Kalenderbild März 2021: Eine Anfrage wie sie im Buche steht

Anfrage der Mayerschen Buchhandlung an das Sekretariat der Technischen Hochschule, gestempelt zum 06.03.1956 ———————–Quelle: Akte 145

Das Dokument

Der heutige Beitrag bezieht sich auf das oben zu sehende Dokument aus der Akte mit der Signatur 145. Hierbei handelt es sich um eine Anfrage von der Buchhandlung Mayersche, welche an das Sekretariat der Technischen Hochschule gerichtet wurde.

Die Mayersche wurde 1817 von Jacob Anton Mayer in Aachen gegründet und war 2019 das viertgrößte Buchhandelsunternehmen in Deutschland. In dem Dokument vom 02. März 1956 benötigt die Buchhandlung eine Anschrift eines Herrn Kurt Postal (Hostal?) wegen einer Forderung. Unter seiner von ihm angegebenen Adresse war er nicht mehr zu erreichen. Am 06. März 1956 ist das Schreiben bei der Universität eingegangen, was der Stempel belegt.

Auf dem Brief findet man zudem handschriftliche Notizen, was häufig so praktiziert wurde. Ein handschriftlicher Nachtrag vom 07. März 1956 hält fest, dass die gesuchte Person nie an der Universität gewesen ist und die Mayersche dahingehend kontaktiert wurde. Damit wurde das Vorgehen abgeschlossen. Das Dokument ist also nun schon mehr als 65 Jahre alt.

Im oberen Abschnitt findet man außerdem Werbung zu der vierbändigen Bücherreihe des Bertelsmann-Lexikons. Darunter ein Hinweis zu dieser und die Kosten zum Ersteigern. Unter den handschriftlichen Nachträge findet man zudem noch die damaligen Bankdaten der Buchhandlung.

Anfragen

Anfragen ähnlichen Inhalts haben uns auch schon im Archiv erreicht. Des Öfteren wurden wir auch schon wegen Kontaktdaten angefragt, aber noch häufiger, ob eine bestimmte Person an der RWTH war.

Die uns vorliegende Anfrage musste negativ beantwortet werden, was bei unserer Tätigkeit auch vorkommt. In solchen Fällen versuchen wir den Anfragenstellern neue Anlaufstellen zu bieten, wo sie eventuell fündig werden könnten. Da unser Hochschularchiv erst seit 1967 existiert, wurde nämlich zum Beispiel auch das Stadtarchiv mit Materialien zur RWTH versorgt.

 

Die briefliche Anfrage, wie sie uns hier vorliegt, wird allerdings immer seltener. Die meisten Anfragen erreichen uns heute per Mail oder telefonisch. Vor Corona kam es auch ab und an vor, dass spontan Besucher bei uns vorbeikamen mit Anfragen im Gepäck.

Akte 145 – Anfragen von 1945 bis 1957

Die Akte 145, der diese Archivalie entstammt, ist eine Sammlung von Anfragen aus der Zeit von 1945 bis 1957. Diese sind unterschiedlichen Typs, sowohl äußerlich als auch inhaltlich, aber chronologisch sortiert. Optisch sind die Dokumente sowohl klein als auch groß, handschriftlich als auch mit Schreibmaschine geschrieben sowie es auch bei dem uns vorliegenden Dokument ist. Die Anfragen kommen dabei sowohl von ehemaligen Studenten, aber auch anderen Instituten, Universitäten, Arbeitgebern, Firmen und so weiter.

Darunter ist zum Beispiel eine Anfrage, wo sich nach einem Studenten und seinem Abschluss erkundigt wurde. Der nachfolgende Schriftverkehr hält fest, dass dieser Student sein Zeugnis gefälscht und angegeben hatte, seine Urkunde wurde durch Brandbomben schwer beschädigt und sei deswegen nicht mehr leserlich. Und dieser scheint nicht der Einzige zu sein, der die damaligen Umstände ausgenutzt hatte. Die Akte bietet darüber hinaus viele weitere spannende Inhalte und ist ein Abbild der damaligen Zeit.

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