Februar 2009

Am Ersten Weltkrieg nahmen auch Studenten der TH Aachen teil, die zumeist als Kriegsfreiwillige dienten und in der Regel eine Offizierslaufbahn einschlugen. Sie waren vor allem in den technischen Abteilungen des Heeres und bei den Kriegsfliegern eingesetzt. Inwieweit die Aachener Studenten  kriegsbegeistert waren und wie sie die zunehmende Technisierung und Industrialisierung wahrnahmen, lässt sich leider nicht mehr rekonstruieren, da entsprechende Quellen fehlen.

Ähnlich unsicher ist die tatsächliche Zahl der Studenten der TH Aachen, die in den Krieg zogen (man vermutet etwa 300 Studenten) und die Zahl der gefallenen TH-Studenten (zwischen 152 und 170 Studenten). Dies war anscheinend auch der damaligen Hochschulleitung bewusst, so dass der Rektor bereits im Juli 1918 ein Rundschreiben an die Aachener Studentenkorporationen versandte, in der er die Erarbeitung eines Albums, das die Fotos der gefallenen Studenten der TH Aachen enthalten sollte, ankündigte und auf Hilfe und Informationen durch die Korporationen hoffte. Denjenigen Eltern, deren Söhne gefallen  und deren Tod der Hochschule bekannt war, wurden direkt angeschrieben.

Aus diesem Zusammenhang heraus ist auch das Foto links entstanden (abgebildet: Karl Hofmann, Student der Hüttenkunde, gestorben im Lazarett 1914). Ein wirkliches Album scheint jedoch nie angelegt worden zu sein. Stattdessen wurde 1928/29 eine Gedenktafel mit den Namen der im Ersten Weltkrieg gefallenen TH-Studenten angefertigt, die heute über der Aula I (Aachener und Münchener Aula) im Hauptgebäude der RWTH Aachen unter der Überschrift “Als es galt fürs Vaterland, treu die Klingen warn zur Hand, doch es war zum letzten Gang” hängt. Der Text ist angelehnt an die 3. Strophe des Burschenschaftsliedes “Burschen heraus”, das seit 1844 bekannt ist.

In Akte 584 (Hochschularchiv Aachen) sind die Vorgänge rund um das Fotoalbum der Gefallenen und die Gedenktafel dokumentiert. Aus den Schreiben geht besonders hervor, wie unsicher und mangelhaft die Informationen über gefallene Studenten an die TH Aachen gelangten, so dass die Hochschule u. a. 1928 auch Bestände des Stadtarchivs Aachen und die entsprechenden Standesamtsregister einsehen musste, um mehr über das Schicksal ihrer ehemaligen Studenten zu erfahren. Dies führte dazu, dass die Namensliste auf der Gedenktafel immer wieder korrigiert wurde.

Verwiesen sei hier besonders auf der Magisterarbeit “Der erste Weltkrieg als Katalysator für die Akzeptanz der Ingenieurwissenschaften am Beispiel der RWTH Aachen”(2007) von Johanna Zigan M. A., die als PDF-Dokument heruntergeladen werden kann.

Eine Online-Präsentation unter dem Titel “Die RWTH im Ersten Weltkrieg” bietet weiteres Bild- und Textmaterial.

Ein Zeitungsartikel (2008) zum Aulaspruch findet sich in “Kármán. Studentische Zeitung der RWTH Aachen“.

Quelle: Hochschularchiv Akte 584 und Fotosammlung 1.2.1.

 

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