Berufsfeldpraktikum im Hochschularchiv der RWTH

Matrikelbücher in Magazin 4

Im Rahmen meiner Ausbildung zur Lehrerin ist festgeschrieben, dass ein außerschulisches Berufsfeldpraktikum (BFP) absolviert werden soll. Ziel dieses ist es, sich zum einen eine Auseinandersetzung mit außerschulischen Lernorten des eigenen Faches als auch einen Einblick in berufliche Möglichkeiten außerhalb des Schuldienstes zu bekommen. Mit meiner Fächerkombination Biologie und Geschichte standen mir mehrere Möglichkeiten offen. Im Rahmen meines Studiums der Biologie wie außerhalb dessen hatte ich bereits im Labor gearbeitet. Auch waren mir durch spezielle Lehramtspraktika bereits außerschulische Lehr- und Lernangebote bekannt. So entschied ich mich, mein BFP zum Fach Geschichte zu absolvieren.

Aufmerksam geworden bin ich auf die Praktikantenstelle durch die glückliche Fügung eines Aushangs in der Bibliothek des historischen Instituts. Vom Praktikum versprach ich mir nicht nur die Erfüllung der oben angesprochenen Punkte, sondern auch einen Einblick in die Arbeit eines Archivs an sich. Sinnvoll hielt ich dieses Praktikum insbesondere im Blick auf meine spätere Arbeit als Lehrerin im Fach Geschichte, da Archive einen Sammelpunkt von Quellen darstellen und ohne Quellenarbeit dem Geschichtsunterricht sein zentraler Dreh- und Angelpunkt fehlen würde.

Glücklicherweise erfüllte das Praktikum meine nicht besonders geringen Ansprüche. In einer netten und entspannten Arbeitsatmosphäre wurde einem die Arbeit in einem Archiv nähergebracht, teils von dem studentischen Mitarbeiter*innen teils vom Archivar Herr Dr. Graf selbst. Dabei gliederte sich das Praktikum nach einem Modulhandbuch und schaffte dabei den Spagat zwischen festgeschriebenen Aufgaben, die ein umfassendes Praktikum gewährleisteten, als auch freien Aufgaben, die einem selbst genug Spielraum für eigene Spezialinteressen ließen.

Die Module erstreckten sich über das weite Feld der Archivarbeit von tatsächlicher Quellenarbeit, beispielsweise dem Umbetten oder dem Entziffern des Geschriebenen (Paläografie) zu organisatorischen Aufgaben beispielsweise der Verzeichnung von Akten. Geholfen hat mir dabei vor allem dabei das Modul Paläografie, da dieses Feld eine meiner persönlichen Schwächen darstellt. Würde ich mich damit aber nicht weiter auseinandersetzten, würde mir ein großer Teil an Quellenmaterial verschlossen bleiben.

An eigenen Projekten habe ich beispielsweise das Fotoalbum in Zusammenarbeit mir einer anderen Praktikantin digitalisiert und dieses darauf selbst verzeichnet. Dabei bin ich sogar recht warm geworden mit dem Verzeichnungsprogramm Midosa XML, was zunächst komplex wirkt und auch ist, aber man sich schnell die Funktion, die man benötigt, mit Hilfestellung beibringen kann. 

Abschließend möchte ich mich bei allen Mitarbeiter*innen des Hochschularchivs bedanken die dieses Praktikum, auch unter den gegebenen Umständen zu weit mehr gemacht haben als zu einem lästigen Pflichtpraktikum.

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Mens agitat molem – Der Geist bewegt die Materie

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Anlässlich des 150 jährigen Jubiläums der RWTH Aachen stellten wir Anfang des Jahres Klaus Ricking´s „Der Geist bewegt die Materie“ auf unsere Webseite.
 Das Buch erzählt den Werdegang der 1870 eröffneten polytechnischen Schule von der Grundsteinlegung durch den preußischen König Wilhelm I. bis zur heutigen Zeit als eine der weltweit bedeutendsten geltenden technischen Universitäten. In der Anfangszeit musste die neugegründete Schule gegen allerlei Widerstände ankämpfen, so war ihre Ansiedlung aus Sicht der vorwiegend katholischen Aachener Bevölkerung zu preußisch-protestantisch. Im Laufe der Zeit entwickelte sie sich jedoch zu einer immer höher anerkannten Universität, insbesondere ist dies auf die wissenschaftliche Gleichstellung durch das Habilitations- und Promotionsrecht zurückzuführen. Die TH wurde zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor in der Aachener Region. Infolge der Besetzung durch die alliierten Truppen nach der Niederlage im ersten Weltkrieg, entwickelte sich die Hochschule zu einer Hochburg nationaler Einheit. Im dritten Reich giff das Reichsministerium für Erziehung, Wissenschaft und Volksbildung in die Lehre und wissenschaftliche Arbeit an der RWTH ein und ordnete Lehre und Forschung unter. Bei Kriegsende waren rund 70 % der Gebäude zerstört und die Hochschule faktisch am Boden. Erst am 3. Januar 1946 war die Wiederaufnahme eines eingeschränkten Lehrbetriebes möglich, der noch ein Jahr auf die restlichen Einrichtungen warten musste. In den folgenden 15 Jahren wuchs die RWTH enorm, die Fläche um beinahe das dreifache und die Studentenzahlen wie an keiner anderen Universität Deutschlands. Neue Fächer und Fakultäten kamen hinzu sowie Mitte der 60er Jahre die philosophische und medizinische Fakultät.

Die erste Auflage von „Der Geist bewegt die Materie“ erschien 1995. Die Veröffentlichung auf unserer Homepage nahm Klaus Ricking zum Anlass zur Modifikation einiger Mängel. Die Lesbarkeit wurde mithilfe einer neuer Seitenzählung erleichtert und Abbildungen ausgetauscht.  Insbesondere muss auch der damalige Erscheinungszeitpunkt berücksichtigt werden. Im Jahr des Jubiläums wurde das Doppelleben des ehemaligen TH-Rektors Hans Schwerte aufgedeckt und dominierte die Feierlichkeiten, sodass die Rolle der RWTH im Dritten Reich sowie der Umgang mit ihr nach 1945 in den öffentlichen Fokus rückte. Zum damaligen Zeitpunkt gab es keine wissenschaftliche Forschung hierzu und noch 2012 beklagte der Historiker Rüdiger Hachtmann innere Widerstände, die eine sachlichen Auseinandersetzung boykottieren. In den 2000er Jahren wurde im Auftrag des Rektorats eine umfassende biographische Personendatenbank erstellt aus der zahlreiche Veröffentlichungen resultierten, die erneut die kritiklose Mentalität nach der NS-Zeit verdeutlichen. Aufgrund dieser nach 1995 erschienenen Arbeiten hat Klaus Ricking das Literaturverzeichnis ergänzt. 

Quelle: Ricking, Klaus: Der Geist bewegt die Materie. Mens agitat molem. 125 Jahre Geschichte der RWTH Aachen. 2. Auflage. Aachen: Mainz, 2020. (Sg. 1995/2)

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Kalenderbild November 2020: 55 Jahre Philosophische Fakultät – Die Geschichte eines Umbruchs

Quelle: Akte S 5145

Das Kalenderbild dieses Monats zeigt das Cover des Studienführers für den Bachelor of Arts von 2007/8 der philosophischen Fakultät. Dieser enthält generelle Informationen zur Bewerbung und dem Aufbau des Bachelors, sowie Ansprechpartner und Informationen zu den einzelnen Studiengängen der philosophischen Fakultät, inklusive exemplarischer Studienverlaufspläne.

Der Bachelor of Arts wurde im Wintersemester 2004/2005, im Zuge der Bologna-Reform, an der RWTH Aachen eingeführt. Diese Umstellung von dem Magister- hin zum Bachelor-/Masterstudium sollte insbesondere zu einer Vereinheitlichung von Studiengängen und -abschlüssen sowie zu einer kürzeren Studienzeit führen. Zurück geht diese Reform auf die Magna Charta Universitatum, die anlässlich des 900. Jubiläums der Universität von Bologna 1988 von 388 Universitäten unterzeichnet wurde. Weiterhin wurde mit der Lissabon-Konvention von 1997 an der internationalen Anerkennung von Abschlüssen gearbeitet. Die Vorgängerin der Bologna-Reform ist die Sorbonne-Erklärung von 1998, in der bereits ein zweistufiges Abschluss- und Punktesystem vorgesehen waren. Schließlich wurde ein Jahr später, 1999, diese durch die Bologna-Erklärung konkretisiert.

Das Vorgängerstudium, der Magister, wurde 1957 wiedereingeführt. Wie auch im Studienführer zu lesen ist, studierte man im Magister drei, anstatt wie im Bachelor, zum Zeitpunkt der Veröffentlichung, zwei Fächer. Der Magister Artium beispielsweise, war also ein Studium mit breiterer Orientierung, das sich aus mehreren, vor allem nicht-technischen, Fächern zusammenstellte. Zudem bereitete diese Art des Studiums nicht auf einen spezifischen Beruf vor.

Die Philosophische Fakultät der RWTH Aachen wurde 1965 gegründet, somit feiert sie dieses Jahr ihr 55-jähriges Jubiläum. Zu ihr gehörten anfangs die Lehrstühle Anglistik, Deutsche Philologie, Neuere Deutsche Literaturgeschichte, Alte, Mittlere und Neuere Geschichte und Romanische Philologie.

1970 wurde Hans Schneider/ Schwerte zum Rektor ernannt, der sich später als ehemaliger Nationalsozialist entpuppen sollte.  Bis heute ist er der einzige Rektor, der der Philosophischen Fakultät angehörte.

Zu deren Ausbildungsschwerpunkten gehörte zu Beginn die Lehramtsausbildung aber auch neue Studienmöglichkeiten wurden entwickelt. Dieser Ausbau an Lehrangeboten wurde jedoch Mitte der 70er Jahre gestoppt und dadurch auch einige Studiengänge komplett gestrichen. Wieder andere wurden in eigene Fakultäten umgewandelt, wie bspw. Pädagogik oder Wirtschaftswissenschaften in den 70ern und 80ern. Im weiteren Verlauf kämpften die Studierenden dieser Fakultät um die Erhaltung einiger Studiengänge, was ihnen allerdings nur teilweise gelang, vor allem im Bereich der Lehrerausbildung. Nach der eben beschriebenen Umstellung durch den Bologna-Prozess fallen immer mehr Studiengänge weg. Auf der anderen Seite werden aber auch neue, diesmal Ein-Fach, Studiengänge angeboten.

Wenn ihr genaueres über die Geschichte der philosophischen Fakultät erfahren wollt, schaut doch mal bei diesem Beitrag unserer Website vorbei, der anlässlich des 50. Jubiläums angefertigt wurde.

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Das Archiv – Nicht mein erster Gedanke aber die beste Wahl

Bei der Recherche am Karteikartenschrank

Als Studentin der Gesellschaftswissenschaften stehen einem vier Fächer als Spezialisierung zur Auswahl: Politik, Soziologie, Theologie und Geschichte. Spätestens nach dem zweiten Semester war mir klar, dass ich meiner Leidenschaft und somit dem Fach Geschichte treu bleiben und folglich auch in dieser Richtung mein Praktikum absolvieren wollte. Meine erste Assoziation von einer Arbeit mit Geschichte war, ganz klassisch, das Museum, was jedoch aufgrund der Umstände durch die Covid-19-Pandemie unerreichbar schien. Durch eine Vorlesung, die ich bei der wissenschaftlichen Leiterin des Archivs, Frau Prof. Roll, besucht habe, stieß ich durch ihre Erwähnung auf das Archiv der RWTH Aachen.

Nach einem regen Mailverkehr mit ihr und vor allem auch Filis Falldorf, konnte ich das Praktikum kulanterweise zu der von mir angegebenen Zeit absolvieren, obwohl bereits zwei weitere Praktikantinnen dort arbeiteten. Daher hatte ich zuerst Angst „zu viel“ oder überflüssig zu sein. Nach der Einführung, die ich kurz vor Praktikumsantritt erhalten habe, war dieses Gefühl aber aufgrund der ausführlichen Erklärung der Aufgaben und der herzlichen Stimmung direkt verflogen. Sogar ganz im Gegenteil: Die unterschiedlichen Erfahrungsstände ermöglichten eine produktive Zusammenarbeit, auch unter uns Praktikanten. So konnten die Erfahreneren den Neuen Sachen erklären und die brachten wiederum einen neuen Blick auf die Dinge mit.

Im Laufe meines Praktikums bin auch ich diesen Weg vom Neuling hin zur erfahrenen Praktikantin gegangen. Dabei haben mir vor allem der Leitfaden für Praktikanten und die Offenheit der Mitarbeiter geholfen. Auf dem Leitfaden finden sich verschiedene obligatorische Aufgaben und Module, in denen man die verschiedenen Arbeiten im Archiv kennen und beherrschen lernt. Dazu zählen bspw. „Bestandserhaltung“, „Paläographie“ aber auch „Recherchemöglichkeiten“. Vor allem letzteres ist nicht nur im Archivalltag bei der Beantwortung von Benutzeranfragen hilfreich, sondern wird mir sicherlich auch im weiteren Verlauf meines Studiums zugutekommen. Die so erlernten Fähigkeiten konnte ich dann in meiner Arbeit anwenden, die man stark nach seinen eigenen Interessen und Vorlieben orientieren konnte.

Welche Arbeiten mir am besten gefallen haben, hat sich über die Zeit des Praktikums hinweg immer wieder gewandelt, was auch mit dem Zuwachs an Erfahrung einher ging. Zu Beginn habe ich viele Social-Media-Beiträge recherchiert und verfasst, die ja aufgrund des Mediums wie Instagram oder Facebook nicht allzu lang sein sollten und somit auch weniger tiefe Recherchearbeit erforderten, was am Anfang, wo ich noch nicht so sehr mit der Bestandssuche vertraut war, optimal war. Mit steigender Kenntnis der Recherchemöglichkeiten stieg nicht nur mein Interesse daran, Anfragen zu beantworten, sondern auch mein Ehrgeiz, dies möglichst gut und ausführlich zu tun, wozu ich an meinem letzten Tag glücklicherweise nochmal die Chance hatte.

Zwischendurch kam auch meine kreative Ader nicht zu kurz, sei es durch das Reparieren von Dokumenten, das mich sehr an meine Bastelliebe erinnerte, das Digitalisieren von alten Fotoalben, was besonders für mich war, da ich selber Fotoalben anfertige, das kreative Schreiben eines Drehbuchs für unser Room-Tour-Video oder des Praktikumsberichts hier. In meiner alternativen Sonderaufgabe konnte ich sogar mein Ordnungsbedürfnis voll ausleben, indem ich die Ordner der Archivverwaltung neu strukturiert habe.

Deshalb war das Praktikum im Hochschularchiv letztendlich die beste Wahl: Die Arbeitsatmosphäre war sehr freundlich, genauso wie alle Mitarbeiter. Zudem war es eine erste Bestätigung, dass Arbeit im Bereich Geschichte möglich ist, und zwar nicht nur in dem klassischen engen Rahmen, den ich bisher kannte.

Zum Schluss möchte ich unserem Archivar Herr Dr. Graf und allen Mitarbeitern des Archivs herzlich für dieses großartige Praktikum danken, die dieses egal ob in Präsenz oder aus dem Home-Office so besonders gemacht haben!

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600 Follower bei Instagram!

Wir, das Hochschularchiv der RWTH Aachen sind in den sozialen Netzwerken aktiv. Hierzu gehören Facebook und Instagram. Bei Letzterem können wir bereits über 600 Follower vorweisen. Hierauf sind wir sehr stolz.

Zu Beginn waren wir im Umgang mit den sozialen Medien unsicher. Insbesondere mit der Handhabung von Facebook und Instagram und dem Teilen von Beiträgen hatten wir keine Erfahrung. Doch wir haben hier schnell rein finden und mithilfe von social-media-Plänen und -Strategien eine entsprechende Reichweite erzielen können.

Für uns war es unvorstellbar, innerhalb kürzester Zeit ein derart großes und wohlwollendes Feedback zu erhalten! Dafür bedanken wir uns und sehen dies als Ansporn, fleißig weiter an unserer Präsenz in den sozialen Medien zu arbeiten.

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Kalenderbild Oktober 2020: Die alma marTHa in meiner Alma Mater

Quelle: Sammlung Frauen

Das Kalenderbild des Oktobers dreht sich um das Thema Frauen an der RWTH. Der Frauenanteil der RWTH stieg von 1968 bis 1980 aufgrund der 60er Jahre Bewegung von 7 auf 28 Prozent an. Im Zuge dessen wurde 1987 der Arbeitskreis der Frauenförderung an der RWTH gegründet (AFRA). Da auch in anderen Universitäten des Landes die Zahl der weiblichen Studierenden rasant stieg, wurde 1989 die Landeskonferenz der Frauenbeauftragten der Hochschulen des Landes Nordrhein-Westfalen in Aachen gegründet. Dort wurde entschieden, dass jede Universität eine Frauenbeauftragte bestimmen sollte. Um dessen gerecht zu werden, wurde 1991 Frau Brigitte Gilles als erste Frauenbeauftragte der RWTH Aachen gewählt. Inzwischen wurde das Amt der Frauenbeauftragte um einige Aufgabenbereiche erweitert und ist das heutige Gleichstellungsbüro.

Unser Kalenderbild stammt aus den ersten Tagen des neuen Amtes. Unter der Leitung von Frau Gilles, einer Symbolfigur der Frauengeschichte an der RWTH, wurde im Oktober 1992 die erste Informationsbroschüre zu diesem Thema herausgebracht. Gemeint ist die alma marTHa, welche in ihrem Namen ein geschicktes Wortspiel beinhaltet. Es ist eine Anspielung auf die Bezeichnung Alma Mater, welches in Nordamerika und im deutschsprachigen Raum als Synonym für die Institutionen der Universität genutzt wird. Dabei stammt diese Bezeichnung aus dem Lateinischen: Das römische “Epithet alma” bedeutet übersetzt so viel wie nährend oder gütig, wohingegen die Vokabel “mater” mit Mutter übersetzt wird. Der Name der Informationsbroschüre für Frauen an der RWTH ist also geschickt gewählt und wird nur noch dadurch abgerundet, dass sich bewusst dazu entschieden wurde mater in marTHa umzuändern, um den RWTH-Bezug zu schaffen.

In diesem Heft fand sich zudem ein Flyer zur Frauenvollversammlung. Dieser Flyer wurde noch von Hand skizziert und dann vervielfältigt. Er ist ein weiterer Beweis dessen, dass in den frühen 90er Jahren die Frauengeschichte der RWTH einen weiteren Meilenstein erreichte. Die Frauengeschichte an der RWTH endet nicht bei Maria Lipp, der ersten Professorin der RWTH. Das Hochschularchiv hat dementsprechend noch viel mehr zu diesem Thema in seinen Beständen. Schaut gerne mal ganz bequem und sicher von Zuhause in unsere Onlineausstellung, beispielsweise zum Thema Pionierinnen der Wissenschaft und erfahrt mehr zu diesem Thema. Alternativ könnt ihr uns natürlich auch gerne eine Mail schreiben. Wir freuen uns über euer Interesse. 

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Erster digitaler Tag des offenen Denkmals

Heute findet bundesweit der Tag des offenen Denkmals unter dem Motto „Chance Denkmal: Erinnern, erhalten, neu denken“ statt. „Erinnern und erhalten“, das passt sehr gut zu uns und unserer Arbeit im Archiv, die sich genau diesen Themen widmet. Gerade in der jetzigen Zeit ist der Begriff „neu denken“ passend, da auch die Umsetzungen des Tags des offenen Denkmals dieses Jahr digital gedacht wird.

Hierzu präsentieren wir euch eine Room-Tour durchs Archiv, damit ihr einen kleinen Eindruck bekommt, wie bei uns das Motto gelebt wird. Wir freuen uns schon auf die Zeit, wenn wir euch wieder persönlich im Archiv begrüßen dürfen.

Die Room-Tour findet ihr auf unserem Youtube-Kanal.
Hier findet ihr noch mehr zum Tag des offenen Denkmals.

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Kalenderbild September 2020: 35 Jahre Uniklinikum Aachen – Ein Jubiläum für Klinik und Universität

Signatur 2.16 ak

Unser Kalenderbild des Monats September zeigt eine Aufnahme des Uniklinikum Aachens, welche als Bestandteil einer Fotoreihe zwischen 1975 und 1980 beim Bau des Gebäudes von Helmut Kommans aufgenommen wurde. Der Fotograf überließ uns sein Werk, anhand dessen ich nun einen kurzen Einblick in die Geschichte unserer Universitätsklinik geben möchte.


Durch die Gründung der Medizinischen Fakultät am 18. Juni 1966 wurden die städtischen Krankenhäuser zwar zur Universitätsklinik ernannt, doch durch Raumknappheit und die steigende Patientenzahl wurde ein Neubau schnell erforderlich. Zudem konnte bei einer neuen Klinik die Idee, Krankenversorgung, Forschung und Lehre, kurz: Theorie und Praxis, unter einem Dach zu vereinen, umgesetzt werden – ein Modell, das zu dieser Zeit einmalig in Europa war. So wurden und werden weiterhin Vorlesungen, Vorträge, Forschungseinrichtungen und die praktische Arbeit am Patienten in einem Gebäude untergebracht. Auch der Sammelbau der Biologie, zu dem wir ebenfalls einige Dias archivierten, ist ein Teil dieses Konstrukts.
Bevor das Uniklinikum aber am 21. März 1985 feierlich eingeweiht werden konnte, verzögerten sich die Bauarbeiten, die 1975 begonnen wurden, deutlich.


Entworfen wurde das Uniklinikum von den Aachener Architekten „Weber,Brand & Partner“ in Zusammenarbeit mit Benno Schachner. Die Fotografie verdeutlicht die außergewöhnliche Architektur des Uniklinikums, bei der die Gebäudetechnik mit rotem Stahlgerüst und den gelb gestreiften Rohren sichtbar bleibt. Auch die Innenarchitektur ist mit der Farbgestaltung in Grün-, Silber und Gelbtönen außergewöhnlich und präsentiert den Stil der „technischen Moderne“, in  dem die Klinik entworfen wurde. Das ungewöhnliche Aussehen soll dabei das Ziel verdeutlichen, auf allen Ebenen – ärztlich, technisch, didaktisch und administrativ – „ein sinnvolles Zusammenwirken (…) zu erreichen“.


In diesem Jahr sollen rund 418 Millionen Euro in verschiedene Bau- und Sanierungsprojekte als Maßnahmen des Modernisierungsprogramms des Landes NRW investiert werden. So soll das Ziel der sinnvollen Zusammenarbeit unterstützt und der hohe Standard der Universitätsklinik der RWTH Aachen weiterhin gewährleistet werden, damit sie auch in Zukunft alle Menschen so unterstützen kann, wie sie es benötigen.

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Lebendige Geschichte im Hochschularchiv

Geschichte ist eine kontrovers beurteilte Thematik. Während die einen davon schwärmen, reißen die anderen Witze, man solle doch endlich die Vergangenheit hinter sich lassen und im Jetzt ankommen. Egal welche Meinung jemand vertritt, eines scheinen die meisten zu wissen: „Studiere das nicht!“, sagen sie, „Damit findest du ja doch keinen Job.“
In der Oberstufe war mir trotzdem klar, dass oben genannte Reaktionen mich nicht mehr beeindrucken –  komme, was wolle, ich wollte Geschichte studieren! Und da ich bis zum Studienbeginn noch Zeit hatte, die genutzt werden wollte, entschloss ich mich dazu, praktische Erfahrungen zu sammeln. Bei beruflichen Interessen, die Engagement erfordern, Interessen also wie meine im historischen Themengebiet, kann es nicht schaden, Praktika zu absolvieren.
Durch Erzählungen stieß ich bei meiner Suche auf das Hochschularchiv und bewarb mich auf gut Glück. Nicht einmal eine Woche später absolvierte ich meine Einführung bei Filis Falldorf.

Erst durch mein Praktikum wurde mir bewusst, welche Unwissenheit und Vorurteile gegenüber Archiven verbreitet sind, sodass mich die Frage „Was ist ein Archiv?“ sehr beschäftigte.

Von Anfang an fühlte ich mich wohl. Alle Mitarbeiter*innen waren freundlich, entgegenkommend und nett. Auch war meine Unerfahrenheit kein Problem. Ich kann mich noch sehr genau erinnern, wie wenig Ahnung ich anfangs vom Archivwesen hatte und wie ich nach dem ersten Telefonat mit Frau Falldorf „Was genau ist ein Archiv?“ bei Google eingab, nur so zur Sicherheit. Zwar hatte ich das übliche Allgemeinverständnis dafür, was man sich unter dem Begriff „Archiv“ so vorzustellen hat, doch war das doch recht schwammig. Und wo war die Grenze zwischen einem „normalen“ und einem Hochschularchiv?
Durch die Module, die jeder Praktikant bei den Mitarbeiter*innen und bei Herrn Dr. Graf durchläuft, bekam ich eine gute Übersicht über das Grundkonstrukt und die Arbeit im Archiv. So erhielt ich zum Beispiel eine Einführung in die Paläografie, in Websitegestaltung, zuverlässige und korrekte Recherchemöglichkeiten, Online-Präsentationen, Bibliotheksorganisation und vieles mehr. Besonders gut gefielen mir dabei das Modul „Urheberrecht“ und das Umbetten alter Akten, die von Büroklammern befreit, vor Schimmel bewahrt werden müssen, usw. Aber auch die anderen Module waren interessant und bereiteten mich gut auf die praktische Arbeit vor, die bald begann.

Von Anfang an wurde mir gesagt, dass viel Wert auf „Learning by Doing“ gelegt werde und so konnte ich mich sehr schnell selbst einbringen und Verantwortung übernehmen. Dabei orientierte ich mich an einem mir anfangs ausgehändigten Leitfaden, der verschiedene Aufgaben auflistete und keine Langeweile aufkommen ließ. Ich wurde damit allerdings nie allein gelassen und konnte immer auf Hilfe und Unterstützung vertrauen. Durch gute Gespräche und Kommunikation war es ebenfalls möglich, meine obligatorischen Aufgaben mit meinen Interessen zu verbinden. So darf man sich die Sonderaufgabe zum Beispiel frei aussuchen, beim Video drehen durfte ich Vorschläge äußern und sie umsetzen, um nur wenige Beispiele zu nennen.
Ein Praktikum beim Hochschularchiv hält unglaublich viele Möglichkeiten für einen bereit, die Zeit auf unterschiedlichste Weise zu nutzen und Ideen umzusetzen, was vor allem an der Vielfältigkeit der Arbeit liegt. Vom Beantworten einer Anfrage über das Umbetten und Verzeichnen von Akten bis hin zu Social Media stehen einem alle Wege offen sich einzubringen. Besonders interessant ist dabei, dass jede Aufgabe eine Überraschung sein kann. Eine Anfrage eines Benutzers kann sich auf jedes nur mögliche Thema beziehen, das Entziffern von alten Schriften kann mal leichter, mal schwieriger sein und täglich hat man die Chance neue Einblick zu erlangen in all die Einzelschicksale aus längst vergangener Zeit. Sei es ein über 100 Jahre altes Fotoalbum, das verschiedene Teile Aachens abbildet, Personalakten von den Student*tinnen, die bereits vor bis zu 150 Jahren die RWTH Aachen besuchen, oder die Frauen in der Wissenschaft wie zum Beispiel Eleanor von Erdberg, die bei mir besonderen Eindruck hinterlassen haben – befinde ich mich im Hochschularchiv, spüre ich die Geschichte aus den Magazinen flüstern. Und das Wunderbare ist, dass, egal wie klein die zu erledigende Aufgabe auch sein mag, man selbst etwas zu diesem für die Ewigkeit gedachten Gedankengut beitragen kann.

Ich jedenfalls habe die Zeit im Hochschularchiv sehr genossen und möchte mich hiermit bei Herrn Dr. Graf und seinen Mitarbeiter*innen bedanken. Ich bin sehr dankbar, dass ich trotz der Corona-Lage die Möglichkeit bekommen habe, das Archiv, die damit verbundene Arbeit und das nette Team kennen zulernen.

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Das Verfahren des Hochschularchivs der RWTH Aachen während der Corona-Krise

Alle Mitarbeiter/-innen versuchen den Archivbetrieb aufrechtzuerhalten und arbeiten an verschiedenen Projekten im Homeoffice wie zum Beispiel dem Verzeichnen von Promotionskarten. Ein Austausch des Teams findet per Mail, telefonisch und im WhatsApp-Chat statt. Via Mail verschicken die Mitarbeiter/-innen nach getaner Arbeit eine Tagesmitteilung, die alle über den aktuellen Stand in Kenntnis setzt. Jede/r meldet sich überdies mindestens einmal die Woche telefonisch bei dem Geschäftsführer und Archivar, Dr. Klaus Graf, um sich mit diesem persönlich auszutauschen. Alle Aufgaben, die nicht dringend im Archiv verrichtet werden müssen, werden von zu Hause erledigt. Zum Datenaustauch nutzen wir die Campuscloud „Sciebo“. Anfragen zum Fotobestand können beispielweise, da dieser zum Großteil digitalisiert ist, im Homeoffice beantwortet werden. Alle weiteren Anfragen werden schnellstmöglich bearbeitet, sobald jemand vor Ort ist. Das Archiv ist jede Woche mindestens acht Stunden besetzt. Aufgrund der Kontaktbeschränkungen gestatten wir nur dringende Benutzungen vor Ort. Für diese Benutzung haben wir Regeln festgesetzt, die die Hygiene während der Einsicht der Archivalien gewährleisten soll. Weil wir nur wenige Benutzungen zulassen, haben wir uns als Team dazu entschieden, einen höheren Anteil als sonst einzuscannen und zu fotografieren, um dies zu kompensieren. Außerdem versuchen wir mit dem Teilen von drei Beiträgen pro Woche – anstelle der üblichen zwei – auf unseren Social-Media-Kanälen Facebook und Instagram mit Archivnutzern und anderen Interessierten im Kontakt zu bleiben.

Wie das Verfahren bei unseren Kollegen in anderen Archiven ist, könnt ihr bei der Blogparade erfahren.

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