Kalenderbild Januar: Grüße aus Aachen

Frohes neues Jahr!

Die abgebildete Postkarte vom 19.02.1923, auf deren Vorderseite das Hauptgebäude (mittig) der technischen Hochschule Aachen, das Hansemann-Denkmal (rechts) und das Marschiertor (links) zu sehen ist, bietet ein kompaktes Stück Aachener Stadt-Geschichte. Warum denn nicht das neue Jahr gleich mit einem kleinen Rundgang im Aachener Stadtkern beginnen? Auch demjenigen, dem das zu anstrengend ist und / oder ohnehin die nicht unbekannten Bauten kennt, der wird sich bestimmt an diesem kleinen Rundgang in Schriftform dennoch erfreuen.

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Begeben wir uns nun zum Hauptgebäude der Hochschule Aachen am Tempelgraben: Dieses Bauwerk entstand zwischen 1865 und 1870. Aus Platzgründen wurde das Gebäude schließlich zwischen 1926 und 1928 erweitert (siehe Signatur 434). Weitere Umbauarbeiten erfolgten 1939/40, so wurde etwa das Quecksilber-Laboratorium (Signatur 485) umgebaut und erneuert und schließlich 1940 die neu errichtete Aula eingeweiht. Unglücklicherweise erlitt das Hauptgebäude im Zuge des Zweiten Weltkrieges schwere Beschädigungen, welche aber bis zu den frühen 1950er größtenteils beseitigt werden konnten.

Springen wir großzügig ein paar Straßen weiter und besuchen wir David Justus Ludwig Hansemann, der heute nahe der Monheimsalle wohnhaft ist. Hansemann (1790–1864) absolvierte eine kaufmännische Ausbildung und brachte es in seinem Leben zu Wohlstand. Er gründete fleißig Unternehmen in Aachen und verwendete einen nicht unerheblichen Teil seiner Gewinne für gemeinnützige Zwecke. Seine Tätigkeiten erstreckten sich auch auf die Politik, so wurde er z. B. etwa 1828 Mitglied des Stadtrates. Ebenfalls machte er sich für ein stärkeres Mitspracherecht des zwar vermögenden, aber an politischen Einfluss mangelnden Bürgertums stark. Berühmt wurde sein Satz „In Geldsachen hört die Gemütlichkeit auf“, den er am 08. Juni 1847 im Preußischen Landtag von sich gab, womit er den damaligen Finanzminister Franz von Dueseberg angriff, welcher ohne Absprache Schulden aufgenommen hatte. Hansemann zu Ehren wurde am 29.09.1888 das bekannte „Hansemann-Denkmal“ nahe der Monheimsalle eingeweiht.

Noch ein letzter Sprung zum Marschiertor an der Franzstraße: Etwa um 1300 fertiggestellt stammt es mit seinen über 700 Jahren aus dem Mittelalter. Das massive Tor war das Südtor der äußeren Aachener Stadtmauer und dürfte mit einer Breite von insgesamt 23,8 Metern – wenigstens vor dem Aufkommen von Kanonen – bestens gegen Belagerer gewappnet gewesen sein. Einem Brandbombenangriff am 14. Juli 1943 hielt das Bollwerk (freilich) nicht stand und wurde schwer beschädigt. Durch Spenden konnte glücklicherweise das Tor 1959 vollständig wiederhergestellt bzw. rekonstruiert werden. Heute ist das Marschietor keineswegs bloß Überrest aus einer vergangen Zeit, sondern wird außerdem von Vereinen genutzt.

  Internetquellen: https://de.wikipedia.org/wiki/Hauptgeb%C3%A4ude_der_RWTH_Aachen https://de.wikipedia.org/wiki/David_Hansemann http://www.aachener-zeitung.de/blogs/serendipity/index.php?/archives/386-David-Hansemann-und-seinDenkmal.html http://www.aachener-nachrichten.de/news/wirtschaft/david-hansemann-unternehmer-sozialreformer-visionaer-1.886215 https://de.wikipedia.org/wiki/Marschiertor

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