Kalenderbild August 2020: Ehre, wem Ehre gebührt – Die Borchers-Plakette an der RWTH

Borchers-Plakette, verliehen an Dr. Hans-Karl Janssen

Wie aufmerksamen Leser*innen in unserem Posting am 29. April bekannt sein wird, ist auf manchen Promotionskarten der RWTH vermerkt, dass die betreffende Promotion mit einer Borchers-Plakette ausgezeichnet wurde. Nun stellt sich die Frage, was diese Auszeichnung bedeutet und welchen Hintergrund diese besitzt.

Vergeben wird die Borchers-Plakette als besondere Ehrung bei Erreichung eines Doktortitels an der RWTH durch den Rektor. Vorgabe ist dabei, dass die Prüfung mit dem Zusatz „mit Auszeichnung“ („summa cum laude“) absolviert werden muss. Die Ehrung ist dabei studiengangübergreifend. Dem Ausgezeichneten wird zudem seit 2006 eine Ehrennadel überreicht.

Namensgeber der Auszeichnung ist Professor Dr. Dr.-Ing. E.h. Wilhelm Borchers. Dieser war Angehöriger der RWTH in Form der Rolle des Ordinarius für Metallhüttenkunde vom 1. Oktober 1897 bis zu seinem Tode am 6. Januar 1925. Die Bezeichnung „Ordinarius“ beschreibt dabei die Person, die einen Lehrstuhl an einer Hochschule innehält. Wie in seinem Titel durch das Kürzel „Dr. Ing. E.H.“ (Doctor honoris causa) vermerkt wurde er mit einem Ehrendoktortitel bei seiner Promotion ausgezeichnet.

Professor Dr. Dr.-Ing. E.h. Wilhelm Borchers bekleidete von 1904 bis 1909 das Amt des Rektors. Die Borchers-Stiftung wurde in dieser Amtszeit, genauer am 01. Juli 1909, gegründet.

Rückseite einer Promotionskarte

Am Beispiel der gezeigten Promotionskarte sieht man, dass die Auszeichnung zusammen mit den Datum ihrer Verleihung auf der Rückseite der Promotionskarte vermerkt ist.

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Kalenderbild Juli 2020: Der Rektor, die Studenten der RWTH und die 60er Jahre – Eine aufwühlende Kombination

Unser Kalenderbild Juli zeigt zwei Fotos von einer Störaktion sowie die Stellungnahme des damaligen Rektors, H. Opitz, zu anderen Protestaktion im Zuge der 1968er Bewegung an der RWTH Aachen.

Auf den Fotos sieht man hier eine klassische Form des Protestes, wie sie oft an den Hochschulen dieses Landes vorgetragen wurde. Mit Rufen störten Studenten die Veranstaltung. Sie forderten mit ihren bekannten Slogans „Unter den Talaren – Muff von tausend Jahren“ die Hochschulen dazu auf, sich zu entnazifizieren. Auf den Fotos ist eine Störaktion zu sehen, welche sogar so weit ging, dass die Polizei gerufen werden musste.

Störaktion im Zuge der 1968er-Bewegung an der RWTH Aachen
Quelle: Fotosammlung 8.3.1. (l.o.), 8.3.1_c (l.u.) , Akte 12013 b (r.)

Störaktion zu sehen, welche sogar so weit ging, dass die Polizei gerufen werden musste.

Doch wie wild es wirklich in der RWTH während der 1968er-Bewegung zuging, erahnt man erst, wenn man sich die Zeit nimmt, die Stellungnahme des Rektors Herwert Opitz vom 12.06.1968 durchzulesen. Natürlich machen die Fotos auf den ersten Blick einen besseren Eindruck als der schlichte schwarze Text auf weißem Papier, dennoch hat er mich persönlich mehr fasziniert.

Dieser beschreibt die gewaltsame Seite der 60er-Jahre an der RWTH. Es ist hierbei jedoch vorsichtig mit der Quelle umzugehen – Fotografien lügen seltener, Worte sind da kritischer. Es ist offensichtlich, dass die Stellungnahme des Rektors nur auf die negativen Auswirkungen seiner Widersacher eingeht. Denn das waren die Studenten, welche seiner Meinung nach protestieren. Auch wenn man versucht, die Quellen möglichst kritisch zu betrachten, muss man zugeben, dass man eine neue Ebene der Bewegung kennenlernt.

Das sogenannte „Komitee“ aus Widersachern versperrte die Türen und versuchte, gewaltbereit ihre Mitstudenten vom Eintritt in das große Hörsaalgebäude und das Reiffmuseum abzuhalten. Dabei wurde sogar einer ihrer Kommilitonen so verletzt, dass er Schnittwunden erlitt, welche teilweise genäht werden mussten. Die Staatsanwaltschaft wurde eingeschaltet. Hier wurde es also sehr ernst.

Die 60er-Jahre an unserer RWTH waren also sehr turbulent. Sie stellen eine spannende Forschungsthematik dar, mit der wir uns als Team immer wieder gerne beschäftigen. 2018 haben wir zum Beispiel im Rahmen der Ausstellung „Flashes of the Future“ im Ludwig Forum einen kleinen Teil dieser Ausstellung mit Dokumenten aus unseren Beständen mitgestaltet. Online haben wir dazu einen Ausstellungskatalog für euch bereitgestellt. Darüber hinaus bietet das Archiv zu diesem Thema viele weitere Archivalien. Also kommt gerne vorbei und stöbert selbst in unseren Beständen! 

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Kalenderbild Juni 2020: Alle guten Dinge sind Drei – Ein Aquarell von Otto Gruber

Aus der langen Liste der Rektoren, welche die RWTH Aachen seit ihrer Gründung am 10. Oktober 1870 geleitet haben, sticht Otto Gruber ganz besonderes hervor. Er leitete die Hochschule nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten von 1934 bis 1937 und förderte in diesem Zeitraum die „Nazifizierung“ des Hochschulwesens enorm. Mit dem Kalenderbild (Kb.) Juni findet nun bereits zum dritten Mal eines seiner Aquarelle Eingang in den Jahreskalender des Hochschularchives.

Aquarell vom Otto Gruber, Rektor der RWTH Aachen von 1934-1937
(Quelle: Sammlung Gruber)

Erstmalig präsentierten wir ein Aquarell Grubers im Juni 2014 und erneut im April 2018. Wenn man diese beiden Aquarelle  mit dem aktuellen Kalenderbild vergleicht, fällt eine zentrale Gemeinsamkeit auf. Alle drei Aquarelle vermitteln dem Betrachter einen ruhigen, ja fast schon idyllischen Eindruck der dort abgebildeten Landschaften: sei es ein Friedhof mit verschieden ländlichen Gebäuden im Hintergrund (Kb. Juni 2014), ein Dorf in Mitten von Feldern (Kb. April 2018) oder ein Lands-/Gutsherrenhaus im Grünen (Kb. Juni 2020). Auffällig ist zudem der Umstand, dass Gruber bei allen Bildern viele unterschiedliche Grüntöne verwendet hat, welche den Betrachter – neben den Motiven selbst – zum Innehalten und Reflektieren animieren.

Unser diesjähriger Kalender ist jedoch kein gewöhnlicher, da er ganz im Zeichen des 150-Jährigen Jubiläums der RWTH Aachen steht. Auch wenn Otto Gruber der Hochschule „nur“ vier Jahre lang vorstand, so ist dieser Zeitraum für die gesamtgeschichtliche Entwicklung des Aachener Hochschulwesens umso gewichtiger angesichts des historischen Kontextes der Machtergreifung der Nationalsozialisten unter der Führung Adolf Hitlers.

Unter diesem Gesichtspunkt sind die o.g. Kalenderbilder aus den Jahren 2014 und 2018 entstanden. Sie beschreiben den Werdegang Otto Grubers, seine Rolle im nationalsozialistischen Staat als Rektor der RWTH Aachen und berücksichtigen auch seine weitere Lebensgeschichte nach Gründung der BRD. Das aktuelle Kalenderbild soll angesichts des 150-jährigen Jubiläums noch einmal hervorheben, welchen Einfluss Otto Grubers auf die Entwicklung der RWTH genommen hat.

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Regeln zu dringenden Benutzungen

Für dringende Benutzungen vor Ort gilt die obenstehende Ordnung.
Diese ist bitte zu beachten.

Euer Team des des Hochschularchives der RWTH Aachen

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Studentenverbindung Pomerania

Unser Archivar, Herr Dr. Klaus Graf, kam vor einiger Zeit in den Besitz von dem leicht abgegriffenen braunen Fotoalbum, welches ich beim Schreiben gerade vor mir liegen habe. Er hatte es auf einem Flohmarkt gekauft. Beim ersten Hinschauen war ich ein wenig verwirrt, was dieses Exemplar denn nun mit der Hochschule zu tun haben könnte. Doch man muss wohl Henri Cartier-Bresson immer rechtgeben wenn er schreibt: „Ein gutes Foto ist ein Foto, auf das man länger als eine Sekunde schaut.“ Denn beim zweiten Hinsehen wurde mir der wahre Wert des Fotoalbums bewusst.

Der Besitzer dieses Fotoalbums, wie ein Blick auf die Rückseite eines seiner Portraits verrät, heißt Kurt Grünwald. Im Fotoalbum selber befindet sich keine Auskunft über seine Geburts- und Sterbedaten. Dafür mussten wir das Essener Stadtarchiv bemühen. Kurt Grünwald war der Sohn von Paul Grünwald, ein Abteilungsvorsteher bei der Firma Krupp. Er wurde am 3.10.1909 in Essen geboren und hat im Jahr 1928 seine Abiturprüfung in der Krupp-Oberrealschule in Essen abgelegt. Er kehrte ihm Jahre 1939 mit dem Titel des Diplomingenieurs wieder nach Essen zurück. Verstorben ist Kurt Grünwald am 09.06.1976 in Melle (Niedersachsen).  Außerdem schickte das Stadtarchiv Essen uns eine Fotografie zum Abgleich mit dem Fotoalbum. Durch den Bildabgleich konnten wir verifizieren, dass der Kurt Grünwald, den uns das Stadtarchiv Essen beschrieb auch wirklich die Person aus dem Fotoalbum ist.

Das Stadtarchiv Essen, für deren Mithilfe wir uns hiermit herzlich bedanken wollen, hat also schon einige Informationen für uns bereitgestellt. Doch erst ein Blick in die einzelnen Seiten des Fotoalbums füllen die bloßen Eckdaten seines Lebens mit Geschichten.

Grob lässt sich das Fotoalbum in 3 Themenbereiche gliedern: Vor dem Eintritt in die Studentenverbindung, nach Eintritt in die Studentenverbindung Landsmannschaft „Pomerania“ und ein Sammelsurium an unterschiedlichen Werken am Ende des Fotoalbums.

Kurt Grünwald begann sein Studium im Jahre 1929 in Aachen und trat zuerst der Landsmannschaft „Pomerania“ bei. Über die Landsmannschaft „Pomerania“ ist bekannt, dass sie am 09.11.1792 an der Universität Halle an der Saale von Studenten aus Pommern gegründet wurde. Der Name „Pomerania“ lässt sich vom Namen der Gründungsstadt der Pommern ableiten. Laut Unterlagen der Universität Halle traten bereits 1717 Studenten aus Pommern in Halle der „Pomerania“ bei, somit zählt die Landsmannschaft „Pomerania“ zu eine der ältesten Studentenverbindungen in Deutschland. Die pommerschen Landesfarben himmelblau-weiß wurden zu den Farben der Verbindung, wobei schwarz als Symbol der lebenslangen Freundschaft bis zum Tode hinzugefügt wurde.

Jene Aachener Pomerania, so wie wir sie heute kennen, hat ihren Ursprung in zwei verschiedenen Studentenverbindungen desselben Namens.
Die erste Pomerania wurde in Halle am 9.11.1792 gegründet und hatte dort ihren Sitz bis zur zwangsweisen Auflösung. Die zweite Pomerania wurde in Wismar am Polytechnikum  gegründet (12.5.1920). Diese siedelte nach Aachen über und bildeten zunächst die Freie akademische Verbindung Pomerania.

Diese (erste) Aachener Pomerania wurde Mitglied der DL (Deutsche Landsmannschaft) 1924-26. Da man in Aachen nur eine kleine Altherrenschaft hatte, war die Anschaffung/Unterhaltung eines Hauses nicht möglich. Stattdessen wurden wechselnde Kneiplokale belegt. Das kann man auch gut am Fotoalbum nachvollziehen. Viele der Versammlungen fanden an den unterschiedlichsten Orten statt.
In der Zeit des Nationalsozialismus kam das Verbindungswesen in ganz Deutschland unter die Räder und die Pomerania in Aachen als auch in Halle, die bis dahin zwei getrennte Verbindungen in der DL waren, wurden suspendiert.

Nach dem Krieg rekonstituieren sich beide Verbindungen. 1952 kam es dann zur Vereinigung beider Verbindungen aus der die heutige Aachener Pomerania hervorgegangen ist, und die sich auf Alte Herren aus beiden Verbindungen stützt. Insofern findet sich im heutigen Wappen sowohl der Wahlspruch der alten Pomerania Halle als auch der alten Pomerania Aachen. Ebenso ist im Wappen ein Teil des Stadtwappens von Aachen als auch von Halle zu sehen.
Seit 1961 besitzt die Pomerania auch ein Haus in der Turmstraße 4, welches zentral zur RWTH liegt.

Mit der Landsmannschaft feierte Kurt Grünwald ein Karnevalsfest, verbrachte mit ihr einen Mensurtag in Mausbach und besuchte den Pelzerturm, wie die Fotos dokumentieren. Auch der Besuch einer Vorlesung bei Professor Benrath für anorganische und Elektrochemie, der auch Direktor eines Laboratoriums war, ist auf einem der Fotos zu sehen. Zudem scheint Grünwald Freunde in den Mitgliedern der „Pomerania“ gefunden zu haben. – So fanden wiederholte Grenzlandfahrten zwischen 1929 und 1931 von Eupen nach Malmedy statt. An diesen nahmen auch die „Pommerdamen“, die Diplomingenieure Lehning und Schmidt teil. Zudem besuchte die „Pomerania“ eine Weihnachtskneipe und einen Exbummel in Derichsweiler. Im Jahre 1931 schloss sich eine Grenzlandfahrt nach Monschau an. Auch mit sportlichen Erfolgen beispielsweise beim Faustball, wo sie den 2. Platz belegten, konnten sie überzeugen. Vom 03. bis zum 05.07.1931 fand das 12. Stiftungsfest der Landsmannschaft „Pomerania“ in Aachen statt. Und auch die Damen kamen nicht zu kurz, wie Bilder vom Begrüßungsabend und dem Frühschoppen in Kornelimünster belegen. Am Ende des Fotoalbums wird zudem eine Exkursion im Jahre 1935 nach Bochum, Hamborn, Haspe, Soest abgebildet. Aber auch der Nationalsozialismus, der zunehmend Einzug in Aachen hielt, wird dokumentiert.

Wie die Bilder im Fotoalbum belegen, handelt es sich bei der „Pomerania“ um eine Studentenverbindung, die, wie auch anderen Studentenverbindungen, den Studierenden eine Möglichkeit für gemeinsame Aktivitäten bot und auch heute noch bietet.

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Kalenderbild Mai 2020: Nachschlagen in der Vergangenheit

Unser Kalenderbild zum Mai zeigt eine Jubiläumsausgabe zum 100-jährigen Bestehen des Aachener Adressbuches von 1838 bis 1938. Dieses Werk wurde uns von der Bibliothek des Historischen Instituts der RWTH überlassen und stellt eine besondere Publikation in unserer Bibliothek dar. Das Adressbuch in gebundener Form gibt es zwar heute immer noch, aber die Internetnutzung hat deren Gebrauch so gut wie abgelöst. 1938 war man allerdings auf ein solches Nachschlagewerk noch angewiesen.

Ganz links in der Collage ist das Coverbild des Buches zu erkennen. Die beiden anderen Fotos zeigen Seiten aus dem Werk, wo aufgelistet wird, wo die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) damals ihre Standorte hatte, gekrönt von einem Hakenkreuz. Die rechte Seite gibt eine Übersicht zu den verschiedenen Behörden. Eine weitere Seite dieses Buches hält außerdem fest, dass Adolf Hitler damals der Ehrenbürger der Stadt Aachen war.

Neben diesen Inhalten hat dieses Buch noch mehr als Adressen und Namen zu bieten. Darin ist auch die Entwicklungsgeschichte zum damaligen Adressbuch mit Bildern festgehalten. Das erste Aachener Adressbuch wurde 1838 von der Druckerei und Verlagsanstalt “Peter Ulrichs” gedruckt. Die Adressbücher von 1838 bis 1970 von Aachen sind online einsehbar, sowie auch deren Vorgänger. Außerdem findet man in diesem Werk: Telefonnummern, Werbungen, einen Rückblick und Ausblick von Aachen mit Fotos und Zeichnungen zur Straßenverteilung. Es ist also mehr als bloß ein Adressbuch – es hält ein Stück der Geschichte von Aachen fest.

Jubiläumsausgabe 100 Jahre Aachener Adressbuch 1838 bis 1938 (Quelle: Hochschularchivbibliothek Hb 1938)

 

 

 

 

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Das Mysterium um den Namen der RWTH

Signatur: 2.1.10-e

Eine der häufigsten Anfragen, welche wir bekommen, bezieht sich auf die unterschiedlichen Namenswechsel unserer Hochschule. Der Name unserer Hochschule änderte sich im Laufe der Zeit ständig. Nachvollziehbar, dass es deswegen oft zu Verwirrungen kommt. Wir haben versucht, die groben Meilensteine zur Namenswahl der RWTH zusammenzustellen. 

Die verschiedenen Namen der RWTH über die Jahre hinweg hängen hauptsächlich mit der Entwicklung des Bildungswesens zusammen. Die im 19. Jahrhundert in Deutschland gegründeten Bildungsinstitutionen im technischen Bereich übernahmen nach und nach von 1825 bis 1868 die Bezeichnung Polytechnikum. Diese waren noch eher kaufmännisch-industriell ausgerichtet.

Mit der zunehmenden Akademisierung der technischen Lehre (verstärkte Anwendung der Mathematik und wissenschaftlicher Methoden) änderte sich auch die Struktur der Polytechnika, wodurch sie zwischen den Jahren 1872 und 1885 in „Technische Hochschulen“ umbenannt wurden. Des Weiteren bestand in den früheren Jahren der Hochschule eine ständige Auseinandersetzung zwischen dem preußischen Handels- und dem Bildungsministerium, welche in der Ausrichtung der Schule unterschiedliche Ansichten hatte. Dazu kommt, dass eine weitere Diversifizierung in den Fächern (Fakultäten/Abteilungen für Elektrotechnik und Chemie wurden gegründet) die Bildungsanstalt rasch wachsen ließ und sie sich erneut stark wandelte. Dies führte wahrscheinlich zu erneuten Namenswechseln.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wiederum waren ca. 70% der Universitäten zerstört. Der darauffolgende Wiederaufbau und die in den Sechzigern folgenden Fakultäten für Geisteswissenschaften und Medizin schienen nun eine stabile und beständige Hochschule zu begründen. Außerdem waren die technischen Fächer weitestgehend als akademische Disziplinen etabliert, was eventuell zu dem ausbleiben massiver Reformen (und Namensumbenennungen) geführt hat. Wer genau für die Namensumbennenungen verantwortlich war und warum gerade diese Namen gewählt wurden, ist für uns leider nur schwer nachzuvollziehen, da dieses Phänomen nicht nur der RWTH geschuldet ist, sondern auch den damaligen Deutschen Bildungswesen und dessen Reformen, über die wir keine Unterlagen besitzen.

The Mystery about the Name of the RWTH

One of the most frequent requests that we get is about the different name changes of our college. The name of our college has changed in the past quit often, so it´s really understandable how confusing it can be. We tried to collect all the milestones of the name changes of the RWTH for you.

The different names of the RWTH over the years are mostly reasoned with the hallmarks of the education system developments. The educational institutions of the technical sector, which were established in 19th century Germany, changed their names between 1825 and 1868 to “Polytechnikum“. These institutions were mainly focused on commercial and industrial training.

The structure of the Polytechnika changed with the growing academization of the technical teachings and doctrines (coming with an increased use of mathematics and scientific methods). Therefore, they were renamed as “Technische Hochschulen“ between 1872 and 1885. In the early years of our college, there was a constant dispute between the Prussian Department of Commerce and the Prussian Ministry of Education, which had different viewpoints on the orientation of our college. The further expansion in the different subjects (for example, how faculties/departments of electrical engineering and chemistry were founded) allowed the educational institution to grow fast, and let the colleges make immense changes once again. This led to more potential name changes as well.

After the Second World War, nearly 70% of German colleges were destroyed. The following reconstruction, rehabilitation and the addition of the Faculty of Humanities and Medicine seemed to establish a stable and permanent college in Aachen. Furthermore, the technical subjects were largely established in the academic disciplines, which eventually led to an absence of bigger reforms (and name changes). Unfortunately, those who are responsible for the name changes and why exactly they chose this name cannot be uncovered. At the time of the phenomenon, the name was not only owed by RWTH, but also by the German education system, and our archive doesn‘t have any corresponding documents to discover that information.

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In Zeiten von Corona ist die Handhygiene besonders wichtig! Zur Erleichterung haben wir ein paar Zitate für euch, die ihr während des Händewaschens leicht aufsagen könnt!

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Kalenderbild April 2020 – die (wenn auch veraltete) Technik der technischen Hochschule

(Signatur: TG7)

Auf dem Kalenderbild des Monats April könnt ihr ein Galvanometer sehen. Das Galvanometer, dass ihr hier sehen könnt, stammt aus dem Nadir Deuta-Werk aus den Jahren 1920 bis 1930.

Unser Archiv bewahrt vor allem Schriftgut auf, aber auch das ein oder andere technische Geräte findet man bei uns. Diese haben allerdings schon ein paar Jahre auf dem Buckel …

Das Galvanometer wurde nach seinem Erfinder Luigi Galvani benannt.

Bei einem Galvanometer handelt es sich um ein elektromechanisches Strommessgerät. Ein Galvanometer war so ziemlich das erste Gerät, mit dem es möglich war, einen elektrischen Strom zu messen. Um den Strom ablesen zu können, verfügt ein Galvanometer über eine Skala und einen Zeiger, der auf selbiger den gemessenen Strom anzeigen kann. Im frühen Galvanometer befindet sich eine Anschlussklemme, die an die Stromquelle angeschlossen wird. Im Innern befindet sich ein Magnet, der eine Spule betätig. Die Spule wiederum ist für den Ausschlag des Zeigers verantwortlich.

(Signatur: TG 7)

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Wichtige Informationen bezüglich der Corona-Pandemie

Aufgrund der Corona-Pandemie hat sich das Hochschularchiv der RWTH dazu entschlossen, vorwiegend und bis auf Weiteres, seine Arbeiten in den Homeofficebereich zu verlagern. Wir werden jedoch trotzdem versuchen, unsere Social-Media-Kanäle wie gewohnt zu bespielen und euch bei neuen Informationen auf dem Laufenden zu halten.

Gerne könnt ihr uns eure Anfragen dennoch per Mail zuschicken. Wir werden versuchen, diese dennoch so umfangreich und schnell wie möglich zu beantworten. Dringende Benutzungen müssten zuvor telefonisch mit uns besprochen werden. Für den Fall, dass Antworten etwas länger Zeit in Anspruch nehmen, bitten wir um Verständnis.

Wir wünschen euch allen, dass ihr bei bester Gesundheit bleibt!

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