Kalenderbild September: Hildegart Pleus – Ein Paradigma für den Eintritt der Frauen in eine universitäre Ausbildung

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Unser Kalenderbild zeigt den Personalbogen, der am 18.10.1903 in Mönchengladbach geborenen Hildegart Pleus. Sie war von 1946 bis 1965 als Professorin an der pädagogischen Akademie in Aachen tätig.

Ihre Reifeprüfung legte sie nach ihrem Schulbesuch des Oberlyzeums in Lüdinghausen von 1920 bis 1923 ab. In den Jahren 1923/24 konnte sie dort ebenfalls die Lehrbefähigung für Volks-, mittlere und höhere Schulen erzielen. Die Lehrbefähigung erhielt Hildegart Pleus am 29. Februar 1924 mit dem Prädikat „Gut“.

Auf der Rückseite des Personalbogens ist zu sehen, dass sie die Lehrbefähigung für die Fächer Mathematik, Biologie und Deutsch erhielt und ihre pädagogische Prüfung am 5. März 1935 in Berlin ablegte.

Erst im 19. Jahrhundert war es Frauen möglich, sich akademisch weiter zu bilden. Dies war nicht zuletzt der Verdienst der Frauenrechtsbewegung im 19. Jahrhundert, die Bildungschancen erkämpfte und eine Bildungsreform anstrebte. Aufgrund der Initiative der Frauen wurde das erste Mädchengymnasium im Jahre 1893 in Karlsruhe eröffnet. Zunächst gingen Mädchen und Jungen in getrennte Schulen. Die Schulen der Mädchen nannten sich „Lyzeen“.

Dennoch war es noch immer nicht möglich, dass sie nach erfolgreichem Abschluss eine Universität oder eine Hochschule besuchen und ein Studium absolvieren konnten.

Auch noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts war es nicht üblich, dass Frauen eine akademische Bildung erreichen konnten. Selbige war zunächst der begüterten Gesellschaftsschicht vorbehalten. Vor dem ersten Weltkrieg kündigten die Nationalsozialisten an, den Anteil weiblicher Studierender auf unter 10 Prozent senken zu wollen, änderten allerdings schon im Jahre 1935 ihre Meinung zu diesem Vorhaben. 1939 erreichte der Anteil studierender Frauen mit 50 Prozent und knapp 250.000 Studentinnen kriegsbedingt ihren Zenit.

Hildegart Pleus zählt somit zu den Frauen des 20. Jahrhunderts, die nicht nur studieren konnten, sondern auch einen Zugang in den Wissenschaftsbetrieb erhielten. Sie ist ein Paradigma für den Eintritt der Frauen in die universitäre Ausbildung vor allem, da sie nicht nur selbst ein Mädchengymnasium besuchen konnte, sondern  einen Universitätsabschluss erzielte und selbst als Professorin tätig war.

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