Kalenderbild Februar 2022: Oche Alaaf! – Karnevalsfeier der Studentenverbindung Pomerania , Anfang der 1930er Jahre

Karnevalsfeier der Studentenverbindung Pomerania, Anfang der 1930er Jahre (Quelle: Fotosammlung 7.1.20.a)

Das zweite Kalenderbild dieses Jahres ist ein Foto der Karnevalsfeier der Pomerania-Studentenverbindung. Das Foto stammt aus den 1930ern. Auf dem Foto sind mehrere verkleidete Männer, vermutlich die Mitglieder der reinen Männerverbindung, und Frauen zu sehen, sowie Instrumente und Luftschlangen. Die Stimmung der Pommern, wie sie sich selbst nennen, und ihres Besuchs wirkt ausgelassen.

Die „Landsmannschaft im CC [Coburger Convent] Pomerania Halle-Aachen“ ist eine Studentenverbindung im Coburger Convent. Der Coburger Convent ist ein Korporationsverband, also ein Verband diverser Studentenverbindungen, Landsmannschaften und Turnerschaften. Die Pomerania wurde am 09. November 1792 gegründet und ist daher eine der ältesten deutschen Verbindungen. Ursprünglich stammt die Verbindung aus Halle in Sachsen-Anhalt, Gründungsort war die Martin-Luther-Universität. Aufgrund der napoleonischen Zeit und Kriegen kam es zu einer Umsiedlung nach Frankfurt, sowie der Abwanderung von Mitgliedern. Am 11.09.1865 wurde die „Landsmannschaft Pomerania“ erneut gegründet. 1936 kam es aufgrund eines Verbotes der Nationalsozialisten zur Auflösung der Studentenverbindung in Halle. Allerdings bestand in Wismar ein jüngerer Pomerania-Verband, der 1922 nach Aachen übersiedelte. 1952 schlossen sich die beiden Bünde zu Pomerania Halle-Aachen zusammen. Der Sitz der Verbindung lag hier in Aachen, da sich die Hallenser Pomerania aufgrund der Teilung Deutschlands nicht in Halle neu formieren konnte, ebenfalls gab es Bedenken, dass ein Erhalt der Verbindung an beiden Standorten nicht möglich wäre. Aufgrund der Geschichte der beiden Verbindungen lässt sich schließen, dass es sich bei den Männern auf dem Foto um Mitglieder des ehemals in Wismar ansässigen, jüngeren Pomerania-Verbunds handeln muss.

Die Pomerania ist seit jeher ein pflichtschlagender und farbentragender Studentenverbund. Pflichtschlagend bezeichnet hierbei die Pflicht innerhalb des Pomerania-Verbundes, dass jeder Verbundsbruder während seiner Studienzeit mindestens drei Mensuren gefochten haben muss. Doch was ist eine Mensur? Eine Mensur ist ein streng reglementiertes Fechtduell zwischen Mitgliedern unterschiedlicher Verbindungen. Die Teilnehmer sind dabei bis auf Teile ihres Gesichtes vor Schnittwunden und Verletzungen geschützt. Der Schwerpunkt lag nicht auf Sieg oder Niederlage, der Verteidigung der eigenen Ehre oder dem Ansehen der Verbindung, sondern darauf, persönliches Wachstum zu fördern und Tapferkeit zu erlangen. So gilt beispielsweise eine Verletzung, ein sogenannter „Schmiss“ nicht als Niederlage. Der Schmiss zählte in den 30er Jahren sogar zum stereotypischen Erkennungsmerkmal für Studenten. Es scheint, als würden einige der auf dem Foto abgelichteten Männer solche Narben erahnen lassen. Der Schmiss war ebenfalls ein Zeichen für Sorgfalt und Disziplin, um die Angst vor der bedrohlichen Situation des „Paukens“, wie das Fechtduell auch genannt wird, zu überwinden.

Farbentragend bezeichnet die diversen Farbkombinationen, die die Studentenverbindung repräsentieren sollen, auch als „Coleur“ bekannt. Die Pomerania tragen himmelblau-weiß-schwarz, wobei die Farbe schwarz die Freundschaft und ewige Treue der Mitglieder zueinander ausdrücken soll.

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Talare: Mehr als Muff von tausend Jahren

1.2.1_3_lose Sammlung

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Im heutigen Beitrag geht es um Talare. Das sind Obergewänder, die von Professoren, Absolventen und Juristen  zu offiziellen Anlässen getragen wurden. In sehr seltenen Fällen werden sie auch noch heute getragen.  Das Wort Talar stammt vom lateinischen talaris ab. Übersetzt bedeutet talaris vestis knöchellanges Gewand. Der Talar wurde bereits im Mittelalter aufgrund der kalten und zugigen Universitätshallen als Überkleid getragen.

In den 1920er Jahren bis 1951 fanden an der Aachener Universität Diskussionen statt, in denen das Tragen von Talaren thematisiert und mehrheitlich durch Abstimmung beschlossen wurde  (Sig.: 1476). Optisch veränderten sich die Talare im Laufe der Zeit. Die Talare unterschieden sich in ihren Farben und Verarbeitungen, was ermöglichte, verschiedene universitäre Positionen auf den ersten Blick zu erkennen und zu unterscheiden. Der Rektor beispielsweise trug einen purpurfarbenen und goldverbrämten (am Saum verzierten) Mantel, und der Prorektor trug selbigen in dunkelrot. Farblich waren  ebenfalls Aufschläge für die jeweiligen Institute festgelegt worden, zum Beispiel hellrot (blutrot) für die Medizin (Sig.: 1476). Viele Professoren besaßen eigene Talare, aber es bestand auch die Möglichkeit, diese von der Universität zu leihen. Es gab auch Professoren, die ihre Talare verkauften, wie ein Brief aus Halle an die RWTH belegt, in dem ein Professor seinen Talar zum Verkauf anbot (Sig.: 947). Zudem besitzt das Hochschularchiv in seinen Beständen viele Rechnungen zu Talaren. Die Kosten für die Festgewänder, welche die Universität oftmals vorstreckte, wurden von den Professoren dann in mehreren Raten zurückgezahlt  (Sig.: 1476).

Die Problematik der Talare wurde auch in der studentischen 1968er-Bewegung aufgegriffen. Doch was waren die allgemeinen Ziele dieser studentischen Bewegung? Ende der 1960er Jahre gab es u.a. viele Demonstrationen von Studenten gegen den Vietnam-Krieg und die Notstandsgesetze von 1968. Dazu kam die Auseinandersetzung von Studenten mit älteren Professoren, welche von der Zeit des Nationalsozialismus geprägt waren. Man wollte eine Veränderung an den Universitäten, die RWTH Aachen mit inbegriffen, sowie eine Aufarbeitung des Zeitraumes von 1933 bis 1945 bewirken, um daraus Konsequenzen und somit politische Verhaltensänderungen zu ziehen. Im Zeitgeist dieser Bewegung wurde auch das Tragen der Talare als Anzeichen für die Rückschrittlichkeit der Universitäten gesehen.  Kritisiert wurde die zeitgemäße Symbolik der Talare, welche für ein Überleben alter Vorstellungen und Werte stand. Durch ein Transparent aus Hamburg mit dem Aufdruck Unter den Talaren – Muff von 1000 Jahren geriet die Problematik der Talare vermehrt in die Schlagzeilen. Somit wurde das  zunehmend schlechte Image der Talare innerhalb der studentischen Bewegung verstärkt.

Juliane Hoheisel hat hierzu einen wissenschaftlichen Aufsatz mit dem Titel “Zwischen Muff und Würde. Verschwinden und Wiederkehr des Talars an deutschen Universitäten nach 1945” verfasst. Forschungsschwerpunkt ist der Zeitraum von 1945 bis in die 1990er Jahre; es wird ein umfassender Einblick in die Thematik der Talare gegeben. Hoheisel erläutert in ihrem Werk eindrucksvoll die Talarkultur im Wandel der Zeit, weshalb wir, als Team des Hochschularchivs, diesen Aufsatz nur weiterempfehlen können. Hinterfragt wird von Hoheisel, ob  die knöchellangen Gewänder nach heutigem Wissensstand noch getragen werden sollten. Dies ist eine sehr interessante Frage. Lesen Sie sich doch auch einmal ein!

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Jahresbericht 2021 des Hochschularchivs der RWTH Aachen

Hochschularchiv von außen

Homeoffice bestimmte auch in diesem Jahr nach wie vor unseren Arbeitsalltag. Sowohl die Mitarbeiter des Hochschularchivs als auch unsere Praktikanten erledigten einen großen Teil der Aufgaben von zu Hause aus. Genutzt wurde hierfür überwiegend der Cloud-Dienst Sciebo. Jedoch wird voraussichtlich im Sommer 2022 ein eigener Server genutzt werden können, wodurch unsere Arbeitsprozesse noch weiter digitalisiert und effizienter werden können. Der Sciebo-Speicherplatz wurde bereits in diesem Jahr um 500GB für uns erhöht, womit wir mehr Speichermöglichkeiten haben. Allgemein wurden mehr potenzielle Aufgaben für das Homeoffice geschaffen, um stets produktiv sein zu können.

Im Sommer 2021 konnten wir zeitweise unter Berücksichtigung der aktuellen Schutzmaßnahmen wieder verstärkt vor Ort arbeiten. Unsere zahlreichen Praktikanten unterstützten uns in dieser Zeit tatkräftig dabei, die Aufgaben abzuarbeiten, welche im Homeoffice nur bedingt oder gar nicht bearbeitet werden konnten.

Aufgrund der steigenden Covid-Fallzahlen sind wir seit dem Winter wieder verstärkt im Homeoffice aktiv. Außerdem trat die 3G-Regel im Hochschularchiv für Mitarbeiter und Benutzer in Kraft. Trotz dieser Umstände sind wir weiterhin bemüht, eine Nutzung vor Ort unter Berücksichtigung der aktuellen Maßnahmen zu ermöglichen.

Aufgrund unserer begrenzten räumlichen Kapazitäten war das Hochschularchiv weiterhin auf der Suche nach neuen Optionen. Ein Ausweichkeller wurde uns zur Lagerung von Archivalien im politikwissenschaftlichen Institut angeboten. Erste Messungen wurden vorgenommen, um die Archivtauglichkeit zu überprüfen. Aufgrund einer defekten Lüftung müssen die Messungen jedoch erneut vorgenommen werden, da die Luftfeuchtigkeit starke Schwankungen aufwies. Solche bedeuten für Archivalien immer eine Gefahr, da so die durchaus reale Gefahr der Schimmelbildung besteht. Zum aktuellen Zeitpunkt ist die Lüftung noch nicht repariert. Neue Messungen werden voraussichtlich im neuen Jahr vorgenommen in der Hoffnung, dass dieser Ort doch als Ergänzung unserer räumlichen Kapazitäten fungieren kann.

Das Projekt der Promotionskarten von 1901 bis 2000 wurde in diesem Jahr weitergeführt. Es ist abzusehen, dass wir dieses Projekt 2022 beenden können. Im Anschluss werden wir verstärkt einen Teil der Vorlesungsverzeichnisse im Homeoffice digitalisieren.

Um die Öffentlichkeit weiterhin am Archivalltag teilhaben zu lassen, wurden pro Woche drei Beiträge auf unseren Social-Media-Kanälen veröffentlicht sowie pro Monat drei Blogbeiträge auf unserer Webseite publiziert.

2021 haben uns drei Mitarbeiterinnen verlassen, welchen wir an dieser Stelle noch einmal weiterhin viel Erfolg auf ihren Wegen wünschen. In das Team ist dafür eine ehemalige Praktikantin als Mitarbeiterin dazu gekommen.

Insgesamt haben wir als Team 2021 produktiv gemeistert. Optimistisch schauen wir auf den kommenden Sommer und hoffen, dass durch den neuen Server mehr Möglichkeiten für unsere Arbeitsprozesse gegeben sind.


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Kalenderbild Januar 2022: Alle Wege führen zum Dom (omnes viae cathedralem ducunt)

Sig. 964b

 Das erste Kalenderbild dieses Jahres zeigt einen Stadtplan Aachens vom Ende der 1940er Jahre. Wie in der Legende zu sehen ist, sind einige Sehenswürdigkeiten eingezeichnet worden, die nachfolgend gemäß Ihrer Nummerierung vorgestellt werden sollen.

① Das Reiff-Museum wurde 1908 eröffnet und umfasst die Sammlung des Professoren für Figuren- und Landschaftszeichnen des Kunsthistorischen Instituts, Franz Reiff. Heute befindet sich in dem Gebäude die Fakultät für Architektur.1 (Link momentan nicht erreichbar) 2Zum Reiff-Museum haben wir im April auch einen Beitrag auf Instagram und Facebook gepostet.

② Das Suermont Museum, oder auch Suermont-Ludwig Museum, befindet sich auch heute noch in dem früheren Stadtpalais eines Kratzenfabrikanten und wurde im Jahre 1901 an jenes angebaut.3

③ Die Gaststätte zum Bärenhof existiert heutzutage nicht mehr, jedoch gibt es an diesem Standort ein anderes Restaurant mit ähnlichem Namen.

④ Die Pädagogische Akademie existiert heute in ihrer ursprünglichen Form nicht mehr. Nach 1945 wurden aus den Pädagogischen Akademien Pädagogische Hochschulen.(vgl. BLANKERTZ, Herwig: Die Geschichte der Pädagogik. Von der Aufklärung bis zur Gegenwart, Wetzlar 1992, S. 241 ff.) 1980 wurde die Pädagogische Hochschule in Aachen der RWTH eingegliedert.5 Seit 1989 existiert jedoch keine pädagogische Fakultät mehr, sodass die Verantwortung für das Lehramt seitdem weitestgehend der Philosophischen Fakultät obliegt.6

⑤ Das Priesterseminar wurde 1932 gegründet und dient der Aus- und Weiterbildung römisch-katholischer Priesteramtskandidaten.7

⑥ Mit „Studentenbunker“ wird wohl der im Jahre 2013 abgerissene Bunker an der Rütscherstraße gemeint sein, der während des Zweiten Weltkriegs die Anwohner vor Bombenanschlägen geschützt hatte.8

⑦ Das Neue Kurhaus wurde 1916 fertiggestellt und hat seitdem einige Veränderungen durchgemacht. Nachdem es im Zweiten Weltkrieg großen Schaden genommen hatte, wurde es im Februar 1953 nach seiner Wiederinstandsetzung als Veranstaltungsort für Konzerte und andere Events wiedereröffnet. Das 1976 dort eingezogene Casino wurde 2015 aufgrund von Sanierarbeiten am Kurhaus, zunächst vorübergehend, verlegt. Nach mehreren Interessenten und einer mehr als Verdopplung der angedachten Sanierungskosten, wird das Gebäude nach Fertigstellung voraussichtlich vom benachbarten Eurogress mitgenutzt werden (vgl. Stadt Aachen (Hrsg.): Aachen im Aufbau 1952. Verwaltungsbericht der Stadt Aachen für das Jahr 1952, Aachen 1953, S. 87). 9

⑧ Am Theaterplatz befindet sich noch immer das 1825 eröffnete Theater und seit 1963 die Reiterstatue „Der fröhliche Hengst“ von Gerhard Marcks.10 11

⑩ Der Hangeweiher im 1910 angelegten Kaiser-Friedrich-Park gehört auch heute noch zu den beliebten Ausflugszielen Aachens. Das dort 1850 eröffnete und auch heute noch genutzte Freibad, war damals die erste Aachener Schwimmanstalt.12

⑫ Die Stadtbibliothek wurde im Juli 1831 eröffnet nachdem der 1828 verstorbene Ratsherr Peter Dautzenberg der Stadt seine umfangreiche Bibliothek überlassen hatte, mit der Bedingung diese mit der Ratsbibliothek zusammen der Öffentlichkeit nutzbar zu machen. Die Stadtbibliothek wurde zudem 1977 mit der 1936 gegründeten Stadtbücherei zusammengelegt.13

⑬ Zum Quäkerklubhaus haben die Recherchen leider nichts ergeben. Die Quäker oder auch die Religiöse Gemeinschaft der Suchenden, sind eine Gemeinschaft von Suchenden ohne Dogma, die ihre Lebensart teilen. Die Quäker Aachen wurden im Jahre 1946 gegründet.14

⑯ Zum Filmtheater Bavaria konnte nur folgendes ermittelt werden: Im Jahre 1951 wurde das „Neue(s) Bavaria“ am Holzgraben eröffnet.  Es wird jedoch an einer Stelle auch erwähnt, dass es zuvor das Aachener Bavaria-Theater gegeben habe.15

Zu den Orten Café Küppers, „Die Brücke“ (Hindenburgstraße) sowie zu den Filmtheatern Kaiserstraße und Skala konnten leider keine Informationen gefunden werden.

Bei genauerem Blick auf die Stadtkarte lassen sich Änderungen im Straßenverlauf feststellen. So kam beim alten Kurhaus (heute Bushof) die Hauptstraße (Kurhausstraße) parallel zur Komphausbadstraße dazu.
Es haben sich außerdem Straßennamen verändert, so heißt zum Beispiel die Straße, die zum Theaterplatz führt, heutzutage Theaterstraße und nicht mehr Hindenburgstraße.

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Kalenderbild Dezember 2021: Besinnlichkeit und Rückkehr zum Wesentlichen

Weihnachtskarte an die RWTH Aachen von 1963; Quelle: Akte 166

 

Zum Abschluss unserer Kalenderbildreihe 2021 präsentiert euch das Hochschularchiv – natürlich passend zur Jahreszeit – eine Weihnachtskarte, die im Jahr 1963 an die RWTH Aachen geschickt wurde.

Bei dem Motiv auf der Karte handelt es sich um eine schlichte und minimalistische Zeichnung in schwarz-weiß. Gezeigt wird eine winterliche Szenerie im Wald: Ein Eichhörnchen klettert einen Baum hoch, während eine kleine Gruppe von Rehen Richtung Futterkrippe wandert.

Trotz Schlichtheit, Farblosigkeit und fehlender christlicher Symbolik wirkt das Motiv dennoch nicht weniger weihnachtlich.

Das mag einerseits darauf zurückzuführen sein, dass das Weihnachtsfest im Winter stattfindet und Darstellungen von verschneiten Landschaften, Nadelwäldern oder Tieren an einer Futterkrippe unweigerlich mit der Winterzeit und diese wiederum mit Weihnachten assoziiert werden.

Andererseits lässt sich diese Gleichsetzung von winterlichen und weihnachtlichen Motiven auch mit einer fortschreitenden Verweltlichung des Weihnachtsfestes erklären. Inzwischen hat Weihnachten über seinen theologischen Ursprung hinaus einen globalen Feierstatus erlangt, der deutlich über den Bezug auf ein rein christliches Fest und die Kirche hinausreicht. So wird die Weihnachtszeit in „westlichen Ländern christlichen Glaubens“ auch in nicht-christlich geprägten Familien mitsamt ihren Bräuchen und Traditionen (oder zumindest Elementen davon) zelebriert.

Kritiker sehen hier vor allem eine Verunreinigung des modernen Weihnachtsfestes durch religionsfremde Motive und Erscheinungsformen.

Genannt wird u. a. der Begriff der Profanierung, womit die Entchristlichung von Weihnachten gemeint ist: Der theologische Gehalt verliert an Bedeutung, während zunehmend Kitsch und Sentimentalität im Vordergrund stehen.

Ein weiterer Kritikpunkt wird mit dem Begriff der Kommerzialisierung beschrieben: Weihnachten gilt im Einzelhandel bekanntermaßen als umsatzstärkste Zeit des Jahres. Traditionell wird die Weihnachtszeit mit der Adventszeit eingeläutet, dagegen startet die Weihnachtssaison im Einzelhandel mit der Vorweihnachtszeit, deren Beginn nicht klar definiert ist, häufig schon ab Ende August/Anfang September mit dem Verkauf von bspw. Weihnachtsgebäck startet.

Während die Weihnachtszeit also ursprünglich mit der Adventszeit startete und so bis zum eigentlichen Fest zunehmend eine gewisse Weihnachtsstimmung erzeugte, wird mit der Kommerzialisierung des Weihnachtsfestes und mit dem dadurch bedingten verfrühten Start der Weihnachtssaison im Einzelhandel eine verfrühte und künstliche Weihnachtsstimmung erzeugt.

So wird die eigentliche Bedeutung von Weihnachten in den Hintergrund gestellt. Denn unabhängig von Kommerz, Religion und Tradition ist Weihnachten inzwischen vor allem eines: ein Fest der Familie, Liebe und Besinnlichkeit.

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Die Sache mit den Schutzfristen…

Einblick in die Autorenliste zum Jahrbuch der Technischen Hochschule zu Aachen Erster Jahrgang 1941

Dem Hochschularchiv wurde vor einiger Zeit dankenswerterweise von der Hochschulbibliothek das Digitalisat zum Jahrbuch der Technischen Hochschule zu Aachen (Erster Jahrgang) 1941 überlassen. Das Buch ist derzeit bei uns nicht mehr auffindbar.

Durch Recherchen ist uns bewusst geworden, dass wir nicht das vollständige Digitalisat veröffentlichen dürften, denn zu den vielen unterschiedlichen Autoren gehören jeweils andere urheberrechtliche Schutzfristen, die es zu beachten gilt. Gemeinfrei sind nur Beiträge, deren Autor 70 Jahre tot ist.
Die Einsicht in das Dokument bei uns stellt jedoch kein Problem dar.

Die Mitarbeiter:innen des Hochschularchives haben zu jedem Autor die Lebensdaten sowie den groben Werdegang zusammengetragen. Diese Übersicht zeigt, wer damals für das erste Jahrbuch schrieb.

 


Allgemein gelten bei personenbezogenen Dokumenten folgende Schutzfristen, die sich von der urheberrechtlichen Schutzfrist unterscheiden:

  • 10 Jahre nach dem Tod;
  • 100 Jahre nach der Geburt (falls das Todesdatum unbekannt ist);
  • 70 Jahre nach Entstehung (falls sowohl das Todes-, als auch das Geburtsdatum unbekannt sind).
Diese Schutzfristen gelten natürlich nicht für gedruckte Veröffentlichungen. Aber bei deren Nachnutzung ist die urheberrechtliche Schutzfrist zu beachten.

 

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Ein Praktikum im „Gedächtnis“ der RWTH

Für mein Studium der Gesellschaftswissenschaften war ich auf der Suche nach einem Pflichtpraktikum. Doch einen Praktikumsplatz während einer Pandemie zu finden, stellte sich für mich als eine große Herausforderung heraus. Fast ein halbes Jahr lang bekam ich immer die selbe Antwort: „Aufgrund der Coronaauflagen können wir aktuell keine Praktikant*innen aufnehmen.“ Umso glücklicher war ich, als ich bereits nach einigen Tagen eine Antwort vom Hochschularchiv der RWTH bekam. Nach einem kurzen Austausch per E-Mail und einem Vorstellungsgespräch über Telefon wurde mir ein Platz in zwei Wochen zugesagt.

Schon vor meinem Praktikum war ich an der Archivarbeit interessiert und überlege nach meinem Studium eine Ausbildung zur Archivinspektorin zu absolvieren. Daher erfreute es mich, endlich einen ersten Eindruck hinter die Kulissen eines Archivs zu bekommen.

Bereits an meinem ersten Arbeitstag wurde ich sehr freundlich von Filis empfangen. Sie zeigte mir die Räumlichkeiten und übergab mir einen strukturierten Praktikumsleitfaden, inklusive dem Zugang zu einer Anzahl an Anleitungen.

Dadurch, dass sich zur Anfangszeit meines Praktikums nur maximal zwei Personen im Archiv aufhalten durften, bestand die erste Zeit meines Praktikums hauptsächlich daraus, einige obligatorische Aufgaben von zu Hause zu erledigen. Doch entgegen meiner Erwartungen, dass dieser Abschnitt meines Praktikums sehr eintönig werden würde, bekam ich eine große Anzahl verschiedener Aufgaben. Promotionskarten digitalisieren, verschiedenste Artikel schreiben und Transkribieren alter Matrikelbücher waren nur ein paar meiner Aufträge.

An dieser Stelle muss ich ein Lob und meinen Dank an Herrn Graf und alle Mitarbeiter*innen des Hochschularchivs aussprechen, welche mir vom ersten Tag an, insbesondere durch den Praktikumsleitfaden und die Anleitungen, eine klare Struktur für mein Praktikum trotz der vielen Stunden im Homeoffice gezeigt haben. Während meiner Zeit im Homeoffice waren sie immer zu erreichen und standen bei Nachfragen hilfsbereit zur Seite. Außerdem stellten sie durch eine Reihe an Zoom-Gesprächen sicher, dass ich auch zu Hause ständig Kontakt zu verschiedenen Mitarbeiter*innen hatte.

Meine liebsten Aufgaben während meiner Zeit war das Verfassen verschiedenster Artikel für die Social-Media Plattformen des Archivs. Da ich auch in meiner Freizeit gerne Texte verfasse, machten mir vor allem die kreativen Aufgaben Spaß. Ich durfte für Instagram und Facebook eine Reihe an „Bilderfreitagen“ erstellen, dessen Thema ich mir selbst aussuchen durfte. Außerdem habe ich eine Reihe an Artikeln für die Webseite verfasst, wie zum Beispiel einen Bericht über Talare während der 68er-Bewegung oder einen Beitrag aus der Reihe der Kalenderbilder.

Neben den Arbeiten im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit haben mir aber auch besonders gut die archivarischen Tätigkeiten gefallen. Beispielsweise die Module „Paläographie“ (Transkribieren alter Texte) und „Urheberrecht“ bei Herrn Graf haben mir einen tiefen Einblick in den Arbeitsalltag eines Archivars gegeben. Speziell diese Module brachten mir sehr viele neue Fähigkeiten bei und machten mir bewusst, warum sich das Archiv selbst als „Gedächtnis“ der RWTH bezeichnet.

Am interessantesten war jedoch das Reparieren alter Akten. Denn ich persönlich finde es sehr spannend, durch das Herumblättern einen Einblick in das Leben der Vergangenheit zu bekommen und dafür zu sorgen, dass die Geschichte erhalten bleibt.

Nach dem Abschluss meines Praktikums im Hochschularchiv der RWTH Aachen bin ich zu dem Schluss gekommen, dass mir die Arbeit in einem Archiv sehr viel Spaß macht. Das Praktikum hat mir in meiner beruflichen Orientierung weitergeholfen, da mir sowohl die archivarischen Tätigkeiten als auch besonders die Öffentlichkeitsarbeit gezeigt haben, dass ich mir einen Beruf in diesem Bereich vorstellen kann. Durch die unterschiedlichen Aufgaben in der Öffentlichkeitsarbeit waren immer wieder meine Kreativität und Eigeninitiative gefragt. Ich habe mich stets zum Team dazugehörig gefühlt, da mir von Anfang an diese Aufgaben ohne Bedenken überlassen wurden und ich Verantwortung übernehmen durfte. Daher kann ich jedem empfehlen, der sich für Archivarbeit und unsere Geschichte interessiert, ein Praktikum im Hochschularchiv der RWTH Aachen zu absolvieren.

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Kalenderbild November 2021: Studentenverbindungen unter dem Druck des Nationalsozialismus – Karikaturen aus dem Album der „Pomerania“

Karikaturen im Pomerania Album, 1933/1934 Quelle: Pomerania Fotoalbum 7.1.39-41

Das Kalenderbild des Monats November zeigt eine Auswahl an Karikaturen aus dem Fotoalbum der Studentenverbindung „Pomerania“ in Aachen. Entstanden sind diese in den Jahren 1933/34. Das Album enthält eine Reihe an Fotos, Flugblättern und Karikaturen dieser Verbindung und wurde von unserem Archivar Herr Dr. Klaus Graf für das Hochschularchiv erstanden.

Ursprünglicher Besitzer des Albums war Kurt Grünwald, geboren am 03.10.1909 in Essen. Er studierte Ingenieurwissenschaften an der RWTH Aachen ab 1929 und trat im selben Jahr in die Studentenverbindung ein. In seinem Album sammelte Grünwald Erinnerungen an Aktivitäten und Feste der „Pomerania“ in Form von Fotografien. Es sind aber auch einige Karikaturen zu finden, welche einen Einblick in die Gefühlswelt und das Alltagsleben der Landsmannschaft geben. Ob Grünwald diese Karikaturen selbst zeichnete oder diese von anderen Personen erhielt, ist leider nicht bekannt.

Im Jahre 1939 kehrte Kurt Grünwald mit einem abgeschlossenen Studium und dem Titel „Diplomingenieur“ in seine Heimatstadt Essen zurück. Er verstarb am 09.06.1976 in Melle (Niedersachsen).

Die offizielle Gründung der Landsmannschaft Pomerania fand am 09. November 1792 statt. Studenten aus Pommern, welche an der Universität Halle an der Saale studierten, schlossen sich zu dieser Verbindung zusammen. Daher leitete sich auch der Name „Pomerania“ ab. Einige Unterlagen belegen jedoch, dass ihre Wurzeln bis in das Jahr 1717 zurückreichen. Damit ist sie eine der ältesten Studentenverbindungen Deutschlands. Die Farben der „Pomerania“ sind Blau und Weiß, wie die pommerschen Landesfarben. Mitglieder tragen himmelblaue Mützen. Füxe, so werden eventuelle Anwärter auf einen Platz in der Verbindung genannt, tragen zusätzlich ein sogenanntes Fuchsenband in den Farben blau-weiß.

Die „Pomerania“ in Aachen wurde eigenständig im Jahre 1920 am Polytechnikum in Wismar als „Freie Verbindung Pomerania“ gegründet. Im Jahre 1922 siedelte sie dann nach Aachen um und nannte sich „Freie akademische Verbindung Pomerania“. Am 02.03.1924 wurden sie dann in eine Landsmannschaft umgewandelt und damit in die DL (Deutsche Landsmannschaft) aufgenommen.

Durch den Druck des Nationalsozialismus mussten sich die meisten Studentenverbindungen auflösen. So auch die „Pomerania“ in Halle (1936) und in Aachen (1935). Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges entstand die Verbindung in Aachen im Mai 1952 aufs Neue. Durch die Teilung Deutschlands und die Entstehung der DDR besaß die Universität in Halle jedoch keine Möglichkeiten für eine Neugründung. Daher entschloss man sich zu einer Fusionierung der beiden Studentenverbindungen, sodass am 18.11.1952 der Verschmelzungsvertrag unterzeichnet wurde. Bis heute existiert die Verbindung unter dem Namen „Landsmannschaft im CC der Pomerania Halle-Aachen“.

Weitere Informationen über die Geschichte der „Pomerania“ in Halle und Aachen finden sie in unserem Beitrag zum Kalenderbild des Monats Januar 2021.

Die Karikaturen entstanden während der Zeit, in der Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt wurde, und die NSDAP die Reichtagswahl im März 1933 gewann. Die Partei war schon sehr früh bemüht, studentische und akademische Mitglieder zu gewinnen. So gründete sie bereits 1926 den Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund (NSDStB), welcher eine neue Organisationsform der Studenten in „Kameradschaften“ anstrebte. Diese sollte die Studentenverbindungen ersetzen.

Schnell wurde klar, dass auch Studentenverbindungen nicht von der Gleichschaltung ausgeschlossen waren. Mit dem „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“, erlassen am 07.04.1933, durften die Nationalsozialisten politische Gegner oder jüdische Beamte ohne Grund aus dem Dienst entlassen oder in den Ruhestand versetzen. Dieses Gesetz wurde auch auf die Studentenverbindungen angewandt. So mussten von nun an die Abstammungsverhältnisse aller Mitglieder der Verbindungen geklärt werden und alle Juden, Halbjuden, Vierteljuden und mit Juden verheiratete Mitglieder ausgeschlossen werden.

Viele versuchten mit Ausnahmeregelungen oder Anträgen einen Ausschluss zu umgehen, aber die meisten Mitglieder traten freiwillig aus, um ihren Verbindungen keinen Schaden zuzufügen.

Es gab allerdings auch Studentenverbindungen, die sich weigerten, die Maßnahmen umzusetzen. Zu ihnen zählten insbesondere die Mitglieder der Convente, denen auch die „Pomerania“ angehören. Wie bereits erwähnt, konnten die Verbindungen jedoch nichts gegen die Übermacht der Nationalsozialisten tun. Und so blieb ihnen nichts anderes übrig als die Suspension (Freiwillige Einstellung des aktiven Betriebs).

Diese Karikaturen spiegeln genau diese Spannungen an den Universitäten und in den Studentenverbindungen wieder. Alle Zeichnungen wirken sehr ernst und dunkel. Keine Spur von den Festen und den guten Zeiten, die eine Mitgliedschaft in einer Verbindung einst versprach. Stattdessen erblickt man nur seriöse und traurige Motive. Wie etwa einen kleinen Mann, der die Beine eines anderen umarmt und dabei am Kopf gestreichelt wird. Oder einen Kopf, in den eine Art Bohrmaschine etwas einzupflanzen scheint. Könnten dies Andeutungen auf die Gehirnwäschen und die Unterlegenheit gegenüber der Nationalsozialisten gewesen sein?

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Philipp Lenard #deutungskämpfe

ein Beitrag des Hochschularchivs der RWTH Aachen

Im Rahmen der Blogparade #Deutungskämpfe hat Matthias Röschner vom Archiv des Deutschen Museums in München “Philipp Lenard – Physiker, Nobelpreisträger und NS-Ideologe: Konstruierte Wirklichkeit”: vorgestellt. Da der spätere Nobelpreisträger Lenard auch an der Technischen Hochschule in Aachen kurze Zeit wirkte, stellte sich für uns die Frage, was wir aus Archivalien unseres Archivs zu Lenard beisteuern können. Das ist leider sehr wenig.

Philip Lenard war von 1896-97 als Dozent für Physik an der RWTH Aachen tätig[1]. Adolf Wüllner warb Lenard an, um die Nachfolge des ordentlichen Professors Otto Wiener anzutreten, welcher nach Gießen berufen wurde[2]. Auch wenn die Anstellung in Lenards Augen vorerst ein Rückschritt bedeutete, da er eine niedrigere Position einnahm als in Breslau, konnte er in Aachen umgehen mit der praktischen Arbeit beginnen. Hier machte Lenard u. a. wichtige Teilentdeckungen zur der Strahlung von Röntgen, welche nach Aussagen Lenards jedoch nicht gebührend Erwähnung fanden[3]. Philipp Lenard zählte von 1886/97 zu den Extra-Ordinarien der RWTH[4].

Es gibt nur wenige Dokumente zu Lenard im Hochschularchiv. Er erscheint in den Vorlesungsverzeichnissen: VV 1896/97 S. 12, 117; VV 1897/98 S. 122. Außerdem sind Auszüge aus den Akten 508a und 964b sowie die Karteikarte zu Lenard sind bei uns online einsehbar.

Eine kleine biographische Eintragung zu Lenard lässt sich ebenso in der Übersicht der Übersicht der Professor:innen und Dozent:innen der RWTH Aachen in den Digitalen Angeboten des Hochschularchivs der RWTH Aachen finden.

Fußnoten:
[1] Hochschularchiv RWTH Aachen Akte 508a
[2] Hochschularchiv RWTH Aachen Akte S5020, darin: Philipp Lenard: Erinnerungen eines Naturwissenschaftlers. Der Kaiserreich, Judenherrschaft und Hitler erlebt hat, S. 41 ff.
[3] ebd.
[4] Hochschularchiv RWTH Aachen Akte 964b

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Kalenderbild Oktober: Ein Sprung in die Vergangenheit der RWTH

Deutsches Akademisches Jahrbuch – Daten der Technischen Hochschulen, Leipzig Verlag von J.J. Weber von 1877 (Quelle: Hochschularchivbibliothek Ba 1877)

Der Kalenderbildbeitrag im Oktober 2021 ist über das „Deutsche Akademische Jahrbuch – Daten der Technischen Hochschulen“ aus dem Jahre 1877. Das Buch ist nicht nur ein Hingucker für sich, sondern enthält auch eine Vielzahl von aufschlussreichen Informationen über nationenübergreifende Universitäten im Jahr 1875/1876.

Das Deutsche Akademische Jahrbuch kann mit anderen Jahrbüchern verglichen werden. Ein Beispiel hierfür ist das Jahrbuch der Rheinisch-Westfälische Technischen Hochschule. Der größte Unterschied hierbei ist das breite Spektrum von Universitäten und Fakten.

In den Jahrbüchern der RWTH-Aachen erhält man einen breit gefächerten Einblick in die Leistungen und Fortschritte, welche die RWTH in diesem Jahr erbracht hat. Allerdings ist dies nicht der einzige Fokus dieser Werke. In den Jahrbüchern der RWTH erhält man auch die unterschiedlichsten Erhebungen und Diagramme in Bezug auf die Studierendenanzahl der entsprechenden Jahrgänge. Anders ist es bei dem Deutschen Akademischen Jahrbuch. Hier liegt die Besonderheit darin, dass viele unterschiedliche Universitäten aufgelistet werden. Beispiele hierfür wären die Preußische Universität in Breslau oder die Deutsche Reichsuniversität in Straßburg.

Des Weiteren erhält man auch Informationen über eine mögliche Aufnahme in das Studium an der RWTH, ebenso wie die Kosten der akademischen Ausbildung sowie über mögliche Stipendien und Fördermöglichkeiten.

Im Falle der RWTH Aachen, welche zum Zeitpunkt des Buches noch den Namen „Königlich Rheinisch-Westfälische Polytechnische Schule“ trug, erhält man einen knappen Einblick in die Geschichte und Gründung der heutigen Hochschule. Anders als bei den nachfolgenden Jahrbüchern wird nicht nur die Studierendenzahl erhoben, sondern auch nach Herkunft und Abschluss unterteilt. Daraus erschließt sich eine weitaus detailliertere Statistik. Bereits 6 Jahre nach der Gründung 1870 brachte die Hochschule mehr als 400 Studierende aus den unterschiedlichsten Ländern und mit verschieden angestrebten Abschlüssen unter.

Wer mehr über die Gründung und die Geschichte der RWTH erfahren möchte, kann sich auf den Seiten der RWTH informieren und ist beim Hochschularchiv an der richtigen Adresse.

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