Aufgrund der Ausstellungseröffnung bleibt das Hochschularchiv am Montag geschlossen. Wir würden uns freuen, Sie zur Ausstellungseröffnung begrüßen zu können!
Presseartikel der Aachener Zeitung vom 7. Juni 2013
Die Technische Hochschule Hannover und der Entzug akademischer Titel in der NS-Zeit
Die Präsenzbibliothek des Hochschularchivs wurde um ein Belegexemplar erweitert. Als Dank für die Unterstützung der Recherchen zu seiner Masterarbeit “Die Technische Hochschule Hannover und der Entzug akademischer Titel in der NS-Zeit. Ergebnisse hannöverscher Vorgänge unter der Berücksichtigung des Falles Walter Dux” schickte uns Christian-Alexander Wäldner ein Exemplar.
Wäldner zeigt in seiner Studie, wie die TH Hannover während der NS-Zeit drei renommierten Professoren, unter anderem Arthur Eichengrün, die Ehrendoktorwürde und im Falle von Walter Dux den Doktortitel aufgrund ihrer “jüdischen Herkunft” oder politischen Ausrichtung entzog. Anhand einer Analyse der Gesetzesgrundlagen und mit einem vergleichenden Blick auf die anderen Hochschulen – auch in Aachen – in der NS-Zeit setzt Wäldner die Geschehnisse an der TH Hannover in den zeitlichen Kontext. Mit Hilfe dieser Grundlagen beschäftigt sich der Autor anschließend mit den Biographien der davon betroffenen und dafür verantwortlichen Personen.
Wäldner resümiert abschließend: “Auch an der damaligen TH Hannover wurden Menschen ihre zuvor erworbenen bzw. verliehenen akademischen Grade und Ehrentitel entzogen. Insoweit unterscheidet sich die TH Hannover nicht von anderen Hochschulen und Universitäten im nationalsozialistischen Dritten Reich. Gleichwohl muss festgestellt werden, dass nicht alle Vorgaben der Gauleitung umgesetzt wurden; dieses ist teilweise an anderen Instituten im gleichen Zeitraum ebenfalls so gehandhabt worden.” (S. 68)
Und im Hinblick auf den Entzug des Doktortitels von Walter Dux: “Zudem muss noch geprüft werden, inwieweit die an der Entziehung des Doktortitels von Walter Dux beteiligten Professoren ebenfalls posthum belangt werden können [...]. Diese vier Hochschullehrer haben sich ihrer akademischen Würden wahrlich unwürdig erwiesen, nicht aber Walter Dux, der sich und seine Familie vor der Verfolgung der Nationalsozialisten in Sicherheit brachte und sich selbst im Exil noch um ebenfalls Exilierte kümmerte. Wenn die heutige LUH Vorbilder benötigt, dann darf künftig der Name Walter Dux nicht fehlen!” (Ebd.)
Dass die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit auch an deutschen Hochschulen nicht frei von Problemen war/ist und bleibt, verdeutlicht eine Rede von Wäldner an der LUH zu seiner Masterarbeit.
Öffnungszeiten in der Pfingstwoche
In der Pfingstwoche hat das Hochschularchiv geänderte Öffnungszeiten. Wie immer bitten wir um eine kurze Anmeldung vorab per Telefon oder per Mail:
Wochentag |
Öffnungszeit |
|---|---|
| Montag | Geschlossen |
| Dienstag | 13:00 – 17:00 |
| Mittwoch | 14:30 – 18:30 |
| Donnerstag | Nach Vereinbarung |
| Freitag | 13:30 – 18:00 |
Wir wünschen Ihnen schöne Pfingsten und allen Studenten/innen eine erlebnisreiche Exkursionswoche!
Den Campus erkunden im Rahmen des Fahrradsommers 2013
Wie schon in den vergangenen Jahren so findet auch im Jahr 2013 wieder der Aachener Fahrradsommer statt. Zum 19. Mal bieten die Stadt Aachen und der ADFC Kreisverband Aachen e.V. begeisterten Radlern gemeinsame Touren durch die Aachener City an. Dabei sollen in diesem Jahr unter dem Motto “Campus erradeln” Wege entlang der Gebäude der RWTH befahren werden.
Wer sich vorab über die Geschichte der Hochschulgebäude informieren möchte, dem empfehlen wir einen Blick auf die Beiträge des Aachener Geschichtsvereins e.V..
Alte Ansichtskarten, wie diese Postkarte aus dem Jahr 1881, zeigen das Hauptgebäude der RWTH wenige Jahre nach der Eröffung:

Quelle: http://www.aachener-geschichtsverein.de/images/1128.jpg.
Mehr als 140 Jahre nach der Grundsteinlegung sind auf dem Campus viele weitere RWTH-Gebäude, wie etwa das Super-C, errichtet worden. Durch den Vergleich der Pläne aus verschiedenen Jahren kann die architektonische Entwicklung der RWTH nachvollzogen werden. Das folgende Bild aus dem Jahr 1916 zeigt den Kernbereich der RWTH Aachen:

Quelle: http://www.aachener-geschichtsverein.de/images/1092.jpg.
In Gegenüberstellung mit einer Grafik aus dem Jahr 1941 können deutliche Unterschiede ausgemacht werden:

Quelle: http://www.aachener-geschichtsverein.de/images/1094.jpg.
Aufmerksamen Radfahrern gelingt es bestimmt, im Rahmen des Fahrradsommers weitere Unterschiede aufzudecken.
Die genauen Daten und Routen können dem Flyer auf der Website der Stadt Aachen entnommen werden.
Praktikumsbericht
Auf der Suche nach einer geeigneten Stelle für mein Pflichtpraktikum bin ich auf das Hochschularchiv gestoßen. Es wurde mir von einer Kommilitonin empfohlen, die hier auch schon ihr Praktikum gemacht hatte und, genauso wie ich, nicht Geschichte studiert. Also habe ich mir gedacht, den Versuch einer Bewerbung könnte man doch wagen. Nach einem kurzen persönlichen Gespräch mit einer Mitarbeiterin des Hochschularchivs und einigen E-Mails hatte ich einen Praktikumsplatz.
Biographie Carl Walther
Anlass hier die Biographie von Carl Walther zu veröffentlichen war eine Anfrage, die sich darauf bezog, ob Carl Walther ein Anhänger der Nationalsozialisten war. Diese Frage konnte aber anhand der Biographie im positiven Sinne für Carl Walther beantwortet werden.
Die Biographie von Carl Walther wird anhand des Aufsatzes “125 Jahre VDI. Aachener Bezirksverein Aachen 1981. Aus der Geschichte des technischen Bibliothekswesens in Deutschland. Eine Würdigung für Carl Walther” von Gerhart Lohse dargestellt.
Carl Walther wird am 11.1.1877 in Wiesbaden geboren. Musikalisch war er hochbegabt, schlug aber eine wissenschaftliche Laufbahn ein. Von 1896-1901 studierte er Maschinenbau an der Technischen Hochschule Hannover, danach machte er ein Jahr freiwillig Militärdienst. Von 1904-1908 studierte er Rechts- und Staatswissenschaften an der Uni Berlin. Während des Ersten Weltkrieges wurde er am 6.8.1914 eingezogen und am 18.12.1918 entlassen.
Carl Walther war Assistent am Volkswirschaftlichen Seminar (1.11.1908-31.1.1912). Er war der Auffassung, dass Technik und Wirtschaft eng miteinander verknüpft sind und setzte sich dafür ein, dass es an technischen Unis auch Kurse in VWL geben sollte. In den Unis wuchs langsam die Akzeptanz, es wurden in verschiedenen Kursen die Grundlagen der VWL vermittelt. Wichtig zur Unterstützung waren dabei Bibliotheken. Die Bibliothek, in der er arbeitete, hatte einen Bestand von 1600 Büchern, die in diese Richtung gehen. Danach ging er als Volontär nach Karlsruhe an die Bibliothek der Technischen Hochschule, dort blieb er aber nicht lange, denn ab 1.4.1912 ist er an der Königlichen Bibliothek in Berlin tätig. Dort war er für deren Reorganisation in Naturwissenschaften und Technik zuständig. Dabei arbeitete er mit der Dezimalklassifikation bei der Anlegung des Schlagwortkatalogs. Am 21.1.1919-31.12.1920 übernahm er die Leitung der “Bücherei des Vereins Deutscher Ingenieure” in Berlin. Vom 1921 bis 1942 war er Leiter der Aachener Hochschulbibliothek, parallel dazu war er Schriftführer des Aachener Bezirksvereins des VDI (1922-1927 und 1930-1945). Als Bibliotheksrat übernahm er die Reorganisation der Bibliothek. Vom 12. bis zum 26.8.1937 war er Entsandter des Deutschen Reiches zur Weltkonferenz der Dokumentation in Paris. Dabei ist hervorzuheben, dass er kein Freund des NS-Regimes war. Am 7.7.1941 wurde er aufgrund seiner Religionszugehörigkeit suspendiert und am 1.5. 1942 vorzeitig pensioniert. Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt er viele Ehrungen und Auszeichnungen für seine Arbeit im Bibliothekswesen. Am 17.11.1960 starb er, aber auch nach seinem Tod wurden ihm noch Ehrungen zuteil.
Praktikumsbericht
Im Laufe des Bachelorstudiums an der RWTH Aachen wird ein mindestens vierwöchiges Pflichtpraktikum absolviert, welches nun am Ende des fünften Semesters für mich anstand. Von Freunden hörte ich von der Möglichkeit, im Hochschularchiv ein Praktikum zu absolvieren. Da ich gerne die Arbeit im Archiv kennenlernen wollte, schickte ich also eine Inititativbewerbung an das Archiv und bekam auch schon bald darauf eine positive Antwort.
Praktikumsbericht
Auf der Suche nach einer Praktikumsstelle für mein Pflichtpraktikum stieß ich eher zufällig auf die Homepage des Hochschularchivs. Das Archiv sucht laufend nach Praktikanten, und so malte ich mir gute Chancen aus, dort eine Stelle zu bekommen. Die Bewerbung lief erfreulich unkompliziert ab. Nach dem Austausch einiger Emails bekam ich zeitnah eine Zusage und konnte mein Praktikum Anfang Februar beginnen.
Audioarchive
Als Neuzugang der Präsenzbibliothek des Hochschularchivs möchte ich heute das Buch “Audioarchive – Tondokumente digitalisieren, erschließen und auswerten” vorstellen.
Bei dem Buch handelt es sich um einen Sammelband, in dem Aufsätze verschiedener Autoren zu finden sind. Während die meisten Aufsätze in deutscher Sprache vorliegen, sind drei Beiträge in englisch abgedruckt. Zudem beginnt jeder deutsche Aufsatz mit einem kurzen englischsprachigen Abstract.
Exemplarisch für das Buch möchte ich hier den Aufsatz “Bewahren und Erschließen” von Michaela Brodl (S. 133-140) hervorheben. Brodl leitete fünf Jahre lang das Projekt “Digitalisierung analoger Tondokumente” der Österreichischen Nationalbibliothek. Ihr Aufsatz gibt einen Einblick in das Projekt, dessen Ziel die Erhaltung österreichischen Liedguts ist. Dazu werden Tondokumente von unterschiedlichsten analogen Quellen, z.B. Schallplatten und Tonbändern, in aktuelle digitale Formate übertragen. Ähnliche Projekte gibt es auch in anderen Ländern, wie z.B. das im Buch erwähnte “Regensburger Volksmusik-Portal” der Uni Regensburg oder auch die Dutch Song Database, welche tausende Tondokumente niederländischer Volkslieder zur Verfügung stellt.
Ruth-E. Mohrmann (Hrsg.): Audioarchive. Tondokumente digitalisieren, erschließen und auswerten. Müster/New York/München/Berlin 2013. (Signatur: Je Mohr)

