Kalenderbild April: Theodore von Kármán (1881-1963)

Theodore von Kármán (1881-1963)

Theodore von Kármán (1881-1963)
Sig.: 1.2.1_Kar1

Heute ist der erste Freitag des Monats und deswegen zeigen wir unser Kalenderbild zum April. Das Portrait zeigt Theodore von Kármán, einen der erfolgreichsten Physiker und Raumfahrtechniker seiner Zeit, der dem Aerodynamischen Institut der TH Aachen zu internationaler Bekanntheit verholfen hat. Studenten der RWTH kennen seinen Namen vor allem durch das Kármán-Auditorium, durch ein Studentenwohnheim des Asta, das nach ihm benannt wurde, durch die Kármánstraße und die Kármán-Zeitung.

Der in Ungarn geborene Theodore von Kármán bekam 1913 das Angebot an der RWTH Aachen den Lehrstuhl für Mechanik und Flugtechnische Aerodynamik zu übernehmen. Außerdem erhielt er die Leitung des Aerodynamischen Instituts (heute: Institut für Allgemeine Mechanik). Die Zeit des 1. Weltkriegs verbrachte Kármán in Ungarn. 1919 kam er zurück nach Aachen und baute das Aerodynamische Institut wieder auf. In der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen, verhalf er dem Institut zu Ansehen in der ganzen Welt. Aufgrund der Richtlinien im Versailler Vertrag war jegliche Forschung, die militärisch hätte nutzbar gemacht werden können, verboten, deshalb konzentrierte sich Kármán auf die Erforschung von Segelflugzeugen. Infolgedessen entstanden an dem Aerodynamischen Institut hervorragende Arbeiten zur Strömungslehre, die wiederrum der Luftfahrtindustrie zugutekamen. Infolgedessen konnte Deutschland einen Technologievorsprung im Flugzeugbau gewinnen.[1] Ab 1926 arbeitete Kármán am California Institute of Technology und erhielt 1929 die Leitung des Aeronautical Laboratory. Bis 1933 pendelte Kármán zwischen Aachen und Kalifornien. Zur Zeit des Nationalsozialismus zeigte der studentische Denunziationsausschuss der RWTH Aachen Kármán aufgrund seiner jüdischen Herkunft an, woraufhin Kármán 1934 offiziell entlassen wurde. In dieser Zeit hielt sich Kármán in den USA auf und lehnte ein Angebot des deutschen Luftfahrministeriums, als Berater zu fungieren, ab. In den USA erforschte Kármán vor allem Raketen- und Düsentriebwerke und gründete unter anderem das Aerospace Medicine Panel der Advisory Group of Aerospace Research and Development (AGARD), eine Luftfahrtforschungseinrichtung der NATO.

Im Jahr 1963 verstarb Kármán schließlich während einer Kur in Aachen.

Kármán gilt als Pionier der Luft- und Raumfahrtforschung und war der erste Wissenschaftler, dem ein Orden für seine Verdienste vom amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy verliehen wurde. Er ist vor allem dadurch weltbekannt geworden, dass er das Jet Propulsion Laboratory gründete, das schließlich von der NASA übernommen wurde. Ihm wurde 28-mal die Ehrendoktorwürde verliehen, 1958 auch von der RWTH Aachen.

Anlässlich Kármáns 110. Geburtstags brachte die amerikanische Post eine Sonderbriefmarke heraus.


[1] Vgl. Fabian-Müller-Lutz: Aerodynamik-Pionier Theodore von Kármán. Marsmensch mit Erfindergeist, online im Internet: http://www.spiegel.de/einestages/aerodynamik-pionier-theodore-von-karman-a-951118.html, 2013 (Zugriff am 04.04.2014).

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