Weststadt statt Weltstadt: Hochschulstandort in der Krise. Der Erste Weltkrieg und das nahe Ende der RWTH

Dr. Mathias Mutz, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehr- und Forschungsgebiet Wirtschafts-, Sozial- und Technologiegeschichte der RWTH, hat für seinen Aufsatz: “Hochschulstandort in der Krise. Der Erste Weltkrieg und das nahe Ende der RWTH”, der in dem Sammelband “Weststadt statt Weltstadt. Aachens Grenzerlebnisse 1914-29″ der AKV-Sammlung Crous (Aachen 2014) im Hochschularchiv recherchiert und uns ein Belegexemplar zukommen lassen. Der Aufsatz bereichert die bisher aufgearbeitete RWTH-Geschichte um ein Kapitel, das wir gerne detaillierter vorstellen möchten:

Wenn man sich die Größe und Bekanntheit der RWTH heute ansieht, würde man nicht auf die Idee kommen, dass die Technische Hochschule nach dem Ersten Weltkrieg  kurz vor dem Aus stand. Vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs konnte die RWTH über Studentenmangel nicht klagen. Mit 815 Studierenden war das Wintersemester 1913/14 eines der studentenreichsten Semester in der Geschichte der noch jungen Hochschule. Grund dafür war unter anderem die hohen staatlichen Zuschüsse sowie die Zuwendung finanzstarker Mäzene, die sich auf eine kleinere Anzahl Studierender verteilte, als an anderen Technischen Hochschulen im Reich. Das gesteigerte gesellschaftliche Interesse an Technik führte zu Mehrausgaben und bereitete die Technisierung der Kriegsführung im Ersten Weltkrieg vor. Dies mag auch erklären, wieso Professoren in der allgemeinen Kriegsbegeisterung 1914 dazu aufriefen, sich zum Frontdienst zu melden. Diesem Aufruf folgten die Studenten auch in großer Zahl. Doch nicht nur das Humankapital der RWTH sollte für die Kriegsbestrebungen des Deutschen Reiches genutzt werden. Ersatzlegierungen für Platin und Aluminium wurden an der RWTH erforscht und finanzielle Investitionen in Form von Kriegsanleihen wurden getätigt. Auch die Gebäude der Hochschule wurden für den Krieg, in Form von Lazaretten, genutzt und vom Hochschulpersonal mit einem Sanitäts -und Pflegedienst geführt. (Zum Ersten Weltkrieg siehe auch unsere Ausstellung und die Magisterarbeit von Johanna Zigan.)

Nach dem Ersten Weltkrieg befand sich die Technische Hochschule am Scheideweg. Einerseits kämpfte man um die Gleichstellung mit den Universitäten, andererseits musste man mit den Besatzungstruppen, die auch Gebäude der Hochschule besetzten, umgehen. Das Verhältnis zwischen der Hochschule und den Besatzern war gespannt und von Schikanen der Besatzungstruppen geprägt. Drei von fünf TH-Abteilungen wurden von belgischen Besatzungstruppen beschlagnahmt, an einen normalen Hochschulalltag war nicht mehr zu denken. Der Unterricht wurde dank dem Engagement des Rektors, Friedrich Klockmann, provisorisch wieder aufgenommen. Erst Anfang 1920 konnte die TH eine „Befreiung“ der Hochschulgebäude vermelden. Nun konnte man sich auch eingehend der Aufwertung der Hochschule widmen. Die militärtechnologischen Möglichkeiten hatten den Wert der technischen Fächer offenbart, das Interesse an diesen war ebenso wie der Bedarf an Ingenieuren gestiegen. Daher war eine Neuausrichtung des technischen Bildungswesens unerlässlich. Das Studienangebot wurde um die gesellschaftswissenschaftlichen Fächer, respektive Geschichte und Soziologie, erweitert, um eine Diversifizierung des Themenspektrums zu bieten und den technisch geprägten Studenten eine Horizonterweiterung zu ermöglichen. Der Reformversuch, der als „Aachener Vorstoß“ in die Geschichte eingehen sollte, umfasste die Umstrukturierung der Hochschule in sechs Fakultäten sowie eine stärkere Einbeziehung der Studenten und wissenschaftlichen Mitarbeiter. Die Reformen kamen allerdings ins Stocken. Kurzzeitig dachte man im preußischen Kultusministerium sogar ernsthaft über die Schließung der Technischen Hochschule nach. Erst die wachsende Bedeutung als „Grenzhochschule“ und die damit verbundene Sonderrolle Aachens bewahrte die Technische Hochschule vor diesem Schicksal.

Einen letzten Konflikt musste die Hochschule mit 2.1.8_bder Stadt austragen. Es ging vor allem um die Beziehung der Stadt zur Hochschule und inwiefern diese bereit war, in die Hochschule bzw. die Schaffung eines für Studenten günstigen Klimas zu investieren. Es lief im Prinzip auf ein quid pro quo hinaus: Das Hochschulpersonal und die Studierendenschaft erhöhten die Kaufkraft, dafür erwartete man jedoch auch Gegenleistungen. Den Bau einer Mensa und die Gründung des AStA waren die Konsequenz. Auch die Belieferung der Technischen Hochschule mit Wasser, Strom und Gas zu Großkundenpreisen war ein Ergebnis dieser Einigung. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die große Krise der Technischen Hochschule in Aachen auch gleichzeitig als Chance zu verstehen war. Obwohl das Überleben dieser Institution am seidenen Faden hing, schaffte man mit langfristiger Planung und Durchhaltewillen den Erhalt der Hochschule.

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Die Suche nach der Musterstudienordnung

Als Mitarbeiter eines Archivs sehen wir unsere erste Pflicht darin, die bei uns gelagerten Bestände für die Öffentlichkeit so gut wie möglich zugänglich zu machen. Natürlich achten wir dabei auf Sperr- und Schutzfristen, aber die Anliegen der BürgerInnen und ForscherInnen liegen uns besonders am Herzen.

Vor einer Woche erreichte uns eine Anfrage von der Bibliothek der Uni Bochum. Eine Studentin hatte per Fernleihe eine Veröffentlichung der RWTH von 1974 bei der WLB Stuttgart bestellt und bekam die Nachricht, dass das Exemplar verloren gegangen sei. Da die “Musterstudienordnung: vom Senatsausschuß für Lehre als Senatsvorlage beschlossen am 15. Januar 1974″ von der RWTH veröffentlicht wurde, war es naheliegend, bei uns nachzufragen, ob in unseren Beständen ein Exemplar zu finden sei. Dies erwies sich eigenartigerweise als unzutreffend. Schlimmer noch: An der gesamten RWTH, also auch in der Universitätsbibliothek, war auf Anhieb nichts zu finden. Es begann eine Suche mit E-Mail-Verkehr Bibliotheken in NRW und das Institut für Hochschulforschung in Bayern. Ohne Erfolg.

Gestern allerdings schickte uns unsere Universitätsbibliothek einen Scan der gesuchten Musterstudienordnung zu, den ein Mitarbeiter über seine Kontakte ausfindig machen konnte. Wir haben diesen natürlich direkt nach Bochum weitergeleitet, wo die Studentin nun mit der Auswertung beginnen kann. Hoffen wir nun, dass die “Musterstudienordnung : vom Senatsausschuß für Lehre als Senatsvorlage beschlossen am 15. Januar 1974. Aachen : Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule, 1974″  (PDF) nie mehr verloren geht und künftig auch über die Bibliothek der RWTH bestellbar ist.

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Praktikumsbericht

Mein Weg zum Hochschularchiv der RWTH Aachen war eher unüblich. Anders als die meisten Praktikanten, die im Rahmen ihres Bachelor-Studiengangs ein Pflichtpraktikum von 6-8 Wochen ableisten müssen, um einen entsprechenden Schein zu erwerben, hatte ich mein Master-Studium bereits beendet und befand mich in der Wartezeit zwischen dem Einreichen der Abschlussarbeit und der Mitteilung des Ergebnisses.

Zur beruflichen Orientierung bewarb ich mich um einen Praktikumsplatz im Hochschularchiv. Ich erhoffte mir dadurch herauszufinden, ob eine Tätigkeit im Archivwesen für mich bzw. vielmehr ob ich für diese geeignet sei. Nach drei Wochen Mitarbeit in den unterschiedlichsten Bereichen kann ich mit Überzeugung festhalten: Ja, unbedingt!

Herr Dr. Graf brachte mir in seinen Modulen die professionelle Internetrecherche, Grundzüge des Urheberrechts sowie den zentralen archivarischen Aufgabenbereich Bewertung näher. Aufgrund der Kürze meines Praktikums hat er mir freundlicherweise angeboten, das Modul Paläographie, für das ich mich sehr interessiere, zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen, worauf ich gerne zurückkommen werde. Auch das gesamte Team hat mich ausgesprochen freundlich und kollegial aufgenommen, all meine Fragen beantwortet und mich vom ersten Tag an selbständig arbeiten lassen. Zwar habe ich nicht alle, aber doch die meisten der von den studentischen Hilfskräften angebotenen Module absolviert, wie zum Beispiel Bestandserhaltung oder Einführungen in das Programm Midosa XML und die Registratur. Zudem durfte ich mehrere Nutzeranfragen bearbeiten, was wegen der Bandbreite an Anforderungen besonders abwechslungsreich war – so beantwortete ich etwa die Anfrage einer US-Amerikanerin, die Ahnenforschung zu ihrem deutschen Urgroßvater betrieb. Daneben erhielt ich auch Einblick in das alltägliche, manchmal mühsame Geschäft des Verzeichnens und Umbettens von Akten, habe das elektronische Findbuch korrekturgelesen, am jährlichen Kalender mitgearbeitet und einen sogenannten „Bilderfreitag“ bei Facebook und Google+ erstellt, wobei mich die enorme Internetaffinität des Hochschularchivs überrascht hat.

Aufgrund der aktiven Teilnahme an sämtlichen Arbeitsabläufen eignet sich ein Praktikum im Hochschularchiv der RWTH Aachen besonders gut, um herauszufinden, ob die Arbeit im Archiv im Einzelfall ein erfüllender Beruf sein kann. Nach meiner Einschätzung braucht es neben der Liebe zum geschriebenen Wort vor allem Genauigkeit, Sorgfalt, Organisationstalent, Kommunikationsfreude sowie gute PC- und Internet-Kenntnisse. Ich persönlich habe erkannt, dass sich ein Geschichtsstudium und Erfahrungen im Bereich der Justizverwaltung sehr gut ergänzen, wenn man im Bereich des Archivwesens tätig werden möchte. Zusätzlich gibt es auch noch die Möglichkeit der postgradualen Fernweiterbildung an der Fachhochschule Potsdam. Danke an das gesamte Team für die gute Gelegenheit, Archivluft zu schnuppern!

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“Was ich schon immer mal wissen wollte…”

In meinen drei Jahren Tätigkeit als studentische Hilfskraft sind mir Fragen aufgefallen, die uns immer wieder gestellt werden. Daher wage ich hier einen Versuch, diese Fragen zu beantworten (einige grundsätzliche Fragen werden auch hier beantwortet):

1. “Ich brauche für [xxx] Studienbescheinigungen aus meiner Zeit an der RWTH. Können Sie mir die zuschicken?”

Unterlagen zu Studenten besitzen wir kaum bis gar nicht. Anhand unserer Matrikelbücher können wir – gerade in der Zeit von 1870-1960 – Studienzeiten und -fächer/Geburtsdatum und -ort/Konfession/Beruf des Vaters ermitteln. Eventuell finden wir Klausuren/Abschlussarbeiten/Diplomurkunden zu der betreffenden Person. Falls jene aber über das Studium hinaus nicht weiter an der RWTH tätig war, ist es sehr unwahrscheinlich, weitere Unterlagen (wie beispielsweise Studienbescheinigungen) bei uns zu finden. Bei Studienbescheinigungen hilft das Studierendensekretariat sicher weiter.

2. “Wie ist das mit der Recherche und der Einsicht der Akten geregelt?”

Da gibt es mehrere Möglichkeiten: Jeder kann vorab über unsere Online-Findmittel recherchieren. Telefonisch oder per Mail kann man uns natürlich auch bitten, nach Akten/Informationen zu suchen. In der Regel antworten wir noch am selben Tag. (Häufig wundern sich die Benutzer über die zeitnahe Antwort und bedanken sich für die “unerwartet rasche Bearbeitung”. Wir sehen das als selbstverständlich an!) Je nach Anfrage schauen wir die gewünschten Akten nach gesuchten Informationen auch durch und scannen ggf. die relevanten Dokumente (in geringen Mengen! Eine 200seitige Diplomarbeit ist keine geringe Menge!) ein. Die Scans sind KOSTENLOS! (auch das scheint nicht überall so zu sein, wenn man manch freudige Antwort der Benutzer nach Erhalt der Scans liest…) Handelt es sich um längere Recherchen (mehr als eine halbe Stunde) und kann die anfragende Person ohne größere Umstände vor Ort die Akten einsehen, bitten wir in der Regel um einen Termin, an dem die Akten hier eingesehen werden können. Öffnungszeiten stehen hier.

3. Einrichtung XY der RWTH fragt: “Wir versuchen bei uns Platz zu schaffen und möchten einige alte Unterlagen wegschmeißen. Oder haben Sie Interesse daran?”

Punkt a: Gut, dass Sie an uns gedacht haben (Stichwort Anbietungspflicht)! Punkt b: Ja, wir haben Interesse, denn schließlich sind wir dafür da, Unterlagen für die Nachwelt aufzubewahren! Eine kurze Nachricht per Mail (oder ein Anruf) über den Umfang und die Art der Unterlagen genügt und wir teilen zeitnah mit, ob wir die Unterlagen  übernehmen möchten. 

4. (Achtung, die Frage ist etwas zugespitzt formuliert und so noch nie gestellt worden!) “Person XY war im Jahr xxxx für zwei Wochen in Aachen, um beim Umzug der Großmutter zu helfen. Haben Sie dazu Unterlagen?”

In der Regel haben wir nur Unterlagen und Fotos, die irgendwie mit der RWTH und  deren Geschichte zu tun haben. Kommunal- oder Kirchenarchive, das Archiv der FH Aachen oder das Stadtarchiv können bei anderen Anfragen besser weiterhelfen als wir.

5. “Ich bin gar kein/e Student/in, würde aber trotzdem gerne ein Praktikum bei Ihnen machen. Geht das?”

Das geht auf jeden Fall! Einfach eine kurze Bewerbung mit Lebenslauf an uns schicken. Wir melden uns dann zeitnah. In der Regel bietet es sich an, vor dem Praktikumsbeginn in einem kurzen Gespräch mit Herrn Graf die Erwartungen an das Praktikum zu klären.

6. “Wir würden gerne mit unserer/m Fachschaft/Klasse/Verein eine Führung durch das Archiv machen. Geht das und was kostet der Spaß?”

Auch das geht! Wir bieten auf Nachfrage neben den obligatorischen Führungen am Tag des offenen Denkmals und am Tag der Archive Führungen an, bei denen wir unser Archiv, den Arbeitsalltag hier und einzelne Archivalien aus unseren Beständen vorstellen. Die Führungen sind KOSTENLOS; eine freiwillige kleine Spende für unsere Kaffeekasse nehmen wir natürlich gerne an.

7. “Was macht man eigentlich als studentische Hilfskraft in einem Archiv?”

Die Arbeit hier bei uns ist sehr vielfältig und momentan auf vier studentische Hilfskräfte verteilt. Die Website bearbeiten, Praktikanten betreuen, Akten restaurieren, verzeichnen, Herrn Graf beim Bewerten helfen, Weblogartikel schreiben, Anfragen beantworten, Videos für unseren Youtube-Channel drehen, unseren Kalender (mit)erstellen,  Neuigkeiten/den Bilderfreitag auf Facebook und Google+ posten, den Transport und die datenschutzgerechte Entsorgung von Akten organisieren, Führungen vorbereiten/halten, Präsentationen vorbereiten und auf Sissi und Franz (die Chihuahuas von Herrn Graf) aufpassen. Siehe dazu auch die Praktikumsberichte.

8. “Macht die Arbeit Spaß?”

JA!

Mal schauen, ob und wie sich der Fragenkatalog in der nächsten Zeit erweitert!

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Kalenderbild November: Umnutzung der RWTH im Ersten Weltkrieg

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Unser Kalenderbild für den Monat November zeigt den Antrag des „Vereins für Deutsche Frauenkleidung und Frauenkultur“ zur Nutzung eines Hörsaals vom 09. November 1917.
Aufgrund einer geplanten Ausstellung von Kinderkleidern und Arbeiten der Strumpf- und Schuhfürsorge bittet der Verein um die Nutzung eines Vorlesungssaales des Reiffmuseums (heute genutzt als Kunsthistorisches Institut und als Fakultät der Architekten), genauer, den Hörsaal für Kunstgeschichte Nr. 33.
Die Unterschrift auf dem Antrag stammt von Friedrich Klockmann, Rektor der RWTH von 1917 bis 1919. Klockmann wurde am 12. April 1858 in Schwerin geboren und promovierte im Jahr 1881 in Rostock zum Dr. phil und Dr. Ing.E.h. 18 Jahre später fungierte er als Professor der Mineralogie, der Petrographie und der Lagerstättenlehre als Ordinarius an der RWTH, zu dessen Rektor er im vorletzten Kriegsjahr des Ersten Weltkriegs ernannt wurde. Am 17.11.1937 verstarb Klockmann schließlich im Alter von 79 Jahren.
Dem Antrag des Rektors war am 08. November ein Schreiben vorangegangen, in welchem der Verein – vertreten von Frau Max Mehler – den Rektor zur Antragstellung an den königlichen Kommissar bat. Am 14. November schließlich erfolgte die Genehmigung der Raumnutzung durch ein Rückschreiben des Rektors an Frau Mehler.
In den Kriegsjahren 1914 bis 1918 erlebte die RWTH eine teilweise Umnutzung, ihrer frontnahen Lage und den räumlichen Kapazitäten. Da von den 800 Studenten, die die Universität bei Kriegsausbruch besuchten etwa 300 in den Krieg zogen, wurden Räume teilweise nicht mehr genutzt und gaben somit Potential zur Neunutzung her. In den übrigen Räumlichkeiten wurde der Hochschulbetrieb weitergeführt. (siehe Vorlesungsverzeichnis 1917/1918) Am 28. November des gleichen Jahres erfolgte die Aufforderung des Regierungspräsidenten an den Rektor der RWTH, bei Verleihung der Räumlichkeiten einen pauschalen Betrag von 50 Mark von den betreffenden Vereinen oder Personen zu berechnen, insofern es sich nicht um wohltätige Veranstaltungen handelt. Besagte Einnahmen sollten anschließend der Kasse für allgemeine Hochschulzwecke zugeführt und von dieser genutzt werden.
Im Anschluss an sein Schreiben erlaubt sich der Präsident allerdings die Bemerkung, dass er selbst eine solche Gebührenerhebung für nicht ratsam erachtet, da sie förmlich einem Mietverhältnis gleichkommen würde und die Erhebung für Strom-, Heiz- und Reinigungskosten wohl ausreichend seien.

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„Das Archivalieneigentum“ von Dieter Strauch

Das ArchivalieneigentumDieter Strauchs „Das Archivalieneigentum“ ist nun in zweiter Auflage erschienen. Sechzehn Jahre nach Erstveröffentlichung erscheint die Erweiterung dieses Werkes auch als notwendig, um der geänderten Gesetzeslage im Bereich des Archivwesens sowie der Rechtssprechung und der neuen Literatur zu dem Thema gerecht zu werden. Neu ist zum Beispiel die Behandlung der Stasi-Unterlagen im Hinblick auf die einschlägige Rechtsprechung.

Der spezifisch klingende Titel des Werkes täuscht über das vielfältige Themenspektrum des Buchs hinweg. Es werden weit mehr Themen behandelt als „nur“ die Frage nach dem Umgang mit Archivalieneigentum; der Leser erhält vielmehr ein Werk mit dem Anspruch, einen allgemeinen Einblick in das Thema Archiv und die damit verbundenen Fragen zu bieten. Besonders durch sein breites Inhaltsprofil, aber auch durch seine Aktualität erweist sich Strauchs „Archivalieneigentum“ als eine empfehlenswerte Anschaffung für alle Archivbibliotheken. Die Diözesan- und Dombibliothek hat uns freundlicherweise ein Exemplar geschenkt, wofür ihr herzlich gedankt sei.


Dieter Strauch: Das Archivalieneigentum. Untersuchungen zum öffentlichen und privaten Sachenrecht deutscher Archive. Zweite vermehrte und verbesserte Auflage, Sonderreihe 6, Köln: Diözesan- und Dombibliothek 2014. 24 Euro zuzüglich Versandkosten. Link zum Inhaltsverzeichnis: http://www.dombibliothek-koeln.de/publikation/sonderreihe/bd06_toc.pdf Link zur Errata Liste: http://archiv.twoday.net/stories/948991561/

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Ein 120 Jahre altes Zeugnis…

Der Enkel von Richard Schultz hat uns ein wertvolles Dokument seines Großvaters überlassen.

Abgangszeugnis 1894

Abgangszeugnis 1894

Richard Schultz war ein Semester als Hospitant an der RWTH im Studienjahr 1893/1894 eingeschrieben und bekam als solcher ein Zeugnis mit Angabe der besuchten Vorlesungen und Übungen. Knapp drei Monate besuchte er fünf Veranstaltungen der Fakultät IV – Bergbau/Hüttenkunde/Chemie mit dem Schwerpunkt Chemie. Trotzdem nahm er auch an der Veranstaltung “Einleitung in die Hüttenkunde” bei Professor Dürre teil. Zeugnis Schultz_1894vorlesungen Wir sind sehr dankbar, dass dieses Erinnerungsstück des frühen Studentenlebens in unsere Bestände gegeben wurde. Nach einer restauratorischen Überarbeitung kann es die nächsten Jahre (hoffentlich hunderte) im Hochschularchiv der RWTH betrachtet werden.

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Neue Öffnungszeiten

Ab nächster Woche haben wir wieder neue Öffnungszeiten.

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Praktikumsbericht

Mit dem Praktikum im Hochschularchiv wollte ich mein Interesse am Beruf des Archivars überprüfen. Sollte ich diesen Gedanken verwerfen, oder weiter verfolgen? Dazu wollte ich zunächst einmal Eindrücke sammeln.

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Video zum Tag des offenen Denkmals 2014

Unter dem Motto “Farbe” öffnete das alte Aachener Regierungsgebäude am Tag des offenen Denkmals wieder seine Türen. Die Archivführung und den Schwerpunkt Farbe haben wir auch in diesem Jahr wieder mit einem kurzen Video dokumentiert:

 

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Abschlussbericht

Das bedrohlich gegenwärtige Ende des Studiums wirft die Frage nach dem „Was nun?“ auf, auf die ich als Nicht-Lehramtsstudentin bisher noch keine genaue Antwort geben konnte. Die naheliegende Lösung bietet da natürlich ein Praktikum zur Orientierung im Berufsdschungel der unendlichen Möglichkeiten.

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Kalenderbild September: Theodor M. Schmitt und Hans von Schiller

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Am heutigen Bilderfreitag zeigen wir euch das Kalenderbild für den Monat September. Auf der Fotografie aus dem Jahre 1975 sind Theodor M. Schmitt, ehemaliger Lehrbeauftragter der RWTH, nebst Hans von Schiller, ehemaliger Luftschiffkapitän der deutschen Armee, zu sehen. Im Hintergrund finden sich u.a. ein Bild von Graf Ferdinand von Zeppelin und ein Modell des Luftschiffes LZ 127 ­– auch bekannt als „Graf Zeppelin“. Durch seine langjährige Anstellung beim Luftschiffbau Zeppelin in Friedrichshafen erwarb Schmitt die notwendigen Kenntnisse, die ihn 1938 nach Aachen und in das aerodynamische Institut der RWTH brachten. Infolge des zweiten Weltkriegs und den nach sich gezogenen Veränderungen für die Hochschule wechselte Schmitt zum Institut für allgemeine Elektrotechnik und setzte sich zudem an der Betriebsschule der Hochschule für die Ausbildung der Studenten ein. Als Leiter der Betriebsschule übernahm er als einzig Verantwortlicher die Ausbildung der etwa 3000 Studenten, von welchen 46 schließlich als Lehrbeauftragte der TH arbeiteten. Im Jahre 1976 wurde Schmitt aufgrund seines herausragenden Engagements, unter anderem auch aufgrund der Ausbildung von Hörgeschädigten, mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. „Die Zeit an der Aachener TH war eine schöne Aufgabe meines Lebens.“ Mit diesen Worten verabschiedete sich Theodor Maria Schmitt 1980 nach 45 Jahren von der RWTH . Die LZ 127 gehörte zu den Starrluftschiffen, also solchen Zeppelinen, welche aus einem kompletten Gerüst bestehen, wodurch die aerodynamische Form des Schiffes vorgegeben wird. Am 18.09.1928 wurde das Luftschiff schließlich fertiggestellt, nachdem zuvor 21 Monate benötigt worden waren, um es zu konstruieren. Die „Graf Zeppelin“ gewann in der Öffentlichkeit besondere Aufmerksamkeit aufgrund ihrer zahlreichen und spektakulären Fahrten: Als erstes ihrer Art bestritt die „Graf Zeppelin“ eine interkontinentale Fahrt (1928), umrundete die Welt (1929) und bereiste eine Woche lang den Nordpol (1931). In seinem langjährigen Einsatz fuhr das Luftschiff knapp 1,7 Millionen Kilometer bei 590 unfallfreien Fahrten und 17.177 Fahrtstunden, denen erst im Jahre 1937 ein Ende gesetzt wurde. Grund hierfür war das bekannte Unglück des Luftschiffes „Hindenburg“. Zu diesem Zeitpunkt war Hans von Schiller Kapitän der „Graf Zeppelin“, welcher das bekannte Luftschiff sicher von seiner Fahrt nach Friedrichshafen zurücksteuerte und somit den unfallfreien Rekord des Zeppelins sicherte. Die „Graf Zeppelin“ wurde im Juli des gleichen Jahres in einer Luftschiffhalle untergebracht und fortan nicht mehr genutzt. Die RWTH ist auch heute noch stark mit der Thematik der Luftfahrtforschung verbunden. Den berühmtesten Vertreter kennt jeder Aachener Student wohl allein aufgrund der Gebäudebezeichnung: Theodor von Kármán. Zeppelin-Begeisterte können sich ausführlicher beim Verein für Zeppelin-Luftschifffahrt informieren oder im Zeppelin Museum selbst Ausstellungsstücke zu Thema Luftschifffahrt betrachten.

8.2.1. L

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Führung am Tag des offenen Denkmals

BlogVon Bismarck verschmäht, von den Nazis missbraucht, eine Existenz im Schatten von Stadttheater und Elisenbrunnen – das Alte Regierungsgebäude von Aachen. Versteckt, beinahe unsichtbar steht es am Theaterplatz 14 und ist vielen Aachenern unbekannt. Um etwas Farbe in diese eintönige Wahrnehmung zu bringen, möchten wir Ihnen das Alte Regierungsgebäude in einer Führung am Tag des offenen Denkmals vorstellen und Ihnen seine facettenreiche Vergangenheit eröffnen. Helfen Sie uns, das Gebäude wieder in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu bringen.
14.09.2014, 17.45 Uhr, Theaterplatz 14

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Paläographische Übung

Im Zusammenhang mit einer Anfrage konnten Mitarbeiter und Praktikanten ihre paläographischen Fähigkeiten unter realen Bedingungen testen. Im Praktikantenmodul “Paläographie” mit unserem Archivar Klaus Graf werden die gut lesbaren Übungstexte Buchstabe für Buchstabe transkribiert. Dieser Auszug aus einem Protokoll des Bauauschusses vom 11.07.1924 ist recht schwierig zu lesen, da es scheinbar in Eile verfasst wurde. Gemeinsam sind wir aber dem genauen Wortlaut auf die Spur gekommen. Die Transkription befindet sich unter dem Text, falls Sie Ihre paläographischen Fähigkeiten ebenfalls testen möchten.

Signatur: 540

Signatur: 540

m Folgenden die Transkription des Protokolls vom 11.7.1924 (Akte 540). Antrag Wentzel betr. Kriegerehrung

1. Der Bauausschuß stimmt dem Vorschlag zu, im Treppenhaus eine vorläufige Kriegerehrung in Gestalt von Namenstafeln aufzustellen. Die Herren Sieben, Schmied-Burgk, Hausmann erklären sich bereit über die Form dieser Ehrung Vorschläge zu machen, der Senat soll ersucht werden, Mittel für die Ehrung zu beschaffen.

2. Die endgültige Ehrung und die Wahl des end- gültigen Platzes dieser Ehrung soll weiteren Entschließungen vorbehalten bleiben.

3. Der Bauausschuß empfiehlt dem Senat, das Burger’sche Denkmal vorläufig an der Nordfassade des Sportplatzes aufzustellen in Verbindung mit einer Bepflanzung.

V.G.U.[Vorgelesen, Genehmigt, Unterschrieben]
Hausmann Rogoswki

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Praktikumsbericht

Zur beruflichen Orientierung und aus Interesse am Beruf des Archivars bewarb ich mich um ein freiwilliges Praktikum beim Hochschularchiv der RWTH. Da ich aber kein Student bin, war ich nicht sicher, ob das Hochschularchiv mich auch als Praktikanten annehmen würde. Doch dies stellte kein Problem dar, sodass ich mich freute, einen Einblick in aktive Geschichtsarbeit zu bekommen.

Das Praktikum ist in Module strukturiert, sodass jeder Praktikant einen Leitfaden erhält, den er zu erfüllen hat. Da gibt es zum Einem die Module bei Herrn Dr. Graf, die das theoretische Grundgerüst der Archivarbeit bilden, wie z.B. die archivarische Bewertung, das Archivrecht und das Urheberrecht, wobei mir aber besonders die beiden rechtlichen Module gut gefielen. Aber auch die studentischen Hilfskräfte geben Module, beispielsweise das Verzeichnen in der Archiv-Software MIDOSA XML, sowie das Umbetten und die Registratur und die Ablage von Akten. Unter Anleitung der studentischen Hilfskräfte konnte ich mich dann auch schnell in die verschiedenen Aufgaben des Archivs einarbeiten. Selbst wenn es mal zu Phasen kam, wo ein wenig Leerlauf herrschte, konnte ich mir auch selbstständig Aufgaben und Projekte suchen, die in der Form nicht im Modulkatalog vorgegeben waren. Durch das Veröffentlichen der wöchentlichen Bilderfreitage des Archivs auf Google + und Facebook und für den Weblogartikel konnte ich zudem an der Öffentlichkeitsarbeit des Archiv mitwirken. Aber auch das Beantworten von Anfragen bereitete mir viel Spaß.

Besonders zu betonen ist, dass das Arbeitsverhältnis zwischen den Kollegen sehr angenehm und freundschaftlich ist. Ich fühlte mich stets gut aufgehoben und geschätzt. Insgesamt kann ich ein Praktikum beim Hochschularchiv der RWTH daher nur empfehlen. Es ist zudem nicht nur für (Geschichts-)Studenten nützlich, sondern auch für Leute, die sich noch orientieren möchten. Letztlich konnte ich durch das Praktikum auch meine Entscheidung bekräftigen, dass mir ein Geschichtsstudium gefallen könnte.

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Kalenderbild August: Marxistischer Studentenbund Spartakus

Kalenderbild August: Marxistischer Studentenbund Spartakus

Akte 12913

Zum heutigen Bilderfreitag stellen wir unser Kalenderbild für den Monat August vor. Es handelt sich dabei um ein Flugblatt des Marxistischen Studentenbundes Spartakus Aachen von 1973 (Sign.: 12913). Der Marxistische Studentenbund Spartakus (kurz: MSB) bestand von 1971-1990 als bundesweiter Studentenverband in der Bundesrepublik Deutschland und galt als nahestehende Jugendorganisation der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP).

Die Anfänge des Marxistischen Studentenbundes gehen auf die politische Bewegung des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) zurück. Anfang 1969 kam es allerdings zu Auseinandersetzungen innerhalb der SDS. Schließlich trennte sich die traditionalistische Strömung von der SDS und schuf die Assoziation Marxistischer Studenten (AMS), bei der sich zunächst nur um einen lockerer Zusammenschluss einzelner Gruppierungen handelte.

Diese Gruppierungen schlossen sich am 21. Mai 1971 an der Uni Bonn zusammen und gründeten den Marxistischen Studentenbund Spartakus (MSB). Von da an gehörte der MSB zu den einflussreichsten Studentenverbänden in der BRD mit bundesweit zeitweise bis zu 6500 Mitgliedern. Ideologisch orientierte sie sich stark an die DKP. Bemerkenswert war zudem, dass ungefähr 60% der MSB-Mitglieder zugleich Mitglied der DKP waren. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion zog jedoch auch der MSB die Konsequenz und löste sich 1990 als bundesweiter Studentenverbund auf.

Bekannt war der MSB vor allem durch seine offene Feindschaft zum Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS), des Studentenverbandes der CDU/CSU. In diesem Kontext muss auch die Karikatur gedeutet werden. Dargestellt sind vier Hunde, die in einer Hundehütte eingepfercht sind. Die Hunde stehen jeweils für die Bundesparteien CDU und CSU, sowie für den Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), die traditionell eng mit den Wirtschaftsinteressen der CDU/CSU verknüpft ist. In der Bildebene vor der Hundehütte ist ein weiterer Hund zu erkennen mit dem Zettel „wählt RCDS“ und an der Hundehütte angekettet ist.

„Wenn wir an die Macht kommen, wird an den Hochschulen kurzer Prozeß gemacht!“ Mit diesem provokativen Ausspruch von Christian Schwarz-Schilling bezieht er sich thematisch auf den Radikalenerlass von 1972, der unter der Regierung von Willy Brandt verabschiedet wurde und den die CDU entschieden befürwortet hatte. In diesem Erlass wurde beschlossen, dass Menschen mit kommunistischen Überzeugungen nicht im öffentlichen Dienst tätig werden konnten und ihnen speziell die Verbeamtung verwehrt wurde. Betroffen davon waren nicht nur DKP-Mitglieder, sondern auch Mitglieder der Marxistischen Studentenbundes Spartakus und andere sozialistische Parteien, Studentenverbände und Gruppierungen.

Durch die Ankettung an die Hundehütte kann gedeutet werden, dass die RCDS als Studentenverband nicht selbstständig denkt und abhängig von der CDU/CSU ist. Mit der Sprechblase: “Was denn?” Wird der RCDS zudem eine gewisse Naivität in Bezug auf den Radikalenerlass nachgesagt. Insgesamt möchte die MSB also vermutlich aufzeigen, dass die RCDS durch die politische Bevormundung der CDU/CSU den Radikalenerlass befürwortet und mit diesem unselbstständigen Verhalten kein geeigneter Kandidat für das Studentenparlament der RWTH Aachen ist.

An der RWTH Aachen findet der Studentenbund erstmals Erwähnung in einem Aufruf zu einer öffentlichen Diskussion zum 16.12.1970 über die Freiheit der Wissenschaft an den deutschen Hochschulen (vgl. Sign.: N 0320). Erstmals trat der MSB dann zur Wahl des Studentenparlaments am 02.-05. Februar 1971 an. Am 09. Mai 1972 erreichte die MSB 2,9%. 1973 fanden Studentenparlamentswahlen sowohl zum Sommersemester als auch im Wintersemester statt. Dort erreichte die MSB am 29. Juni 1973 1,7% und verlor damit -1,2% der Stimmen im Vergleich zum Vorjahr. Trotz der Wahlniederlage der MSB konnte sich dennoch eine Mehrheit für eine sozialistische AStA-Bildung in einer Koalition aus den Basisgruppen und dem Sozialistischen Hochschulbund (SHB) finden. Zur Wahl am 07.12. 1973 konnten sie wiederum auf 3,16% erhöhen. Mit dieser Wahl verlor der sozialistische Flügel aber seine Mehrheit und konnte keine weitere AStA mehr stellen.

Weiterführende Links: Artikel vom Gründungsmitglied der AMS und MSB Michael Merks  von 2011 Artikel vom Spiegel von 1971, Mao Projekt

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Private Postkartensammlung dem Hochschularchiv überlassen

Das Hochschularchiv freut sich über einen neuen spektakulären Zugang zu den Beständen: Günter Breuer, langjähriger Mitarbeiter der Bibliothek der RWTH, hat dem Hochschularchiv ein in vielen Jahren zusammengetragenes Album überlassen: die wohl größte Postkartensammlung mit Motiven der RWTH. Die Motive zeigen Gebäude und Institute seit der Gründung der Polytechnischen Hochschule. Das Hochschularchiv besitzt nur wenige Postkarten. Wir danken Herrn Breuer herzlich für diesen wertvollen Vorlass.

Postkarte aus nachlass breuer_1919

Postkarte aus dem Breuer-Vorlass, 1919 beschriftet

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Ein Coverbild aus dem Hochschularchiv

Eines der ausdrucksstärksten Bilder unserer Fotosammlung (2.1.1_f) hat es auf den Titel der Veröffentlichung zum Jubiläum der Weinheimer Corps geschafft. Die Historische Kommission des WVAC e.V.  (Weinheimer Vereinigung Alter Corpsstudenten) hat zum 150-jährigen Jubiläum des Verbandes den Neubeginn der Weinheimer Corps nach 1945 aufgearbeitet. Die Corpschroniken und ein Fragenkatalog dienten zur Erhebung der Daten, die in elf Einzeldarstellungen zusammengestellt wurden.

Der SC (Seniorenconvent) zu Aachen wird von Ernst Schiffer in Zusammenarbeit mit dem Marko-Guestphalen – Marko-Guestphalia ist das älteste Corps in Aachen – Karl Heinrich Kühler vorgestellt, der eine Schilderung der Neuorganisation nach dem Zweiten Weltkrieg beiträgt (S. 213-248).

Das Titelbild des Bandes zeigt eine Ansicht aus dem Hauptgebäude der RWTH Aachen auf den Aachener Dom aus den Fenstern des ersten oder zweiten Stockes. Kurz nach dem Krieg aufgenommen, veranschaulicht es die Zerstörung der Stadt und der Hochschule durch die alliierten Bombenangriffe.

WSC

Neubeginn der Weinheimer Corps nach 1945 (Beiträge zu Geschichte des WSC). Hrsg. v. d. Historischen Kommission zum Jubiläum 150 Jahre WSC im Auftrag des Vorstandes des Weinheimer Verbandes Alter Corpsstudenten e. V. Dr. Marcel Hattendorf. Weinheim 2013.

Zur Rezension bei akadpress

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Die Schiffer- und Kaufmanns-Familie Schultes in Ulm und Heidenheim

Als Dank für unsere Hilfe bei seinen Recherchen hat uns Jürgen Arnold ein Exemplar seiner Monografie „Die Schiffer- und Kaufmanns-Familie Schultes in Ulm und Heidenheim“ zugesendet.

Belegexemplar SchultesBei diesem Buch handelt es sich nicht ausschließlich, wie der Autor anmerkt, um ein Familienporträt. Ebenso werden in dieser Monografie auch Themen mit lokalem oder regionalem Bezug aufgegriffen. So zum Beispiel das Leben von Wilhelm Schultes, zu dem der Autor uns im vergangenen Jahr kontaktierte.

Wilhelm Schultes war von 1943 bis 1948 Professor für Wärmewirtschaft sowie Direktor des Maschinenlaboratoriums, des Sprinkler-Laboratoriums und des Heizkraftwerkes an der RWTH Aachen und, wie der Autor anmerkt, „einer der bemerkenswertesten Vertreter der Familie“ (S. 266). Schultes trat 1933 der NSDAP und SA bei.

In seiner Darstellung zur RWTH Aachen in der NS-Zeit vertritt Ulrich Kalkmann die These, Schultes sei ein „fanatischer Nationalsozialist“ gewesen, da er nicht nur „politischen Eifer“ und „ideologische Grundlagen“ in der Ausführung seiner Lehrtätigkeit aufwies, sondern auch 1944 mehreren Hochschulmitarbeitern mit Verhaftung und Konzentrationslager drohte und dem Befehl der Sprengung des Heizkraftwerks der RWTH nachkam (wobei diese aber von zwei Angestellten verhindert wurde).

Arnold hingegen ist zu gegenteiligen Ergebnissen gekommen. Demnach soll Schultes nie intendiert haben, das Heizkraftwerk zu sprengen. Vielmehr half er dabei, wichtige Maschinenteile des Kraftwerks zu verstecken, damit der Betrieb nach dem Krieg schnellstmöglich wieder verrichtet werden konnte. Außerdem bezweifelt der Autor, dass es zu entsprechenden Drohungen gekommen ist. „Bewertend wird man feststellen können, dass Wilhelm Schultes seit 1933 ein Anhänger der nationalsozialistischen Ideen war. Sicherlich jedoch war er kein fanatischer Anhänger, der sich leidenschaftlich, unduldsam und rücksichtlos für den Nationalsozialismus einsetzte. Er war in erster Linie Wissenschaftler. Seinen Beruf nahm er ernst. Die Zeit, die ihm der Beruf übrig ließ, nutzte er als Schriftsteller der Fachzeitschrift. Das wurde von vielen Personen, auch solchen die sich im Entnazifizierungsverfahren äußerten, bestätigt. In diesem Zusammenhang ist wesentlich die Feststellung des Entnazifizierungs-Hauptausschusses, die Belastungen von Schultes seien nicht besonders schwerwiegend” (S. 275).

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1914 Mitten in Europa

Belegexemplar_1914 Mitten in Deutschland

Uns hat ein neues Exemplar für die Präsenzbibliothek erreicht:  Der Ausstellungskatalog “1914 Mitten in Europa. Die Rhein-Ruhr-Region und der erste Weltkrieg.” Dabei handelt es sich um den Katalog zur Ausstellung des LVR-Industriemuseums und des Ruhr Museums auf der Kokerei Zollverein 30. April bis 26. Oktober 2014. Neben dieser Ausstellung finden noch weitere Veranstaltungen und Exkursionen statt, um an den Beginn des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren zu erinnern. Auch das Hochschularchiv steuerte Leihgaben bei, um das Gedächtnis an die “Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts” aufrecht zu erhalten. Eine davon zeigt das Hauptgebäude der RWTH.

Leihgabe_2.1.1.b Hauptgebäude

Quelle: Hochschularchiv 2.1.1.b Hauptgebäude

 

Weitere interessante Leihgaben von uns und vielen weiteren Museen, Archiven und anderen Institutionen können in der Ausstellung bewundert und bestaunt werden. Zahlreiche weitere Hinweise zu Ausstellungen, die an den Anfang des Ersten Weltkrieges erinnern, befinden sich auf der Ausstellungswebseite.

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Was man nicht alles beim Verzeichnen findet!

Beim Verzeichnen von Personalakten machte unsere ehemalige Praktikantin Andrea Herzog eine spannende Entdeckung: Die ehemalige Bundesministerin für Bildung und Forschung, Annette Schavan, hat mit ihrer Personalakte als Lehrbeauftragte (Sign.: PA 9089) den Weg in unser Archiv gefunden.

Ein Eintrag im Vorlesungsverzeichnis vom Sommersemester 1982 (S. 330) belegt, dass Schavan in diesem Semester die Übung “Freiheit und Bindung” (2 Stunden, 19-20:30 Uhr donnerstags) am Lehrgebiet Katholische Theologie angeboten hat. Für das WS 1981/82 fehlt ein solcher Eintrag.

Informationen aus der Personalakte dürfen wir selbstverständlich noch nicht preisgeben, da in diesem Fall die Schutzfrist (§ 7 Absatz 1) des Archivgesetzes NRW greift, wonach personenbezogene Unterlagen erst 10 Jahre nach dem Tod der betreffenden Person einsehbar sind. Für Ausnahmen zu dieser Regelung verweisen wir gerne auf § 7 Absatz 6:

“(6) Die Nutzung von Archivgut, das Schutzfristen nach Absatz 1 und 4 unterliegt, kann vor deren Ablauf auf Antrag genehmigt werden. Bei personenbezogenem Archivgut ist dies nur zulässig, wenn

 1. die Betroffenen in die Nutzung eingewilligt haben,

2. im Falle des Todes der Betroffenen deren Rechtsnachfolger in die Nutzung eingewilligt haben, es sei denn, ein Betroffener hat zu Lebzeiten der Nutzung nachweislich widersprochen, oder die Erklärung der Einwilligung wäre nur höchstpersönlich durch die Betroffenen möglich gewesen.

3. die Nutzung zu benannten wissenschaftlichen Zwecken oder zur Wahrnehmung rechtlichen Interesses erfolgt und dabei sichergestellt wird, dass schutzwürdige Belange Betroffener nicht beeinträchtigt werden,

4. dies im überwiegenden öffentlichen Interesse liegt.”

Schavan PA 9089

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Kalenderbild Juli: YouTube-Channel des Hochschularchivs

An diesem Freitag präsentieren wir unser Kalenderbild des Monats Juli, einen Screenshot von unserem YouTube-Channel. Zu sehen ist ein Ausschnitt aus dem Video zu unserer im vergangenen Jahr stattgefundenen Ausstellung zur Architektur an der RWTH-Aachen.

Screenshot_Kalender_3_klein Am 3. Februar 2012 feierte der YouTube-Channel des Hochschularchivs seine Premiere mit einem Video zur Bestandserhaltung, präsentiert von unserer ehemaligen Mitarbeiterin Erika Haase. Nach drei weiteren Aufnahmen von unserer Führung zum Tag der Archive 2012 folgte eine Sendepause von circa einem Jahr. Im vergangenen Jahr kehrte mit dem oben angesprochenen Ausstellungsvideo wieder neues Leben in unseren Channel ein.

Unsere Videos sollen einen Einblick in unseren Arbeitsalltag geben. Dazu gehören Aufgabenbereiche wie beispielsweise Öffentlichkeitsarbeit, Bestandserhaltung oder – wie in unserem aktuellen Video – Impressionen aus der zehnjährigen Dienstzeit unseres Archivars Dr. Klaus Graf.

Zu unserem aktuellen Video wie zum Channel geht es hier lang.

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Neue Vorlesungsverzeichnisse

Ab heute gibts das Vorlesungsverzeichnis der RWTH (damals noch als Polytechnische Schule bekannt) von 1876-1877, sowie von 1879-1880 bei unseren digitalen Angeboten.

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Beitrag des Hochschularchivs im Jahrbuch des Historischen Instituts der RWTH

Auch dieses Jahr sind wir wieder mit einem Artikel im Jahrbuch des Historischen Instituts vertreten:

Karl der Große im Hochschularchiv? Von Maria Horn und Lars Voßen

Im Karlsjahr 2014 wird vermutlich kaum jemand auf die Idee kommen, seine Forschungen über Karl den Großen im Hochschularchiv zu tätigen. Damit mag er auch nicht falsch liegen, da die ältesten Archivalien in unseren Beständen aus den 1860er Jahren stammen und somit logischerweise kein zeitgenössisches Dokument über Karl den Großen dabei ist.

Erstaunlicherweise finden sich in unserem Archiv aber sowohl Dokumente zum Karlspreis als auch ansehnliches Bildmaterial zu den Preisträgern, den Urkunden und Medaillen. Weniger erstaunlich mag dies klingen, wenn man die engen Verbindungen des Karlspreises mit der RWTH kennt: Der Karlspreis wurde 1950 erstmals vergeben und steht unter dem Leitmotto, Menschen auszuzeichnen, die sich um die Idee Europas verdient gemacht haben. Die persönliche Vorliebe Karls des Großen Aachen gegenüber und die ihm zugeschriebene Rolle als erster Einiger Europas legten die Idee des Standortes und Themas nahe. Unter den 12 Gründungsmitgliedern von 1949 befand sich neben zwei Hochschulprofessoren auch Professor Dr. Wilhelm Müller, damaliger Rektor der Technischen Hochschule. Seither besetzt der Rektor der RWTH als eines der drei „geborenen Mitglieder“ einen Sitz im Direktorium der Gesellschaft und darf somit an der Auswahl des Karlspreisträgers teilnehmen.[1]

Aus dem Jahr der ersten Preisverleihung 1950 sind verschiedene Dokumente in unserem Archiv überliefert: ein Bild, das den Preisträger Richard Graf Coudenhove-Kalergi (Sign.: 8.4.1k) während der Veranstaltung zeigt, verschiedene Unterlagen im Vorlauf der Verleihung wie Einladungen, Organisatorisches und Zeitungsausschnitte (12155a) oder die Rede des Rektors bei der abendlichen Festveranstaltung (12139). Darin erklärt der Rektor die Wichtigkeit eines solchen Preises auch für eine wissenschaftliche Einrichtung wie der technischen Hochschule, deren Forschung auch vom Zusammenwachsen verschiedener Nationen abhängig sei.8.4.1_k

Vor allem in der Akte 12155a/b befinden sich ausschließlich Dokumente bezüglich des Karlspreises. Die Akte bietet allerdings keine kontinuierliche Überlieferung, nur vereinzelte Jahrgänge haben den Weg in unser Archiv gefunden. Lebensläufe der Preisträger, Zeitungsartikel zu dem Ereignis, Reden sind ebenso enthalten wie profane Organisationsangelegenheiten wie z.B. die Frage, wie viele der Senatsmitglieder kommen und mit welchem Verkehrsmittel sie anreisen – eigener Wagen, Mietwagen oder „Taxe“.

Auch die Dokumente in S4001 widmen sich so elementaren Angelegenheiten wie der Anweisung an Senatsmitglieder, für die Feierlichkeiten rechtzeitig ihre Talare bringen zu lassen. Ein Briefwechsel mit dem italienischen Botschafter von 1964 in demselben Archivale zeigt die internationale Bedeutung des Karlspreises.

Standortbedingt war und ist Karl der Große auch für Forschung und Lehre an der RWTH kein unbeschriebenes Blatt.

Zwei bedeutende Karlsforscher an der RWTH – besser gesagt deren Unterlagen  – haben bereits ihren Weg in unsere Bestände gefunden: Wolfgang Braunfels (1911-1987) und Max Kerner. Braunfels war insgesamt 12 Jahre an der RWTH tätig. Am 1. November 1953 wurde er zum Ordentlichen Professor für Kunstgeschichte berufen; ab dem Wintersemester 1959/60 war er bis zum Sommersemester 1961 zudem Dekan der Fakultät für Bauwesen. Seine Berufung  auf das Ordinariat für Mittlere und Neuere Kunstgeschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München beendete am 30. September 1965 seine Lehrtätigkeit an der RWTH. In der Schlussphase seines Wirkens war Braunfels maßgeblich an der Ausstellung Karl der Große – Werk und Wirkung beteiligt, die in Zusammenarbeit mit der Stadt Aachen konzipiert und vom 26. Juli bis zum 19. September 1965 im Rathaus von Aachen gezeigt wurde. Braunfels‘ Beitrag zu der Ausstellung zeigt sich unter anderem in seinen Aufsätzen „Die Pfalzkapelle Karls des Großen in Aachen“, „Der Aachener Hof und seine Kultur“ und „Karl der Große im Bildnis und Zeugnis der Zeitgenossen“, die alle im Jahr 1965 veröffentlicht wurden.[2] In unseren Beständen befinden sich zwei Reden von Braunfels aus den Jahren 1964 und 1965, in denen er die Konzeption der Ausstellung und eine kurze Biographie Karls des Großen vorstellt (AMA 64, S. 57-61/12164).

Zu Braunfels bekamen wir bereits im September des letzten Jahres eine wissenschaftliche Anfrage aus New York. Da wir seine Personalakte (1680) in unseren Beständen besitzen, konnten wir die Fragen zu seiner Zeit „vor der RWTH“, seinem Aufenthalt in Italien, erfolgreich beantworten. Die Personalakte enthält nämlich eine von Braunfels verfasste Aktennotiz (28.4. 1960): „Unmittelbar nach meiner Promotion, am 7.2. 1937, bis zu meiner Einberufung zum Wehrdienst am 16.6.1940, war ich in Florenz am dortigen Deutschen Kunsthistorischen Institut tätig.“ (1680) Dies deckt sich mit den Informationen aus seinem Personalbogen, in dem unter der Kategorie „Militärdienstzeit“ folgendes steht: „Eingezogen am 16. Juni 1940. Seit 1942 Leutnant in einer Funkkompanie. Soldat bis 8.5. 1945.“ (Ebd.)

Max Kerner sollte vielen Studenten am Historischen Institut durch Seminare und Vorlesungen ein Begriff sein. Ein Blick in den Instituts-OPAC, der beim Suchbegriff „Max Kerner“ unter anderem „Karl der Große und sein Schrein in Aachen“ und „Der verschleierte Karl“ als Ergebnisse ausspuckt, deutet bereits auf einen Forschungsschwerpunkt des Historikers hin.[3] Kerners Laufbahn an der RWTH begann bereits 1966 mit seiner Tätigkeit als wissenschaftlicher Assistent an unserem Historischen Institut, dem er bis zum heutigen Tag in verschiedenen Positionen „treu“ geblieben ist. Speziell zu seinen Anfängen besitzen wir mehrere Unterlagen: Sowohl sein abgeschlossenes Promotionsverfahren (9025) und die Promotionsurkunde vom 5. April 1971 (9028) als auch sein Habilitationsverfahren zwischen 1974 und 1978 (N 0112) wurden von uns bereits verzeichnet. Zwei Berichte in den Jahrbüchern der RWTH mit dem Titel „Der hochmittelalterliche Humanismus als kulturgeschichtliches Problem“ (AMA 73/74, S. 100-106) und „Zum Problem der mittelalterlichen Fälschung“ (AMA 75, S. 93-102) und einzelne Reden von Kerner zwischen 1986 bis 1989 (12145/12146/12148) runden unseren bisher verzeichneten Bestand zu ihm ab. Wir hoffen natürlich darauf, eines Tages weitere Unterlagen von Max Kerner zu erhalten, die uns die Möglichkeit geben, sein Schaffen an der RWTH für die Nachwelt noch weitreichender aufbereiten zu können.

Bereits jetzt können wir die Frage „Karl der Große im Hochschularchiv“ durchaus positiv beantworten –  1200 Jahre nach seinem Tod führen die Spuren des großen fränkischen Königs auch in unser Archiv. Wir sind gespannt, was bis zum nächsten Karlsjahr noch dazukommt.

3.2.1_ae

[1] Die Webseite www.karlspreis.de bietet viele Informationen, sowohl zum Preis als auch zu einzelnen Preisträgern.

[2] Biographische Angaben zu Braunfels bietet die GND via BEACON-Findbuch: http://beacon.findbuch.de/seealso/pnd-aks?format=sources&id=118514717. Auf unserer Homepage bieten wir unter Digitale Angebote auf der Seite GND-Nummern der Professoren/innen und Dozent/innen der RWTH 1870-1995 weitere GND-Nachweise zu den hier Lehrenden an.

[3] In unserer Präsenzbibliothek befindet sich außerdem der von Kerner mitherausgegebene Sammelband „Karl der Große und sein Nachwirken. 1200 Jahre Kultur und Wissenschaft in Europa“ (Sign. Aa Kar)

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(Deutsch) Kalenderbild Juni: Aquarell von Otto Gruber

Diesen Freitag zeigen wir euch ein Aquarell (Salzburg 1907) von Otto Gruber, unser Kalenderbild für Juni.

Aquarell Gruber

Salzburg 1907

Otto Gruber wurde am 16. Mai 1883 in Offenburg geboren und studierte Architektur an den Technischen Hochschulen in München und Karlsruhe.

In dem Jahr, als dieses Aquarell entstand, machte er seine Diplom-Hauptprüfung und schlug eine Beamtenlaufbahn als Regierungsbauführer bei Friedrich Ostendorf, dem damals führenden Architekten, ein. 1914 bis 1918 folgten seine Promotion zum Dr. Ing. und seine Habilitation in Karlsruhe. Ab 1928 war Gruber dann bis 1950 Ordinarius für Baukonstruktionslehre an der RWTH Aachen.

Von 1934 bis 1937 wurde er zum Rektor der RWTH berufen und ab 1938 war er zehn Jahre lang Prorektor. In seiner Antrittsrede zum Rektor 1934 gelobte er die Treue zu Adolf Hitler und förderte die „Nazifizierung“ des Hochschulwesens. 1937 trat er dann – wie viele seiner Zeitgenossen – in die NSDAP ein.

Gruber setzte sich verstärkt für den Ausbau der Hochschule ein. Unter seiner Leitung als Rektor wurde der Neubau des Instituts für Bildsame Formgebung, die Errichtung der Institute für Schweißtechnik und für Textiltechnologie, sowie der Beginn des Aulaneubaus veranlasst. Am 30. September 1950 emeritierte er und wurde ein J

ahr später zum Ehrensenator der RWTH gewählt, in Anerkennung seiner Dienste an der Hochschule.

 Gruber verstarb am 24. Januar 1957 in Aachen.

Seine Hauptarbeitsgebiete befassten die Baugefügeleh

re, die Baugeschichte des Mittelalters, die Westwerke deutscher Dome und die deutschen Bauern- und Ackerbürgerhäuser.

Als er am 12. Mai 1934 zum Rektor der RWT

H ernannt wurde, befasste er sich in seiner Rektoratsrede mit dem Thema „Über die Möglichkeiten einer Erziehung zur deutschen Baukunst“; er wollte sich von der herrschenden „baukünstlerischen Anarchie“ abwenden und darauf hinweisen, die Baukunst stattdessen wieder als deutsche Kunst zu betrachten.

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Seine Skizzenbücher und Zeichnungen galten als Vorbilder für den werdenden Architekten und verdeutlichen die zahlreichen Themenbereiche, mit denen Gruber sich befasste.

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(Deutsch) Die Technische Hochschule Hannover und der Entzug akademischer Titel in der NS-Zeit

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(Deutsch) Öffnungszeiten in der Pfingstwoche

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(Deutsch) Den Campus erkunden im Rahmen des Fahrradsommers 2013

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(Deutsch) Praktikumsbericht

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(Deutsch) Biographie Carl Walther

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(Deutsch) Praktikumsbericht

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(Deutsch) Neue Öffnungszeiten

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(Deutsch) Öffnungszeiten

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(Deutsch) Führung durch das Hochschularchiv

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