Kalenderbild Januar: Eine kurze Geschichte des Audimax – Von Karl (Schlüter) zu C.A.R.L.

Das Kalenderbild dieses Monats zeigt das Audimax der RWTH bei Nacht und erreichte uns mit der Datierung „1953/54“. Ein Blick in die Geschichte des Audimax verrät, dass das Gebäude erst 1954 errichtet wurde; da man außerdem schneebedeckte Autos erkennen kann, liegt der Schluss nahe, dass das Foto zum Ende des Jahres 1954 entstanden sein muss.

Schwarz-Weiß-Foto vom Audimax bei Nacht

Das Audimax bei Nacht, vermutlich im Winter 1954 (Sig.: 2.1.2.a)

Das Audimax wurde im Zuge des Wiederaufbaus und der Vergrößerung der Hochschule nach dem Zweiten Weltkrieg unter Leitung des Architekten Karl Schlüter errichtet. Schlüter, der an der RWTH Architektur studierte und später beim Staatshochbauamt Aachen den Bauvorhaben für die RWTH vorstand, war eine prägende Figur im Bild der Hochschule und zeichnet für mindestens 20 Neubauten und 12 Um- und Erweiterungsbauten verantwortlich, wobei das Audimax naturgemäß eines der größten Projekte darstellte. Erste Planungen für ein neues großes Hörsaalgebäude begannen bereits im Jahr 1950 und unterliefen zahlreichen Veränderungen bis das Audimax 1954 in seiner heutigen Form fertiggestellt wurde. Das Gebäude beherbergt drei Hörsäle: den für ca. 1000 Studierende ausgelegten „großen“ Hörsaal und die, nach der Farbe ihrer Bestuhlung benannten, „roten“ und „grünen“ Hörsäle mit je knapp 500 Sitzplätzen. Zusätzlich gibt es Garderoben, zahlreiche weitere kleinere Räume mit wechselnder Funktion, Lernplätze für Studierende und mehr. Der damals 4,5 Millionen DM teure Neubau erforderte Innovationen in der verwendeten Klima-, Beleuchtungs- und Projektionstechnik und resultierte in einem architektonisch einzigartigen Gebäude, das heute als ortsfestes Denkmal gemäß §3 DSchG NRW geschützt ist. Der große Hörsaal des Audimax bleibt bis heute der größte Hörsaal der RWTH und wird neben seiner unabdinglichen Rolle als Ort der meistbesuchten Vorlesungen regelmäßig für Vorträge, Lesungen, Kabarett, Theater und weitere Veranstaltungen genutzt. Nichtsdestotrotz haben der Zahn der Zeit und unzählige Nutzer_innen ihre Spuren hinterlassen und das Gebäude ist dringend sanierungsbedürftig. Pläne für eine Sanierung bekundet der BLB schon seit 2010, aufgrund des akuten Hörsaalmangels müssen diese allerdings ruhen bis durch die Eröffnung des neuen Hörsaalzentrums „C.A.R.L.“ Ersatz für das Audimax geschaffen wird (Pressemitteilung der RWTH, Wikipedia-Artikel zum CARL). Der neue Hörsaalkomplex wird die zentrale Rolle des Audimax übernehmen und soll, nach mehrfacher Verschiebung des Termins, zum Sommersemester 2017 in Betrieb genommen werden (der Probebetrieb läuft bereits). Das Audimax wird damit entlastet und in seiner Rolle als größtes Hörsaalgebäude abgelöst – seinen Platz in der Geschichte der RWTH hat es aber jetzt schon sicher.

Mehr Informationen:

  • Zu Bau und Architektur des Audimax: Jahrbuch der RWTH Aachen (1955-56), S. 143-146, 161-163.
  • Zu Karl Schlüter: Alma Mater Aquensis (Band II 1964), S. 71-74.
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Blog des Hochschularchivs nun auch in Planet History!

Nachdem in einem Beitrag für das Redaktionsblog von Archivar Klaus Graf, der die Archivblogs vorstellte, auch unser Weblog, das älteste Archivblog im deutschsprachigen Raum, genannt wurde, hat Michael Schmalenstroer uns in seinen Aggregator Planet History aufgenommen. Damit können jetzt die Besucher des Planet History oder diejenigen mit einem RSS-Feed der Seite auch die Meldungen des Hochschularchivs im Kontext mit vielen anderen Geschichtsblogs lesen.

Mit einem Entwurf der Neujahrsrede Rektor Hans-Dieter Ohlenbuschs aus unseren Beständen wünschen wir abschließend allen Lesern ein frohes neues Jahr!

12144_NeujahrsredeRektor1986

Sig.: Akte 12144

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Archivkalender 2017

Wie in jedem Jahr haben wir auch für 2017 einen Kalender mit Dokumenten und Fotos aus unseren Beständen zusammengestellt.

Hier kann der Archivkalender als PDF kostenlos heruntergeladen werden. Des Weiteren gibt es die Möglichkeit, den Kalender gegen einen kleinen Unkostenbeitrag bei uns zu bestellen.

Das Deckblatt des Archivkalenders für das Jahr 2017

Das Deckblatt des Archivkalenders für das Jahr 2017.

Wer jedoch noch einen tieferen Einblick in die Bestände des Hochschularchivs erlangen möchte, dem sei unsere Google+ und Facebookseite ans Herz gelegt, auf der wir jeden Freitag ein Bild aus unseren Beständen veröffentlichen.

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Praktikumsbericht: Alte Quellen, neue Methoden – Von Paläographie bis Internetrecherche

Zehn Wochen lang verbrachte ich einen bedeutenden Teil meiner Zeit im Hochschularchiv der RWTH Aachen. Grund dafür war ein Pflichtpraktikum im Rahmen des Studiengangs Literatur- und Sprachwissenschaft, für welches mir das Archiv ein geeigneter Ort erschien. Schließlich geht mit dem Interesse an Literatur auch eine natürliche Faszination für alte Schriftstücke und sonstige Quellen einher. Ein paralleles Informatikstudium brachte dazu noch die Beschäftigung mit der Aufbewahrung, Kategorisierung und Nutzung von Informationen mit sich. Im Archivwesen überschneiden sich diese verschiedenen Sphären, weshalb ich mich auf Empfehlung einer früheren Praktikantin für das Hochschularchiv entschied.

Die Organisation des Praktikums von Seiten des Archivs erwies sich als exzellent. Gerade für eine Institution mit so wenigen Beschäftigten und beschränkten Mitteln war die Betreuung hervorragend, der Überblick über die mehr und weniger alltägliche Arbeit im Archiv umfassend und die für mich angedachten Tätigkeiten interessant. Grundlage für den instruktiven Teil des Praktikums bildete ein Katalog von Modulen und obligatorischen Aufgaben, durch die ich neues Wissen und neue Fertigkeiten erlangen und diese anschließend praktisch erproben konnte. Auf diese Weise bekam ich einen Einblick in die verschiedensten Bereiche mit denen die Archivarbeit verbunden ist: Vom Archiv- und Urheberrecht, über das Bewerten, Verzeichnen, Erhalten und Digitalisieren von Akten und Fotos, bis hin zu Paläographie (dem Lesen alter Schriften), Internetrecherche, Websitegestaltung und Videobearbeitung.

Besonders die Module zu Paläographie und Internetrecherche möchte ich hervorheben. Im Laufe von anderthalb Stunden versetzte mich die Einführung in die Paläographie in die Lage, ein handgeschriebenes Dokument aus dem 16. Jahrhundert (wenn auch mühsam) zu entziffern, wo sich mir vorher nicht mehr als vereinzelte Buchstaben erschlossen. Und auch bei der Anleitung zur Internetrecherche, in der ich mich vorher durchaus als versiert einschätzte, lernte ich einige neue Kniffe und spezialisierte Dienste kennen, auf die ich in Zukunft sicherlich gerne zurückgreifen werde. Dies sind nur zwei Beispiele für Dinge, die man im Rahmen eines Praktikums im Archiv lernt, welche aber auch unabhängig von dem spezifischen Feld des Archivwesens interessant und hilfreich sind.

Allerdings habe ich im Archiv nicht nur Neues gelernt, sondern hatte zahlreiche Aufgaben und war in sämtliche Arbeitsabläufe des Archivalltags eingebunden: Die Recherche in Findmitteln, das Auffinden und Reponieren von Akten in den Magazinen, die Beantwortung von Benutzeranfragen, die Betreuung der Website und Social-Media-Präsenz des Archivs, das Verfassen von Artikeln und kürzeren Beiträgen zu bestimmten Archivalien, das Verzeichnen neuer Abgaben, das Umbetten neuer und alter Akten in archivgerechte Aufbewahrungsmappen und mehr – die Aufgaben waren zahlreich und vielfältig. An allem durfte ich selbstständig und mit einem Vertrauensvorschuss arbeiten und fühlte mich von Anfang an als Teil des Teams.

Die Arbeitsatmosphäre war dabei stets angenehm und gesellig, bei Fragen war stets eine Ansprechperson verfügbar und nach einigen Wochen hatte ich eine gute Vorstellung von den wichtigsten Aspekten der Archivarbeit. Unabhängig davon, ob ich meine Zukunft im Bereich des Archivwesens sehe, habe ich viel gelernt und bin mit meinem Praktikum sehr zufrieden. Auf dieser Basis kann ich das Hochschularchiv der RWTH als Praktikumsgeber wärmstens weiterempfehlen und bedanke mich beim Team für die schöne Zeit.

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Kalenderbild Dezember: Weihnachten im Magazin

Zur Einstimmung auf die Weihnachtszeit bietet das diesjährige Kalenderbild für den Dezember einen Einblick in ein Magazin des Hochschularchivs, inklusive festlicher Dekoration.

Dezember

Während Sie bei der Recherche im Archiv oft nur mit Findmitteln, ausgewählten Archivalien und unserem Team zu tun haben, bleiben die Magazine den meisten Augen verborgen. Es gibt aber auch die Möglichkeit sich bei einer Führung durch die Magazine einen Eindruck davon zu verschaffen, wie die Bestände des Archivs gelagert sind. Diese Gelegenheit besteht beispielsweise am Tag der Archive und dem Tag des offenen Denkmals.

Bei den Zahlen auf den abgebildeten Kartons handelt es sich übrigens nicht um einen überdimensionierten Adventskalender, sondern um die Signaturen der enthaltenen Archivalien, welche Sie zum Beispiel bei der Suche über unsere Online-Findmittel ermitteln können.

Das Team des Hochschularchivs wünscht einen entspannten Dezember und — später im Monat — frohe Feiertage!

PS: Auch im nächsten Jahr wird es wieder einen Kalender geben. Mehr Informationen dazu folgen in Kürze.

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Wie das so lief, im Hochschularchiv

schriftzugFür mein Studium der Gesellschaftswissenschaften war ich auf der Suche nach einem Platz für ein Pflichtpraktikum. Durch eine Empfehlung von außen wurde ich dann auf das Hochschularchiv der RWTH als Praktikumsgeber aufmerksam gemacht. Nach eifriger Recherche auf ihrer Internetseite habe ich mich schließlich beworben und hatte von Anfang August bis Ende Oktober 2016 die Möglichkeit, mein Praktikum im Archiv zu absolvieren. Ich wurde herzlich ins Team aufgenommen, und aus dieser schönen Zeit kann ich eine Menge für die Zukunft mitnehmen.

Der erste Tag begann mit einer Einführung, wo alle Räumlichkeiten gezeigt und ein Überblick über das Arbeitsfeld gegeben wurde. Das Archiv verfügt über zwei Büros und einen Benutzerraum mit Bibliothek. Den wichtigsten Teil aber machen die Magazine aus, das sind die Räume, in denen die Archivalien gelagert werden. Am nächsten Tag ging es dann schon mit der eigentlichen Arbeit los. Ich durfte mit einer Anfrage, die per E-mail gekommen war, beginnen. Dazu habe ich dann recherchiert und die mir erklärten Methoden angewandt. Die Beantwortung von Anfragen gehört mitunter zu einer der Hauptaufgaben im Archiv, da sie auch immer zeitnah erledigt werden sollten. Die Anfragen unterscheiden sich in ihrem Arbeitsumfang, von kleinen bis großen Anfragen ist alles dabei. Aber trotzdem stellt diese Aufgabe nur eine neben vielen dar.

Für jeden Praktikanten gibt es eine Liste an Modulen und obligatorischen Aufgaben. Diese dienen dazu, einen in alle Bereiche einzuarbeiten und das Arbeitsfeld im Archiv näherzubringen. Eines der Module beschäftigt sich beispielsweise mit der Paläographie, der Lehre von alten Schriften. Da gibt Herr Graf, gelernter Archivar und Geschäftsführer, einem das Handwerk, alte Handschriften lesen zu können, mit auf den Weg. Natürlich unterscheiden sich die Schriften mit der Zeit immer wieder, aber das Aneignen neuer Buchstaben fällt durch diese Grundlage wesentlich leichter. Durch dieses Mittel kann man den Schätzen des Hochschularchivs viel mehr entnehmen. Am Anfang scheint es schwer und unübersichtlich, hat man sich aber einmal eingearbeitet, fällt es immer leichter. Genau wie beim Umbetten von Akten zu der Bestandserhaltung: Bei diesem Modul geht es darum, die Akten in einen Zustand zu versetzen, der sie für die Zukunft verwahren soll. Das heißt, es werden alle Mittel aus den Akten, die den in der Akte enthaltenen Dokumenten schaden können, entfernt. Dazu gehören das Befreien von Metallklammern und Plastik mit Weichmachern, die Wiederherstellung des Papiers, die Entfernung von Dreck, Falten und Eselsohren. Die Archivalien werden schließlich bis zum „Ende des Universums“ aufbewahrt, wie Herr Graf es so schön formuliert hat.

Auch kann man aus dem Praktikum viel für das Studium mitnehmen. Das Modul Recherchemöglichkeiten bietet neben anderen Modulen überraschende Möglichkeiten, die einem beispielsweise bei der Bearbeitung einer Hausarbeit weiterhelfen können. Auch die Öffentlichkeitsarbeit für das Archiv kommt nicht zu kurz. Ob Facebook, Google+, YouTube oder die Homepage des Archivs – es gibt viele Seiten zu pflegen. Einmal im Monat gibt es dazu ein neues Kalenderbild, und jeden Freitag wird ein Bild auf Grundlage eines Fotos oder Dokuments aus den Beständen, der sogenannte „Bilderfreitag“, veröffentlicht. Dabei kann man gut die gelernten Tricks vom Recherchieren anwenden, seine Ausdrucksweise verbessern und lernt stets durch die Rückmeldung der Kollegen was dazu. Die Arbeit im Archiv besteht also nicht nur darin, Dokumente für die Nachwelt zu verwahren, sondern sie auch zu teilen.

Bei Recherchen kann einem ein Bild oder ein interessantes Dokument ins Auge fallen, was man später noch einmal verwenden könnte. So ist es möglich, sich kreativ einzubringen, und das Archiv ist immer offen und freut sich über neue Anregungen. Durch diese Praxis erfährt man selbstständiges Arbeiten und bekommt so mit der Zeit eine Routine rein, wobei man trotzdem immer was Neues entdeckt und es nie langweilig wird. Mein Wissen aus einem Excel-Kurs, den ich im Rahmen der Uni absolviert hatte, konnte ich für das Erstellen von Übersichten anwenden und so vieles wiederentdecken und neu erfahren.

Beim Tag des offenen Denkmals war ich ebenfalls dabei. Da konnten sich die Besucher das ehemalige Regierungsgebäude ansehen und etwas über seine Geschichte erfahren, sowie einen Blick in die Räume und die Arbeit des Archivs bekommen. Ich war als Fotografin tätig. Das Aufgabenrepertoire ist also sehr groß und man bekommt einen breiten Überblick in die Arbeit eines Archivs. Erst durch praktische Möglichkeiten kann man sich verbessern. Die Zeit im Archiv hat mir sehr gut gefallen, und ich kann nur jedem raten, der auf der Suche nach einem Praktikumsplatz ist und Erfahrungen in einer spannenden Tätigkeit sammeln möchte, sich hier zu bewerben. Die Arbeit im Archiv hat nicht den verstaubten Charakter, der ihr nachgesagt wird, sondern bietet eine breites und interessantes Arbeitsfeld.

Die Unsicherheit vom Anfang ist schnell verflogen, da die Mitarbeiter sehr nett und hilfsbereit sind, man kann immer fragen, wenn man mal nicht weiter weiß. Der Austausch mit den Kollegen war immer hilfreich. Schnell übernimmt man Verantwortung und wird Teil des Teams. Ich werde die Zeit sehr vermissen, auch den süßen Chihuahua Franz, der stets gute Laune mitbringt und mit seinem süßen Hundeblick jeden um den Finger wickelt. Ich bedanke mich herzlichst für die schöne Zeit und wünsche dem Hochschularchiv und all seinen Mitarbeitern alles Glück und Gute für die Zukunft.

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Der Aufstieg des Professor Haase – Kalenderbild November

Das Kalenderbild für den November zeigt ein Foto des Labors der Physikalischen Chemie. Es zeigt mehrere Studenten und Dozenten bei ihrer Laborarbeit.

Chemisches Laboratorium

Chemisches Laboratorium (Sig. 2.4.3 f)

Der Lehrstuhl für Physikalische Chemie wurde 1906 in Aachen als Lehrstuhl für „Theoretische Hüttenkunde und Physikalische Chemie“ gegründet, allerdings erst 1934 als eigenständiger Lehrstuhl von der Hüttenkunde separiert und neu eingerichtet. Die Physikalische Chemie forscht an der Grenze von Chemie und Physik und wendet im Besonderen Methoden der Physik auf Objekte der Chemie an.

Leider sind weder der exakte Aufnahmepunkt des Fotos noch die abgelichteten Forscher zu identifizieren. Jedoch lässt sich sagen, dass das Foto in den 1960er Jahren entstanden sein muss.

Diese Jahre gehören allerdings zu der Zeit, in der Rolf Haase für die RWTH tätig war. 1953 aus Berlin nach Aachen umhabilitiert, war er zunächst Privatdozent, bevor er 1957 zum Außerplanmäßigen Professor am Lehrstuhl der Physikalischen Chemie ernannt wurde. In seiner Laufbahn an der RWTH war er ab 1964 außerordentlicher und ab 1968 bis zur Emeritierung 1986 ordentlicher Professor. Des Weiteren bekleidete er 1960-62 und 1969-70 das Amt eines Wahlsenators.

Prof. Dr. Rolf Haase machte sich mit Arbeiten und Beiträgen rund um die Thermodynamik einen Namen. So erhielt er 1958 von der Deutschen Bunsen-Gesellschaft für Physikalische Chemie den Nernst-Haber-Bodenstein-Preis. Rolf Haase starb 1997 im Alter von 78 Jahren in Aachen.

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Kalenderbild Oktober: Das Relief des Bergbaugebäudes

Fotosammlung 9.3.al

Fotosammlung 9.3.al

Das Kalenderbild im Monat Oktober ist eine Postkarte von 1904 aus unserer Postkartensammlung und stellt das Bergbaubegäude der RWTH dar. 1897 noch unter dem Namen „Bergbauakademie“ eingeweiht, ist auch heute noch die Wüllnerstraße 2, als „Institut für Bergbaukunde“, zentrale Anlaufstelle für Studierende des Bergbaus. Auf dem Bild nur schwer zu erkennen, sind die Reliefs jeweils links und rechts des Haupteinganges. Diese wurden mit Bau des Gebäudes 1896 von Karl Krauß angebracht. Karl Krauß, 1859 in München geboren, war Bildhauer des Historismus und wurde 1889 als Dozent für „Modellieren und Bossieren“ an die RWTH berufen; 1997 erhielt er den Professortitel. Neben den Reliefs zählen weitere bedeutende Kunstwerke im Aachener Raum zu seinen Werken. Darunter 1904 ein Bahkauv-Denkmal, das jedoch im 2. Weltkrieg eingeschmolzen wurde und daher nicht erhalten ist, 1906 verschieden Büsten für den Aachener Bismarckturm und eine Büste des damaligen Rektors Friedrich Heinzerling der RWTH, sowie die Mitgestaltung des Aachener Rathauses. Die Reliefs sind jedoch mit Hinblick auf das Gebäude, an dem sie angebracht sind, besonders interessant. Sie schildern den Ablauf eines Bergbau-Projekts.

https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Krau%C3%9F#/media/File:Aachen_Bergbaugeb%C3%A4ude_Reliefs.jpg  CC BY-SA 3.0

https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Krau%C3%9F#/media/File:Aachen_Bergbaugeb%C3%A4ude_Reliefs.jpg CC BY-SA 3.0

Bei beiden Reliefs ist zentral eine geflügelte Figur zu erkennen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist dies die heilige Barbara, Schutzpatronin des Bergbaus. Ihr Attribut, der dreifenstrige Turm, ist in der rechten oberen Ecke des linken (im Bild hier obrigen)Reliefs dargestellt. Dieses lässt darauf schließen, dass das erste Relief über Tage stattfindet. Ein weiterer Hnweis hierfür sind die links abgebildeten Männer in Anzügen, die etwas ausrechnen oder planen; vermutlich die Statiker des Projekts. Rechts dagegen sind schon Männer in Arbeiteruniform anwesend – die Statiker besprechen ihren Plan mit den Arbeitern. Die heilige Barbara ‚übergibt‘ quasi die Rechnung der Statiker an die Arbeiter und hält somit ihre schützende Hand über diese. Das zweite Relief zeigt die Arbeitsschritte unter Tage: Links das Ausmessen und rechts das Abtragen der Gesteinsschichten. Auch hierbei ist die Schutzpatronin zentral und ‚hilft‘ beim Abtragen. Ihre zentrale Rolle als Schützerin vor Unglück der Bergleute, indem sie die Berechnungen der Statiker überwacht, oder ihre Rolle als Begleiterin und Helferin der Bergleute, spiegeln ihre Funktion als Schutzpatronin wieder. Karl Krauß hat das Bergbaugebäude vielleicht, der Tradition gemäß, unter ihren Schutz stellen wollen.

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Ein Trip durch das ehemalige Gestapo-Gebäude: TdoD 2016

Der Tag des offenen Denkmals hat uns gestern eine große Anzahl an Besuchern beschert, über die wir uns sehr gefreut haben! Diese hatten sowohl einen Einblick in das Gebäude bekommen, als auch in die Arbeit des Hochschularchivs. Dazu ein Foto vor der Gedenktafel, die an die Separatistenaufstände im Jahr 1923 erinnern soll:

TdoD 2

 

 

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Der September ist Reiff: Korrespondenz aus dem Reiff-Museum

09_September

Akte 840

Transkription:

Aachen, den 5. Mai 1909

An seine Magnifizenz den Herrn Rektor hier

Ew. (Euer) Magnifizenz,

teile ich ergebenst mit, daß der Assistent am Reiffmuseum und der kunstgeschichtlichen Versammlung Herr stud arch (Student der Architektur) Johann Schuhmacher mit dem 30. April aus seiner Stellung ausgeschieden ist, da er seine Studien an der Universität Bonn fortsetzen will. An seine Stelle hat sich Herr Dr. Brinkmann aus Berlin zum Eintritt bereit erklärt und, da bei Beginn des Semesters eine Hülfe (Hilfe) für mich unentbehrlich war, die Stelle vorbehaltlich nachträglicher Genehmigung am 1. Mai angetreten. Ich bitte um Genehmigung desselben.

Der Professor für Kunstgeschichte

M. Schmid

Dieser Brief, bei dem es um Personaländerungen im Reiff-Museum geht, ist an den ehemaligen Rektor der Hochschule, Professor Wilhelm Borchers, gerichtet. Der Brief wurde verfasst von Professor Max Schmid (ab 1919/20: Schmid-Burgk), dem damaligen Professor für Kunstgeschichte und wichtiger Schlüsselfigur in der Geschichte des Reiff-Museums. Dieser übernahm 1894/95 die Stelle von Professor Vischer und begann damit seinen Hochschuldienst.

Franz Reiff, selber Professor und der Namensgeber des Instituts, schaffte sich eine umfangreiche Sammlung an Kunstwerken an, unter denen sich Originale, Kopien und Aquarelle von bekannten Künstlern befanden. Zu seinen bekanntesten Sammlungen gehörten unter anderem auch Werke von Tizian, Rubens und Rembrandt. Reiff war dabei selbst als Künstler tätig und nutzte das Kunstarsenal auch zur Vermarktung seiner eigenen Werke. Des Weiteren wurden die Sammlungen als Anschauungsmaterial für die Studierenden der Architektur genutzt. Reiff verstarb 1902 und hinterließ seine Sammlung testamentarisch der Hochschule. Dabei übernahm Professor Max Schmid-Burgk die Leitung und erweiterte den Bestand, zu dem auch Werke von Wassily Kandinsky wie „Der blaue Berg“ und „Improvisation24“, gehörten. Durch Schmid-Burgk wurde 1908 der Öffentlichkeit ein Zugang zu den gesammelten Werken möglich. Zur Eröffnung waren es eine Anzahl von ungefähr 300 Kunstwerken, davon 200 Kopien von Originalgemälden. Der Bestand änderte sich dabei aber immer wieder über die Jahre. Von 1909 bis 1925 organisierte Schmid-Burgk insgesamt 16 Ausstellungen. Ihm wird dabei auch ein besonderes Gespür für moderne Kunst zugesagt. Mit dem Tod Schmid-Burgks im Jahre 1925 fehlte dem Reiff-Museum ein für die Pflege der Sammlung beauftragter Leiter. Daraus folgten der Verkauf und die Verschenkung vieler Werke. Durch den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges gingen in den Folgejahren weitere Kunstwerke verloren und gerieten in Vergessenheit. Zudem sorgte eine nicht fachgerechte Aufbewahrung für weitere Verluste.

Der obige Brief ist in die Zeit einzuordnen, als das Reiff-Museum bereits für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden war. Der Bitte Professor Schmid-Burgks, den Platz des ehemaligen Assistenten Johann Schumacher durch den Doktor Albert Erich Brinkmann zu ersetzen, wurde schließlich durch Rektor Borchers zugestimmt. Zum Gedenken an Max Schmid- Burgk wurde 1928 unter anderem eine Büste im Reiff-Museum für ihn aufgestellt.

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