Kalenderbild Juni: „Festsetzung der Arbeitszeit von Beamten (1938)“

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Akte 13270

Die vom Rektor Alfred Buntru eingeführte Festsetzung der Arbeitszeit von Beamten aus dem Jahr 1938 geht auf das am 26. Januar 1937 erlassene Deutsche Beamtengesetz zurück. Ziel des Gesetzes war „[e]in im deutschen Volk wurzelndes, von nationalsozialistischer Weltanschauung durchdrungenes Berufsbeamtentum, das dem Führer des Deutschen Reichs und Volkes, Adolf Hitler, in Treue verbunden ist, bildet einen Grundpfeiler des nationalsozialistischen Staates. [Präambel]“

Neben Bestimmungen bezüglich des Beamtenverhältnisses sowie Gehorsamspflicht und Amtsverschwiegenheit enthielt das Gesetz unter anderem auch Bestimmungen bezüglich der Rechte und Pflichten der Beamten. So war es beispielsweise die Pflicht eines jeden Beamten „jederzeit rückhaltlos für den nationalsozialistischen Staat einzutreten und sich in seinem gesamten Verhalten von der Tatsache leiten zu lassen, daß die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei in unlöslicher Verbundenheit mit dem Volke die Trägerin des deutschen Staatsgedankens ist. (§ 3 Abs. 2)“

Für Juden hatte das Gesetz allerdings keine Gültigkeit, da diese bereits auf Grundlage des „Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ aus dem Beamtendienst ausgeschlossen wurde. Neben Juden wurden auch Frauen durch das Gesetz benachteiligt, da ihnen erst ab dem 35. Lebensjahr eine Stelle „auf Lebenszeit“ erlaubt war, wohingegen dies männlichen Beamten bereits ab dem 27. Lebensjahr gewährt wurde. (Vgl. § 28 Abs. 2)

Endgültig aufgehoben wurde das Gesetz mit der Einführung des Bundesbeamtengesetzes vom 14. Juli 1953.

(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_Beamtengesetz)

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Langzeitprojekt Magazinumgestaltung oder: Das große Schleppen

Auf unseren Facebook- und Google+ Accounts haben wir in den letzten Wochen und Monaten immer wieder das Projekt Magazinumgestaltung a.k.a. “Das große Schleppen” angesprochen. Mittlerweile können wir voller Stolz verkünden, dass das Projekt zu 99 Prozent abgeschlossen ist (warum 99 Prozent wird später erklärt). Deshalb hier die kurze Zusammenfassung eines Themas, das uns seit Ende des letzten Jahres beschäftigt:

Im Oktober 2014 bekamen wir Post vom BLB. Fazit des Schreibens: Übereinander gestapelte Umzugskartons mit Aktenordnern sind für unsere fünf Magazinräume nicht geeignet und belasten die Decken zu stark. Streifenlast (also Aktenordner in Regalen) statt Flächenlast (Aktenordner in Umzugskartons) war die Zauberformel – wieder etwas dazu gelernt! Um die Magazinbelegung Ende 2014 bei uns zu verdeutlichen: Zwei Magazine (Magazin 1 und 4) waren bereits vollständig mit Regalen ausgestattet. In zwei Magazinen (Magazin 2 und 5) standen teilweise Regale und teilweise Umzugskartons. Ein Magazin (Magazin 3) war vollständig mit Umzugskartons gefüllt. Insgesamt sprechen wir von ca. 400 Umzugskartons, die in den Magazinen gelagert waren. Nach Rücksprache mit dem Dezernat 10 bekamen wir von der Hochschule Geld zur Verfügung gestellt, um die vom BLB angesprochenen Mängel zu  beheben. Meine Kollegin Maria Horn und ich bekamen nun den Auftrag, diese Aufgabe zu planen und durchzuführen (vergessen werden sollte an dieser Stelle nicht, dass der “normale Arbeitsalltag” weiterlief, da wir das Archiv nicht schließen wollten für diese Zeit, weshalb die Kolleginnen Maike Schwaffertz und Claudia Krütgen unsere “alltäglichen Aufgaben” (Anfragen beantworten etc.) vermehrt übernahmen!). Wir gingen hierbei in mehreren Schritten vor.

1. Um genau zu bestimmen, wie viele Regale wir brauchten, benötigten wir zunächst bemaßte Pläne von den Magazinräumen. Kurze Korrespondenz mit der Abteilung 10.2. Prompter Service. Gute Zusammenarbeit! Die verschiedenen Höhen und Längen der Magazine wurden notiert. Dann begann das große Rechnen: Wie viele Regale brauchen wir, um alle Aktenordner darin verstauen zu können? Wie groß muss der Abstand zwischen den Regalen sein?

1. Problem: In den Kartons waren meistens unterschiedlich viele Ordner drin: Manchmal nur fünf, manchmal sogar neun (was immer eine große Freude für den Fahrdienst der RWTH darstellt, der die Kisten von A nach B transportieren muss…).

2. Problem: In manchen Abgaben befanden sich keine Aktenordner, sondern Hängeregister oder Personalbögen.

Beide Probleme sorgten natürlich dafür, dass unsere Rechnungen auch auf Schätzungen basierten (außer wir hätten jeden einzelnen Karton durchgeschaut – dann wären wir heute noch dabei!). Im Schnitt rechneten wir mit sieben Ordnern pro Karton. In ein Regal passen aufrecht gestellt 12 bis 13 Ordner. Wir gingen von 12 Ordnern aus – lieber mit weniger als mit mehr kalkulieren! Alle Kartons wurden gezählt, daraus konnten wir dann die Anzahl der Regale berechnen, die wir benötigten. Nun kamen die nächsten bangen Fragen: Wo bestellen wir? Und reicht das Geld für die Anzahl der Regale?

2. Wer an der RWTH arbeitet, weiß, dass er ab einer bestimmten Summe nicht einfach willkürlich irgendwo bestellen kann. Korruptionsprävention ist das Stichwort! Entweder müssen Vergleichsangebote eingeholt oder Vertragspartner der RWTH genutzt werden. Ein kurzer Blick auf die Vertragspartner der RWTH sowie Rücksprache mit der Geschäftsführung der Fakultät für Bauingenieurwesen, die erst vor kurzem Regale bestellt hatten (aufgrund der Kooperation mit der Fakultät wussten wir das aus erster Hand), und wir wurden fündig. Es folgte eine Kontaktaufnahme mit der Außendienstlerin der Firma; sie begutachtete unsere Räumlichkeiten und sandte uns dann ein erstes Angebot plus einen Produktkatalog zu. Da unsere Magazinräume unterschiedlich hoch  sind, mussten wir hier nochmal genau überprüfen, welche Regale für welches Magazin in Frage kamen – fünf oder sechs Regalböden war jedes Mal die Frage. Beachten mussten wir natürlich auch die Tiefe der Regalböden, damit dort nicht nur Aktenordner, sondern auch Archivkartons vernünftig gelagert werden können. Wieder hieß es rechnen…. Und tatsächlich: Nach unserer Kalkulation (die bei Geisteswissenschaftlern sicherlich mit besonderer Vorsicht zu genießen ist…) reichte der uns zur Verfügung gestellte Etat aus, um die benötigte Anzahl an Regalen zu bestellen! Kurze Rücksprache mit dem Mann unseres Vertrauens aus dem Dezernat 10. Er gab grünes Licht. Nun konnten wir endlich best… nein konnten wir noch nicht. Es folgte noch ein Zwischenschritt, da wir eine wichtige Frage noch vorher klären mussten.

3. Wohin mit den ganzen Umzugskartons? Es war klar, dass die Regale nicht aufgebaut werden konnten, solange die Kartons – speziell im Magazin 3 – so gelagert blieben. Der erste Schritt zur Problemlösung hieß: Bewerten, bewerten, bewerten! Unser Archivar Klaus Graf bewertete Ende 2014 und Anfang 2015 noch einige größere Abgaben, bei denen noch eine Menge Kassanda zusammenkam, die datenschutzgerecht entsorgt werden konnten. Ein Termin mit dem Fahrdienst wurde ausgemacht, der die Sachen schließlich entsorgte. Magazin 2 und 5 sahen nun schon wesentlich besser aus! Die übrig gebliebenen Umzugskartons (die immer noch mehr als genug waren) in den beiden Magazinen wurden dann zwischen die bereits aufgebauten Regale gestellt und gestapelt, sodass diese den Aufbau der Regale nicht mehr behindern konnten. Blieb noch Magazin 3 mit seinen gut 200 Umzugskartons übrig. Durch Zufall (manchmal muss man auch Glück haben!) stellten wir fest, dass auf derselben Etage, auf der das Magazin 3 ist, vier Räume ungenutzt und leer waren. Kurze Nachfrage beim Dekanat der Philosophischen Fakultät, ob wir die Räume bis Ende April 2015 nutzen dürften (da hatten wir bereits Januar 2015): Wir bekamen sie! Nun folgte Teil 1 der Archiv-Trilogie

4. Das große Schleppen: Gemeinsam mit unseren damaligen Praktikanten/innen Maja Dachtera und Philip Nguyen – die hier nochmal namentlich erwähnt und für ihren Einsatz gelobt werden sollen – räumten wir an einem langen Arbeitstag mit Hilfe eines kleinen Rollerwagens alle Umzugskartons aus Magazin 3 in die 50 Meter entfernten Räume. Wichtig war hier vor allem, dass die einzelnen Abgaben zusammen blieben, damit beim Einräumen nachher keine Verwirrung über die Provenienz auftreten konnte. Zur Sicherheit hatten beide Praktikanten/innen vorab die Aufgabe bekommen, alle Kartons mit der jeweiligen Bestandsnummer der Abgabe zu kennzeichnen. Auch diese Aufgabe lösten beide mit Bravour und ohne (zumindest öffentliches) Klagen.

5. Das große Schleppen 2: Die Magazine waren soweit freigeräumt. Es konnten also endlich die Regale bestellt werden!  Wir einigten uns auf einen Termin, an dem die Materialien zunächst bei uns zwischengelagert werden sollten. Glücklicherweise waren zwei der vier von uns gemieteten Räume (siehe 3.) noch frei. Allerdings tauchten auch hier zwei Probleme auf:

1. Problem: Die Speditionsfirma, die die Materialien herstellte und liefern sollte, war, vorsichtig ausgedrückt, nicht sonderlich kooperativ und hielt nicht viel von Benachrichtigungen über Terminänderungen. Ein Teil der Materialien wurde ohne Absprache mit uns oder der Firma  in unser Gebäude geliefert zu einer Zeit, wo keiner von uns Dienst hatte. Kurze Hektik. Einige Telefonate. Unser Vertragspartner Büro Center Breuer nahm die Teile schließlich mit und lagerte die bei sich erstmal ein.

2. Problem: Der Tag der Lieferung. Auch hier war die Speditionsfirma nicht sonderlich kooperativ. Lapidar hieß es bei Ankunft gegen 14 Uhr: “Der LKW muss um 15 Uhr an Ort XY sein”. Keinen Hebewagen dabei, nichts vorbereitet um die Materialien – wir sprechen hier von genau 2462, 528 Kilogramm! – auszuladen. Erneute Hektik. Die Monteure von Büro Center Breuer waren zum Glück flexibel, besorgten alles, was benötigt wurde, aus ihrer Firma (was doppelte Fahrt für sie bedeutete, sie warteten schließlich mit uns bereits vor Ort!). Als alles aus dem LKW geladen war, hieß es: Hoch mit knapp zweieinhalb Tonnen in den zweiten Stock. Gut zwei Stunden später war dann alles erstmal bei uns eingelagert.

Aufbau 1

6. Zwei Termine wurden mit den Monteuren ausgemacht, an denen Sie die Regale aufbauten. Es ging wirklich schneller als von uns erwartet und die Monteure leisteten hier sehr gute und gründliche Arbeit. Unsere “neuen” Magazine nahmen langsam Gestalt an! Alle Regale (und die fünf Stahlschränke für die Personalakten) standen.

Aufbau2

Nun fehlte nur noch das große Finale unserer großen Trilogie:

Abgaben

7. Das große Schleppen 3: Wir begannen zunächst damit, die Abgaben, die im Magazin 2 und 5 zwischen den bereits vorher dort stehenden Regalen gestapelt waren, nun in die neuen Regale zu räumen. Dann nahmen wir uns das Magazin 3 vor und räumten die Abgaben, die wir zwischengelagert hatten, wieder zurück in die Regale. Nachdem fast alle Regale in der 3 gefüllt waren, es aber noch einige gefüllte Umzugskartons gab, kam es zum großen Finale: “Praktikantenlos”, wie wir zu der Zeit waren, einigten wir uns auf einen Termin Ende April, an dem sowohl alle studentischen Hilfskräfte als auch unser Archivar Herr Graf kommen konnten. Aufgabe war, die übrigen Kartons die Treppen runter ins Magazin 2 (da hier kein Aufzug hinfährt) und mit dem Aufzug hoch ins Magazin 5 zu bringen, wo noch mehrere leere Regale und Stahlschränke übrig waren. Ca. 2 Stunden brauchten wir hierfür. Und siehe da: Unsere Kalkulation ging tatsächlich auf! Alle Abgaben, die vorher in drei der fünf Magazine in Umzugskartons verstaut waren, stehen nun, nachdem wir in den letzten Wochen weiter fleißig eingeräumt haben, in den Regalen; ein wenig Platz für weitere Abgaben in der Zukunft ist sogar noch frei. Klingt nach einem Happy-End!? Ist es aber noch nicht ganz.

8. Durch das Einräumen hatten sich zwei weitere Probleme ergeben:

1. Problem: Es stellte sich heraus, dass sich in vielen Kartons Unterlagen befinden, die nicht archivwürdig waren und somit kassiert wurden. Es häuften sich hier ca. 50 Kartons an. Hier steht nochmal ein Antrag an den Fahrdienst und die Bestellung eines Containers an, in dem die Kassanda dann weggeschafft und vernichtet werden. Neben den Kassanda hat sich beim Ausmisten auch eine Menge an Sperrmüll angesammelt, die ebenfalls in einem separaten Container noch zu beseitigen sein wird.

2. Problem: Wohin mit den ganzen leeren Umzugskartons? Hier nutzten wir die Social Media und boten mehrmals an, dass die Kartons gerne mitgenommen werden dürften. Diese Methode hat sich bewährt; auch wenn wir noch eine ganze Menge übrig haben, sind wir doch sehr froh, einen großen Teil wieder abgegeben zu haben. Wer also noch Interesse an Umzugskartons hat, kann sich gerne bei uns melden!

Kartons

Hier noch ein kurzes Fazit: Auch wenn es ein sehr umfangreiches und arbeitsintensives Projekt war, können wir letztlich festhalten, dass unsere Räumlichkeiten nun wesentlich geordneter und strukturierter sind und sich der Aufwand in jedem Fall gelohnt hat!

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Schutzfrist bei Lichtbildwerken und einfachen Lichtbildern

Schutzfristen bei Fotos

Eine klare Grenze zwischen nach § 72 UrhG geschützten Lichtbildern und nach § 2 UrhG geschützten Lichtbildwerken zu ziehen, ist nicht möglich. Letztlich entscheiden die Gerichte über den Umfang des Schutzes.

Für die Arbeit der Archive darf man davon ausgehen, dass die meisten als archivwürdig bewerteten Fotos als Lichtbildwerke zu behandeln sind und daher 70 Jahre nach dem Tod des Fotografen urheberrechtlichen Schutz genießen. Außer sehr einfachen Knipsbildern würde ich z.B. Münzfotos und Abbildungen von Reliefs, die zweidimensionalen Vorlagen sehr nahe stehen, als einfache Lichtbilder betrachten.

In meiner Urheberrechtsfibel von 2009 S. 162  habe ich mich zu skeptisch gezeigt, was die Meinung der Urheberrechtskommentare zu dem in der Grafik aufgezeigten Widerspruch angeht.

Dreier/Schulze/Schulze: UrhG 4. Auflage 2013, § 72 Rn. 37: “Stellt der Lichtbildner ein Foto kurz (zum Beispiel 5 Jahre) vor seinem Tode her und wird dieses Lichtbild erst lang (zum Beispiel 35 Jahre) nach seinem Tode erstmals veröffentlicht, dann beträgt die Schutzdauer bis zu maximal 100 Jahren nach der Herstellung und liefe ggf. nach Ende der Schutzdauer für Lichtbildwerke (im Beispielsfall: 85 Jahre statt 70 Jahre nach dem Tode) ab. Auf der einen Seite widerspräche eine über 70 Jahre post mortem auctoris hinausgehende Schutzdauer Art. 1 Abs. 1 Schutzdauer-RL. Man könnte deshalb an eine Deckelung der Schutzdauer denken, die bei Fotos in jedem Fall 70 Jahre nach dem Tode des Lichtbildners einträte (so WB/Thum Rn 35). Auf der anderen Seite sieht Art. 3 Schutzdauer-RL eine bis zu 100 Jahren dauernde Schutzdauer bei verwandten Schutzrechten durchaus vor. Da Art. 6 Satz 3 Schutzdauer-RL den Mitgliedstaaten ermöglicht, den Schutz anderer Fotografien, also auch einen zusätzlichen Leistungsschutz, vorzusehen, kann auch deren Schutzdauer so geregelt werden, wie es Art. 3 Schutzdauer-RL bei anderen verwandten Schutzrechten vorsieht. Allerdings ist jedes Lichtbildwerk zugleich auch ein Lichtbild. Darin unterscheiden sich Lichtbilder von anderen verwandten Schutzrechten, denen kein vergleichbarer Werkschutz überlagert ist. Somit ließe sich die Schutzdauer bei jedem Lichtbildwerk über die in Art. 1 Schutzdauer-RL vorgesehenen 70 Jahre nach dem Tode verlängern, wenn es kurz vor dem Tode des Fotografen geschaffen und erst entsprechend spät veröffentlicht wird. Diesen Widerspruch zu Art. 1 Schutzdauer-RL wird wohl nur der EuGH klären können.”

Wandtke/Bullinger/Thum: Praxiskommentar zum Urheberrecht 4. Auflage 2014, § 72 Rn. 35: “Berücksichtigt man, dass Lichtbildwerke hingegen gem. § 64 „nur“ bis 70 Jahre nach dem Tode des Fotografen geschützt sind, kann der Schutz einfacher Lichtbilder, die vom Fotografen in den letzten 30 Jahren vor seinem Tode aufgenommen worden sind, nach § 72 Abs. 3 im Einzelfall bis zu 30 Jahre länger andauern als der Urheberrechtsschutz (Beispiel: ein 10 Jahre vor dem Tode hergestelltes Lichtbild erscheint erstmals im Jahr 30 nach dem Tode und wäre dann gem. § 72 Abs. 3 noch bis zum Jahr 80 nach dem Tode geschützt). Fraglich ist, ob, da die Schutzfrist für schöpferische Fotografien durch Art. 6 der Schutzdauer-Richtlinie verbindlich auf 70 Jahre p. m. a. festgelegt wurde, die wenn auch nur subsidiäre Gewährung des längeren Lichtbildschutzes nach § 72 für schöpferische Fotografien europarechtswidrig ist. Und da der im Einzelfall die urheberrechtliche Schutzdauer bis zu 30 Jahre überschreitende Lichtbildschutz auch in der Sache nicht angemessen ist, wäre eine zeitliche Begrenzung des Lichtbildschutzes auf die Dauer eines entsprechenden Urheberschutzes wünschenswert, bspw. durch Einfügung eines neuen S. 2 in § 72 Abs. 3 der Art „In jedem Fall erlischt das Recht nach Abs. 1 jedoch 70 Jahre nach dem Tode des Lichtbildners; §§ 65 und 66 finden entsprechende Anwendung“ oder durch einen vollständigen zeitlichen Gleichlauf beider Schutzrechte.”

Die Kommentare sehen also durchaus das Problem, dass die deutsche Sonderregelung für Lichtbilder (einen vergleichbaren Schutz “unterhalb” des urheberrechtlichen “Werk”-Schutzes gibt es sonst nur in Österreich) die europarechtlich vorgegebene Schutzfrist von 70 Jahren nach Tod des Urhebers in bestimmten Konstellationen aushebeln könnte. Eine gerichtliche Klärung ist nicht in Sicht. In der archivischen Praxis wird man aber an der Faustregel “Fotos sind 70 Jahre nach dem Tod des Fotografen (oder der Fotografin) geschützt” bedenkenlos festhalten können.

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Kalenderbild Mai: Studierende 1872

Die erste studentische Vereinigung an der RWTH, die neben wissenschaftlichen und geselligen Zwecken auch der allgemeinen Vertretung der Studenten dienen sollte, war der 1871 gegründete ‘Aachener Polytechniker Verein’. Das Bild zeigt den Umschlag einer Veröffentlichung über das zweite Stiftungsfest dieses Vereins am 6. Dezember 1872. Das beinahe 140 Jahre alte Heft gibt einen Einblick in das Studentenleben der ersten Aachener Ingenieure. A34_97 Zunächst beschreibt es in Details den Ablauf des Stiftungsfestes und die geladene Gesellschaft. Es wurden alle Lehrer der Polytechnischen Schule (also der RWTH) geladen, die Ehrenmitglieder des Vereins und es gingen sogar Einladungen an die Oberpräsidenten von Kühlwetter und von Bardleben. Gefeiert wurde ab 7.45 Uhr in Bernarts Local  am Markt mit anschließendem Kommers bei Herpers. Neben einem feierlichen Menü mit Festreden, Toasts und dem Verlesen der eingegangenen Briefen der geladenen Oberpräsidenten, die sich entschuldigten, gab es auch musikalische Einlagen und einen Auftritt der chinesischen Burleske Tu-Ta-Tu. So wurde bis zu den frühen Morgenstunden gefeiert, “vermisst wurde nur bei den Aufführungen einige Fertigkeit im Gesange [...].” (S. 23, Schlusswort der Redaction)

Der Quellenwert des Heftes ist aber sehr viel größer, da es nicht nur Rückschlüsse auf die Fest- bzw. Trinkkultur der Vereinigung gibt, sondern innerhalb der Reden und Vorträge auch andere Aspekte des Studentenlebens angesprochen werden. Beispielsweise ist der Rede des Rektors von Kaven zu entnehmen, dass die Eltern der frühen Studierenden nicht selten den Kontakt zu ihm suchten, um über die Möglichkeiten und Zukunftsperspektiven der Schützlinge zu verhandeln:

“Ich habe oft die ausführlichsten Correspondenzen mit Ihren besorgten Vätern und auch Müttern, und nicht selten kommen Ihre Väter, die ihren Söhnen nicht überall trauen, persönlich zu mir, um meinen Rath zu hören und mich zu fragen, was wohl aus Einem von Ihnen werden könne, und welches wohl das Fach sei, in welchem man am leichtesten und schnellsten ein ausgezeichneter Mann werde.” (S. 7)

Hier fungiert der Rektor noch persönlich als Studienberatung. Aus derselben Rede wird zusätzlich ersichtlich, wie ein Bewerber auf seine Vorkenntnisse geprüft wurde, um ihn den richtigen Kursen zuzuordnen. Nicht selten prüften die Professoren die Bewerber kurz mündlich und konnten die Studenten für ihre Kurse persönlich auswählen. So kann man dem 28-seitigen Text einiges Interessantes entnehmen, nicht nur in Hinblick auf die Studentenverbindungen, sondern zwischen den Zeilen auch auf das erste Jahr der Studenten am Aachener Polytechnikum.

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Kalenderbild April: Mathematiker mit Geschmack

Heute präsentieren wir die Pioniere der Informatik und der Informationstechnik an der RWTH Aachen. Das Bild zeigt Hubert Cremer und Fritz Reutter, beide Professoren für Mathematik, bei den Feierlichkeiten zur Übergabe der Ehrensenatorenwürde an Fritz Reutter 1981. Das Festmahl war recht rustikal mit Bier und Würstchen, wobei eine schöne, aber ungewöhnliche Aufnahme der bedeutenden Professoren entstanden ist. 9.4.5.r Prof. Dr. Reutter erhielt die Ehrensenatorenwürde für seine großen Verdienste um Erhalt, Konsolidierung und Ausbau des Instituts für Geometrie und Praktische Mathematik. Er widmete sich mehr als drei Jahrzehnte lang den Aufgaben Lehre, akademischer Selbstverwaltung und Forschung. Außerdem war er maßgeblich an der Entwicklung des Studienganges Informatik beteiligt.

Hubert Cremer war ein Wegbereiter auf dem Gebiet der Großrechenanlagen. Auf seine Initiative fand 1952 in Aachen das erste Rechenmaschinen-Kolloquium auf deutschem Boden statt und wenige Jahre später wurde er Leiter des ersten Rechenzentrums heutiger Art in NRW, dass auf sein Betreiben hin, in Aachen errichtet wurde. Reutter trat 1965 seine Nachfolge an. 1958 setzte sich Cremer für die Beschaffung der Z 22 der Zuse KG ein. Die Z 22 war der erste serienmäßig hergestellte Röhrenrechner und das siebte Modell, das Konrad Zuse konstruierte. Die beiden waren Mathematiker mit Leidenschaft, Hubert Cremer verfasste sogar mathematische Poesie, die durchaus einen gewissen Unterhaltungsgrad hat und ein schönes Beispiel für Interdisziplinarität darstellt.

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Rundschreiben Anbietungspflicht Hochschularchiv

Letzte Woche wurde das Rundschreiben Anbietungspflicht Hochschularchiv veröffentlicht. Wir stellen es auch hier nochmal zur Verfügung:

A2015_08_Anbietungspflicht

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Praktikumsbericht

Am Tag des offenen Denkmals 2014 habe ich die Möglichkeit bekommen, das Hochschularchiv der RWTH Aachen einmal von innen zu sehen. Dazu erhielten die Besucher eine Führung durch das Gebäude, welches mir in Teilen schon durch mein Studium bekannt war. Neu für mich waren die Magazine, in denen die Archivalien aufbewahrt werden. Durch diesen Besuch wurde mein Interesse geweckt, mich mit dem Archiv einmal näher auseinander zu setzen und ich bewarb mich um ein Praktikum, welches ich im Rahmen meines Studiums absolvieren muss. Ich bekam direkt eine Rückmeldung von der Praktikumsbeauftragten Maike Schwaffertz, dass ich einige Wochen später anfangen könnte.

In meiner ersten Woche des Praktikums habe ich die einzelnen Bereiche des Archivs näher kennengelernt und alle Mitarbeiter getroffen. Um alle Bereiche des Archivlebens zu sehen, wurden Module eingeführt. Diese werden jeweils von den Mitarbeitern durchgeführt, deren Fachgebiet sie umfassen. Besonders gut gefallen hat mir das Modul der Bewertung von Abgaben, da ich mir vorher unter diesem Aspekt der Archivarbeit wenig vorstellen konnte. Doch auch etwas trockenere Module wie Urheberrecht oder Archivrecht müssen behandelt werden. Ich wurde viel in die Arbeit der Archivmitarbeiter mit einbezogen und bekam mit den anderen Praktikanten die Aufgabe des wöchentlichen Bilderfreitags übertragen.

Zusammenfassend kann ich ein Praktikum im Hochschularchiv nur empfehlen! Hier lernt man kein Kaffeekochen, sondern bekommt einen richtigen Einblick in das Leben im Archiv. Die Praktikanten werden eingebunden und bekommen Aufgaben übertragen, die einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung der (studentischen) Mitarbeiter leisten.

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Praktikumsbericht: Das Archiv aus der Sicht eines Nicht-Historikers

Als Nicht-Historiker gehöre ich wohl zu einer im Hochschularchiv als Praktikant selten gesehenen Spezies, zumal ich anfangs mir zwar darüber bewusst war, dass die RWTH über ein eigenes Archiv verfügt; dass aber regelmäßig hochwertige Praktika angeboten werden, war mir unbekannt. Entsprechend erhielt ich erst durch eine Empfehlung von außen die Idee für eine Bewerbung, die glücklicherweise positiv ausfiel. Meine Entscheidung für ein Praktikum im Hochschularchiv begünstigte dabei vor allem die zuvor getätigte Recherche. Was ich dabei entdeckte, überraschte mich doch zutiefst und veranlasste mich, mein Bild des Archivs gründlich zu überdenken. Dieser Prozess konnte sich ebenfalls während der gesamten Praktikumsdauer kontinuierlich fortsetzen.  Besaß ich vor meiner Bewerbung das Bild vom Hochschularchiv als nur eine von vielen trockenen Organisationseinheiten der RWTH, zeigte sich dagegen in der Praxis der überaus interessante und abwechslungsreiche Arbeitsalltag.

Man erhält die Möglichkeit, spannende, interessante oder skurrile Einblicke in die Geschichte der RWTH zu erlangen und abwechslungsreiche Arbeiten näher kennen zu lernen. Natürlich gehören dazu die „üblichen“ archivarischen Tätigkeiten wie das Umbetten und Verzeichnen von Archivmaterial ebenso wie Einführungen in die Bewertung von potentiellem Archivmaterial oder dem Umgang mit dem Findbuchprogramm MidosaXML. Gleichzeitig erhält man aber auch die Gelegenheit, Aufgaben zu erledigen, die man so nicht unbedingt in einem Archiv  erwarten würde. So gefielen mir vor allem die massive Öffentlichkeitsarbeit des Hochschularchives und die Möglichkeit, aktiv daran teilzunehmen. Das regelmäßige Verfassen verschiedenster Texte in den Social-Media-Kanälen, wie beispielsweise hier im Blog, verlangte dabei eine erhebliche Menge an Kreativität und forderte mich gleichzeitig durch den ständigen Spagat zwischen dem wissenschaftlichem Umfeld der RWTH und einer den neuen Medien gerechten Sprache.

Hervorzuheben ist zuletzt die tolle Betreuung durch sämtliche Mitarbeiter, welche vor allem Abwechslung, zeitliche Flexibilität und ein gutes Arbeitsklima ermöglichen und dadurch helfen, die Zeit im Hochschularchiv wie im Flug vergehen zu lassen. Ich würde daher ein Praktikum im Hochschularchiv jeden Interessierten wärmstens empfehlen.

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Kalenderbild März: Die Rektoratsübergabe an Volker Aschoff

3.2.1.h

3.2.1.h

Zu sehen ist hier die feierliche Rektoratsübergabe vom 11. März 1963 an Herrn Prof. Dr.Ing. Volker Aschoff, der das Rektorat von 1963 bis 1965 innehatte.

Als akademische Feier folgt die Rektoratsübergabe einem bestimmten Ablauf, welcher sich in der Regel aus einer wechselnden Anzahl von Reden, Vorträgen und gegebenenfalls Musik zusammensetzt. Zumeist wird die betreffende Veranstaltung von einem besonderen Universitätsangehörigen geleitet und mit einer einführenden Ansprache eröffnet. Anschließend folgen weitere Reden und Ansprachen, die schließlich im Fachvortrag des antretenden Rektors ihren Höhepunkt finden, in diesem Fall durch die Rektoratsrede mit dem Titel „Das Problem der Anpassung in der elektrischen Nachrichtentechnik“.

Zu den zahlreichen Leistungen und Verdiensten Aschoffs, des neugewählten Rektors sowie habilitierten Nachrichtentechnikers und Lehrstuhlinhaber für elektrische Nachrichtentechnik an der RWTH, zählt unter anderem die maßgebliche Beteiligung am Gründungsprozess der philosophischen Fakultät, welche am 1. April 1965 als eine der ersten eigenständigen Fakultäten einer technischen Hochschule in Deutschland ihren Betrieb aufnahm. Die Philosophische Fakultät der RWTH kann damit auf eine fünfzigjährige Geschichte mit zahlreichen Ereignissen, Komplikationen und Neustrukturierungen zurückblicken.

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Praktikumsbericht: Höhepunkt war der Imagefilm

Wie wäre es mit einem Einblick in das „Lexikon der Sexualität“? Oder wollt ihr einmal wissen, wie es nach folgendem Ausschnitt weitergeht: „Apropos Lust“, sagte Uschi, „ich hätte jetzt Lust. Was haltet ihr von einem flotten Dreier?“? Falls ihr daran mal interessiert seid, kann ich euch einen Besuch im Hochschularchiv Aachen empfehlen! Quatsch? Nein, im Ernst! Beides Bestände dieses Archivs.

Das Hochschularchiv der RWTH ist so eines, ganz anders als man es sich zunächst vorstellt, wenn man noch nie so wirklich in einem Hochschularchiv war. Mir ging es genauso, als ich im November 2014 hochmotiviert im Internet die Worte „Aachen+Archiv“ in die Suchmaschine tippte. Ich musste ein Pflichtpraktikum in einem Archiv ableisten. Wohnorttechnisch war die Stadt Aachen optimal für mich. Da bin ich auf das Hochschularchiv der RWTH gestoßen.

Schnell eine Email hingeschrieben, prompt kam die Zusage. Ich könnte morgen starten. Super!

Am ersten Tag bekam ich eine Führung. Größer, als ich gedacht habe: Fünf Magazine, ein Benutzerraum und ein Mitarbeiterraum. Alles in einem schönen, alten Gebäude verpackt. Mit einem Praktikantenleitfaden, der vom Hochschularchiv erstellt wurde, war mein Praktikum gut strukturiert und anhand der Module lernte ich alles Nötige, was man für die Arbeit in einem Archiv braucht. Bestandserhaltung, Verzeichnung, Anfragen beantworten, Weblog-Einträge erstellen, Öffentlichkeitsarbeit im Allgemeinen, Paläographie, Internetrecherche, Archiv-, Informationsfreiheits- sowie das Urheberrecht habe ich nun dank des Praktikums theoretisch und praktisch behandelt. Die meisten Module hat Herr Dr. Klaus Graf, der Geschäftsführer, durchgeführt. Die studentischen Hilfskräfte übernahmen ihren jeweiligen Aufgabenbereich.

Höhepunkt der sechs Wochen war mein Projekt “Imagefilm“. Da ich aus meinem Studium die notwendigen Kenntnisse mitbrachte, schlug ich dies anfangs vor. In den letzten zwei Wochen wurde dieser Plan in die Tat umgesetzt und wir filmten fleißig. Schnitt und Vertonung waren die Hauptarbeit.

Es hat einfach sehr viel Spaß gemacht. Das Ergebnis ist gelungen, ich kann es mir immer wieder anschauen. Ein gutes Gefühl, die lange Arbeit so kompakt in einem Film anzuschauen. Also, falls ihr nun interessiert seid an einem Praktikum, macht es ruhig. Es lohnt sich!

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Imagefilm

Unter der Federführung unserer Praktikantin Nadine Schmitz, die bereits Erfahrungen im Medienbereich gesammelt hat, haben wir einen Imagefilm produziert.

Wir danken ihr für die hier geleistete Arbeit, denn das Ergebnis kann sich unserer Meinung nach sehen lassen!

Alle Videos von uns gibt es auf unserem Youtube-Channel.

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Kalenderbild Februar: Eine Postkarte 1911

Diese Postkarte zeigt auf der Vorderseite drei Gebäude der „Königlichen Technischen Hochschule Aachen“: In der rechten oberen Ecke ist das Gebäude für Bergbau und Elektrotechnik abgebildet, links davon ist das Hauptgebäude zu sehen und darunter das Neue Chemische Laboratorium. In der freien Ecke ist der Schriftzug der Hochschule zu sehen und das Wappen der Stadt Aachen. Vermutlich haben die Absender die Vorderseite mit ihren Unterschriften bestückt. Adressiert ist die Postkarte an Herrn Karl Dapheide in Brackwede bei Bielefeld. Sie trägt allerdings keine Adresse, sondern nur die Ortsbezeichnung. Die Postkarte wurde gestempelt sowohl in Aachen am 12. Mai 1911 als auch in Brackwede am 17. Mai 1911.       Fotosammlung 9.3an-vorne       Der Text beinhaltet Grüße von einigen Personen an den Adressaten. Das Fotoalbum in dem sich diese Postkarte befand, wurde uns im Rahmen eines Vorlasses von Herrn Breuer, einem ehemaligen Hochschulbibliotheksmitarbeiter zur Verfügung gestellt und umfasst eine Sammlung von Postkarten, die motivisch hauptsächlich die TH Aachen oder andere große Gebäude der Stadt Aachen zeigen. Die Laufzeit umfasst die Jahre 1870 bis 1960. Herr Breuer wollte dieses Album nach seiner Pensionierung der Öffentlichkeit zugänglich machen, da er während seiner Beschäftigung häufige Nachfragen zu seiner Sammlung erhalten hat. Über solche Postkartensammlungen freuen wir uns hier im Archiv immer sehr und stellen diese selbstverständlich gerne interessierten Archivbenutzern zur Ansicht zur Verfügung.     Fotosammlung 9.3an-hinten

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Alfred Meusel: Ein Beispiel für die Hochschulpolitik 1933-1945

Meusel

Alfred Meusel, aus Hochschularchiv Ga 1995/3

Ein ganz aktueller Aufsatz widmet sich einem ehemaligen Professor der RWTH Aachen, Alfred Meusel. Die Arbeit wurde uns als Belegexemplar zugesendet, da das Hochschularchiv dem Autor Archivmaterial zur Verfügung gestellt hat. Alfred Meusel, der 1960 im Alter von 64 Jahren starb, war ein bekannter Historiker und Soziologe, zu dessen zahlreichen Leistungen und Positionen unter anderem die Mitgründung der „Zeitschrift für Geschichtswissenschaft“ im Jahre 1953 und die Rektorschaft des Museums für deutsche Geschichte zählen. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt dabei neben der Beschäftigung Meusels mit dem tragischen Bewusstsein, welches sich gegen den zu seiner Zeit stark ausgeprägten Fortschrittsgedanken, den Determinismus sowie den Glauben an die Vernunftvorherrschaft richtete, insbesondere auf der frühen Freundschaft zu einem der Väter der deutschen Soziologie, Ferdinand Tönnies, der Meusels wissenschaftliches Selbstverständnis maßgeblich beeinflusste. Er verdankte Tönnies auch seine Hilfsassistentenstelle am Volkswirtschaftlichen Institut der TH Aachen, dessen Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre er ab 1922 provisorisch übernahm. Anschließend folgte ein steiler Karriereanstieg. Im Mai 1930 wurde er zum Ordinarius für Volkswirtschaftslehre und Soziologie ernannt, was Meusel zu einem der jüngsten Lehrstuhlinhaber in der Weimarer Republik machte. 1931 erhielt er die Position als Dekan der Fakultät für Allgemeine Wissenschaften. Im Wintersemester 1932/33 wurde er schließlich in den Senat der Hochschule aufgenommen. Wie bei zahlreichen seiner Kollegen fand seine wissenschaftliche Laufbahn an der TH Aachen infolge des Nationalsozialismus allerdings ein jähes Ende, als ihm 1933 aufgrund seiner politischen Einstellung die Lehrerlaubnis entzogen wurde und ihn schließlich zur Emigration nach Großbritannien zwang. Wer mehr über Meusels Leben und Werk erfahren möchte, findet den Artikel von Alexander Wierzock unter dem Titel „Tragisches Bewusstsein und sozialer Pessimismus als wissenschaftliche Erkenntnisvoraussetzung: Alfred Meusel und Ferdinand Tönnies“ direkt bei uns im Hochschularchiv oder alternativ in Ausgabe 62 (2014) der Zeitschrift für Geschichtswissenschaft.

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250 Jahre Freiberger Eisenhüttenkunde

Zu Beginn des neuen Jahres erreichte uns ein Belegexemplar des Buches „Die Freiberger Eisenhüttenkunde – Ein historischer Abriss mit biografischen Skizzen“, für das wir einige Archivmaterialien zur Verfügung gestellt hatten.

Der zeitliche Umfang der Bearbeitung umfasst die Jahre von 1874 bis 1967. Ziel des Werks ist es, die Entstehung und Entwicklung der eisenhüttenkundlichen Lehre an der Bergakademie in Freiburg wiederzugeben und die verantwortlichen Professoren dieses Instituts vorzustellen. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Zeichnung eines umfassenden Bildes dieser Personen, weniger auf der Aneinanderreihung von historischen Fakten. Besonders relevant erschien den Herausgebern Bernd Lychatz und Ralf-Peter Bösler dabei, inwiefern die Eigenheiten der jeweiligen Epochen Einfluss auf Lehre und Forschung, aber auch auf die Gesellschaft hatten.

Unser besonderes Augenmerk fällt auf Professor Ernst Diepschlag, der sein Studium an der RWTH Aachen begann, später aber an der Königlichen Bergakademie Berlin fortsetzte. Seine Wahl fiel – neben der familiären Nähe – auf die Aachener TH, da die Uni einen ausgezeichneten Ruf in diesem Bereich genoss. So erlangte er hier die „beachtlichen Grundlagen bester Ausbildung“ (S. 193), die auf die Vorherrschaft der Uni in diesem Bereich zurückzuführen waren. Gründe für seinen Wechsel an die deutlich kleinere Universität in Berlin konnten von den Verfassern des Artikels Lychatz und Held nicht gefunden werden.

Das Buch wurde zum 250-jährigen Bestehen der TU Bergakademie Freiberg verfasst und möchte die Erinnerungen der Alumni auffrischen, damit sie nicht in Vergessenheit geraten.

Die Freiburger Eisenhüttenkunde

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Schutzfristenende einer Personalakte

Nicht selten bekommen wir Anfragen zu Personen der RWTH-Geschichte. Ob man eine wissenschaftliche Arbeit über Otto Gruber schreibt oder nur für genealogische Forschungen Informationen über einen ehemaligen Assistenten sucht, spielt dabei keine Rolle. Was wir und die Nutzer allerdings beachten müssen, sind die Schutzfristen für personenbezogenes Archivgut (Archivgesetz NRW § 7). Um diese zu veranschaulichen, haben wir die hier abgebildete Grafik entworfen. Damit unter allen Umständen die Persönlichkeitsrechte einer Person bewahrt bleiben, knüpft sich das Ende der Schutzfrist an verschiedene Bedingungen. Die erste bezieht sich auf das Todesdatum der Person. Ist das Todesdatum bekannt, kann die Akte zehn Jahre danach eingesehen werden. Dabei gibt es allerdings das Problem, dass die allgemeine Schutzfrist von Unterlagen im Archiv 30 Jahre nach ihrer Entstehung beträgt (Archivgesetz § 6). Die Laufzeit der Akte spielt also ebenfalls eine Rolle.

Für vollständige Größe auf Grafik klicken

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In der abgebildeten Grafik ist dieses Problem verbildlicht. Die Laufzeit einer Personalakte kann nicht nur über die Pension, sondern auch über den Tod der betreffenden Person hinausgehen (z.B. Rentenbescheide, Korrespondenz mit Ehefrau). In unserem Beispiel wurde die Person 1980 pensioniert und ist zehn Jahre darauf verstorben. Nach der Frist für personenbezogene Unterlagen, wäre die Akte also seit 2000 einsehbar. Die allgemeine Schutzfrist für Archivgut darf aber nicht ignoriert werden. Das heißt, nur Unterlagen, deren Entstehung mindestens 30 Jahre zurückliegt, dürfen genutzt werden. Heute wären das also alle Dokumente, die vor 1985 entstanden sind. Die gesamte Personalakte darf erst 30 Jahre nach dem letzten Eintrag eingesehen werden. In unserem Fall also 2022 (Nachruf der Ehefrau von 1992). Es ist aber zulässig den nichtgeschützten Teil der PA zugänglich zu machen (Kopien oder Abbinden der Restakte).

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Kalenderbild Januar “Wählt Alfa!”

N2_382_3Wir sehen das Titelbild der Studentischen Wahlzeitung „Allgemeine Fachschaftsliste“ in Kooperation mit dem sozialliberalen Hochschulverband „SLH“ vom Wintersemester 1973. Kreativ war man natürlich damals schon. Die Aussage des Titelbildes ist klar: Bloß nicht in die Sackgasse, daher wählt die ALFA/SLH. Die Allgemeine Fachschaftsliste, abgekürzt ALFA, wurde damals im Jahre 1971 zur SP (Studierendenparlament)-Wahl gegründet. Die ersten Mitglieder kamen aus den Fachschaftsleitungen des Maschinenbaus und der Chemie. Bei den Wahlen 1971 erhielt die Alfa auf Anhieb 19 Prozent der SP-Sitze. Nach und nach kamen dann weitere Interessierte aus den anderen Fakultäten der TH Aachen hinzu. Zunächst plante die Alfa, ihren Weg alleine zu gehen. Jedoch bemerkte sie schnell, dass eine Zusammenarbeit mit einem anderen Hochschulverband sinnvoll und hilfreich sein könnte. Daher trat die Alfa im Sommersemester 1972/73 in den Sozialliberalen Hochschulverband, kurz SLH, ein. Vorteile für die Alfa waren aus ihrer Sicht: Eine bessere finanzielle Absicherung, da dem Hochschulverband einige Mittel zur Verfügung standen. Einen besseren Zutritt zu überregionalem Informationsmaterial und zudem die Möglichkeit, Einfluß auf Entscheidungen der Ministerien, Rektorenkonferenz und weiteren Angelegenheiten zu nehmen. Folgende Aufgaben und Arbeitsschwerpunkte waren damals nach der damaligen Ausgabe der Wahlzeitung:

-Verabschiedung der Satzung unter größtmöglicher Berücksichtigung studentischer Belange

- Zurückdrängen des Alleinvertretungsanspruches sozialistischer Gruppen

- Stärkung der Verfaßten Studentenschaft durch konsequente Gremienarbeit

- Erarbeitung von Möglichkeiten zur Einschränkung des Numerus Clausus

- Verstärkung der Transparenz und Einschaltung der Öffentlichkeit in die Arbeit des Senats und der ständigen Ausschüsse

- Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Asta und Fachschaften durch konsequente Arbeit mit dem Hochschulreferat.

Die Alfa vertritt die studentischen Interessen der RWTH seit nunmehr über 40 Jahren im Studierendenparlament und im Asta, und das unabhängig von parteipolitischer Zugehörigkeit.

Weitere Informationen zum Thema mit Materialien zur Studentenbewegung und Hochschulpolitik 1969 bis 1979 finden Sie unter folgendem Link:

 http://www.mao-projekt.de/BRD/NRW/KOE/Aachen_Hochschulpolitik.shtml

Unseren Kalender gibt es hier.

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Erotik im Archiv: Belegexemplar “Eine Liebe 1968″, Süss-Fink

Eine Liebe 1968

Eine Rarität in unserer Hochschulbibliothek

Vor einigen Wochen übersendete uns – passend zu Vorweihnachtszeit – der ehemalige RWTH-Professor Dr. Georg Süss-Fink ein Geschenk.
Es ist ein Belegexemplar seines kürzlich erschienenen Romans „Eine Liebe 1968“.

In dem Roman geht es um das Liebesleben eines RWTH-Studenten 1968 während des Prager Frühlings. „Eine Liebe im Prager Frühling 1968 – ein Roman über die Sehnsucht nach einer innigen, freien Liebe, die Suche nach neuen Lebensformen und den Wunsch nach einer gerechten Gesellschaft“

Georg Süss-Fink, Jahrgang 1950, hat vor einigen Jahren in unserem Archiv recherchiert, um die Verhältnisse an der RWTH Aachen zur Zeit der 68er richtig darzustellen. Von 1986 bis 1988 lehrte er an der RWTH. Nun lehrt und lebt er in der Schweiz.

Ein Ausschnitt aus dem Roman, der Lust auf mehr macht, lautet: „Apropos Lust“, sagte Uschi, „ich hätte jetzt Lust. Was haltet ihr von einem flotten Dreier?“

Wer wissen will, wie es weitergeht, ist herzlich in unsere Archivbibliothek eingeladen. Dort kann man es sich gemütlich machen und den Roman lesen.

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Weihnachtsferien

Liebe Besucher des Hochschularchivs,

bis einschließlich den 4. Januar bleibt unser Archiv geschlossen. Wichtige Anfragen können Sie uns per Mail schicken. Ab dem 5. Januar freuen wir uns dann wieder auf Ihre Anfragen und Besuche.

Wir wünschen Ihnen Frohe Weihnachten und ein gesundes, erfolgreiches Jahr 2015!

Signatur:253

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Kalenderbild Dezember: Nikolausabend in der Nachkriegszeit

Das Interessante an diesem Nikolausabend der Fachschaft Architektur findet sich im Kleingedruckten auf der Einladung: textausschnitt Transkription: Zugverbindung ab Aachener Hbf. 16.38 ab Aachen West 16.46| (Straßenbahnsperrzeit von 16.30-18.00) – Es wird gebeten| bis zum 12.12. bei Herrn Jansen (Reiffmuseum) Marken| für 200 g Brot und 40 g Zucker abzugeben.

Dezember 1947. Zwei Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ist Deutschland weiterhin von den Alliierten besetzt. Die Versorgung der Bevölkerung ist neben dem Wiederaufbau des Landes die vordringlichste Aufgabe der Besatzer. Die Mensen der Universitäten und Hochschulen sind immer noch geschlossen, Lebensmittel werden rationiert und können nur mit sogenannten Nährmittelkarten oder Lebensmittelmarken erworben werden. Für eine Nikolausfeier, auf der den Gästen natürlich Gebäck angeboten werden sollte, wurden deswegen diese Marken gesammelt. Die Teilnehmenden wurden gebeten, Marken für 200 g Brot und 40 g Zucker bis zum 12.12. bei Herrn Jansen im Reiffmuseum abzugeben, der anscheinend für die Verpflegung beim Nikolausabend zuständig war.

Diese Einladung ist Teil der Akte 253, deren Inhalt die schwierige materielle Situation der Bevölkerung in der Nachkriegszeit verdeutlicht. Sinnbildlich hierfür steht die Forderung des Aachener Oberstadtdirektors Servais vom 26. Juni 1947, Aachen zum Notstandsgebiet zu erklären. In diesem Schreiben, das “An den Herrn Wirtschaftsminister in Düsseldorf d.d.Hd. des Herrn Regierungspräsidenten in Aachen” gerichtet ist, thematisiert Servais ein heutzutage unvorstellbares Szenario:

“Diese 3 Tatsachen der besonders ungünstigen Verkehrslage, der besonders weitgehenden Zerstörungen und der besonders folgeschweren Zwangsräumung bedingen die derzeitigen wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse der Stadt Aachen. Wenn heute noch fast 1/3 der Einwohner von Vorkriegsbeginn in ihre Heimatstadt nicht zurückkehren konnte, wenn heute viele Wunden, die das Kriegsgeschehen der Stadt schlug, noch offen liegen, wenn ein erheblicher Teil der Bevölkerung noch in Kellern, halb zerstörten Behausungen, lichtlosen dumpfen Bunkern wohnen muss, wenn die Säuglingssterblichkeit ein besonders grosses Ausmaß erreicht hat, die Zahl der Tuberkulösen erschreckend angestiegen ist, wenn der Bedarf an Wirtschaftsgütern aller Art in der Bevölkerung und bei allen Heimen, Anstalten und caritativen Versorgungseinrichtungen besonders gross ist, so sind die Ursachen in erster Linie auf die 3 Tatsachen zurückzuführen, die bei keiner Stadt in gleicher Weise vorliegen.”

Seien wir froh und dankbar, dass wir den morgigen Nikolaustag und Weihnachten unter viel besseren Bedingungen in Aachen feiern können!

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Mein Praktikum im Hochschularchiv – Ein Erfahrungsbericht

Wenn man an Praktikanten und das Praktikum allgemein denkt, fallen einem diverse Klischees ein: Der ewige Kaffeekocher oder ein Arbeitstag als Dauergast am Kopierer. Wenn man ein Praktikum im Hochschularchiv der RWTH beginnt, kann man sich getrost von diesen Vorstellungen verabschieden und diese zu den Akten legen. Wenn man etwas im Hochschularchiv während des Praktikums lernt, dann ist es das selbstständige Arbeiten. Auf diese Fähigkeit wird sehr viel Wert gelegt und auch während des Praktikums weiter kultiviert. So durfte ich mich als Praktikant um den Bilderfreitag auf den Social Media Seiten Facebook und Google+ kümmern. Jeden Freitag soll aus den Beständen ein interessantes oder auch einfach nur amüsantes Bild aus unseren Fotobeständen vorgestellt werden. Die kreative Entfaltung, die man bei dieser Tätigkeit ausüben konnte, gehörte zu den abwechslungsreichsten und manchmal auch frustrierendsten Aufgaben, denn es fand sich nicht immer auf Anhieb ein Foto, das den eigenen Ansprüchen genügte. Insgesamt scheint der Bilderfreitag jedoch RWTH-weit Anklang zu finden.

Eine weitere Möglichkeit seiner Kreativität freien Lauf zu lassen, war das Verfassen von Webblog-Einträgen für die Homepage des Hochschularchivs. Die Themen reichten von einer Zusammenfassung eines Artikels, der mit Hilfe der Hochschularchivbestände geschrieben wurde, bis hin zu Rezensionen von Büchern, die uns überlassen wurden. Auf diese Art erhält man Einblicke in Themen, mit denen man sich für gewöhnlich nicht beschäftigt hätte. Natürlich umfasst ein Praktikum im Hochschularchiv neben diesen alternativen Beschäftigungsfeldern auch die klassischen Tätigkeiten eines Archivs. Anfragen zu unseren Beständen beantworten gehörte genauso zum Aufgabenrepertoire wie das Umbetten (oder auch Entgräten genannt) von Akten, um sie im besten Falle für die Ewigkeit vorzubereiten. Dabei war es besonders wichtig, die Akten von allen schädlichen, metallischen Objekten wie Büroklammern und Tackerklammern zu befreien. Auch die Pflege des Findbuchs und das Eintragen neuer Bestände in die Findbücher war Teil meines Aufgabenbereichs. Durch die Vielfalt der Tätigkeiten kam viel Abwechslung in den Alltag. Besonders das Beantworten von Anfragen, was manchmal einer kleinen Detektivarbeit glich, gehörte zu den aufregenden Teilen des Praktikums.

Der dritte Teil des Praktikums bestand aus den Modulen, die beim Archivar Dr. Klaus Graf oder bei den Mitarbeitern des Archivs abgehalten wurden. Besonders die Themen Archivrecht und Urheberrecht erwiesen sich (zugegeben überraschenderweise) als wirklich interessant. Gerade im digitalen Zeitalter wird die Bedeutung dieser Rechte immer wichtiger, da man immer sorgloser mit Daten und dem Benutzen oder gar Kopieren von Bildern im Internet, besonders auf Plattformen wie Facebook, umgeht. Die feinen Nuancen dieser Rechte wurden anschaulich und detailliert von Herrn Graf doziert, sodass ich gerade in diesen beiden Modulen sehr viel lernen konnte. Ein kleines Highlight war das Modul „Bewertung“, weil man dort sehen konnte, nach welchen Kriterien ein Archivar einen Aktenbestand auf seine Archivwürdigkeit bewertet und dem Archivbestand hinzufügt oder zur Kassation freigibt. Das sind an dieser Stelle nur eine Auswahl der Module, die ich abgeleistet habe; wer das volle Spektrum erfahren will, sollte einfach mal selber ein Praktikum im Hochschularchiv durchlaufen.

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Weststadt statt Weltstadt: Hochschulstandort in der Krise. Der Erste Weltkrieg und das nahe Ende der RWTH

Dr. Mathias Mutz, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehr- und Forschungsgebiet Wirtschafts-, Sozial- und Technologiegeschichte der RWTH, hat für seinen Aufsatz: “Hochschulstandort in der Krise. Der Erste Weltkrieg und das nahe Ende der RWTH”, der in dem Sammelband “Weststadt statt Weltstadt. Aachens Grenzerlebnisse 1914-29″ der AKV-Sammlung Crous (Aachen 2014) im Hochschularchiv recherchiert und uns ein Belegexemplar zukommen lassen. Der Aufsatz bereichert die bisher aufgearbeitete RWTH-Geschichte um ein Kapitel, das wir gerne detaillierter vorstellen möchten:

Wenn man sich die Größe und Bekanntheit der RWTH heute ansieht, würde man nicht auf die Idee kommen, dass die Technische Hochschule nach dem Ersten Weltkrieg  kurz vor dem Aus stand. Vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs konnte die RWTH über Studentenmangel nicht klagen. Mit 815 Studierenden war das Wintersemester 1913/14 eines der studentenreichsten Semester in der Geschichte der noch jungen Hochschule. Grund dafür war unter anderem die hohen staatlichen Zuschüsse sowie die Zuwendung finanzstarker Mäzene, die sich auf eine kleinere Anzahl Studierender verteilte, als an anderen Technischen Hochschulen im Reich. Das gesteigerte gesellschaftliche Interesse an Technik führte zu Mehrausgaben und bereitete die Technisierung der Kriegsführung im Ersten Weltkrieg vor. Dies mag auch erklären, wieso Professoren in der allgemeinen Kriegsbegeisterung 1914 dazu aufriefen, sich zum Frontdienst zu melden. Diesem Aufruf folgten die Studenten auch in großer Zahl. Doch nicht nur das Humankapital der RWTH sollte für die Kriegsbestrebungen des Deutschen Reiches genutzt werden. Ersatzlegierungen für Platin und Aluminium wurden an der RWTH erforscht und finanzielle Investitionen in Form von Kriegsanleihen wurden getätigt. Auch die Gebäude der Hochschule wurden für den Krieg, in Form von Lazaretten, genutzt und vom Hochschulpersonal mit einem Sanitäts -und Pflegedienst geführt. (Zum Ersten Weltkrieg siehe auch unsere Ausstellung und die Magisterarbeit von Johanna Zigan.)

Nach dem Ersten Weltkrieg befand sich die Technische Hochschule am Scheideweg. Einerseits kämpfte man um die Gleichstellung mit den Universitäten, andererseits musste man mit den Besatzungstruppen, die auch Gebäude der Hochschule besetzten, umgehen. Das Verhältnis zwischen der Hochschule und den Besatzern war gespannt und von Schikanen der Besatzungstruppen geprägt. Drei von fünf TH-Abteilungen wurden von belgischen Besatzungstruppen beschlagnahmt, an einen normalen Hochschulalltag war nicht mehr zu denken. Der Unterricht wurde dank dem Engagement des Rektors, Friedrich Klockmann, provisorisch wieder aufgenommen. Erst Anfang 1920 konnte die TH eine „Befreiung“ der Hochschulgebäude vermelden. Nun konnte man sich auch eingehend der Aufwertung der Hochschule widmen. Die militärtechnologischen Möglichkeiten hatten den Wert der technischen Fächer offenbart, das Interesse an diesen war ebenso wie der Bedarf an Ingenieuren gestiegen. Daher war eine Neuausrichtung des technischen Bildungswesens unerlässlich. Das Studienangebot wurde um die gesellschaftswissenschaftlichen Fächer, respektive Geschichte und Soziologie, erweitert, um eine Diversifizierung des Themenspektrums zu bieten und den technisch geprägten Studenten eine Horizonterweiterung zu ermöglichen. Der Reformversuch, der als „Aachener Vorstoß“ in die Geschichte eingehen sollte, umfasste die Umstrukturierung der Hochschule in sechs Fakultäten sowie eine stärkere Einbeziehung der Studenten und wissenschaftlichen Mitarbeiter. Die Reformen kamen allerdings ins Stocken. Kurzzeitig dachte man im preußischen Kultusministerium sogar ernsthaft über die Schließung der Technischen Hochschule nach. Erst die wachsende Bedeutung als „Grenzhochschule“ und die damit verbundene Sonderrolle Aachens bewahrte die Technische Hochschule vor diesem Schicksal.

Einen letzten Konflikt musste die Hochschule mit 2.1.8_bder Stadt austragen. Es ging vor allem um die Beziehung der Stadt zur Hochschule und inwiefern diese bereit war, in die Hochschule bzw. die Schaffung eines für Studenten günstigen Klimas zu investieren. Es lief im Prinzip auf ein quid pro quo hinaus: Das Hochschulpersonal und die Studierendenschaft erhöhten die Kaufkraft, dafür erwartete man jedoch auch Gegenleistungen. Den Bau einer Mensa und die Gründung des AStA waren die Konsequenz. Auch die Belieferung der Technischen Hochschule mit Wasser, Strom und Gas zu Großkundenpreisen war ein Ergebnis dieser Einigung. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die große Krise der Technischen Hochschule in Aachen auch gleichzeitig als Chance zu verstehen war. Obwohl das Überleben dieser Institution am seidenen Faden hing, schaffte man mit langfristiger Planung und Durchhaltewillen den Erhalt der Hochschule.

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Die Suche nach der Musterstudienordnung

Als Mitarbeiter eines Archivs sehen wir unsere erste Pflicht darin, die bei uns gelagerten Bestände für die Öffentlichkeit so gut wie möglich zugänglich zu machen. Natürlich achten wir dabei auf Sperr- und Schutzfristen, aber die Anliegen der BürgerInnen und ForscherInnen liegen uns besonders am Herzen.

Vor einer Woche erreichte uns eine Anfrage von der Bibliothek der Uni Bochum. Eine Studentin hatte per Fernleihe eine Veröffentlichung der RWTH von 1974 bei der WLB Stuttgart bestellt und bekam die Nachricht, dass das Exemplar verloren gegangen sei. Da die “Musterstudienordnung: vom Senatsausschuß für Lehre als Senatsvorlage beschlossen am 15. Januar 1974″ von der RWTH veröffentlicht wurde, war es naheliegend, bei uns nachzufragen, ob in unseren Beständen ein Exemplar zu finden sei. Dies erwies sich eigenartigerweise als unzutreffend. Schlimmer noch: An der gesamten RWTH, also auch in der Universitätsbibliothek, war auf Anhieb nichts zu finden. Es begann eine Suche mit E-Mail-Verkehr Bibliotheken in NRW und das Institut für Hochschulforschung in Bayern. Ohne Erfolg.

Gestern allerdings schickte uns unsere Universitätsbibliothek einen Scan der gesuchten Musterstudienordnung zu, den ein Mitarbeiter über seine Kontakte ausfindig machen konnte. Wir haben diesen natürlich direkt nach Bochum weitergeleitet, wo die Studentin nun mit der Auswertung beginnen kann. Hoffen wir nun, dass die “Musterstudienordnung : vom Senatsausschuß für Lehre als Senatsvorlage beschlossen am 15. Januar 1974. Aachen : Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule, 1974″  (PDF) nie mehr verloren geht und künftig auch über die Bibliothek der RWTH bestellbar ist.

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Praktikumsbericht

Mein Weg zum Hochschularchiv der RWTH Aachen war eher unüblich. Anders als die meisten Praktikanten, die im Rahmen ihres Bachelor-Studiengangs ein Pflichtpraktikum von 6-8 Wochen ableisten müssen, um einen entsprechenden Schein zu erwerben, hatte ich mein Master-Studium bereits beendet und befand mich in der Wartezeit zwischen dem Einreichen der Abschlussarbeit und der Mitteilung des Ergebnisses.

Zur beruflichen Orientierung bewarb ich mich um einen Praktikumsplatz im Hochschularchiv. Ich erhoffte mir dadurch herauszufinden, ob eine Tätigkeit im Archivwesen für mich bzw. vielmehr ob ich für diese geeignet sei. Nach drei Wochen Mitarbeit in den unterschiedlichsten Bereichen kann ich mit Überzeugung festhalten: Ja, unbedingt!

Herr Dr. Graf brachte mir in seinen Modulen die professionelle Internetrecherche, Grundzüge des Urheberrechts sowie den zentralen archivarischen Aufgabenbereich Bewertung näher. Aufgrund der Kürze meines Praktikums hat er mir freundlicherweise angeboten, das Modul Paläographie, für das ich mich sehr interessiere, zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen, worauf ich gerne zurückkommen werde. Auch das gesamte Team hat mich ausgesprochen freundlich und kollegial aufgenommen, all meine Fragen beantwortet und mich vom ersten Tag an selbständig arbeiten lassen. Zwar habe ich nicht alle, aber doch die meisten der von den studentischen Hilfskräften angebotenen Module absolviert, wie zum Beispiel Bestandserhaltung oder Einführungen in das Programm Midosa XML und die Registratur. Zudem durfte ich mehrere Nutzeranfragen bearbeiten, was wegen der Bandbreite an Anforderungen besonders abwechslungsreich war – so beantwortete ich etwa die Anfrage einer US-Amerikanerin, die Ahnenforschung zu ihrem deutschen Urgroßvater betrieb. Daneben erhielt ich auch Einblick in das alltägliche, manchmal mühsame Geschäft des Verzeichnens und Umbettens von Akten, habe das elektronische Findbuch korrekturgelesen, am jährlichen Kalender mitgearbeitet und einen sogenannten „Bilderfreitag“ bei Facebook und Google+ erstellt, wobei mich die enorme Internetaffinität des Hochschularchivs überrascht hat.

Aufgrund der aktiven Teilnahme an sämtlichen Arbeitsabläufen eignet sich ein Praktikum im Hochschularchiv der RWTH Aachen besonders gut, um herauszufinden, ob die Arbeit im Archiv im Einzelfall ein erfüllender Beruf sein kann. Nach meiner Einschätzung braucht es neben der Liebe zum geschriebenen Wort vor allem Genauigkeit, Sorgfalt, Organisationstalent, Kommunikationsfreude sowie gute PC- und Internet-Kenntnisse. Ich persönlich habe erkannt, dass sich ein Geschichtsstudium und Erfahrungen im Bereich der Justizverwaltung sehr gut ergänzen, wenn man im Bereich des Archivwesens tätig werden möchte. Zusätzlich gibt es auch noch die Möglichkeit der postgradualen Fernweiterbildung an der Fachhochschule Potsdam. Danke an das gesamte Team für die gute Gelegenheit, Archivluft zu schnuppern!

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“Was ich schon immer mal wissen wollte…”

In meinen drei Jahren Tätigkeit als studentische Hilfskraft sind mir Fragen aufgefallen, die uns immer wieder gestellt werden. Daher wage ich hier einen Versuch, diese Fragen zu beantworten (einige grundsätzliche Fragen werden auch hier beantwortet):

1. “Ich brauche für [xxx] Studienbescheinigungen aus meiner Zeit an der RWTH. Können Sie mir die zuschicken?”

Unterlagen zu Studenten besitzen wir kaum bis gar nicht. Anhand unserer Matrikelbücher können wir – gerade in der Zeit von 1870-1960 – Studienzeiten und -fächer/Geburtsdatum und -ort/Konfession/Beruf des Vaters ermitteln. Eventuell finden wir Klausuren/Abschlussarbeiten/Diplomurkunden zu der betreffenden Person. Falls jene aber über das Studium hinaus nicht weiter an der RWTH tätig war, ist es sehr unwahrscheinlich, weitere Unterlagen (wie beispielsweise Studienbescheinigungen) bei uns zu finden. Bei Studienbescheinigungen hilft das Studierendensekretariat sicher weiter.

2. “Wie ist das mit der Recherche und der Einsicht der Akten geregelt?”

Da gibt es mehrere Möglichkeiten: Jeder kann vorab über unsere Online-Findmittel recherchieren. Telefonisch oder per Mail kann man uns natürlich auch bitten, nach Akten/Informationen zu suchen. In der Regel antworten wir noch am selben Tag. (Häufig wundern sich die Benutzer über die zeitnahe Antwort und bedanken sich für die “unerwartet rasche Bearbeitung”. Wir sehen das als selbstverständlich an!) Je nach Anfrage schauen wir die gewünschten Akten nach gesuchten Informationen auch durch und scannen ggf. die relevanten Dokumente (in geringen Mengen! Eine 200seitige Diplomarbeit ist keine geringe Menge!) ein. Die Scans sind KOSTENLOS! (auch das scheint nicht überall so zu sein, wenn man manch freudige Antwort der Benutzer nach Erhalt der Scans liest…) Handelt es sich um längere Recherchen (mehr als eine halbe Stunde) und kann die anfragende Person ohne größere Umstände vor Ort die Akten einsehen, bitten wir in der Regel um einen Termin, an dem die Akten hier eingesehen werden können. Öffnungszeiten stehen hier.

3. Einrichtung XY der RWTH fragt: “Wir versuchen bei uns Platz zu schaffen und möchten einige alte Unterlagen wegschmeißen. Oder haben Sie Interesse daran?”

Punkt a: Gut, dass Sie an uns gedacht haben (Stichwort Anbietungspflicht)! Punkt b: Ja, wir haben Interesse, denn schließlich sind wir dafür da, Unterlagen für die Nachwelt aufzubewahren! Eine kurze Nachricht per Mail (oder ein Anruf) über den Umfang und die Art der Unterlagen genügt und wir teilen zeitnah mit, ob wir die Unterlagen  übernehmen möchten. 

4. (Achtung, die Frage ist etwas zugespitzt formuliert und so noch nie gestellt worden!) “Person XY war im Jahr xxxx für zwei Wochen in Aachen, um beim Umzug der Großmutter zu helfen. Haben Sie dazu Unterlagen?”

In der Regel haben wir nur Unterlagen und Fotos, die irgendwie mit der RWTH und  deren Geschichte zu tun haben. Kommunal- oder Kirchenarchive, das Archiv der FH Aachen oder das Stadtarchiv können bei anderen Anfragen besser weiterhelfen als wir.

5. “Ich bin gar kein/e Student/in, würde aber trotzdem gerne ein Praktikum bei Ihnen machen. Geht das?”

Das geht auf jeden Fall! Einfach eine kurze Bewerbung mit Lebenslauf an uns schicken. Wir melden uns dann zeitnah. In der Regel bietet es sich an, vor dem Praktikumsbeginn in einem kurzen Gespräch mit Herrn Graf die Erwartungen an das Praktikum zu klären.

6. “Wir würden gerne mit unserer/m Fachschaft/Klasse/Verein eine Führung durch das Archiv machen. Geht das und was kostet der Spaß?”

Auch das geht! Wir bieten auf Nachfrage neben den obligatorischen Führungen am Tag des offenen Denkmals und am Tag der Archive Führungen an, bei denen wir unser Archiv, den Arbeitsalltag hier und einzelne Archivalien aus unseren Beständen vorstellen. Die Führungen sind KOSTENLOS; eine freiwillige kleine Spende für unsere Kaffeekasse nehmen wir natürlich gerne an.

7. “Was macht man eigentlich als studentische Hilfskraft in einem Archiv?”

Die Arbeit hier bei uns ist sehr vielfältig und momentan auf vier studentische Hilfskräfte verteilt. Die Website bearbeiten, Praktikanten betreuen, Akten restaurieren, verzeichnen, Herrn Graf beim Bewerten helfen, Weblogartikel schreiben, Anfragen beantworten, Videos für unseren Youtube-Channel drehen, unseren Kalender (mit)erstellen,  Neuigkeiten/den Bilderfreitag auf Facebook und Google+ posten, den Transport und die datenschutzgerechte Entsorgung von Akten organisieren, Führungen vorbereiten/halten, Präsentationen vorbereiten und auf Sissi und Franz (die Chihuahuas von Herrn Graf) aufpassen. Siehe dazu auch die Praktikumsberichte.

8. “Macht die Arbeit Spaß?”

JA!

Mal schauen, ob und wie sich der Fragenkatalog in der nächsten Zeit erweitert!

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Kalenderbild November: Umnutzung der RWTH im Ersten Weltkrieg

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Unser Kalenderbild für den Monat November zeigt den Antrag des „Vereins für Deutsche Frauenkleidung und Frauenkultur“ zur Nutzung eines Hörsaals vom 09. November 1917.
Aufgrund einer geplanten Ausstellung von Kinderkleidern und Arbeiten der Strumpf- und Schuhfürsorge bittet der Verein um die Nutzung eines Vorlesungssaales des Reiffmuseums (heute genutzt als Kunsthistorisches Institut und als Fakultät der Architekten), genauer, den Hörsaal für Kunstgeschichte Nr. 33.
Die Unterschrift auf dem Antrag stammt von Friedrich Klockmann, Rektor der RWTH von 1917 bis 1919. Klockmann wurde am 12. April 1858 in Schwerin geboren und promovierte im Jahr 1881 in Rostock zum Dr. phil und Dr. Ing.E.h. 18 Jahre später fungierte er als Professor der Mineralogie, der Petrographie und der Lagerstättenlehre als Ordinarius an der RWTH, zu dessen Rektor er im vorletzten Kriegsjahr des Ersten Weltkriegs ernannt wurde. Am 17.11.1937 verstarb Klockmann schließlich im Alter von 79 Jahren.
Dem Antrag des Rektors war am 08. November ein Schreiben vorangegangen, in welchem der Verein – vertreten von Frau Max Mehler – den Rektor zur Antragstellung an den königlichen Kommissar bat. Am 14. November schließlich erfolgte die Genehmigung der Raumnutzung durch ein Rückschreiben des Rektors an Frau Mehler.
In den Kriegsjahren 1914 bis 1918 erlebte die RWTH eine teilweise Umnutzung, ihrer frontnahen Lage und den räumlichen Kapazitäten. Da von den 800 Studenten, die die Universität bei Kriegsausbruch besuchten etwa 300 in den Krieg zogen, wurden Räume teilweise nicht mehr genutzt und gaben somit Potential zur Neunutzung her. In den übrigen Räumlichkeiten wurde der Hochschulbetrieb weitergeführt. (siehe Vorlesungsverzeichnis 1917/1918) Am 28. November des gleichen Jahres erfolgte die Aufforderung des Regierungspräsidenten an den Rektor der RWTH, bei Verleihung der Räumlichkeiten einen pauschalen Betrag von 50 Mark von den betreffenden Vereinen oder Personen zu berechnen, insofern es sich nicht um wohltätige Veranstaltungen handelt. Besagte Einnahmen sollten anschließend der Kasse für allgemeine Hochschulzwecke zugeführt und von dieser genutzt werden.
Im Anschluss an sein Schreiben erlaubt sich der Präsident allerdings die Bemerkung, dass er selbst eine solche Gebührenerhebung für nicht ratsam erachtet, da sie förmlich einem Mietverhältnis gleichkommen würde und die Erhebung für Strom-, Heiz- und Reinigungskosten wohl ausreichend seien.

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„Das Archivalieneigentum“ von Dieter Strauch

Das ArchivalieneigentumDieter Strauchs „Das Archivalieneigentum“ ist nun in zweiter Auflage erschienen. Sechzehn Jahre nach Erstveröffentlichung erscheint die Erweiterung dieses Werkes auch als notwendig, um der geänderten Gesetzeslage im Bereich des Archivwesens sowie der Rechtssprechung und der neuen Literatur zu dem Thema gerecht zu werden. Neu ist zum Beispiel die Behandlung der Stasi-Unterlagen im Hinblick auf die einschlägige Rechtsprechung.

Der spezifisch klingende Titel des Werkes täuscht über das vielfältige Themenspektrum des Buchs hinweg. Es werden weit mehr Themen behandelt als „nur“ die Frage nach dem Umgang mit Archivalieneigentum; der Leser erhält vielmehr ein Werk mit dem Anspruch, einen allgemeinen Einblick in das Thema Archiv und die damit verbundenen Fragen zu bieten. Besonders durch sein breites Inhaltsprofil, aber auch durch seine Aktualität erweist sich Strauchs „Archivalieneigentum“ als eine empfehlenswerte Anschaffung für alle Archivbibliotheken. Die Diözesan- und Dombibliothek hat uns freundlicherweise ein Exemplar geschenkt, wofür ihr herzlich gedankt sei.


Dieter Strauch: Das Archivalieneigentum. Untersuchungen zum öffentlichen und privaten Sachenrecht deutscher Archive. Zweite vermehrte und verbesserte Auflage, Sonderreihe 6, Köln: Diözesan- und Dombibliothek 2014. 24 Euro zuzüglich Versandkosten. Link zum Inhaltsverzeichnis: http://www.dombibliothek-koeln.de/publikation/sonderreihe/bd06_toc.pdf Link zur Errata Liste: http://archiv.twoday.net/stories/948991561/

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Ein 120 Jahre altes Zeugnis…

Der Enkel von Richard Schultz hat uns ein wertvolles Dokument seines Großvaters überlassen.

Abgangszeugnis 1894

Abgangszeugnis 1894

Richard Schultz war ein Semester als Hospitant an der RWTH im Studienjahr 1893/1894 eingeschrieben und bekam als solcher ein Zeugnis mit Angabe der besuchten Vorlesungen und Übungen. Knapp drei Monate besuchte er fünf Veranstaltungen der Fakultät IV – Bergbau/Hüttenkunde/Chemie mit dem Schwerpunkt Chemie. Trotzdem nahm er auch an der Veranstaltung “Einleitung in die Hüttenkunde” bei Professor Dürre teil. Zeugnis Schultz_1894vorlesungen Wir sind sehr dankbar, dass dieses Erinnerungsstück des frühen Studentenlebens in unsere Bestände gegeben wurde. Nach einer restauratorischen Überarbeitung kann es die nächsten Jahre (hoffentlich hunderte) im Hochschularchiv der RWTH betrachtet werden.

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Neue Öffnungszeiten

Ab nächster Woche haben wir wieder neue Öffnungszeiten.

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Praktikumsbericht

Mit dem Praktikum im Hochschularchiv wollte ich mein Interesse am Beruf des Archivars überprüfen. Sollte ich diesen Gedanken verwerfen, oder weiter verfolgen? Dazu wollte ich zunächst einmal Eindrücke sammeln.

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Video zum Tag des offenen Denkmals 2014

Unter dem Motto “Farbe” öffnete das alte Aachener Regierungsgebäude am Tag des offenen Denkmals wieder seine Türen. Die Archivführung und den Schwerpunkt Farbe haben wir auch in diesem Jahr wieder mit einem kurzen Video dokumentiert:

 

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Abschlussbericht

Das bedrohlich gegenwärtige Ende des Studiums wirft die Frage nach dem „Was nun?“ auf, auf die ich als Nicht-Lehramtsstudentin bisher noch keine genaue Antwort geben konnte. Die naheliegende Lösung bietet da natürlich ein Praktikum zur Orientierung im Berufsdschungel der unendlichen Möglichkeiten.

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Kalenderbild September: Theodor M. Schmitt und Hans von Schiller

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Am heutigen Bilderfreitag zeigen wir euch das Kalenderbild für den Monat September. Auf der Fotografie aus dem Jahre 1975 sind Theodor M. Schmitt, ehemaliger Lehrbeauftragter der RWTH, nebst Hans von Schiller, ehemaliger Luftschiffkapitän der deutschen Armee, zu sehen. Im Hintergrund finden sich u.a. ein Bild von Graf Ferdinand von Zeppelin und ein Modell des Luftschiffes LZ 127 ­– auch bekannt als „Graf Zeppelin“. Durch seine langjährige Anstellung beim Luftschiffbau Zeppelin in Friedrichshafen erwarb Schmitt die notwendigen Kenntnisse, die ihn 1938 nach Aachen und in das aerodynamische Institut der RWTH brachten. Infolge des zweiten Weltkriegs und den nach sich gezogenen Veränderungen für die Hochschule wechselte Schmitt zum Institut für allgemeine Elektrotechnik und setzte sich zudem an der Betriebsschule der Hochschule für die Ausbildung der Studenten ein. Als Leiter der Betriebsschule übernahm er als einzig Verantwortlicher die Ausbildung der etwa 3000 Studenten, von welchen 46 schließlich als Lehrbeauftragte der TH arbeiteten. Im Jahre 1976 wurde Schmitt aufgrund seines herausragenden Engagements, unter anderem auch aufgrund der Ausbildung von Hörgeschädigten, mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. „Die Zeit an der Aachener TH war eine schöne Aufgabe meines Lebens.“ Mit diesen Worten verabschiedete sich Theodor Maria Schmitt 1980 nach 45 Jahren von der RWTH . Die LZ 127 gehörte zu den Starrluftschiffen, also solchen Zeppelinen, welche aus einem kompletten Gerüst bestehen, wodurch die aerodynamische Form des Schiffes vorgegeben wird. Am 18.09.1928 wurde das Luftschiff schließlich fertiggestellt, nachdem zuvor 21 Monate benötigt worden waren, um es zu konstruieren. Die „Graf Zeppelin“ gewann in der Öffentlichkeit besondere Aufmerksamkeit aufgrund ihrer zahlreichen und spektakulären Fahrten: Als erstes ihrer Art bestritt die „Graf Zeppelin“ eine interkontinentale Fahrt (1928), umrundete die Welt (1929) und bereiste eine Woche lang den Nordpol (1931). In seinem langjährigen Einsatz fuhr das Luftschiff knapp 1,7 Millionen Kilometer bei 590 unfallfreien Fahrten und 17.177 Fahrtstunden, denen erst im Jahre 1937 ein Ende gesetzt wurde. Grund hierfür war das bekannte Unglück des Luftschiffes „Hindenburg“. Zu diesem Zeitpunkt war Hans von Schiller Kapitän der „Graf Zeppelin“, welcher das bekannte Luftschiff sicher von seiner Fahrt nach Friedrichshafen zurücksteuerte und somit den unfallfreien Rekord des Zeppelins sicherte. Die „Graf Zeppelin“ wurde im Juli des gleichen Jahres in einer Luftschiffhalle untergebracht und fortan nicht mehr genutzt. Die RWTH ist auch heute noch stark mit der Thematik der Luftfahrtforschung verbunden. Den berühmtesten Vertreter kennt jeder Aachener Student wohl allein aufgrund der Gebäudebezeichnung: Theodor von Kármán. Zeppelin-Begeisterte können sich ausführlicher beim Verein für Zeppelin-Luftschifffahrt informieren oder im Zeppelin Museum selbst Ausstellungsstücke zu Thema Luftschifffahrt betrachten.

8.2.1. L

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Führung am Tag des offenen Denkmals

BlogVon Bismarck verschmäht, von den Nazis missbraucht, eine Existenz im Schatten von Stadttheater und Elisenbrunnen – das Alte Regierungsgebäude von Aachen. Versteckt, beinahe unsichtbar steht es am Theaterplatz 14 und ist vielen Aachenern unbekannt. Um etwas Farbe in diese eintönige Wahrnehmung zu bringen, möchten wir Ihnen das Alte Regierungsgebäude in einer Führung am Tag des offenen Denkmals vorstellen und Ihnen seine facettenreiche Vergangenheit eröffnen. Helfen Sie uns, das Gebäude wieder in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu bringen.
14.09.2014, 17.45 Uhr, Theaterplatz 14

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Paläographische Übung

Im Zusammenhang mit einer Anfrage konnten Mitarbeiter und Praktikanten ihre paläographischen Fähigkeiten unter realen Bedingungen testen. Im Praktikantenmodul “Paläographie” mit unserem Archivar Klaus Graf werden die gut lesbaren Übungstexte Buchstabe für Buchstabe transkribiert. Dieser Auszug aus einem Protokoll des Bauauschusses vom 11.07.1924 ist recht schwierig zu lesen, da es scheinbar in Eile verfasst wurde. Gemeinsam sind wir aber dem genauen Wortlaut auf die Spur gekommen. Die Transkription befindet sich unter dem Text, falls Sie Ihre paläographischen Fähigkeiten ebenfalls testen möchten.

Signatur: 540

Signatur: 540

m Folgenden die Transkription des Protokolls vom 11.7.1924 (Akte 540). Antrag Wentzel betr. Kriegerehrung

1. Der Bauausschuß stimmt dem Vorschlag zu, im Treppenhaus eine vorläufige Kriegerehrung in Gestalt von Namenstafeln aufzustellen. Die Herren Sieben, Schmied-Burgk, Hausmann erklären sich bereit über die Form dieser Ehrung Vorschläge zu machen, der Senat soll ersucht werden, Mittel für die Ehrung zu beschaffen.

2. Die endgültige Ehrung und die Wahl des end- gültigen Platzes dieser Ehrung soll weiteren Entschließungen vorbehalten bleiben.

3. Der Bauausschuß empfiehlt dem Senat, das Burger’sche Denkmal vorläufig an der Nordfassade des Sportplatzes aufzustellen in Verbindung mit einer Bepflanzung.

V.G.U.[Vorgelesen, Genehmigt, Unterschrieben]
Hausmann Rogoswki

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Praktikumsbericht

Zur beruflichen Orientierung und aus Interesse am Beruf des Archivars bewarb ich mich um ein freiwilliges Praktikum beim Hochschularchiv der RWTH. Da ich aber kein Student bin, war ich nicht sicher, ob das Hochschularchiv mich auch als Praktikanten annehmen würde. Doch dies stellte kein Problem dar, sodass ich mich freute, einen Einblick in aktive Geschichtsarbeit zu bekommen.

Das Praktikum ist in Module strukturiert, sodass jeder Praktikant einen Leitfaden erhält, den er zu erfüllen hat. Da gibt es zum Einem die Module bei Herrn Dr. Graf, die das theoretische Grundgerüst der Archivarbeit bilden, wie z.B. die archivarische Bewertung, das Archivrecht und das Urheberrecht, wobei mir aber besonders die beiden rechtlichen Module gut gefielen. Aber auch die studentischen Hilfskräfte geben Module, beispielsweise das Verzeichnen in der Archiv-Software MIDOSA XML, sowie das Umbetten und die Registratur und die Ablage von Akten. Unter Anleitung der studentischen Hilfskräfte konnte ich mich dann auch schnell in die verschiedenen Aufgaben des Archivs einarbeiten. Selbst wenn es mal zu Phasen kam, wo ein wenig Leerlauf herrschte, konnte ich mir auch selbstständig Aufgaben und Projekte suchen, die in der Form nicht im Modulkatalog vorgegeben waren. Durch das Veröffentlichen der wöchentlichen Bilderfreitage des Archivs auf Google + und Facebook und für den Weblogartikel konnte ich zudem an der Öffentlichkeitsarbeit des Archiv mitwirken. Aber auch das Beantworten von Anfragen bereitete mir viel Spaß.

Besonders zu betonen ist, dass das Arbeitsverhältnis zwischen den Kollegen sehr angenehm und freundschaftlich ist. Ich fühlte mich stets gut aufgehoben und geschätzt. Insgesamt kann ich ein Praktikum beim Hochschularchiv der RWTH daher nur empfehlen. Es ist zudem nicht nur für (Geschichts-)Studenten nützlich, sondern auch für Leute, die sich noch orientieren möchten. Letztlich konnte ich durch das Praktikum auch meine Entscheidung bekräftigen, dass mir ein Geschichtsstudium gefallen könnte.

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Kalenderbild August: Marxistischer Studentenbund Spartakus

Kalenderbild August: Marxistischer Studentenbund Spartakus

Akte 12913

Zum heutigen Bilderfreitag stellen wir unser Kalenderbild für den Monat August vor. Es handelt sich dabei um ein Flugblatt des Marxistischen Studentenbundes Spartakus Aachen von 1973 (Sign.: 12913). Der Marxistische Studentenbund Spartakus (kurz: MSB) bestand von 1971-1990 als bundesweiter Studentenverband in der Bundesrepublik Deutschland und galt als nahestehende Jugendorganisation der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP).

Die Anfänge des Marxistischen Studentenbundes gehen auf die politische Bewegung des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) zurück. Anfang 1969 kam es allerdings zu Auseinandersetzungen innerhalb der SDS. Schließlich trennte sich die traditionalistische Strömung von der SDS und schuf die Assoziation Marxistischer Studenten (AMS), bei der sich zunächst nur um einen lockerer Zusammenschluss einzelner Gruppierungen handelte.

Diese Gruppierungen schlossen sich am 21. Mai 1971 an der Uni Bonn zusammen und gründeten den Marxistischen Studentenbund Spartakus (MSB). Von da an gehörte der MSB zu den einflussreichsten Studentenverbänden in der BRD mit bundesweit zeitweise bis zu 6500 Mitgliedern. Ideologisch orientierte sie sich stark an die DKP. Bemerkenswert war zudem, dass ungefähr 60% der MSB-Mitglieder zugleich Mitglied der DKP waren. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion zog jedoch auch der MSB die Konsequenz und löste sich 1990 als bundesweiter Studentenverbund auf.

Bekannt war der MSB vor allem durch seine offene Feindschaft zum Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS), des Studentenverbandes der CDU/CSU. In diesem Kontext muss auch die Karikatur gedeutet werden. Dargestellt sind vier Hunde, die in einer Hundehütte eingepfercht sind. Die Hunde stehen jeweils für die Bundesparteien CDU und CSU, sowie für den Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), die traditionell eng mit den Wirtschaftsinteressen der CDU/CSU verknüpft ist. In der Bildebene vor der Hundehütte ist ein weiterer Hund zu erkennen mit dem Zettel „wählt RCDS“ und an der Hundehütte angekettet ist.

„Wenn wir an die Macht kommen, wird an den Hochschulen kurzer Prozeß gemacht!“ Mit diesem provokativen Ausspruch von Christian Schwarz-Schilling bezieht er sich thematisch auf den Radikalenerlass von 1972, der unter der Regierung von Willy Brandt verabschiedet wurde und den die CDU entschieden befürwortet hatte. In diesem Erlass wurde beschlossen, dass Menschen mit kommunistischen Überzeugungen nicht im öffentlichen Dienst tätig werden konnten und ihnen speziell die Verbeamtung verwehrt wurde. Betroffen davon waren nicht nur DKP-Mitglieder, sondern auch Mitglieder der Marxistischen Studentenbundes Spartakus und andere sozialistische Parteien, Studentenverbände und Gruppierungen.

Durch die Ankettung an die Hundehütte kann gedeutet werden, dass die RCDS als Studentenverband nicht selbstständig denkt und abhängig von der CDU/CSU ist. Mit der Sprechblase: “Was denn?” Wird der RCDS zudem eine gewisse Naivität in Bezug auf den Radikalenerlass nachgesagt. Insgesamt möchte die MSB also vermutlich aufzeigen, dass die RCDS durch die politische Bevormundung der CDU/CSU den Radikalenerlass befürwortet und mit diesem unselbstständigen Verhalten kein geeigneter Kandidat für das Studentenparlament der RWTH Aachen ist.

An der RWTH Aachen findet der Studentenbund erstmals Erwähnung in einem Aufruf zu einer öffentlichen Diskussion zum 16.12.1970 über die Freiheit der Wissenschaft an den deutschen Hochschulen (vgl. Sign.: N 0320). Erstmals trat der MSB dann zur Wahl des Studentenparlaments am 02.-05. Februar 1971 an. Am 09. Mai 1972 erreichte die MSB 2,9%. 1973 fanden Studentenparlamentswahlen sowohl zum Sommersemester als auch im Wintersemester statt. Dort erreichte die MSB am 29. Juni 1973 1,7% und verlor damit -1,2% der Stimmen im Vergleich zum Vorjahr. Trotz der Wahlniederlage der MSB konnte sich dennoch eine Mehrheit für eine sozialistische AStA-Bildung in einer Koalition aus den Basisgruppen und dem Sozialistischen Hochschulbund (SHB) finden. Zur Wahl am 07.12. 1973 konnten sie wiederum auf 3,16% erhöhen. Mit dieser Wahl verlor der sozialistische Flügel aber seine Mehrheit und konnte keine weitere AStA mehr stellen.

Weiterführende Links: Artikel vom Gründungsmitglied der AMS und MSB Michael Merks  von 2011 Artikel vom Spiegel von 1971, Mao Projekt

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Private Postkartensammlung dem Hochschularchiv überlassen

Das Hochschularchiv freut sich über einen neuen spektakulären Zugang zu den Beständen: Günter Breuer, langjähriger Mitarbeiter der Bibliothek der RWTH, hat dem Hochschularchiv ein in vielen Jahren zusammengetragenes Album überlassen: die wohl größte Postkartensammlung mit Motiven der RWTH. Die Motive zeigen Gebäude und Institute seit der Gründung der Polytechnischen Hochschule. Das Hochschularchiv besitzt nur wenige Postkarten. Wir danken Herrn Breuer herzlich für diesen wertvollen Vorlass.

Postkarte aus nachlass breuer_1919

Postkarte aus dem Breuer-Vorlass, 1919 beschriftet

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Ein Coverbild aus dem Hochschularchiv

Eines der ausdrucksstärksten Bilder unserer Fotosammlung (2.1.1_f) hat es auf den Titel der Veröffentlichung zum Jubiläum der Weinheimer Corps geschafft. Die Historische Kommission des WVAC e.V.  (Weinheimer Vereinigung Alter Corpsstudenten) hat zum 150-jährigen Jubiläum des Verbandes den Neubeginn der Weinheimer Corps nach 1945 aufgearbeitet. Die Corpschroniken und ein Fragenkatalog dienten zur Erhebung der Daten, die in elf Einzeldarstellungen zusammengestellt wurden.

Der SC (Seniorenconvent) zu Aachen wird von Ernst Schiffer in Zusammenarbeit mit dem Marko-Guestphalen – Marko-Guestphalia ist das älteste Corps in Aachen – Karl Heinrich Kühler vorgestellt, der eine Schilderung der Neuorganisation nach dem Zweiten Weltkrieg beiträgt (S. 213-248).

Das Titelbild des Bandes zeigt eine Ansicht aus dem Hauptgebäude der RWTH Aachen auf den Aachener Dom aus den Fenstern des ersten oder zweiten Stockes. Kurz nach dem Krieg aufgenommen, veranschaulicht es die Zerstörung der Stadt und der Hochschule durch die alliierten Bombenangriffe.

WSC

Neubeginn der Weinheimer Corps nach 1945 (Beiträge zu Geschichte des WSC). Hrsg. v. d. Historischen Kommission zum Jubiläum 150 Jahre WSC im Auftrag des Vorstandes des Weinheimer Verbandes Alter Corpsstudenten e. V. Dr. Marcel Hattendorf. Weinheim 2013.

Zur Rezension bei akadpress

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Die Schiffer- und Kaufmanns-Familie Schultes in Ulm und Heidenheim

Als Dank für unsere Hilfe bei seinen Recherchen hat uns Jürgen Arnold ein Exemplar seiner Monografie „Die Schiffer- und Kaufmanns-Familie Schultes in Ulm und Heidenheim“ zugesendet.

Belegexemplar SchultesBei diesem Buch handelt es sich nicht ausschließlich, wie der Autor anmerkt, um ein Familienporträt. Ebenso werden in dieser Monografie auch Themen mit lokalem oder regionalem Bezug aufgegriffen. So zum Beispiel das Leben von Wilhelm Schultes, zu dem der Autor uns im vergangenen Jahr kontaktierte.

Wilhelm Schultes war von 1943 bis 1948 Professor für Wärmewirtschaft sowie Direktor des Maschinenlaboratoriums, des Sprinkler-Laboratoriums und des Heizkraftwerkes an der RWTH Aachen und, wie der Autor anmerkt, „einer der bemerkenswertesten Vertreter der Familie“ (S. 266). Schultes trat 1933 der NSDAP und SA bei.

In seiner Darstellung zur RWTH Aachen in der NS-Zeit vertritt Ulrich Kalkmann die These, Schultes sei ein „fanatischer Nationalsozialist“ gewesen, da er nicht nur „politischen Eifer“ und „ideologische Grundlagen“ in der Ausführung seiner Lehrtätigkeit aufwies, sondern auch 1944 mehreren Hochschulmitarbeitern mit Verhaftung und Konzentrationslager drohte und dem Befehl der Sprengung des Heizkraftwerks der RWTH nachkam (wobei diese aber von zwei Angestellten verhindert wurde).

Arnold hingegen ist zu gegenteiligen Ergebnissen gekommen. Demnach soll Schultes nie intendiert haben, das Heizkraftwerk zu sprengen. Vielmehr half er dabei, wichtige Maschinenteile des Kraftwerks zu verstecken, damit der Betrieb nach dem Krieg schnellstmöglich wieder verrichtet werden konnte. Außerdem bezweifelt der Autor, dass es zu entsprechenden Drohungen gekommen ist. „Bewertend wird man feststellen können, dass Wilhelm Schultes seit 1933 ein Anhänger der nationalsozialistischen Ideen war. Sicherlich jedoch war er kein fanatischer Anhänger, der sich leidenschaftlich, unduldsam und rücksichtlos für den Nationalsozialismus einsetzte. Er war in erster Linie Wissenschaftler. Seinen Beruf nahm er ernst. Die Zeit, die ihm der Beruf übrig ließ, nutzte er als Schriftsteller der Fachzeitschrift. Das wurde von vielen Personen, auch solchen die sich im Entnazifizierungsverfahren äußerten, bestätigt. In diesem Zusammenhang ist wesentlich die Feststellung des Entnazifizierungs-Hauptausschusses, die Belastungen von Schultes seien nicht besonders schwerwiegend” (S. 275).

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1914 Mitten in Europa

Belegexemplar_1914 Mitten in Deutschland

Uns hat ein neues Exemplar für die Präsenzbibliothek erreicht:  Der Ausstellungskatalog “1914 Mitten in Europa. Die Rhein-Ruhr-Region und der erste Weltkrieg.” Dabei handelt es sich um den Katalog zur Ausstellung des LVR-Industriemuseums und des Ruhr Museums auf der Kokerei Zollverein 30. April bis 26. Oktober 2014. Neben dieser Ausstellung finden noch weitere Veranstaltungen und Exkursionen statt, um an den Beginn des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren zu erinnern. Auch das Hochschularchiv steuerte Leihgaben bei, um das Gedächtnis an die “Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts” aufrecht zu erhalten. Eine davon zeigt das Hauptgebäude der RWTH.

Leihgabe_2.1.1.b Hauptgebäude

Quelle: Hochschularchiv 2.1.1.b Hauptgebäude

 

Weitere interessante Leihgaben von uns und vielen weiteren Museen, Archiven und anderen Institutionen können in der Ausstellung bewundert und bestaunt werden. Zahlreiche weitere Hinweise zu Ausstellungen, die an den Anfang des Ersten Weltkrieges erinnern, befinden sich auf der Ausstellungswebseite.

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Was man nicht alles beim Verzeichnen findet!

Beim Verzeichnen von Personalakten machte unsere ehemalige Praktikantin Andrea Herzog eine spannende Entdeckung: Die ehemalige Bundesministerin für Bildung und Forschung, Annette Schavan, hat mit ihrer Personalakte als Lehrbeauftragte (Sign.: PA 9089) den Weg in unser Archiv gefunden.

Ein Eintrag im Vorlesungsverzeichnis vom Sommersemester 1982 (S. 330) belegt, dass Schavan in diesem Semester die Übung “Freiheit und Bindung” (2 Stunden, 19-20:30 Uhr donnerstags) am Lehrgebiet Katholische Theologie angeboten hat. Für das WS 1981/82 fehlt ein solcher Eintrag.

Informationen aus der Personalakte dürfen wir selbstverständlich noch nicht preisgeben, da in diesem Fall die Schutzfrist (§ 7 Absatz 1) des Archivgesetzes NRW greift, wonach personenbezogene Unterlagen erst 10 Jahre nach dem Tod der betreffenden Person einsehbar sind. Für Ausnahmen zu dieser Regelung verweisen wir gerne auf § 7 Absatz 6:

“(6) Die Nutzung von Archivgut, das Schutzfristen nach Absatz 1 und 4 unterliegt, kann vor deren Ablauf auf Antrag genehmigt werden. Bei personenbezogenem Archivgut ist dies nur zulässig, wenn

 1. die Betroffenen in die Nutzung eingewilligt haben,

2. im Falle des Todes der Betroffenen deren Rechtsnachfolger in die Nutzung eingewilligt haben, es sei denn, ein Betroffener hat zu Lebzeiten der Nutzung nachweislich widersprochen, oder die Erklärung der Einwilligung wäre nur höchstpersönlich durch die Betroffenen möglich gewesen.

3. die Nutzung zu benannten wissenschaftlichen Zwecken oder zur Wahrnehmung rechtlichen Interesses erfolgt und dabei sichergestellt wird, dass schutzwürdige Belange Betroffener nicht beeinträchtigt werden,

4. dies im überwiegenden öffentlichen Interesse liegt.”

Schavan PA 9089

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Kalenderbild Juli: YouTube-Channel des Hochschularchivs

An diesem Freitag präsentieren wir unser Kalenderbild des Monats Juli, einen Screenshot von unserem YouTube-Channel. Zu sehen ist ein Ausschnitt aus dem Video zu unserer im vergangenen Jahr stattgefundenen Ausstellung zur Architektur an der RWTH-Aachen.

Screenshot_Kalender_3_klein Am 3. Februar 2012 feierte der YouTube-Channel des Hochschularchivs seine Premiere mit einem Video zur Bestandserhaltung, präsentiert von unserer ehemaligen Mitarbeiterin Erika Haase. Nach drei weiteren Aufnahmen von unserer Führung zum Tag der Archive 2012 folgte eine Sendepause von circa einem Jahr. Im vergangenen Jahr kehrte mit dem oben angesprochenen Ausstellungsvideo wieder neues Leben in unseren Channel ein.

Unsere Videos sollen einen Einblick in unseren Arbeitsalltag geben. Dazu gehören Aufgabenbereiche wie beispielsweise Öffentlichkeitsarbeit, Bestandserhaltung oder – wie in unserem aktuellen Video – Impressionen aus der zehnjährigen Dienstzeit unseres Archivars Dr. Klaus Graf.

Zu unserem aktuellen Video wie zum Channel geht es hier lang.

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Neue Vorlesungsverzeichnisse

Ab heute gibts das Vorlesungsverzeichnis der RWTH (damals noch als Polytechnische Schule bekannt) von 1876-1877, sowie von 1879-1880 bei unseren digitalen Angeboten.

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Beitrag des Hochschularchivs im Jahrbuch des Historischen Instituts der RWTH

Auch dieses Jahr sind wir wieder mit einem Artikel im Jahrbuch des Historischen Instituts vertreten:

Karl der Große im Hochschularchiv? Von Maria Horn und Lars Voßen

Im Karlsjahr 2014 wird vermutlich kaum jemand auf die Idee kommen, seine Forschungen über Karl den Großen im Hochschularchiv zu tätigen. Damit mag er auch nicht falsch liegen, da die ältesten Archivalien in unseren Beständen aus den 1860er Jahren stammen und somit logischerweise kein zeitgenössisches Dokument über Karl den Großen dabei ist.

Erstaunlicherweise finden sich in unserem Archiv aber sowohl Dokumente zum Karlspreis als auch ansehnliches Bildmaterial zu den Preisträgern, den Urkunden und Medaillen. Weniger erstaunlich mag dies klingen, wenn man die engen Verbindungen des Karlspreises mit der RWTH kennt: Der Karlspreis wurde 1950 erstmals vergeben und steht unter dem Leitmotto, Menschen auszuzeichnen, die sich um die Idee Europas verdient gemacht haben. Die persönliche Vorliebe Karls des Großen Aachen gegenüber und die ihm zugeschriebene Rolle als erster Einiger Europas legten die Idee des Standortes und Themas nahe. Unter den 12 Gründungsmitgliedern von 1949 befand sich neben zwei Hochschulprofessoren auch Professor Dr. Wilhelm Müller, damaliger Rektor der Technischen Hochschule. Seither besetzt der Rektor der RWTH als eines der drei „geborenen Mitglieder“ einen Sitz im Direktorium der Gesellschaft und darf somit an der Auswahl des Karlspreisträgers teilnehmen.[1]

Aus dem Jahr der ersten Preisverleihung 1950 sind verschiedene Dokumente in unserem Archiv überliefert: ein Bild, das den Preisträger Richard Graf Coudenhove-Kalergi (Sign.: 8.4.1k) während der Veranstaltung zeigt, verschiedene Unterlagen im Vorlauf der Verleihung wie Einladungen, Organisatorisches und Zeitungsausschnitte (12155a) oder die Rede des Rektors bei der abendlichen Festveranstaltung (12139). Darin erklärt der Rektor die Wichtigkeit eines solchen Preises auch für eine wissenschaftliche Einrichtung wie der technischen Hochschule, deren Forschung auch vom Zusammenwachsen verschiedener Nationen abhängig sei.8.4.1_k

Vor allem in der Akte 12155a/b befinden sich ausschließlich Dokumente bezüglich des Karlspreises. Die Akte bietet allerdings keine kontinuierliche Überlieferung, nur vereinzelte Jahrgänge haben den Weg in unser Archiv gefunden. Lebensläufe der Preisträger, Zeitungsartikel zu dem Ereignis, Reden sind ebenso enthalten wie profane Organisationsangelegenheiten wie z.B. die Frage, wie viele der Senatsmitglieder kommen und mit welchem Verkehrsmittel sie anreisen – eigener Wagen, Mietwagen oder „Taxe“.

Auch die Dokumente in S4001 widmen sich so elementaren Angelegenheiten wie der Anweisung an Senatsmitglieder, für die Feierlichkeiten rechtzeitig ihre Talare bringen zu lassen. Ein Briefwechsel mit dem italienischen Botschafter von 1964 in demselben Archivale zeigt die internationale Bedeutung des Karlspreises.

Standortbedingt war und ist Karl der Große auch für Forschung und Lehre an der RWTH kein unbeschriebenes Blatt.

Zwei bedeutende Karlsforscher an der RWTH – besser gesagt deren Unterlagen  – haben bereits ihren Weg in unsere Bestände gefunden: Wolfgang Braunfels (1911-1987) und Max Kerner. Braunfels war insgesamt 12 Jahre an der RWTH tätig. Am 1. November 1953 wurde er zum Ordentlichen Professor für Kunstgeschichte berufen; ab dem Wintersemester 1959/60 war er bis zum Sommersemester 1961 zudem Dekan der Fakultät für Bauwesen. Seine Berufung  auf das Ordinariat für Mittlere und Neuere Kunstgeschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München beendete am 30. September 1965 seine Lehrtätigkeit an der RWTH. In der Schlussphase seines Wirkens war Braunfels maßgeblich an der Ausstellung Karl der Große – Werk und Wirkung beteiligt, die in Zusammenarbeit mit der Stadt Aachen konzipiert und vom 26. Juli bis zum 19. September 1965 im Rathaus von Aachen gezeigt wurde. Braunfels‘ Beitrag zu der Ausstellung zeigt sich unter anderem in seinen Aufsätzen „Die Pfalzkapelle Karls des Großen in Aachen“, „Der Aachener Hof und seine Kultur“ und „Karl der Große im Bildnis und Zeugnis der Zeitgenossen“, die alle im Jahr 1965 veröffentlicht wurden.[2] In unseren Beständen befinden sich zwei Reden von Braunfels aus den Jahren 1964 und 1965, in denen er die Konzeption der Ausstellung und eine kurze Biographie Karls des Großen vorstellt (AMA 64, S. 57-61/12164).

Zu Braunfels bekamen wir bereits im September des letzten Jahres eine wissenschaftliche Anfrage aus New York. Da wir seine Personalakte (1680) in unseren Beständen besitzen, konnten wir die Fragen zu seiner Zeit „vor der RWTH“, seinem Aufenthalt in Italien, erfolgreich beantworten. Die Personalakte enthält nämlich eine von Braunfels verfasste Aktennotiz (28.4. 1960): „Unmittelbar nach meiner Promotion, am 7.2. 1937, bis zu meiner Einberufung zum Wehrdienst am 16.6.1940, war ich in Florenz am dortigen Deutschen Kunsthistorischen Institut tätig.“ (1680) Dies deckt sich mit den Informationen aus seinem Personalbogen, in dem unter der Kategorie „Militärdienstzeit“ folgendes steht: „Eingezogen am 16. Juni 1940. Seit 1942 Leutnant in einer Funkkompanie. Soldat bis 8.5. 1945.“ (Ebd.)

Max Kerner sollte vielen Studenten am Historischen Institut durch Seminare und Vorlesungen ein Begriff sein. Ein Blick in den Instituts-OPAC, der beim Suchbegriff „Max Kerner“ unter anderem „Karl der Große und sein Schrein in Aachen“ und „Der verschleierte Karl“ als Ergebnisse ausspuckt, deutet bereits auf einen Forschungsschwerpunkt des Historikers hin.[3] Kerners Laufbahn an der RWTH begann bereits 1966 mit seiner Tätigkeit als wissenschaftlicher Assistent an unserem Historischen Institut, dem er bis zum heutigen Tag in verschiedenen Positionen „treu“ geblieben ist. Speziell zu seinen Anfängen besitzen wir mehrere Unterlagen: Sowohl sein abgeschlossenes Promotionsverfahren (9025) und die Promotionsurkunde vom 5. April 1971 (9028) als auch sein Habilitationsverfahren zwischen 1974 und 1978 (N 0112) wurden von uns bereits verzeichnet. Zwei Berichte in den Jahrbüchern der RWTH mit dem Titel „Der hochmittelalterliche Humanismus als kulturgeschichtliches Problem“ (AMA 73/74, S. 100-106) und „Zum Problem der mittelalterlichen Fälschung“ (AMA 75, S. 93-102) und einzelne Reden von Kerner zwischen 1986 bis 1989 (12145/12146/12148) runden unseren bisher verzeichneten Bestand zu ihm ab. Wir hoffen natürlich darauf, eines Tages weitere Unterlagen von Max Kerner zu erhalten, die uns die Möglichkeit geben, sein Schaffen an der RWTH für die Nachwelt noch weitreichender aufbereiten zu können.

Bereits jetzt können wir die Frage „Karl der Große im Hochschularchiv“ durchaus positiv beantworten –  1200 Jahre nach seinem Tod führen die Spuren des großen fränkischen Königs auch in unser Archiv. Wir sind gespannt, was bis zum nächsten Karlsjahr noch dazukommt.

3.2.1_ae

[1] Die Webseite www.karlspreis.de bietet viele Informationen, sowohl zum Preis als auch zu einzelnen Preisträgern.

[2] Biographische Angaben zu Braunfels bietet die GND via BEACON-Findbuch: http://beacon.findbuch.de/seealso/pnd-aks?format=sources&id=118514717. Auf unserer Homepage bieten wir unter Digitale Angebote auf der Seite GND-Nummern der Professoren/innen und Dozent/innen der RWTH 1870-1995 weitere GND-Nachweise zu den hier Lehrenden an.

[3] In unserer Präsenzbibliothek befindet sich außerdem der von Kerner mitherausgegebene Sammelband „Karl der Große und sein Nachwirken. 1200 Jahre Kultur und Wissenschaft in Europa“ (Sign. Aa Kar)

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(Deutsch) Kalenderbild Juni: Aquarell von Otto Gruber

Diesen Freitag zeigen wir euch ein Aquarell (Salzburg 1907) von Otto Gruber, unser Kalenderbild für Juni.

Aquarell Gruber

Salzburg 1907

Otto Gruber wurde am 16. Mai 1883 in Offenburg geboren und studierte Architektur an den Technischen Hochschulen in München und Karlsruhe.

In dem Jahr, als dieses Aquarell entstand, machte er seine Diplom-Hauptprüfung und schlug eine Beamtenlaufbahn als Regierungsbauführer bei Friedrich Ostendorf, dem damals führenden Architekten, ein. 1914 bis 1918 folgten seine Promotion zum Dr. Ing. und seine Habilitation in Karlsruhe. Ab 1928 war Gruber dann bis 1950 Ordinarius für Baukonstruktionslehre an der RWTH Aachen.

Von 1934 bis 1937 wurde er zum Rektor der RWTH berufen und ab 1938 war er zehn Jahre lang Prorektor. In seiner Antrittsrede zum Rektor 1934 gelobte er die Treue zu Adolf Hitler und förderte die „Nazifizierung“ des Hochschulwesens. 1937 trat er dann – wie viele seiner Zeitgenossen – in die NSDAP ein.

Gruber setzte sich verstärkt für den Ausbau der Hochschule ein. Unter seiner Leitung als Rektor wurde der Neubau des Instituts für Bildsame Formgebung, die Errichtung der Institute für Schweißtechnik und für Textiltechnologie, sowie der Beginn des Aulaneubaus veranlasst. Am 30. September 1950 emeritierte er und wurde ein J

ahr später zum Ehrensenator der RWTH gewählt, in Anerkennung seiner Dienste an der Hochschule.

 Gruber verstarb am 24. Januar 1957 in Aachen.

Seine Hauptarbeitsgebiete befassten die Baugefügeleh

re, die Baugeschichte des Mittelalters, die Westwerke deutscher Dome und die deutschen Bauern- und Ackerbürgerhäuser.

Als er am 12. Mai 1934 zum Rektor der RWT

H ernannt wurde, befasste er sich in seiner Rektoratsrede mit dem Thema „Über die Möglichkeiten einer Erziehung zur deutschen Baukunst“; er wollte sich von der herrschenden „baukünstlerischen Anarchie“ abwenden und darauf hinweisen, die Baukunst stattdessen wieder als deutsche Kunst zu betrachten.

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Seine Skizzenbücher und Zeichnungen galten als Vorbilder für den werdenden Architekten und verdeutlichen die zahlreichen Themenbereiche, mit denen Gruber sich befasste.

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(Deutsch) Die Technische Hochschule Hannover und der Entzug akademischer Titel in der NS-Zeit

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(Deutsch) Öffnungszeiten in der Pfingstwoche

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(Deutsch) Den Campus erkunden im Rahmen des Fahrradsommers 2013

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(Deutsch) Praktikumsbericht

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(Deutsch) Biographie Carl Walther

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(Deutsch) Praktikumsbericht

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(Deutsch) Neue Öffnungszeiten

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(Deutsch) Öffnungszeiten

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(Deutsch) Führung durch das Hochschularchiv

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