Praktikumsbericht: Eine Reise durch die Zeit

Neues Dokument 2019-05-07 14.48.56_1Mit Geschichte verbinden viele Menschen einen langweiligen Schulunterricht, ab und an gab es einen Museumsbesuch, der möglicherweise auch nicht interessanter war als die Schulbank zu drücken. So erging es zumindest mir in meiner Schulzeit. Geschichte war mir damals zu theoretisch und es wurde nie das besprochen, was einen am meisten interessierte. Nach meiner Ausbildung zur Köchin, machte ich dennoch mein Abi nach und studiere jetzt Gesellschaftswissenschaften an der RWTH Aachen. Meine Schwerpunkte gelten der neuzeitlichen Geschichte, sowie der internationalen Politik. Es war aber auch direkt klar, dass ich im ersteren Bereich ein Praktikum machen möchte. Ein Studienfreund brachte mir daraufhin das Hochschularchiv der RWTH näher. Hier ist Geschichte nicht nur blasse Theorie, sondern ist zum Anfassen und Erleben da. Da die RWTH seit 1870 besteht, haben Akten und Bilder schon eine Menge turbulenter Zeiten erlebt und auch überlebt. Solche Akten in den Händen zu halten ist tatsächlich ein bisschen so, wie in eine Zeitmaschine zu steigen und durch die Zeit zu reisen. Damit dies so bleibt, besteht die Aufgabe eines Archivs darin, die Archivalien weiterhin im guten Zustand für die Zukunft zu erhalten.

 Bevor man sich jedoch auf Zeitreise begibt, gibt es natürlich Regeln und Aufgaben die mit Hilfe der freundlichen Mitarbeiter erklärt werden. Der sogenannte Praktikantenleitfaden enthält viele Module, um das Arbeiten in einem Archiv zu lernen. So wird einem das sorgfältige Umbetten von Akten näher gebracht oder Herr Dr. Graf schult einen im Umgang der Paläographie, also dem Lesen von alten Schriften.

Schön fand ich immer die Bilderfreitage, die von uns Praktikanten erstellt werden, wodurch man sich in ein bestimmtes Thema/Bild der RWTH Geschichte einlesen kann, um dann einen kleinen Bericht zu verfassen. Dieser wird dann jeden Freitag auf Facebook und Instagram geteilt. Durch Absprache mit den Mitarbeitern kann man auch eine kleine Bilderserie verfassen, die jeden Dienstag geteilt wird und in dem man eine kleine historische Geschichte der RWTH zu einer bestimmten Thematik ausarbeitet. Ich entschied mich hier für das Bauprojekt des Super C und der dazugehörigen Baugeschichte.

Wichtig ist auch, dass man neben den Modulen eine kleine obligatorische und selbstständige Aufgabe übernimmt. Ich habe mich hier dem Archivieren von Personalakten verschrieben. Personalakten archivieren ist eine wichtige und nicht endende Aufgabe des Archivs. Die ehemaligen Angestellten der Hochschule sind die Basis der RWTH. Sie geben dem Ganzen ein Gesicht und ermöglichten den Studenten ein reibungsloses Studium.

Alles in allem muss man sagen, dass die drei Monate Praktikum rasant vergingen. Es wurde zum Glück nie langweilig. Selbst wenn man den Leitfaden abgearbeitet hatte, gab es noch genug zu tun. Die Archivarbeit endet nie und muss immer wieder auf den aktuellen Stand gehalten werden, damit auch in Zukunft die Geschichte der RWTH erhalten bleibt. Neben vielen neuen Dingen die ich mir, dank der Mitarbeiter, angeeignet habe, habe ich zudem noch unglaublich nette Menschen kennengelernt, auf deren Hilfe für kleine und große Probleme immer Verlass ist.  Wer also ebenfalls auf Zeitreise gehen möchte, um Geschichte rund um die Hochschule zu entdecken, der ist im Archiv sehr gut aufgehoben.

Hiermit möchte ich mich bei Herrn Dr. Graf und seinen Mitarbeiterinnen für die tolle Zeit bedanken.

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