Nicht nur staubige alte Bücher

Praktikumsbericht BildSchon vor einem Jahr hatte ich mich dazu entschlossen, im Hochschularchiv ein Praktikum machen zu wollen. Abgesehen davon, dass ich für meinen Masterstudiengang ein Praktikum absolvieren muss, wollte ich unbedingt eins machen, um Erfahrungen dazu zu gewinnen und Abwechslung zum Studieren zu haben. Unter anderem durch meinen Vater kam ich dann zum Archiv der RWTH, der Uni meiner Heimatstadt. Das Bewerbungsgespräch führte ich noch mit Filis Vorgängerin Claudia und es verlief reibungslos – ich hatte meinen Praktikumsplatz.

Ein Jahr später sitze ich hier und mache mein spannendes Praktikum, das mindestens so gut ist, wie erwartet. Durch die obligatorischen Aufgaben, die jeder Praktikant erledigen soll und durch die ständig unerwartet aufkommenden Aufgaben, wird einem hier bestimmt nicht langweilig. Das Team ist sehr nett und man wird nicht unter Druck gesetzt. Die Atmosphäre ist stets angenehm und fröhlich. Und hier kann ich ein wenig meine Leidenschaft für alte Bücher ausleben. In den Magazinen stapeln sich Akten, Baupläne, Plakate und Bücher und manchmal findet man sogar etwas, das man hier nicht erwartet hat, z.B. eine Krawatte vom RWTH Merchandise.

Neben einfacheren Aufgaben wie umräumen, Akten umbetten oder ähnlichem, begegnen einem auch immer wieder Herausforderungen. Für eine Anfrage mussten wir z.B. einen Text transkribieren, der in alter Sütterlin-Handschrift geschrieben war – und das nicht gerade leserlich. Nach mehreren Stunden, die wir immer mal wieder zusammen über dem Text brüteten, haben wir schließlich alle Wörter entziffern können, was ein Erfolgserlebnis nach mehrmaliger Verzweiflung war! Die Teamarbeit und die Abwechslung, die man erfährt, wenn man hier arbeitet, sind einfach großartig.

Beeindruckend fand ich auch das Umbetten von alten Akten. Dabei wird Seite für Seite aus dem alten Umschlag genommen und in eine neue Mappe gebettet, die aus besonderer, papierfreundlicher Pappe besteht. Außerdem wird spezielles Plastik zum Einheften benutzt, das das Papier nicht auf Dauer angreift und zerstört. Dann müssen Tackernadeln, Klebestreifen oder ähnliches, also alles, was Spuren auf dem Papier hinterlassen könnte, entfernt werden, um die Akte für die Ewigkeit zu konservieren. Ist ein Papier gerissen, kann es mit einer besonderen Folie geklebt werden. Manchmal müssen auch Rückstände vom Papier mit einer Art Radiergummi entfernt werden. Je älter die Akte, desto vorsichtiger muss man mit den Seiten umgehen und sie umbetten. Dabei liest man nebenbei immer wieder interessante Dinge oder kann sich fesche Fotos aus alten Personalakten ansehen.

Zu den obligatorischen Aufgaben gehört aber auch Digitalisierung und Videoerstellung. Jeder Praktikant muss mindestens ein Dokument einscannen, damit es auch online einsehbar und die Benutzung noch einfacher ist. Damit geht die Digitalisierung zwar langsam voran, aber besser langsam als gar nicht. Das Video hingegen soll etwas aus dem Archiv näher erklären und für die Masse zugänglich sein. Dabei darf man sich selbst etwas überlegen, dass man filmen und erläutern will. Ich habe dafür mit zwei anderen Praktikanten den Weg zum Archiv gefilmt, denn das Gebäude ist ein wenig wie das verrückte Labyrinth und der Mitarbeiterraum des Archivs nicht ganz so einfach zu finden. Mithilfe des Videos aber jetzt hoffentlich einfacher!

Alles in allem wird man immer komplett mit eingebunden und hat nahezu dieselben Aufgaben wie die Mitarbeiter, bzw. man nimmt ihnen Aufgaben ab. Man fühlt sich gut aufgehoben und Langeweile gibt es quasi nicht. Trotzdem wird man nicht erschlagen mit Aufgaben. Das Praktikum war ausgeglichen und wirklich toll und abwechslungsreich.

Danke an alle!

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Kalenderbild November: Winston Churchill zu Besuch in Aachen

11_Sig.3.2.1.ae_ChurchillAdenauer_neuDas Kalenderbild des Monats November zeigt Bundeskanzler Konrad Adenauer  und zu dem Zeitpunkt den ehemaligen britischen Premierminister Winston Churchill in einem Gespräch bei der Aachener Karlspreisverleihung 1956 im Rathaus.

Im Zweiten Weltkrieg war Aachen die erste Stadt, die von den Alliierten befreit wurde. Aachen war wochenlang Kriegsschauplatz. Die Zivilbevölkerung musste sogar zwangsevakuiert werden. 1944 wurde Aachen befreit und die verbliebenen Einwohner hofften auf bessere Zustände.

Nach Jahren des Hasses und der geistigen Indoktrination durch die Nationalsozialisten gründete der Aachener Textilkaufmann Dr. Kurt Pfeiffer einen Lesekreis, die  „Corona Legentium Aquensis“. Mit finanzieller Unterstützung Pfeiffers konnte der Lesekreis an Bedeutung gewinnen und Ausstellungen sowie Vortragsreihen mit Politikern, Wissenschaftlern und Kulturschaffenden aus ganz Europa durchführen. Die Diskussionen im Lesekreis regten Pfeiffer an, darüber nachzudenken, wie man öffentlichkeitswirksam und aktiv bei einer friedlichen Gestaltung der Zukunft Europas mitwirken kann, ohne jedoch den langwierigen Entscheidungsprozesse der politischen Parteien und Parlamente durchführen zu müssen.

Am 19. Dezember 1949 stellte Pfeiffer seine Idee der Stiftung eines Aachener Europa-Preises im Suermondt-Museum vor. Seine Vorstellung wurde von den Anwesenden positiv aufgenommen. Mit dem Preis sahen alle Beteiligten die Möglichkeit, an die fast vergessene europäische Vergangenheit Aachens zu erinnern, den Blick Europas auf Aachen zu lenken und den Namen der Kaiserstadt über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt zu machen. Am 14. März 1950 wurde die „Gesellschaft für die Verleihung des Internationalen Karlspreises der Stadt Aachen“ gegründet.

Winston Churchill ist wohl einer der bekanntesten Preisträger. Eigentlich bekam er den Preis schon 1955 zugesprochen. Doch Churchill, an den Folgen eines Schlaganfalls leidend, konnte den Preis nicht persönlich entgegennehmen und tat dies dann ein Jahr später. Es war Churchills erster Besuch seit der Potsdamer Konferenz im Juli 1945, als die wichtigsten Staats- und Regierungschefs über die Neuordnung Europas berieten. Den Ruf des Befürworters eines vereinten Europas begründete er 1946 mit einer viel beachteten Rede in Zürich. Er sprach sich für eine  Versöhnung zwischen Frankreich und Deutschland aus, denn dies wäre der erste Schritt für eine Neubildung Europas. Churchills angestrebte Vereinigung Europas sollte auch den Kalten Krieg entschärfen. In seiner Aachener Rede strebte er auch einen Ausgleich mit der Sowjetunion an. Sehr zur Verwunderung Adenauers, der die Laudatio hielt und von einer Öffnung gegenüber der Sowjetunion nichts wissen wollte. Feuerwehrmänner trugen den Sessel mit dem 82-jährigen Churchill die Stufen zum Reichssaal hinauf. Er begrüßte die Anwesenden auf der Preisverleihung auf Deutsch. Dies war ein Zeichen des Respekts.

Die Verleihung des Preises an Winston Churchill wurde mit der Anerkennung seiner Verdienste um die Verteidigung des höchsten menschlichen Gutes, der Freiheit und den Aufruf, die Zukunft Europas durch Einigung zu sichern, begründet.

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Doch mehr als eine Pflichtleistung!

Foto PraktikumsberichtIm Rahmen der Prüfungsordnung meines Studiums der Literatur- und Sprachwissenschaften bin ich bei der Suche nach einem Praktikum auf die Website des Hochschularchivs der RWTH gestoßen. Da das Hochschularchiv laufend Praktika anbietet, habe ich mich beworben und erhielt sehr bald auch die Möglichkeit eines persönlichen Gespräches. Das Gespräch führte ich mit Frau Falldorf und Herrn Graf (dem Archivar des Hochschularchives) und sie eröffneten mir, dass ich das Praktikum während des gewünschten Zeitraumes mit einer Dauer von acht Wochen im Hochschularchiv absolvieren könne.

Zunächst habe ich mir nicht wirklich viel darunter vorstellen können, welche Tätigkeiten in einem Archiv anfallen. Meine vorherige Vorstellung von der Arbeit in einem Archiv gleicht allerdings nicht der tatsächlichen Arbeit; so habe ich mich schon förmlich im Archiv herumstehen und staubige Akten tragen sehen. Sehr bald stellte ich fest, dass das Hochschularchiv eine sehr moderne Einrichtung ist.

Während des Praktikums absolviert man Unterrichtseinheiten, sogenannte ,,Module“. Dazu gehören beispielsweise ,,Archivrecht“, ,,Paläographie“ oder ,,Videobearbeitung“. Insgesamt habe ich in den Modulen alles rund um das Archiv gelernt.

Meine Aufgaben im Archiv waren sehr vielfältig:

Ich habe Akten umgebettet, also enteist (von Büroklammern und Tackernadeln befreit), gesäubert, geglättet und dazu beigetragen, dass selbige in einem guten Zustand verbleiben. Zudem habe ich Akten verzeichnet, also ihnen eine Signatur gegeben und diese im Archivbestandsystem „Midosa XML“ erfasst. Es hat mir sehr viel Freude bereitet, mit den Akten zu arbeiten, da diese unter anderem interessante Dokumente beinhalten, die Auskunft über das Leben der Menschen rund um die RWTH und den Werdegang der RWTH selbst seit ihrer Gründung im Jahre 1870 geben.

Zudem habe ich Anfragen beantwortet und im Zuge dieser Dokumente eingescannt, Informationen gesammelt und Termine zu Einsichten verschiedenster Unterlagen vereinbart. Aber vor allem hatte ich Freude daran, zur Social-Media-Präsenz des Hochschularchivs beitragen zu können. Das Hochschularchiv ist bei Facebook, Instagram und auf der Website präsent. Ich habe Beiträge geschrieben, Fotos geteilt und dadurch für mich persönlich feststellen können, dass mir dies viel Spaß bereitet. Dank des Praktikums im Hochschularchiv denke ich nun zu wissen, dass ich mich beruflich nach dem Studium im Bereich Social-Media, bzw. Marketing und PR sehe. Meine Arbeit konnte ich selbstständig verrichten und ich habe meiner Kreativität freien Lauf lassen dürfen. Auch meine Affinität zur Sprache und deren Gebrauch ist hier nicht zu kurz gekommen, weshalb ich jedem meiner Kommilitonen und Kommilitoninnen des Studiengangs Literatur- und Sprachwissenschaften nur empfehlen kann, das Praktikum hier zu absolvieren. Letzten Endes war das Praktikum für mich nicht nur eine Pflichtleistung, sondern eine persönliche Bereicherung und kreative Entfaltungsmöglichkeit.

Zu guter Letzt möchte ich mich aber bei Frau Falldorf, Frau Schmidtmann und Frau van den Eynden dafür bedanken, dass sie mich so herzlich aufgenommen haben und mir nie das Gefühl gaben, „nur eine Praktikantin“ zu sein. Das Hochschularchiv der RWTH ist eine Begegnungsstätte auf Augenhöhe, in der man respektvollen Umgang erfährt und jede Hilfe bekommt, die man benötigt!

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Studentische Zeichen in Aachen – Ein viel größeres Thema als man erwartet

Vor einigNeues_Dokument_2019-10-08_11.57.28_1[1]er Zeit brachte unser Archivar, Herr Dr. Klaus Graf, uns ein Exemplar der Rheinischen Heimatspflege (2/2019. Jg. 56) mit und bat uns diesen in unsere kleine aber feine Bibliothek aufzunehmen. Ich muss zugeben, dass ich zuerst nicht wirklich wusste, was dieses unscheinbar aussehende Heft mit der RWTH zu tun haben sollte. Erst nachdem ich darauf aufmerksam gemacht wurde, fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Im Inneren dieses Heftes gibt es einen sehr interessanten Aufsatz von Thomas Kreft mit dem Titel „Studentische Zeichen in Aachen“.

Und dieser Aufsatz hat es in sich! Thomas Kreft schreibt lebhaft, anschaulich und dennoch argumentativ untermauert. Er zieht einen erzählerischen Bogen von der Hofschule in der Pfalz über das erste Kolleg der Jesuiten bis zu unserer geliebten RWTH. Er beschreibt etwas, was ich zugegebener Weise oft aus den Augen verliere. Die studentischen Zeichen fern von den Universitätsbauten. In seinem dargestellten Rundgang durch die Stadt Aachen zeigt er die studentischen Auswirkungen auf die Gestaltung des Hauptbahnhofs und des Puppenbrunnens ebenso auf wie die Tatsache, dass die Häuser der Verbindungen das Stadtbild prägen.

Thomas Krefts lesenswerter Aufsatz hat mich zum Nachdenken angeregt. Es hat mich die Schönheit Aachens in einem neuen Licht sehen lassen und mich aufmerksamer durch die Stadt gehen lassen.

Neugierig geworden auch ein wenig auf Spurensuche zu gehen wie Thomas Kreft? Wir haben in unserem Archiv auch einiges zu studentischen Kooperationen und studentischen Verbindungen. Wer auch gerne ein wenig Indiana Jones spielen möchte und wie ich die „geheimen Zeichen“ und „unerforschten Hinterlassenschaften“ der Studenten verschiedener Jahrzehnte (und sogar Jahrhunderte!) und ihrer Verbindungen erforschen möchte, kann dies jeder Zeit gerne in unseren Öffnungszeiten tun.

Für diejenigen, die eine kleine Einstiegshilfe in diese Thematik brauchen haben wir ein Findmittel mit möglicherweise hilfreichen Akten zusammengestellt rund um das Thema studentische Kooperationen und Studentenverbindungen an der RWTH. Also auf geht’s Spurenforscher*innen, Historiker*innen und jene, die es mal werden wollen. Hier gibt es reichlich zu erkunden!

    Studentische KorporationenNeues_Dokument_2019-10-08_11.57.28_2[1]

910: Verordnungen und Bitten; Verordnungen des Rektors und Senats aus Anlass der Vorgänge beim Kaiserkommers am 26.01.1904 und 28.02.1904; Schlagende Verbindungen bitten um größeren Fechtsaal, 17.10.1904

297: Bücher; Verzeichnis der Korporationen und Vereinigungen Im WS 1931/32; „Aus dem Leben der Studentenschaft der TH Aachen“ Juli 1932-Juni 1933

438: Verzeichnis der Korporationen und studentischen Vereinigungen an der TH nach dem Stand vom SS 1935, vom 3.5.1938

3023:  Verzeichnis 1946-1947

1011: Verzeichnis der Vertretung der Aachener Korporationen (VDAK) angehörigen Korporationen, Stand 1.06.1951 / Frage der Satisfaktion bei schlagender Verbindung (Senat 15.12.1955, TOP 8b)

148: Studentische Verbindungen an der TH Aachen 1953

286: Korrespondenz mit dem Rektor unter anderem über Ausstellung der akademischen Verbindung „Germania“ 1956

1996: Verzeichnis 1959-1964

GA 1961: Engler, Peter/ Schnecke, Harald: Die studentischen Verbindungen. In: Aachen. Rheinisch Westfälische Technische Hochschule. Hg. V. Dr. Anton Kurze. Aachen: AWEG Max Kurz, 1961, S. 293.

GA 1995/3: S.60 1970-1995 (für wie, siehe GA 1961)

S 011: Beteiligung der Burschenschaft „Teutonia“ an der 100-Jahr-Feier, ca. 1970

S 012: „Aachener Korporationen 1870-1970“ Broschüre zur Hundertjahrfeier, 1970

12144: Rektorreden, 20.06.1986- 21.02.1986; Grußwort des Rektors Prof. Ohlenbusch zum Festkommers des Conventes der Aachener Korporationen, 18.01.1985

12147: Ansprachen des Rektors; Rektorreden, 1.06.1988-12.12.1988; Ansprache des Rektors Prof. Habetha anlässlich des Marktfrühschoppens der Aachener Korporationen, 05.06.1988

12148: Reden des Rektors, 21.12.1988-07.07.1989; Ansprache des Rektors Prof. Habetha anlässlich des Marktfrühshoppens der Aachener Korporationen, 04.06.1989 (in Vertretung: Prof. Kerner)

12149: Reden des Rektors, 18.8.1989 – 15.10.1990; Ansprache des Rektors Prof. Habetha anlässlich des Marktfrühshoppens der Aachener Korporationen, 23.06.1990

Studentenverbindung

1317: Jubiläen, Kongresse, sonstige Veranstaltungen; Einladungen von Studentenverbindungen, stud. Vereinigungen, Lehrstühlen der TH, anderen Universitäten der Stadt AC, Vereinigungen von Politikern zu Veranstaltungen, Feiern und Kongressen; März 1964 – März 1967

Einzelne Studentenverbindungen

„Agricola“ Akademischer Verein an der T.H. Aachen -AMA, Jg. 1949, S. 208: Gründungsdatum. 22.07.1947; kurze Übersicht über den Zweck der Vereinigung

Akademischer Architektenverein -In Festschrift 1870/1920, S. 411-467, vor allem S. 447-449.

Akademisches Collegium -AMA Jg. 1949, S. 208: Gründungsdatum: 28.02.1948; kurze Übersicht über den Zweck der Vereinigung

Akademischer Yachtclub -N 0106-D, S. 265: Senat genehmigt am 03.11.1966 ihre Satzung -N 0106-E, S. 7v: Senat genehmigt am 12.12.1968 Satzungsänderung

Akademische Vereinigung Aachen (AVA) -AMA, Jg. 1949 S. 208: Gründungsdatum: 07.02.1947; kurze Übersicht über den Zweck der Vereinigung

Akademische Vereinigung für Bauingenieure -AMA, Jg. 1950, S. 301f: Akademische Vereinigung für Bauingenieure, Gründungsdatum: 08.07.1949, Kurzbericht von Helmut Graefe A.V. Montania-Aachen -In Festschrift 1870/1920, S. 411-467, vor allem S. 459-460.

Baltia (Katholisch-Deutsche Studenten-Verbindung in Danzig) -Kc Bal: Festschrift der Katholisch-Deutschen Studenten-Verbindung „Baltica“ in Danzi (K.D.St.V.), 1904-1979, Aachen, 1979 -Kc Bal: K.d.St.V. Baltia_Danzig in Aachen

Burschenschaft Teutonia – In Festschrift 1870/1920, S. 411-467. Vor allem S. 463-466. -Kc Teu: 100 Jahre Aachener Burschenschaft Teutonia

Christlich-Demokratischer Hochschulring (CDH) -AMA, Jg. 1949, S. 208: Gründungsdatum 03.12.1947; kurze Übersicht über den Zweck der Vereinigung -AMA, Jg. 1950, S. 299-301: „Das Wesen und die Zielsetzung des Christlich-Demokratischen Hochschulrings (CDH) der TH Aachen“, von Jürgen Burghartz -2996: Satzung und Korrespondenz 1952/53

Collegium Politicum -N 0106-B, S. 106 v.: Senat Satzung wird am 21.02.1963 vom Senat genehmigt

Corona Academica -AMA, Jg. 1949, S. 208: Gründungsdatum: 25.02.1948; kurze Übersicht über den Zweck der Vereinigung -AMA Jg. 1950, S. 298: „Corona Academica“, Kurzbericht von Wilhelm Berndgen -Photos: AMA, Jg. 1950, S. 298, Photo 2.13

Corps Borussia Breslau zu Köln -2996: Satzung und Korrespondenz 1953/54

CV Philisterzirke -Kc Phi: 100 Jahre CV-Philisterzirkel

Eurocia -N 0106-C, S. 129v: Senat genehmigt am 12.05.1966 unter Voraussetzung zweier Abänderungen deren Satzung

Fliegergruppe Aachen -N 0106-D, S. 265: Senat genehmigt am 03.11.1966 ihre Satzung. Sie soll gebeten werden, mit der schon bestehenden „Akademischen Fliegergruppe“ Kontakt aufzunehmen, um Interessenkollisionen zu vermeiden

Freisoziale Hochschulgruppe -N 0103, S. 306-313: Genehmigungsverfahren, Satzung

General- Union Palästinischer Studenten -N 0106-C, S. 129f.: Senat genehmigt trotz Bedenken des Rechtsrats der Hochschule deren Satzung (Voraussetzung: mindestens 15 arabische Studenten palästinischer Herkunft müssen vorhanden sein)

Griechische Studentenvereinigung -N 0106-D, S. 191f.: Senat stimmt am 19.01.1967 ihre Satzung zu.

Hochschulgruppe Aachen der Studentenmission in Deutschland -N 0106-B, S. 31f.: Als studentische Vereinigung vom Senat am 27.06.1963 anerkannt

Hüttenmännische Vereinigung -AMA, Jg. 1949, S. 208: Gründungsdatum: 17.07.1947; kurze Übersicht über den Zweck der Vereinigung

Iberischer und Lateinamerikanischer Studentenverein -N 0106-C, S. 129: Dessen Satzung wurde am 12.05.1966 vom Senat genehmigt

Internationaler Studentischer Bund, Gruppe Aachen -AMA, Jh. 1949, S. 208: Gründungsdatum: 20.03.1948; kurze Übersicht über den Zweck der Vereinigung

Israelische Studentenvereinigung -N 0106-B, S. 19: Als studentische Vereinigung vom Senat am 25.07.1963 anerkannt -12121: Besuch aus Israel

Katholische Deutsche Studenten-Verbindung Bergland -Kc Ber: 50 Jahre K.d.St.V. Bergland -Kc Ber/1: 75 Jahre K.d.St.V. Bergland

Katholischer Studentenverein Carolinga -In Festschrift 1870/1920, S. 411-467, vor allem S. 449-451.

Katholische Deutsche Studenten-Verbindung Frankonia -In Festschrift 1870/1920, S. 411-467, vor allem S. 454-457. -Kc Fra: 100 Jahre K.d.St.V. Frankonia -Kc Fra/1: 75 Jahre K.d.St.V. Frankonia

Katholische Deutsche Studenten-Verbindung Kaiserpfalz -Kc Kai: K.d.St.V. Kaiserpfalz zu Aachen in CV

Katholischer Studentenverein Wiking -In Festschrift 1870/1920, S. 411-467, vor allem S. 466-467. Korps Delta -In Festschrift 1870/1920, S. 411-467, vor allem S. 451454

Korps Marko-Guestphalia -In Festschrift 1870/1920, S. 411-467, vor allem S. 457-459.

Luxemburgische Studentenverbindung / Akademischer Verein “D’Letzebuerger” S 5060: Enthält: Kopien der Satzung von 1915/16 und 1952; Kopie des “Bierkomment des Akademischen Vereins “D’Letzebuerger”, Aachen 1909.

Marchia Aachen -Kc Mar: 100 Jahre Marchia

Mittel- und Ostdeutsche Studentenvereinigung -N 0106-B, S- 108: Gegründet am 24.07.1961 durch Zusammenschluss: „Vereinigung heimatvertriebener, Sachgeschädigte und aus der SBZ verdrängter dt. Studenten (VHDS) in Aachen“. „Bund Ostpreußischer Studierender (BOSt) in Aachen“, „Schlesische Studenten in Aachen“ Ihre Satzung am 21.02.1963 vom Senat genehmigt

Nationalsozialistischer Deutscher Studentenbund an der TH Aachen -AMA, Jg. 1941, S. 38-42: Bericht von Werner Rauterkus: „Der Nationalistische Deutsche Studentenbund an der Technischen Hochschule zu Aachen. Entwicklung, Arbeit und Aufgabe der Kameradschaften“

Norddeutsche Hochschulgruppe -AMA, Jg. 1949, S. 208: Gründungsdatum: 07.09.1948, kurze Übersicht über den Zweck der Vereinigung

Politischer Arbeitskreis (PAK) -N 0106-E, S. 22-34: Senat beschloss am 02.11.1968, Anerkennung als Studentische Vereinigung nicht auszusprechen. Am 23.11.1968 Beschluss aufgehoben. N 0106-E, S. 46v: Senatssitzung vom 02.11.1968 -N 0106-E, S. 5v-6v: Senat genehmigt unter Vorbehalt einer Änderung seine Satzung (Sitzung vom 12.12.1968)

Pyramide -AMA, Jg. 1950, S. 302: „Eine neue studentische Vereinigung, die Pyramide“, Kurzbericht von Peter Hammerschmid

Sängerschaft Germania zu Aachen -297: Aufgeführt im Verzeichnis d. Korporationen im WS 1932/33

Sozialistischer Deutscher Studentenbund, Hochschulgruppe Aachen (SDS) -N 01016-D, S. 32: Satzung vom Senat anerkannt (1.04.1967) -N 0106-E, S. 22-34: Am 02.11.1968 beschloss der Senat, seine Anerkennung als studentische Vereinigung zurückzuziehen Am 23.11.1968 wurde der Beschluss aufgehoben -N 0106-E, S. 46v: Senatssitzungsbeschluss vom 02.11.1968

Studentenhilfe e.V. -AMA Jg. 1950, S. 296f.: Satzung der Studentenhilfe e.V.

Studentische Sozialistische Arbeitsgemeinschaft -3023,3: Genehmigung ihrer Gründung, 15.02.1946 -AMA Jg. 1949, S. 208: Gründungsdatum: 13.01.1947; kurze Übersicht über den Zweck der Vereinigung

Turnerschaft Rheno-Borussia -In Festschrift 1870/1920, S. 411-467, vor allem S. 460-463.

Vereinigung Irakischer Studenten an der RWTH Aachen -N 0106-C, S. 77: Senat genehmigt am 30.06.1966 ihrer Satzung

Verein für Berg- und Hüttenleute an der T.H. Aachen -AMA, Jg. 1949, S. 208: Gründungsdatum: 12.11.1946; kurze Übersicht über den Zweck der Vereinigung

Verein zur Förderung der politischen Bildung -N 0106-B, S. 106v: Seine Satzung wird am 21.02.1963 vom Senat genehmigt.

Weinheimer Corps e.V. -Kc WSC/1: Neubeginn der Weinheimer Corps nach 1945

Wingolfsverbindung Chattia -N 0106-C, S. 56: Deren Satzung wird unter der Voraussetzung anerkannt, dass die Paragraphen 3 und 5 so gefasst werden, dass nur Studenten der RWTH (nicht der PH) aufgenommen werden können. (Senatssitzung vom 8.07.1966) -N 0106-D, S. 152: Senat hebt am 09.03.1967 seinen Beschluss vom 28.07.1966 dahingehend auf, dass auch Studenten der PH aufgenommen werden können

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Berichte eines „Kellerkindes“? – Praktikumsbericht

Bild Praktikumsbericht Wie oft wurde ich schon mit diesem Klischee konfrontiert?! Archive sind dunkel, staubig und man ist die ganze Zeit in irgendwelchen Kellern. Ich kann sagen: Nein!

Im Gegensatz zu vielen anderen Praktikanten hier am Hochschularchiv der RWTH ging ich, durch meine studentische Stelle an einem anderen Archiv, schon mit dieser Vorerfahrung in mein Praktikum.

–          Moment studentische Stelle? Anderes Archiv? Warum dann noch das Praktikum?

Jaja, ich kann eure Gedanken hören. Die Antwort ist ganz einfach. Ich wollte mal was Anderes sehen, zudem noch neue Erfahrungen sammeln und vielleicht auch mit neuen Inspirationen zurückkehren. Nebenbei sieht es im Lebenslauf ganz nett aus, und zudem stand eh noch ein Pflichtpraktikum an. Also warum nicht fünf Fliegen mit einer Klappe schlagen? Ist ja fast wie beim tapferen Schneiderlein ;). Da bot es sich an, dass gerade an meiner Uni, der Rheinischen Friedrichs-Wilhelm-Universität Bonn das Programm „Erlebnis Archiv“ angeboten wurde. Ich habe mich also angemeldet, und mich für das Hochschularchiv der RWTH Aachen entschieden.

–          Moment du kommst aus Bonn und machst dein Praktikum in Aachen? Gab es nichts Näheres?

Auch hier kann ich wieder eure Gedanken hören. Ja, es hätte nähere Stellen gegeben. Aber um mal unseren betreuenden Professor zu zitieren: „In kleinen Archiven kann man sehr viel lernen.“ Zudem wohnen meine Eltern in der Nähe von Aachen, ich bin hier also aufgewachsen und irgendwie mit der Stadt und der Hochschule verbunden, war diese doch immer Ziel unserer schulischen Exkursionen. So ich hatte mich also erfolgreich beworben und habe anschließend ein Bewerbungsgespräch erfolgreich gemeistert. Also konnte mein Praktikum losgehen. Ich startete an einem Donnerstag und wurde erst einmal zwei Stunden von Frau Falldorf in die Geheimnisse des Archives eingeweiht.

–          Was für Geheimnisse gibt es denn da?

Das müsst ihr schon selbst rausfinden, ich empfehle ein Praktikum ;). Damit ihr schon mal wisst was auf euch zukommt: Das Praktikum im Archiv ist in Module und obligatorische Aufgaben unterteilt. Dies gibt dem Ganzen Struktur und, besonders für die ersten Tage einen Leitfaden an dem man sich orientieren kann. Zu den obligatorischen Aufgaben gehört das Umbetten und Verzeichnen von Akten, die Erstellung eines Kalenderbildes, posten eines Beitrages zum „Bilderfreitag“ auf Facebook und Instagram, das Verfassen eines Praktikumsberichts und bis vor kurzem noch das Korrekturlesen von Karteikarten. Dazu kommen noch Module bei den Mitarbeitern, die einen Einstieg in die verschiedenen Programme und Tätigkeiten erleichtern und erklären. Ein ebenso elementarer Teil des Praktikums sind die Module beim Archivleiter Herrn Dr. Graf, die einen theoretischen Einblick in die Arbeit eines Archivars bieten. Über diesen Katalog aus Modulen und obligatorischen Aufgaben hinaus bietet das Hochschularchiv viel Raum für persönliche Stärken und Vorlieben. Dem, der sich noch weiter mit dem Thema Archiv beschäftigen möchte, empfehle ich wärmstens den Blog von Herrn Dr. Graf, mit dem Namen Archivalia. Ihr seht schon das Hochschularchiv ist auch digital gut aufgestellt.

–          Also nichts mit Kellerkind?

NEIN!

Abschließend lässt sich sagen, dass ich mich hier sehr wohl und gut aufgehoben gefühlt habe, dass ich viele neue Inhalte und Ideen mitnehmen werde und mein Praktikum gerne in Erinnerung behalte. Ich möchte mich bei Fillis, Sarah, Janine, Franz und Herrn Dr. Graf für die schöne Zeit und die vielen neuen interessanten Einblicke bedanken.

Das Bild ist unter dem Link zu finden.

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Kalenderbild Oktober: „27 000 Studenten in Aachen. Existenzkampf an den Hochschulen“

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Aachener Prisma von 1973 (Signatur:10210)

Auf unserem Kalenderbild für den Monat Oktober ist das Titelbild der Studentenzeitschrift „Aachener Prisma“ von November 1973 zu sehen.

Das Bild zeigt eine Statue zweier Männer, die mit bloßen Körpern miteinander kämpfen. Der Untertitel darunter lautet: „27 000 Studenten in Aachen. Existenzkampf an den Hochschulen“. Mit dem Bild wird der Konkurrenz- und Existenzkampf an den Universitäten symbolisch dargestellt. Seit dem zweiten Weltkrieg stieg die Zahl der Studierenden nämlich immer stärker an, sodass sich die Studierendenzahl innerhalb weniger Jahre vervielfachte.

Der Ausgabe der Aachener Prisma zufolge, verzeichnete die RWTH 1973 etwa 27 000 Studierende, womit sich die Anzahl innerhalb von drei Jahren verdoppelt hatte. Noch 1972 waren es nur ca. 15 000. Damit stieg der Druck auf die Universität und auch auf die Stadt, denn die Lehrenden mussten sich auf eine viel höhere Anzahl Lernwilliger einstellen und Wohnraum war knapp geworden. Der plötzliche Anstieg stellte die RWTH somit schon vor rein logistische Herausforderungen. Alle Studierenden mussten in Lehrveranstaltungen aufgenommen und unterrichtet werden. Eine persönlichere Lehre in kleinem Kreis war dabei schwierig. Zudem musste sich die RWTH gegenüber anderen Hochschulen profilieren und ihren Status als hervorragende Universität bewahren.

Auch wenn die Gesamtzahl der Studierenden nach 1991 wieder leicht fiel (innerhalb von zehn Jahren von ca. 37 000 auf 27 000 Studenten), beträgt sie derzeit etwa 45 000. Die Universität ist inzwischen eher auf so viele Studierende eingestellt, deshalb gibt es Vorlesungen für ca. 1000 Leute. Auch heute stellt dies die Lehrenden vor logistische Herausforderungen, da viele Hörsäle nicht für solche Menschenmengen ausgelegt sind. Der größte Hörsaal, im Auditorium Maximum, fasst 1200 Leute und wird deshalb viel genutzt. Dank moderner Technik, werden viele Vorlesungen aber auch per Video noch in andere Hörsäle live übertragen. Die Gratwanderung zwischen der Stoffmenge und der gezielten und besten Vermittlung des Stoffs, gilt es für die Lehrenden zu meistern.

Damit hat der Konkurrenzkampf aber wohl den absoluten Existenzkampf abgelöst. Vor allem der Fokus auf die Naturwissenschaften bzw. das Technische, das ja auch im Namen zu finden ist, grenzt die RWTH von eher geisteswissenschaftlichen Universitäten ab und hebt sie hervor. Daher ist sie bei vielen Studierenden beliebt. Die große Bandbreite an Studiengängen und Lehrveranstaltungen bieten zahlreiche Möglichkeiten seine Ausbildung zu gestalten. Trotzdem muss man sich als Einzelner gegen viele andere Studierende beweisen.

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Manchmal lohnt es sich, genauer hinzuschauen…

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Signatur: 870

Der zu sehende Brief ist am 12. Januar 1915 in der Sütterlinschrift verfasst worden. Auf den ersten Blick scheint er ein wichtiges Dokument zu sein, bei genauerem Hinsehen stellt man aber fest, dass es sich um einen Beschwerdebrief eines Herrn Dr. Boecker handelt. Nach langer Arbeit haben wir ihn erfolgreich transkribieren können:

Aachen, Salvatorstr. 16 den 12 Januar 1915

Euer Magnificenz beehre ich mich, mitzuteilen,

daß meine Dienstwohnung dicht neben dem Kneiplokale der Teutonia gelegen ist und nur eine dünne Mauer mich davon trennt.

In Friedenszeit mußte ich an jedem Kneipabend, der bis Morgens 5 Uhr sich ausdehnte,

auswärts eine Schlafstelle aufsuchen. Jetzt während des Krieges ist in der vorigen Nacht

bis 3 Uhr diesen Morgen Klavier gespielt worden, so daß ich nicht schlafen konnte,

was mir um so mehr wehe tat als ich an schwerem Bronchialkatarh seit 4 Wochen leide

und im Schlafe einige Ruhe suche.

Ich bitte, der Teutonia bedeuten zu wollen,

auf mich kranken Mann, der demnächst 80 Jahre alt wird Rücksicht zu nehmen und mir

und sich selbst die Nachtruhe zu gönnen.

Hochachtend Rektor der Salvatorkirche. Dr. Boecker

In Zusammenarbeit von Miriam Weyers und Melina Vogler erstellt und transkribiert.

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Praktikumsbericht: Geschichtsbegegnung im Hochschularchiv

praktikumsfotoAnfang diesen Jahres habe ich mich für ein Praktikum im Hochschularchiv der RWTH  beworben. Da ich angenommen wurde, bin ich mit gemischten Gefühlen hingegangen; mit freudiger Erwartung und Aufregung, was mich da erwartet. Ich habe eine sehr gute Einführung von Frau Falldorf erhalten.

Am ersten Tag wurden mir die verschiedensten Programme, wie man etwas im Hochschularchiv ausfindig macht, gezeigt. Als Verzeichnungsprogramm, sprich Datenbank, ist hier z.B. Midosa XML zu nennen. Es gibt neben den Datenbanken noch ein Karteikartensystem. Die Datenbank und das Karteisystem sind größtenteils identisch,  ergänzen sich aber auch manchmal je nach Projekt. Eine Aufgabe war es, die Karteikarten nach alten Signaturen zu überprüfen und diese ggf. durch neue Signaturen zu ersetzen.

Dann kamen die ersten Anfragen. Zum einen suchte jemand nach Informationen über seine verstorbenen Verwandten. Zum anderen erreichten uns viele Anfragen von Personen die nach ihren Hausarbeiten und Diplomen fragten. Auch zwei Journalisten haben Anfragen gestellt. Der erste Journalist hat für ein Buch recherchiert, dass er schreiben wollte und die zweite Journalistin wollte wissen, ob eine bestimmte Person, die im Internet bloggt und die RWTH als ehemaligen Studienplatz angibt, auch wirklich an der RWTH studiert hat. Es machte Spaß für die verschiedensten Anfragen zu recherchieren.

Außerdem durfte ich zwei Artikel zu Kalenderbildern anfertigen und einen Bilderfreitag, welche dann auf dieser WebseiteFacebook und Instagram veröffentlicht wurden. Eines der Kalenderbilder war  ein Schreiben aus dem Jahre 1901. Es war ein Vertrag zwischen der RWTH und der Aachener und Münchener Feuer-Versicherungs-Gesellschaft. Die alte Handschrift zu entziffern war für mich sehr faszinierend. Dieser Brief musste transkribiert werden. Eine grobe Transkribierung dazu lag bereits vor. Das andere Kalenderbild war eine Zeichnung des Wespienhauses, das heutzutage nicht mehr in Aachen steht. Ich fand es sehr interessant, hier auch immer wieder etwas über Aachens Geschichte zu erfahren.

Die Praktikumsmodule, die das Hochschularchiv anbietet, finde ich interessant. Für mich war sehr viel neu und ich konnte mein Wissen stets ausbauen. Egal, ob der Archivar Herr Dr. Graf oder seine Mitarbeiterinnen, Frau Falldorf, Frau van den Eynden oder Frau Schmidtmann die Module gemacht hatten, sie brachten alles sehr verständlich rüber. Es wurde zum Beispiel über Internetrecherche gesprochen. Das Thema Urheberrecht, welches man als Modul bei Herrn Dr. Graf absolviert, ist zwar ein recht trockenes Thema, dennoch hat Herr Dr. Graf es spannend verpackt und deutlich erklärt. Hierzu hat er auch Beispiele eingebracht, dass es in verschiedenen Ländern auch andere Gesetze gibt als in Deutschland, z.B. die Panoramafreiheit. Was habe ich noch gelernt? Ich habe gelernt Abgaben umzubetten. Dafür muss u.a. darauf geachtet werden, dass Metall von den Archivalien entfernt wird. Außerdem müssen die Dokumente dann in neue, archivgerechte Aktenmappen geheftet werden. Meiner Meinung nach sind die Aufgaben sehr spannend und abwechslungsreich gestaltet.

Das gesamte Praktikum war sehr bereichernd für mich, da ich sehr viel Neues gesehen und gelernt habe. Ich bin froh im Hochschularchiv gewesen zu sein und auch mehr über die Tätigkeit eines Archivars bzw. einer studentischen Hilfskraft im Hochschularchiv erfahren zu haben. Es ist jedem zu empfehlen, das Hochschularchiv zu besuchen. Es ist ein Ort, an dem man der Geschichte begegnen kann.

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Tag des offenen Denkmals 2019


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Am 08.09.2019 fand unser alljährlicher Tag des offenen Denkmals statt. Diesmal unter dem Motto „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur.“ Hier gaben wir einen Ausblick auf die Gebäudegeschichte des Regierungsgebäudes und die Denkmäler zum ersten und zweiten Weltkrieg. Darüber hinaus öffneten wir unsere Pforten zum Hochschularchiv, wo man einen Einblick in unserer Archivarbeit erhielt und in ein Magazin reinschnuppern konnte.

Habt ihr auch Interesse dabei zu sein? Dann schaut doch nächstes Jahr vorbei. Am 13.09.2020 ist es wieder soweit.

Wir danken unseren Besuchern für das Interesse und freuen uns auf den nächsten Tag des offenen Denkmals!

 

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Kalenderbild September: Hildegart Pleus – Ein Paradigma für den Eintritt der Frauen in eine universitäre Ausbildung

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Unser Kalenderbild zeigt den Personalbogen, der am 18.10.1903 in Mönchengladbach geborenen Hildegart Pleus. Sie war von 1946 bis 1965 als Professorin an der pädagogischen Akademie in Aachen tätig.

Ihre Reifeprüfung legte sie nach ihrem Schulbesuch des Oberlyzeums in Lüdinghausen von 1920 bis 1923 ab. In den Jahren 1923/24 konnte sie dort ebenfalls die Lehrbefähigung für Volks-, mittlere und höhere Schulen erzielen. Die Lehrbefähigung erhielt Hildegart Pleus am 29. Februar 1924 mit dem Prädikat „Gut“.

Auf der Rückseite des Personalbogens ist zu sehen, dass sie die Lehrbefähigung für die Fächer Mathematik, Biologie und Deutsch erhielt und ihre pädagogische Prüfung am 5. März 1935 in Berlin ablegte.

Erst im 19. Jahrhundert war es Frauen möglich, sich akademisch weiter zu bilden. Dies war nicht zuletzt der Verdienst der Frauenrechtsbewegung im 19. Jahrhundert, die Bildungschancen erkämpfte und eine Bildungsreform anstrebte. Aufgrund der Initiative der Frauen wurde das erste Mädchengymnasium im Jahre 1893 in Karlsruhe eröffnet. Zunächst gingen Mädchen und Jungen in getrennte Schulen. Die Schulen der Mädchen nannten sich „Lyzeen“.

Dennoch war es noch immer nicht möglich, dass sie nach erfolgreichem Abschluss eine Universität oder eine Hochschule besuchen und ein Studium absolvieren konnten.

Auch noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts war es nicht üblich, dass Frauen eine akademische Bildung erreichen konnten. Selbige war zunächst der begüterten Gesellschaftsschicht vorbehalten. Vor dem ersten Weltkrieg kündigten die Nationalsozialisten an, den Anteil weiblicher Studierender auf unter 10 Prozent senken zu wollen, änderten allerdings schon im Jahre 1935 ihre Meinung zu diesem Vorhaben. 1939 erreichte der Anteil studierender Frauen mit 50 Prozent und knapp 250.000 Studentinnen kriegsbedingt ihren Zenit.

Hildegart Pleus zählt somit zu den Frauen des 20. Jahrhunderts, die nicht nur studieren konnten, sondern auch einen Zugang in den Wissenschaftsbetrieb erhielten. Sie ist ein Paradigma für den Eintritt der Frauen in die universitäre Ausbildung vor allem, da sie nicht nur selbst ein Mädchengymnasium besuchen konnte, sondern  einen Universitätsabschluss erzielte und selbst als Professorin tätig war.

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