10 Jahre im Hochschularchiv der RWTH Aachen

Anlässlich zum zehnjährigen Dienstjubiläum von Herrn Graf haben wir ein kleines Video erstellt. In dem Interview, geführt von unserem studentischem Mitarbeiter Lars Voßen, berichtet Herr Graf von seinen Erfahrungen und Eindrücken:

Das Video ist auch auf unserem Youtube-Channel abrufbar.

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Teilnahme am Seminar „Archivgut Papier“ im Januar 2014

Als Beauftragte für Bestandserhaltung des Hochschularchivs durfte ich schon mehrere externe Erfahrungen sammeln, um auf diesem Gebiet besser agieren zu können. 2011 hospitierte ich bereits eine Woche bei der Restauratorin des Stadtarchivs Aachen, die mir freundlicherweise eine detaillierte und für mich bahnbrechende Einführung in die restauratorische Arbeit am Papier gab. Durch diese Horizonterweiterung angespornt, nahm ich an einem Seminar, dessen Besuch mir das Hochschularchiv ermöglichte, in Krems (Österreich) teil. Von einer Papierrestauratorin, Dr. Patricia Engel, wurden wir Seminarteilnehmer zwei Tage durch das Wunder und Problem Papier geführt. Die Teilnehmer waren allesamt von archivischen Einrichtungen und hatten – wie ich – noch viel zum Thema „Bestandserhaltung“ zu lernen. Hier möchte ich nun die wichtigsten Punkte des Seminars vorstellen, vor allem mit dem Augenmerk, inwieweit Derartiges in die Tat umgesetzt werden kann.

1.      Materialkunde: Papiersorten und deren Eigenschaften

Welche Art von Papier man vor sich liegen hat, hat erhebliche Auswirkungen auf die Aufbewahrungsart, aber vor allem auch auf die restauratorischen Möglichkeiten:

Um eine richtige Behandlung des Papiers gewährleisten zu können, muss die Papierart bestimmt werden. Wichtig ist dabei, welche Art von Fasern vorliegen, ob Füllstoffe verwendet wurden und ob die Oberfläche des Papiers zusätzlich bearbeitet wurde. Indem man das Papier unter verschiedenen Blickwinkeln betrachtet und auf den Klang beim Schütteln achtet, kann man viel herausbekommen. Bestimmung von Papier wird sowohl bei der Lagerung als auch bei der Restauration wichtig. Ist das Papier stark säurehaltig, sollte es in alkalischen Umschlägen aufbewahrt werden. Von der Papiersorte ist auch abhängig, welche Art von Leim man zur Restaurierung verwenden sollte. Als Beispiel soll hier Holzschliffpapier herangezogen werden: Dieses Papier wurde vor allem zwischen 1850 und 1950 hergestellt und hat eine schlechte Qualität. Weil man zu dieser Zeit schnell viel Papier brauchte oder schlichtweg das Geld fehlte, verwendete man nicht nur den hochwertigen Zellstoff der Bäume, sondern verarbeitet auch die Rinde. Das Holzschliffpapier hat kurze Fasern und ist stark säurehaltig ( Ph-Test 7 und höher ist basisch). Dadurch wird es an den Rändern rissig und bricht leicht. Hier könnte Massenentsäurung in Frage kommen. Wichtig ist auch, dass bei Restauration nur schwächeres Papier außenherum verwendet wird. Holzschliffpapier wird heute nur noch für „kurzlebige Informationen“ wie Tageszeitungen verwendet.

Thema Plastik: Polyester, Polyethylen und Polypropylen enthalten keinen Weichmacher und sind deshalb nicht schädlich für Papier, PVC dagegen ist nicht gut. Bei Plastik ist aber auch problematisch, dass es sich elektrostatisch aufladen kann und damit bestimmten Arten von Tinten schadet.

2.      Philosophie der Restaurierung:

Nicht jedes Archiv kann sich Restaurierungsarbeiten an jedem Dokument leisten. Bei Eigeninitiative sollte aber auf einiges geachtet werden: Niemals in der Weise reparieren, dass man es nicht rückgängig machen kann. Am besten hält man sich an die Devise der Minimalintervention: so viel wie nötig, so wenig wie möglich. Man sollte immer darauf achten, dass der Charakter des Dokumentes erhalten bleibt.

3.      Verpackung, Beschriftung, Lagerung:

Erstaunlich war für mich die Erkenntnis, dass mechanische Beschädigung nicht unterschätzt werden dürfen. Dies fängt schon bei der Lagerung an: Sind die Gewichte ungleichmäßig verteilt, belastet das natürlich den entsprechenden Teil der Akte noch mehr. Bei Büchern sollte man zudem darauf achten, dass das gesamte Buch im Regal steht und nicht darüber hinaus ragt. Ebenso muss bei Benutzung, Herumtragen etc auf die Akte sorgfältig geachtet werden. Wenn dann die Akten für kurze Zeit nicht zurück in die Magazine kommen, sollten sie auch nicht auf einander gestapelt werden.

Generell sollten Akten durch archivgerechte Verpackung geschützt werden vor: Staub, Licht, Schadgasen. Eine geeignete Archivverpackung hat zudem positive Auswirkung: das basische Material puffert gegen chemische Säurereaktion innen, falls die Unterlagen sauer sind. Beispielsweise Seidenpapier eignet sich gut als chemischer Puffer gegen Säure. Allerdings ist basisch nicht gut für Fotos.

Wichtig ist darauf zu achten, dass die Verpackung nicht noch zusätzlich dem Material schadet. Also sollte man zum Beispiel Schnüre, die ins Papier einschneiden (bei Büchern, Aktenstapeln etc.) entfernen.

Pergament sollte niemals mit Wasser in Verbindung gebracht werden (also nicht mit Kleister kleben, mit Alkohol reinigen oder dergleichen).

4.      Anweisungen an Benutzer

Viele Archive haben Anweisungen für den Benutzer, die allerdings meist nur finanzielle oder rechtliche Hinweise enthalten. Ein Benutzungsleitfaden darf aber unbedingt nicht fehlen. Das wichtigste haben wir bereits in unserem eigenen Leitfaden für die Benutzer des Hochschularchivs: Hände waschen, Finger zum Umblätter nicht befeuchten, Akten vorsichtig behandeln, Schaden sofort melden etc. Was bei uns – nach der Belehrung in dem Seminar – noch ergänzt werden muss, ist, dass man sich nicht auf die Originale aufstützen oder Material aufeinander stapeln soll.

5.      Ausstellung

Die Strapazen für Archivalien bei Ausstellungen sind natürlich enorm: mechanisches Schäden, Klimaschwankungen in den Vitrinen, Licht etc. Der Schaden kann durch richtiges Handeln begrenzt werden:

  • Richtige Auflagerung (das Ausstellungsstück sollte auf Papier nicht auf Holz gelagert werden als Unterstützung, dabei soll die Unterstützung immer größer sein als das Ausstellungsstück)
  • Eigentlich sollten die Ausstellungsstücke keinem Tageslicht oder UV-haltigem Licht ausgesetzt werden

6.      Schäden am Papier, Schädlinge und Lagerumgebungschäden

  • Schimmel: Erkennen über die Klimasituation, optische Untersuchung, Materialkunde, Geruch (aber nicht alle Schimmelarten haben einen charakteristischen Geruch). Lässt sich darüber nichts sicher erkennen, könnte man mit einer Vergrößerung von mind. 20x das Dokument betrachten:  lebende Organismen haben keine geordnet wachsende Struktur, während bei beispielsweise Auskristallisierung eine deutliche Kristallstruktur erkennbar ist. Prinzipiell kann man bei Schimmel nichts machen, man muss sich eigentlich unbedingt an einen Restaurator wenden. Es kann dann professionell festgestellt werden, ob es Schimmel ist, welche Art und ob dies gesundheitsschädigend ist. Wichtige Prävention gegen Schimmel und Ausbreitung desselben ist Sauberkeit und Klimakontrolle
  • Insekten: erkennbar an tote Tiere auf Fensterbrett, Fraßmehl, Fraßlöcher. Wenn man alles entfernt und nach einiger Zeit wieder „Dreck“ daliegt, ist ein Insektenbefall sehr gut möglich. Für die Bekämpfung muss klar sein, dass Fallen keine deckenden Bekämpfungsmethoden sind; Prävention hierfür sind Sauberkeit, kein Essen und Trinken, keine Tiere, Garderobe ablegen, nicht die Fenster öffnen.

7.      Erste Hilfe bei Unfällen und Katastrophen

Um eine gute Erste Hilfe bei Unfällen und Katastrophen gewährleisten zu können, sollte man eine Notfallbox haben, die bestimmte Sachen beinhaltet, wie Tüten, Stifte, etc. Ebenso sollte ein Archiv einen Plan erstellen, wer was zu tun hat, welches die wahrscheinliche Katastrophe ist, wie man darauf reagiert etc. Zusätzlich sollte eine Liste der wertvollsten Originale erstellt sein, damit sofort klar ist, was zuerst gerettet werden kann. Das Hochschularchiv hat sich mit derlei sehr wenig bisher beschäftigt, u.a. auch deswegen, weil das Stadtarchiv Aachen als Versorger der Region bei Katastrophen nahe ist und für den Notfall sehr gut ausgestattet ist.

Dennoch gilt für Katastrophen, dass Vorbeugung am wichtigsten ist: genaue Kenntnis vom Standort, genügend Schutz für Archivalien (beispielsweise Aufbewahrung in Kartons) kann in einer Katastrophe oft das Schlimmste verhindern. Vorbereitung auf Katastrophen durch Notfallboxen, Listen, und Pläne hilft bei einer guten Organisation im schlimmsten Fall.

Hier nochmal die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

  • Ein Archiv sollte restauratorisch nur wenig machen: Nach dem Prinzip der Minimalintervention sollte nur so viel an Akten restauriert werden, wie unbedingt nötig. Bei jeder Veränderung sollte man sich die Fragen stellen, ob dieser Schritt rückgängig gemacht werden kann und ob der Charakter des Dokuments erhalten bleibt.
  • Viel für die Bestandserhaltung kann durch „äußere Faktoren“ getan werden: durch gute Lagerung in archivgerechtem Material und an sauberen, klimastabilen und lichtgeschützten Orten, durch gute Behandlung bei Benutzung – es sollte mechanische Beschädigung vermieden bzw. möglichst gering gehalten werden, und durch Prävention sei es gegen Schimmel, Insekten oder vor „Katastrophen“ wie Wasserschäden etc.
  • An vielen Stellen kommt man ohne Restaurator nicht weiter: Schimmel darf nicht unterschätzt werden, vor allem auch weil dieser einfach extrem gesundheitsschädlich ist. Ebenso sollte man bei wertvollen Stücken auf jeden Fall in Betracht ziehen, einen Restaurator zu beauftragen. Besonders gut scheint mir auch die Möglichkeit, Restauratoren als Experten ins Archiv zu lassen und sich einen Verbesserungsplan von Räumen, Klima, Lagerung und anderen Quellen erstellen zu lassen.

CIMG1882(Bild: Eindruck unserer Arbeit in Sachen Bestandserhaltung: Archivale in geeigneter Archivmappe, Baumwollhandschuhe, Atemmaske, Latexschwamm, Besen, Falzbein aus Teflon, Seidenpapier, gerostete Heftklammern, die aus einer Akte von 1920 herausgefallen sind)

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Neue Öffnungszeiten

Ab Montag haben wir neue Öffnungszeiten:

Öffnungszeiten des Hochschularchivs

Wochentag

Öffnungszeit

Montag Nach Absprache
Dienstag 10:30 – 17:30
Mittwoch 10:30 – 17:30
Donnerstag 12:30 – 17:30
Freitag 12:30 – 17:30

Wie immer bitten wir Sie vorab um eine kurze Benachrichtigung per Mail oder Telefon, wenn Sie das Archiv besuchen möchten. Unsere Kontaktdaten finden Sie hier. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

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Kalenderbild April: Theodore von Kármán (1881-1963)

Theodore von Kármán (1881-1963)

Theodore von Kármán (1881-1963)
Sig.: 1.2.1_Kar1

Heute ist der erste Freitag des Monats und deswegen zeigen wir unser Kalenderbild zum April. Das Portrait zeigt Theodore von Kármán, einen der erfolgreichsten Physiker und Raumfahrtechniker seiner Zeit, der dem Aerodynamischen Institut der TH Aachen zu internationaler Bekanntheit verholfen hat. Studenten der RWTH kennen seinen Namen vor allem durch das Kármán-Auditorium, durch ein Studentenwohnheim des Asta, das nach ihm benannt wurde, durch die Kármánstraße und die Kármán-Zeitung.

Der in Ungarn geborene Theodore von Kármán bekam 1913 das Angebot an der RWTH Aachen den Lehrstuhl für Mechanik und Flugtechnische Aerodynamik zu übernehmen. Außerdem erhielt er die Leitung des Aerodynamischen Instituts (heute: Institut für Allgemeine Mechanik). Die Zeit des 1. Weltkriegs verbrachte Kármán in Ungarn. 1919 kam er zurück nach Aachen und baute das Aerodynamische Institut wieder auf. In der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen, verhalf er dem Institut zu Ansehen in der ganzen Welt. Aufgrund der Richtlinien im Versailler Vertrag war jegliche Forschung, die militärisch hätte nutzbar gemacht werden können, verboten, deshalb konzentrierte sich Kármán auf die Erforschung von Segelflugzeugen. Infolgedessen entstanden an dem Aerodynamischen Institut hervorragende Arbeiten zur Strömungslehre, die wiederrum der Luftfahrtindustrie zugutekamen. Infolgedessen konnte Deutschland einen Technologievorsprung im Flugzeugbau gewinnen.[1] Ab 1926 arbeitete Kármán am California Institute of Technology und erhielt 1929 die Leitung des Aeronautical Laboratory. Bis 1933 pendelte Kármán zwischen Aachen und Kalifornien. Zur Zeit des Nationalsozialismus zeigte der studentische Denunziationsausschuss der RWTH Aachen Kármán aufgrund seiner jüdischen Herkunft an, woraufhin Kármán 1934 offiziell entlassen wurde. In dieser Zeit hielt sich Kármán in den USA auf und lehnte ein Angebot des deutschen Luftfahrministeriums, als Berater zu fungieren, ab. In den USA erforschte Kármán vor allem Raketen- und Düsentriebwerke und gründete unter anderem das Aerospace Medicine Panel der Advisory Group of Aerospace Research and Development (AGARD), eine Luftfahrtforschungseinrichtung der NATO.

Im Jahr 1963 verstarb Kármán schließlich während einer Kur in Aachen.

Kármán gilt als Pionier der Luft- und Raumfahrtforschung und war der erste Wissenschaftler, dem ein Orden für seine Verdienste vom amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy verliehen wurde. Er ist vor allem dadurch weltbekannt geworden, dass er das Jet Propulsion Laboratory gründete, das schließlich von der NASA übernommen wurde. Ihm wurde 28-mal die Ehrendoktorwürde verliehen, 1958 auch von der RWTH Aachen.

Anlässlich Kármáns 110. Geburtstags brachte die amerikanische Post eine Sonderbriefmarke heraus.


[1] Vgl. Fabian-Müller-Lutz: Aerodynamik-Pionier Theodore von Kármán. Marsmensch mit Erfindergeist, online im Internet: http://www.spiegel.de/einestages/aerodynamik-pionier-theodore-von-karman-a-951118.html, 2013 (Zugriff am 04.04.2014).

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RWTHextern

Das neue Programm für das Sommersemester 2014 des Bürgerforums RWTHextern ist erschienen. Neben spannenden Veranstaltungen rund um die drei Jubiläen (Karlsjahr, Erster Weltkrieg, Todestag Kaiser Augustus), gibt es weitere Vorträge, Besichtigungen und sogar Konzerte im Programm von RWTHextern.

Netterweise hat die Redaktion uns angeboten, in dem Programmheft auch Werbung für unser Archiv zu machen. Auf der letzten Seite (eine ganze Seite!) machen wir auf unsere Führungen aufmerksam und versuchen gleichzeitig, unsere Bestände mit nicht-amtlichen Dokumenten zu bereichern.

Flyer_RWTHextern“Wir freuen uns, wenn Sie uns, in Original oder Kopie, einschlägige Unterlagen überlassen könnten, beispielsweise alte Fotos aus dem Studentenleben, Flugblätter von 1968 oder Nachlässe von RWTH-Dozenten.”

Über den Erfolg der Anzeige werden wir Sie auf dem Laufenden halten!

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Praktikumsbericht

Durch eine Freundin habe ich erfahren, dass das Hochschularchiv der RWTH Aachen Praktikumsplätze anbietet. Da ich mein Pflichtpraktikum, das zum Bachelorabschluss gehört, für die kommenden Semesterferien angedacht hatte, habe ich mich beim Archiv beworben und recht schnell eine Zusage bekommen.

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Praktikumsbericht

Der Homepage des Hochschularchivs der RWTH Aachen habe ich entnommen, dass das Hochschularchiv Praktika für Studenten anbietet. Im Rahmen meines Bachelor Studiums ist ein 160-stündiges Praktikum vorgesehen und da ich einige ansprechende Praktikumsberichte auf der Homepage gelesen hatte, entschied ich mich, mich beim Hochschularchiv zu bewerben. Sehr schnell bekam ich eine Zusage und konnte am Anfang der Semesterferien mit einer Freundin das Praktikum beginnen.

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Wikimedia Commons

Vom Hochschularchiv wurden kürzlich Fotos vom ehemaligen Regierungsgebäude in Wikimedia Commons eingestellt.
Bei Wikimedia Commons handelt es sich um eine Datenbank, die weltweit freie Bilder, Texte oder Videodateien bereitstellt. Sie wird von der Wikimedia Foundation betrieben, die vor allem durch die Wikipedia bekannt ist. Wikimedia Commons ist kostenfrei und auch ohne Anmeldung nutzbar. Alle bereitgestellten Dateien unterteilen sich dabei in zwei Gruppen:
Zum einen werden Bilder bereitgestellt, die aufgrund ihres Alters (siebzig Jahre nach dem Tod des Urhebers) nicht mehr urheberrechtlich geschützt sind oder direkt ohne Urheberrecht veröffentlicht wurden. Die andere Gruppe umfasst Dateien mit freien Lizenzen. Diese Dateien können von jedem genutzt werden, insofern der Urheber und die Lizenz genannt werden.
Wikimedia Commons wurde 2004 gegründet, um Material für andere Wikimedia-Projekte bereitzustellen. Darin erschöpft sich aber nicht der Anspruch des Projektes, da Wikimedia Commons auch für alle anderen Personen nutzbar ist und inzwischen eine der größten freien Mediensammlungen der Welt ist.

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Lord Rayleigh, Sir Horace Lamb, Sir James Lighthill – die Akustik wird „geadelt“ (Schriftenreihe zur Geschichte der Akustik. Heft 7)

Belegexemplar_Akustische StudienDer Bestand unserer Präsenzbibliothek wurde um ein weiteres Exemplar erweitert:  Lord Rayleigh, Sir Horace Lamb, Sir James Lighthill – die Akustik wird „geadelt“ (Schriftenreihe zur Geschichte der Akustik. Heft 7). Als Dankeschön für die Bereitstellung der Archivmaterialien zur Ehrenpromotion von Sir James Lighthill als dem Jahr 1975 schickte die Deutsche Gesellschaft für Akustik e.V. uns ein Exemplar des neu erschienenen Hefts.

Das 7. Heft der dreiteiligen Reihe über die Geschichte der Strömungsakustik thematisiert die wissenschaftliche Arbeit der drei Physiker bzw. Mathematiker Lord Rayleigh, Sir Horace Lamb und Sir James Lighthill.

Interessant für die RWTH ist die Tatsache, dass Lighthill im Jahr 1975 vom Professor für Bergbaukunde Dr.-Ing. Bernhard Sann den akademischen Grad und die Würde eines Doktor-Ingenieurs Ehren halber verliehen bekommen hat (S. 67).

Peter Költzsch, Deutsche Gesellschaft für Akustik e.V.: Schriftenreihe zur Geschichte der Akustik. Heft 7- Lord Rayleigh, Sir Horace Lamb, Sir James Lighthill – die Akustik wird “geadelt”. Berlin 2014. (Signatur: Lb Aku)

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Kalenderbild März: “Pionierin” der RWTH

52 - Diplomprüfung Maria Savelsberg (geb. Lipp) 1917

Heute ist der erste Freitag des Monats und deswegen zeigen wir unser Kalenderbild zum März, das zum morgigen Weltfrauentag passt. Das Foto zeigt das Diplomprüfungsergebnis von Maria Savelsberg (1917). Ihre Diplomprüfung hatte sie mit Auszeichnung bestanden. Maria Savelsberg war die erste Frau, die an der RWTH ihren Abschluss machte und somit die erste Diplomingenieurin, Doktorandin und Habilitandin. Des Weiteren hatte sie als erste Frau einen Lehrstuhl an der RWTH inne.

Maria Savelsberg wurde am 6.4.1892 in Stolberg geboren. Sie wuchs bei ihrer Mutter und ihrem Adoptivvater Julius Bredt auf, der an der RWTH Professor am Chemischen Institut war. Inspiriert von ihrem Adoptivvater beschäftigte sie sich auch mit Chemie und schrieb sich daher im Wintersemester 1913/14  an der Fakultät für Bergbau- und Hüttenkunde, Chemie und Elektrochemie ein. Nach ihrer Diplomprüfung vertrat sie den Assistenten ihres Adoptivvaters, Dr. Lipp, den sie einige Jahre später heiratete. Maria Lipp arbeitete trotz ihrer Heirat weiterhin an der RWTH und ging 1949 als die erste ordentliche Professorin in die Geschichte der RWTH ein, allerdings erst 26 Jahre nach ihrer Habilitation.

70 Geburtstag Lipp

Maria Lipp engagierte sich auch persönlich an der RWTH. Als das Chemische Laboratorium 1943 durch Luftangriffe zerstört wurde, schaffte sie es unter den schwierigsten Umständen den Unterrichts- und Forschungsbetrieb aufrechtzuerhalten. Als Lehrräume dienten ihr dazu Holzbaracken, die auf dem Gelände des zerstörten chemischen Laboratoriums errichtet wurden; an dessen Stelle befindet sich heute das Super C. Neben der Lehrtätigkeit unter den ungewöhnlich problematischen Bedingungen förderte sie den schrittweisen Aufbau des organisch-chemischen Instituts, das 1956 in Betrieb genommen werden konnte. Für ihren großen Einsatz für den Wiederaufbau der RWTH und damit für die wissenschaftliche Kraft Deutschlands wurde Maria Lipp am 17. Februar 1962 das Große Verdienstkreuz verliehen. „Die geschilderten, ungewöhnlich grossen Leistungen, die Frau Prof. Lipp im Interesse des Wiederaufbaus der Bundesrepublik vollbracht hat, rechtfertigen im vollen Umfange die Verleihung des Grossen Verdienstkreuzes zum Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland.“

An dieser Stelle soll betont werden, dass Maria Lipp aus heutiger Sicht das Bild der modernen Frau verkörperte. Sie schaffte es trotz ihres vollen Einsatzes für ihren Beruf zwei Kinder aufzuziehen. Sie galt bei Studenten und Kollegen als hilfsbereit, gütig und uneigennützig. Auch nach ihrer Emeritierung betreute sie einen großen Kreis von Diplomanden und Doktoranden.

Von: Julia Spies & Miriam Bausch

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