewesen, wenn das Modul in Präsenz hätte stattfinden können, da dann besser über meine Arbeit geschaut hätte werden können und ich mich mit der anderen Praktikantin besser hätte austauschen können. Jedoch war es auch schön, von zu Hause teilnehmen zu können, wo ich mit genügend Material vorgesorgt hatte und viel Platz zum Arbeiten hatte. Meine Schlussfolgerung ist, dass das Modul auch online sehr gut abgelaufen ist und ich diese Abhaltungsform ebenfalls sehr empfehlen kann.

Praktikantin Jennifer Heck-Neuser:

Ich fand das Online-Modul Paläografie gut. Zwar habe ich das Modul nicht als Präsenz-Modul kennenlernen können, kann mir aber ein paar Vor- und Nachteile der Online-Version vorstellen. Die Nachteile sehe ich darin, dass Herr Graf manchmal Schwierigkeiten damit hatte, herauszuhören, wer ihm gerade geantwortet hat und dass man sich gegenseitig nicht gut helfen konnte. Die Vorteile sehe ich darin, dass die Informationen, also das, was Herr Graf aufgeschrieben hat, für alle Teilnehmer gleich gut zu sehen war und weitere Hintergrundinformationen leicht entweder über den Bildschirm geteilt oder selbst recherchiert werden konnten.

Alles in allem fand ich das Online-Modul sehr gut und lehrreich. 

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Kalenderbild Januar 2021: Pomerania – eine Studentenverbindung mit Geschichte

Das Jahr 2020 liegt gar nicht lange zurück und nun starten wir alle in ein – hoffentlich besseres – Jahr 2021. In diesem Sinne wünschen wir euch allen ein frohes neues Jahr!

Wir präsentieren euch das Bild zum Januar des neu erstellten Kalenders für 2021.

Mitglied der Studentenverbindung Pomerania Aachen, Stiftungsfest 1932                     Quelle: Pomerania Fotoalbum 7.1.34.i

Auf diesem seht ihr ein Mitglied der Studentenverbindung Pomerania Aachen, welches im Rahmen eines Stiftungsfestes im Jahre 1932 aufgenommen wurde. Das zu sehende Bild befindet sich in einem Fotoalbum, in das viele derartige Fotos eingepflegt wurden.

Das Album wurde von unserem Archivar Herrn Dr. Graf auf einem Flohmarkt erworben. Der ehemalige Besitzer des Albums heißt Kurt Grünwald. Er war der Sohn von Paul Grünwald, einem Abteilungsvorsteher der Firma Krupp. Kurt Grünwald wurde am 03.10.1909 in Essen geboren und legte seine Abiturprüfung auf der Krupp-Realschule ab. Ab 1929 studierte er an der RWTH Aachen Ingenieurswissenschaften und kehrte im Jahre 1939 in seinen Heimatort Essen zurück. Verstorben ist Kurt Grünwald am 09.06.1976 im niedersächsischen Melle. Die Informationen zu seiner Person haben wir vom Stadtarchiv Essen erhalten.

Die Landsmannschaft Pomerania wurde in Aachen 1920 gegründet. Sehr viel früher allerdings, offiziell im Jahre 1792, entstand in Halle an der Saale eine Studentenverbindung von Studenten aus Pommern, welche sich ebenfalls Landsmannschaft Pomerania nannte. Unterlagen bezeugen aber, dass es in Halle bereits 1717 Studenten aus Pommern gab, die blaue Schleifen trugen. Dieses Himmelblau der Schleifen, welches später mit Weiß oder Weiß-Rot kombiniert wurde, wurde zur Farbe der Studentenverbindung.

Durch die Napoleonische Zeit und den Kriegen kam es dann unter anderem zu Verboten und Beitritten zu anderen Verbindungen. Die Studentenverbindung machte einige Umwandlungen durch, zum Beispiel wurde 1819 das Prinzip aufgehoben, nur Studenten aufzunehmen, die gebürtig aus Pommern stammen. Letztlich musste die Landsmannschaft Pomerania sich jedoch auflösen.

Im Jahr 1865 wurde sie aber wiedergegründet. Farblich wurde das Himmelblau der ersten Pomerania beibehalten und mit Weiß kombiniert. Wenige Jahre später wurde die Kombination von Blau und Weiß durch Schwarz erweitert. Das Schwarz soll die Freundschaft unter den Mitgliedern bis in den Tod hinein symbolisieren.

Wie viele andere Verbindungen konnte die Pomerania in Halle dem Druck des Nationalsozialismus nicht standhalten und musste sich 1936 auflösen.

Die Pomerania in Aachen ist 1920 unabhängig von der Pomerania in Halle entstanden. Da die Verbindung in Halle aufgrund der DDR nach dem Zweiten Weltkrieg nicht wieder neu gegründet werden konnte, entschied man sich zu einer Fusionierung. So wurden 1952 die beiden Studentenverbindungen unter den neuen Namen „Landsmannschaft Pomerania Halle-Aachen“ mit Sitz in Aachen miteinander verbunden.

Seit 1870 ist die Pomerania ein Mitglied des Corburger Convents, das früher noch Corburger Landsmannschaftler Convent hieß, und war in den Jahren 1961 und 2011 Präsidierende des Corburger Convents. Als ein Mitglied desselben ist sie im Goldenen Kartell mit fünf weiteren Verbindungen freundschaftlich verbunden, besonders eng mit der Landsmannschaft Ghibellinia Tübingen.

Noch heute trägt die Pomerania die Farben Himmelblau-Weiß-Schwarz und besitzt ein Haus in Aachen, in direkter Nähe zur RWTH. Die Studentenverbindung steht noch heute für eine Gemeinschaft, in der man sich gegenseitig unterstützt und zu mehr Erfolg verhilft.

Wenn ihr mehr über die Studentenverbindung Pomerania erfahren wollt, seht euch unseren Beitrag zu dieser an: “Studentenverbindung Pomerania”

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Kalenderbild Dezember 2020: „Buon Natale“

Unser letztes Kalenderbild 2020 zeigt eine Weihnachtspostkarte von Hans von Mangoldt aus dem Jahre 1962. Zu sehen sind Weihnachts- und Neujahrswünsche in verschiedenen Sprachen an den Hauswänden einer belebten Wohn- und Einkaufsstraße.

Kaum ein anderes Fest begeistert auf der Welt so viele Menschen wie das Weihnachtsfest. Der eigentliche Sinn von Weihnachten liegt darin, dass Christen die Geburt von Jesus Christus feiern. Doch auch wenn die religiöse Bedeutung inzwischen im Hintergrund steht, sind die Weihnachtstage eine Zeit für Familie/Freunde, der Besinnlichkeit und der Tradition. Diese Tradition sieht in jedem Land, in jeder Familie unterschiedlich aus. Und vielleicht ist es genau das, was bei „Frohe Weihnachten“ immer mitschwingt: Nicht unbedingt der religionsgeschichtliche Hintergrund, sondern auch, dass man eine ruhige, besinnliche Zeit wünscht und das bei jedem einzelnen das in Erfüllung geht, was er mit dieser Zeit verbindet.

Weihnachtspostkarte von Hans von Mangoldt vom 18. Dezember 1962 Quelle: Akte 166

Und genau dieser Weihnachtswunsch kann in unterschiedlichen Sprachen rübergebracht werden, bedeutet aber im Kern immer das Gleiche. So wünscht man sich in Deutschland „Frohe Weihnachten“, was ursprünglich aus dem mittelhochdeutschen stammt und „in den heiligen Nächten bedeutet“.  In anderen Ländern klingt das folgendermaßen:

  • „Merry Christmas“ (England)
  • „Hyvää Joulua“ (Finnland), 
  • „Buon Natale“ (Italien),
  • „Prettige Kerstdage“ (Niederlande),
  • „Joyeux Noel“ (Frankreich),
  • „God Jul“ (Norwegen/Schweden/Dänemark).
  • „Bonas Festas“ (Fröhliche Ferien,Portugal).

Hinter diesen Wünschen stecken unterschiedliche Traditionen. So bringt beispielsweise in England traditionell der Father Christmas in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember die Geschenke (Christmas Eve) und in Frankreich stellen die Kinder am Abend des 24. Dezember ihre Schuhe für Père Noël (Weihnachtsmann) bereit, in welche er in der Nacht die Geschenke hineinlegt. Das skandinavische Weihnachtsfest hingegen ist das Julfest. In Schweden wird zum Beispiel immer am 13. Dezember in jedem Jahr Lucia gefeiert. Das Luciafest (Lichterfest) ist ein vorweihnachtlicher Feiertag und somit die Hauptfestivität vor Weihnachten. Das gemeinschaftliche Saunabad am 24. Dezember ist eine finnische Besonderheit, zusammen mit dem “gebackenen Schweden”, einem Festtagsgericht aus Schweinefleisch. In Norwegen hingegen gibt es Weihnachtsprügel, an denen die Kinder großen Spaß haben. Dabei werden die Menschen mit Ruten aus dem Bett gejagt. Am 13. Januar endet dann das Julfest in ganz Skandinavien.  In Spanien gehört es eher zum Brauch, aufwendige Krippen anstatt Weihnachtsbäume aufzustellen. Diese gehen häufig über die einfache Darstellung der Hauptcharaktere (Maria, Josef und Jesus in der Krippe) hinaus. Heiligabend wird am 24. Dezember mit einem Abendessen für die ganze Familie gefeiert und Geschenke bringen hier die Heiligen Drei Könige am 06. Januar. Warum auf dieser Karte nicht das spanische „Feliz Navidad“ zu finden ist, bleibt unerklärlich, allerdings lernen wir, was man sich zu Ostern wünscht: „Felizes Pascuas“. Natürlich wird in den unterschiedlichen Ländern nicht überall genauso Weihnachten gefeiert wie beschrieben. Trotzdem ist es immer wieder schön, auch andere Traditionen kennenzulernen (Quelle 1 und Quelle 2).

Auch etliche Neujahrwünsche sind auf dieser Postkarte zu finden:

  • Happy New Year (englisch)
  • godt nytt ar (norwegisch)
  • godt nytar (dänisch)
  • gott nytt år (schwedisch)
  • prospero ano nuevo (spanisch)
  • onnellista uutta vuotta (finnisch)
  • buon anno (italienisch)
  • gelukkig nieuwjaar (niederländisch)
  • bonne annee (französisch)
  • feliz ano novo (portugiesisch)

Ganz selbstverständlich feiert die ganze Welt Ende Dezember Silvester und startet somit in ein neues Jahr. Seinen Namen, Silvester, hat das beliebte Jahresendfest allerdings erst seit dem 16. Jahrhundert, denn 1582 wurde der letzte Tag des Jahres vom heutigen Heiligabend auf den 31. Dezember verlegt, den Todestag von Papst Silvester I. Heute ist es allerdings eher ein weltliches Fest. Überall wünscht man sich ein gutes und frohes Neues Jahr. Dies Wunsch ist vielleicht in diesem Jahr noch ein Ticken ernster gemeint, als in anderen Jahren. Wer wünscht sich nicht ein besseres Jahr als 2020? (Quelle)

Auch wenn man nichts Genaueres zu dem Ort und dem Maler dieser Postkarte sagen kann, zeigt sie dennoch, was für unterschiedliche Traditionen hinter Weihnachts- und Neujahrswünschen stecken können. Diese können bei Weitem nicht in ihrer Vielfältigkeit erfasst werden. Und genau das ist ja auch das Schöne: jeder kann diese Feste auf seine Art und Weise begehen. So wünschen wir Euch/Ihnen als gesamtes Team des Hochschularchivs eine schöne Weihnachtszeit und vor allem: Bleibt gesund!

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Herr Graf antwortet: “Was ist ein Archiv?”

Am 26.08 erschien unser Youtube-Video “Was ist ein Archiv?”, in dem unsere ehemalige Praktikantin Greta Ziegler Freunde und Familie zum Thema “Archiv” ausfragte.

Im heutigen Video beantwortet unser Archivar und Geschäftsleiter Herr Dr. Klaus Graf diese Fragen als Fachmann.
Falls ihr also schon immer mal wissen wolltet, wie ein Archiv an seine Archivalien kommt, wie man Archivar*in wird oder warum es überhaupt Archive gibt, werden diese und weitere Fragen in diesem Video geklärt.


Lasst uns gerne weitere Fragen und Anregungen da – als Kommentar unter diesem Post oder in den Youtube-Kommentaren.

Unter diesem Link findet ihr unser Video:

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Unser Kalender 2021

Auf diesem Bild könnt ihr das Deckblatt zu unserem Kalender für das Jahr 2021 sehen. Dieses wurde von mir erstellt. Die „2021“ besteht aus verschiedenen Bildern und Dokumenten, die in unserem Archiv lagern. Auch die Bilder der einzelnen Monate sind Archivalien des Hochschularchives der RWTH Aachen.

Zu sehen sind auf diesen beispielsweise Fotos aus einem Album der Studentenverbindung „Pomerania“, Fotos von Veranstaltungen, die an der RWTH stattfanden oder Dokumente, welche die Vorgänge rund um die Universität belegen. Zu jedem dieser Kalenderbilder wird zum ersten Freitag eines jeden Monats ein Beitrag erstellt, der euch über das Bild des jeweiligen Monats detaillierter informiert. Bereits seit dem Jahre 2007 erstellen wir einen Kalender mit interessanten Archivalien. Seit jeher wird versucht, euch mit abwechslungsreichen Dokumenten die Historie der einstigen Königlichen Rheinisch-Westphälischen Polytechnischen Schule zu Aachen, aufzuzeigen.

Für einen kleinen Betrag von 10 Euro kann der aktuelle Kalender in Druckform käuflich erworben werden. Hierfür könnt ihr uns gerne über die üblichen Wege kontaktieren. Der Kalender ist aber auch immer, so wie die vorherigen, als PDF-Datei auf unserer Webseite einzusehen und kann von euch heruntergeladen werden.

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Berufsfeldpraktikum im Hochschularchiv der RWTH

Matrikelbücher in Magazin 4

Im Rahmen meiner Ausbildung zur Lehrerin ist festgeschrieben, dass ein außerschulisches Berufsfeldpraktikum (BFP) absolviert werden soll. Ziel dieses ist es, sich zum einen eine Auseinandersetzung mit außerschulischen Lernorten des eigenen Faches als auch einen Einblick in berufliche Möglichkeiten außerhalb des Schuldienstes zu bekommen. Mit meiner Fächerkombination Biologie und Geschichte standen mir mehrere Möglichkeiten offen. Im Rahmen meines Studiums der Biologie wie außerhalb dessen hatte ich bereits im Labor gearbeitet. Auch waren mir durch spezielle Lehramtspraktika bereits außerschulische Lehr- und Lernangebote bekannt. So entschied ich mich, mein BFP zum Fach Geschichte zu absolvieren.

Aufmerksam geworden bin ich auf die Praktikantenstelle durch die glückliche Fügung eines Aushangs in der Bibliothek des historischen Instituts. Vom Praktikum versprach ich mir nicht nur die Erfüllung der oben angesprochenen Punkte, sondern auch einen Einblick in die Arbeit eines Archivs an sich. Sinnvoll hielt ich dieses Praktikum insbesondere im Blick auf meine spätere Arbeit als Lehrerin im Fach Geschichte, da Archive einen Sammelpunkt von Quellen darstellen und ohne Quellenarbeit dem Geschichtsunterricht sein zentraler Dreh- und Angelpunkt fehlen würde.

Glücklicherweise erfüllte das Praktikum meine nicht besonders geringen Ansprüche. In einer netten und entspannten Arbeitsatmosphäre wurde einem die Arbeit in einem Archiv nähergebracht, teils von dem studentischen Mitarbeiter*innen teils vom Archivar Herr Dr. Graf selbst. Dabei gliederte sich das Praktikum nach einem Modulhandbuch und schaffte dabei den Spagat zwischen festgeschriebenen Aufgaben, die ein umfassendes Praktikum gewährleisteten, als auch freien Aufgaben, die einem selbst genug Spielraum für eigene Spezialinteressen ließen.

Die Module erstreckten sich über das weite Feld der Archivarbeit von tatsächlicher Quellenarbeit, beispielsweise dem Umbetten oder dem Entziffern des Geschriebenen (Paläografie) zu organisatorischen Aufgaben beispielsweise der Verzeichnung von Akten. Geholfen hat mir dabei vor allem dabei das Modul Paläografie, da dieses Feld eine meiner persönlichen Schwächen darstellt. Würde ich mich damit aber nicht weiter auseinandersetzten, würde mir ein großer Teil an Quellenmaterial verschlossen bleiben.

An eigenen Projekten habe ich beispielsweise das Fotoalbum in Zusammenarbeit mir einer anderen Praktikantin digitalisiert und dieses darauf selbst verzeichnet. Dabei bin ich sogar recht warm geworden mit dem Verzeichnungsprogramm Midosa XML, was zunächst komplex wirkt und auch ist, aber man sich schnell die Funktion, die man benötigt, mit Hilfestellung beibringen kann. 

Abschließend möchte ich mich bei allen Mitarbeiter*innen des Hochschularchivs bedanken die dieses Praktikum, auch unter den gegebenen Umständen zu weit mehr gemacht haben als zu einem lästigen Pflichtpraktikum.

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Mens agitat molem – Der Geist bewegt die Materie

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Anlässlich des 150 jährigen Jubiläums der RWTH Aachen stellten wir Anfang des Jahres Klaus Ricking´s „Der Geist bewegt die Materie“ auf unsere Webseite.
 Das Buch erzählt den Werdegang der 1870 eröffneten polytechnischen Schule von der Grundsteinlegung durch den preußischen König Wilhelm I. bis zur heutigen Zeit als eine der weltweit bedeutendsten geltenden technischen Universitäten. In der Anfangszeit musste die neugegründete Schule gegen allerlei Widerstände ankämpfen, so war ihre Ansiedlung aus Sicht der vorwiegend katholischen Aachener Bevölkerung zu preußisch-protestantisch. Im Laufe der Zeit entwickelte sie sich jedoch zu einer immer höher anerkannten Universität, insbesondere ist dies auf die wissenschaftliche Gleichstellung durch das Habilitations- und Promotionsrecht zurückzuführen. Die TH wurde zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor in der Aachener Region. Infolge der Besetzung durch die alliierten Truppen nach der Niederlage im ersten Weltkrieg, entwickelte sich die Hochschule zu einer Hochburg nationaler Einheit. Im dritten Reich giff das Reichsministerium für Erziehung, Wissenschaft und Volksbildung in die Lehre und wissenschaftliche Arbeit an der RWTH ein und ordnete Lehre und Forschung unter. Bei Kriegsende waren rund 70 % der Gebäude zerstört und die Hochschule faktisch am Boden. Erst am 3. Januar 1946 war die Wiederaufnahme eines eingeschränkten Lehrbetriebes möglich, der noch ein Jahr auf die restlichen Einrichtungen warten musste. In den folgenden 15 Jahren wuchs die RWTH enorm, die Fläche um beinahe das dreifache und die Studentenzahlen wie an keiner anderen Universität Deutschlands. Neue Fächer und Fakultäten kamen hinzu sowie Mitte der 60er Jahre die philosophische und medizinische Fakultät.

Die erste Auflage von „Der Geist bewegt die Materie“ erschien 1995. Die Veröffentlichung auf unserer Homepage nahm Klaus Ricking zum Anlass zur Modifikation einiger Mängel. Die Lesbarkeit wurde mithilfe einer neuer Seitenzählung erleichtert und Abbildungen ausgetauscht.  Insbesondere muss auch der damalige Erscheinungszeitpunkt berücksichtigt werden. Im Jahr des Jubiläums wurde das Doppelleben des ehemaligen TH-Rektors Hans Schwerte aufgedeckt und dominierte die Feierlichkeiten, sodass die Rolle der RWTH im Dritten Reich sowie der Umgang mit ihr nach 1945 in den öffentlichen Fokus rückte. Zum damaligen Zeitpunkt gab es keine wissenschaftliche Forschung hierzu und noch 2012 beklagte der Historiker Rüdiger Hachtmann innere Widerstände, die eine sachlichen Auseinandersetzung boykottieren. In den 2000er Jahren wurde im Auftrag des Rektorats eine umfassende biographische Personendatenbank erstellt aus der zahlreiche Veröffentlichungen resultierten, die erneut die kritiklose Mentalität nach der NS-Zeit verdeutlichen. Aufgrund dieser nach 1995 erschienenen Arbeiten hat Klaus Ricking das Literaturverzeichnis ergänzt. 

Quelle: Ricking, Klaus: Der Geist bewegt die Materie. Mens agitat molem. 125 Jahre Geschichte der RWTH Aachen. 2. Auflage. Aachen: Mainz, 2020. (Sg. 1995/2)

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Kalenderbild November 2020: 55 Jahre Philosophische Fakultät – Die Geschichte eines Umbruchs

Quelle: Akte S 5145

Das Kalenderbild dieses Monats zeigt das Cover des Studienführers für den Bachelor of Arts von 2007/8 der philosophischen Fakultät. Dieser enthält generelle Informationen zur Bewerbung und dem Aufbau des Bachelors, sowie Ansprechpartner und Informationen zu den einzelnen Studiengängen der philosophischen Fakultät, inklusive exemplarischer Studienverlaufspläne.

Der Bachelor of Arts wurde im Wintersemester 2004/2005, im Zuge der Bologna-Reform, an der RWTH Aachen eingeführt. Diese Umstellung von dem Magister- hin zum Bachelor-/Masterstudium sollte insbesondere zu einer Vereinheitlichung von Studiengängen und -abschlüssen sowie zu einer kürzeren Studienzeit führen. Zurück geht diese Reform auf die Magna Charta Universitatum, die anlässlich des 900. Jubiläums der Universität von Bologna 1988 von 388 Universitäten unterzeichnet wurde. Weiterhin wurde mit der Lissabon-Konvention von 1997 an der internationalen Anerkennung von Abschlüssen gearbeitet. Die Vorgängerin der Bologna-Reform ist die Sorbonne-Erklärung von 1998, in der bereits ein zweistufiges Abschluss- und Punktesystem vorgesehen waren. Schließlich wurde ein Jahr später, 1999, diese durch die Bologna-Erklärung konkretisiert.

Das Vorgängerstudium, der Magister, wurde 1957 wiedereingeführt. Wie auch im Studienführer zu lesen ist, studierte man im Magister drei, anstatt wie im Bachelor, zum Zeitpunkt der Veröffentlichung, zwei Fächer. Der Magister Artium beispielsweise, war also ein Studium mit breiterer Orientierung, das sich aus mehreren, vor allem nicht-technischen, Fächern zusammenstellte. Zudem bereitete diese Art des Studiums nicht auf einen spezifischen Beruf vor.

Die Philosophische Fakultät der RWTH Aachen wurde 1965 gegründet, somit feiert sie dieses Jahr ihr 55-jähriges Jubiläum. Zu ihr gehörten anfangs die Lehrstühle Anglistik, Deutsche Philologie, Neuere Deutsche Literaturgeschichte, Alte, Mittlere und Neuere Geschichte und Romanische Philologie.

1970 wurde Hans Schneider/ Schwerte zum Rektor ernannt, der sich später als ehemaliger Nationalsozialist entpuppen sollte.  Bis heute ist er der einzige Rektor, der der Philosophischen Fakultät angehörte.

Zu deren Ausbildungsschwerpunkten gehörte zu Beginn die Lehramtsausbildung aber auch neue Studienmöglichkeiten wurden entwickelt. Dieser Ausbau an Lehrangeboten wurde jedoch Mitte der 70er Jahre gestoppt und dadurch auch einige Studiengänge komplett gestrichen. Wieder andere wurden in eigene Fakultäten umgewandelt, wie bspw. Pädagogik oder Wirtschaftswissenschaften in den 70ern und 80ern. Im weiteren Verlauf kämpften die Studierenden dieser Fakultät um die Erhaltung einiger Studiengänge, was ihnen allerdings nur teilweise gelang, vor allem im Bereich der Lehrerausbildung. Nach der eben beschriebenen Umstellung durch den Bologna-Prozess fallen immer mehr Studiengänge weg. Auf der anderen Seite werden aber auch neue, diesmal Ein-Fach, Studiengänge angeboten.

Wenn ihr genaueres über die Geschichte der philosophischen Fakultät erfahren wollt, schaut doch mal bei diesem Beitrag unserer Website vorbei, der anlässlich des 50. Jubiläums angefertigt wurde.

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