Praktikumsbericht

Im Rahmen meines Studiums musste ich mir Gedanken machen, in welchem Bereich ich gerne mein mindestens 4-wöchiges Pflichtpraktikum absolvieren möchte. Es sollte für mich jedoch auch in einem Bereich sein, in dem ich mir gegebenenfalls vorstellen könnte später auch zu arbeiten. Damit fiel die für Germanisten wohl typische Zeitungsredaktions-Bewerbung weg.

Auf der Suche nach weiteren geeigneten Plätzen, bei denen ich mich bewerben könnte, stieß ich auf das Hochschularchiv, die sogar für Praktikanten wie mich (mitten im Studium) ein Programm entwickelt haben. Selbst wenn, wie zu meiner 6-wöchigen Praktikumszeit, zwei oder drei Praktikanten anwesend sind, kommt man sich definitiv nicht in die Quere. Es gibt immer genug zu tun. Sei es das Umbetten diverser Akten in archivwürdiges Material, die in „bösen“ Klarsichthüllen untergebracht und mit Büroklammern, Tackernadeln und sonstigem rostbedrohtem Material traktiert wurden, oder das Korrigieren der Findbuchkartei, die durchzogen ist von Flüchtigkeitsfehlern, die beim schnellen Abtippen schnell einmal passiert sind. Leider erschweren eben diese Tippfehler das Auffinden von bestimmten Personen oder Ergeignissen an bestimmten Daten.

Neben diesen manchmal recht eintönigen Arbeiten, die nunmal zur Archivarbeit dazu gehören, kommen regelmäßig interessante Anfragen rein, die es zu bearbeiten gilt. Dann wird die Findbuchkartei durchforstet auf der Suche nach Namen oder Schlagwörtern, die einem die Fährte zur richtigen Akte bahnen. Sei es die Anfrage nach der Ahnenforschung in der eigenen Ahnentafel, oder die simple Beantwortung nach der Namensgebung der RWTH – zu fast jedem Thema rund um die RWTH und deren Mitarbeiter findet man eine Antwort. Dabei erweitert sich ganz automatisch das Wissen rund um die Universität, man lernt Sperrfristen zu beachten und seinen Blick für das Detail zu schulen.

Außerdem durfte ich mich während der Zeit, die ich hier war, mit um den „Bilderfreitag“ kümmern. Beim Durchforsten der Akten stößt man immer wieder auf schöne Bilder oder Karten, die es zu teilen lohnt. Dieser werden freitags abfotografiert oder eingescannt und anschließend mit einem Vermerk, was zu sehen ist, bei Google+ hochgeladen.

Neben diesen Arbeiten werden die Praktikanten regelmäßig in Modulen bei den jeweiligen Mitarbeiterinnen in den einzelnen Bereichen fit gemacht. Während Herr Dr. Graf einem alles Wissenswerte zum Thema Bewertung von Akten, Urheberrecht, Datenschutz, (Internet-)Recherche und Paläographie vermittelt, kümmern sich seine Mitarbeiterinnen Frau Haase, Frau Schwaffertz und Frau Ströbel um ihre einzelnen Fachbereiche, mit denen sie sich innerhalb des Archivs befassen. Dabei sind eigene Fragen, die einen eventuell auch persönliche betreffen immer gerne gesehen und werden ausgiebig beantwortet. Auch Herr Voßen, der in diesen Räumlichkeiten mitarbeitet, steht einem stets sehr hilfsbereit zur Seite und weiß auf jede Frage und zu jedem Problem einen Lösungsansatz.

Außer der Reihe gibt es auch andere Aufgaben zu bearbeiten, wie beispielsweise die Zusammenfassung von Texten. Zu Beginn meines Praktikums durfte ich im Rahmen einer Valentinstags-Aktion der „Ask Archivists“ (siehe Weblogeintrag vom 14.02.12) einen Text zusammenfassen, der sich mit Luther und der Liebe beschäftigte.

Interessant fand ich, dass ein Archiv so an der Öffentlichkeitsarbeit interessiert ist, da ich es bislang bei den (Stadt-)Archiven noch nicht so erlebt habe. Beim 6. Tag der Archive am 04.03.12 durfte ich die Führung mit der Fotokamera begleiten und erfuhr ganz nebenbei noch viel Interessantes und Wissenswertes über das ehemalige Regierungsgebäude, in dem das Hochschularchiv seit Juli 2008 untergebracht ist.

Die Nähe zum Internet, die vor allem Herrn Dr. Graf zu verdanken ist, macht das Arbeiten sehr effektiv und macht ein so zeitnahes Beantworten der Anfragen erst möglich.

Insgesamt lässt sich sagen, dass ein Praktikum im Hochschularchiv auf jeden Fall sehr empfehlenswert ist. Ich habe zum Beispiel mit dem Modul Paläographie bei Herrn Graf zusätzlich auch noch etwas sehr Hilfreiches für das weitere Studium in Literaturwissenschaft gelernt, da es sicherlich bei der ein oder anderen Hausarbeit Anwendung finden wird.

Zum Abschluss möchte ich mich bei allen Mitarbeitern des Archivs für die bereichernde Praktikumszeit bedanken. Und natürlich auch bei Franz und Sissi, die beiden Chihuahuas für die angenehmen Kuscheleinheiten zwischendurch.

Susanne Preis

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