Vine-Videos, Facebook und Co. – Mein Praktikum im Hochschularchiv

Tatsache: Im Studiengang Gesellschaftswissenschaften muss ein Praktikum pflichtweise absolviert werden. Als ich mich vor einigen Monaten auf der Suche nach einem Praktikum befand, stolperte ich auf Hinweis einer Tutorin über das Hochschularchiv der RWTH. Für jemanden, der überlegt, seine Bachelorarbeit in der Geschichtswissenschaft zu schreiben DIE Gelegenheit, mit der „handfesten“ Materie in Berührung zu kommen. Da ich mir zu diesem Zeitpunkt ziemlich sicher war, dass ein anderes bereits absolviertes Praktikum nicht anerkannt werden würde, bewarb ich mich also im Archiv. Weil zu diesem Zeitpunkt noch Praktikanten am Archiv waren, wurde der Juli als Startpunkt ausgemacht. Obwohl mein anderes Praktikum vor Beginn meiner Arbeit im Archiv anerkannt wurde, entschied ich mich dann, ein „freiwilliges“ Praktikum zu absolvieren. Das hat sich, im Nachhinein betrachtet, als sehr gute Entscheidung erwiesen:

Wenn man an Arbeit in einem Archiv denkt, denkt man vielleicht an Akten abstauben in abgedunkelten Hinterzimmern. Die tatsächliche Arbeit im Archiv belehrt einen aber schnell des Besseren – Ich kann mir kein Unternehmen vorstellen, das besser auf Praktikanten vorbereitet ist als das RWTH-Archiv. Der Modulplan, der im Laufe des Praktikums abgearbeitet wird, führt einen abwechslungs- und umfangreich durch alle Bereiche des Archivs: Vom Archivrecht über die Beantwortung von Anfragen bis hin zu Websitegestaltung oder dem Erstellen von Vine-Videos.

Vines? Tatsächlich. Das Archiv ist wesentlich moderner als man vielleicht denken würde. Bereits bei der Vorstellung wird man auf die Onlinepräsenz des Archivs verwiesen – Facebook & Co lassen grüßen. Auch ein Archiv geht mit der Zeit und ist online genauso wie offline erreichbar.

Natürlich darf man trotz allem nicht vergessen, worin die Hauptaufgabe eines Archivs besteht. Die Arbeit mit Archivgut steht im Vordergrund, sei es zur Recherche aufgrund einer externen Anfrage oder zur Bestandserhaltung. Aber auch das gestaltet sich als sehr zeitvertreibend: Auf der Suche nach Informationen stößt man immer wieder auf (gefühlt) uralte Akten von Professoren um 1900, Studenten, Korrespondenzen, Lebensgeschichten. Auch wurde die Arbeit teilweise interessant durch die gelernten Tricks abseits des Archivs, wie zum Beispiel in den Modulen Informationsrecherche und Urheberrecht.

Die ganze Arbeit fand in einem entspannten kleinen Team statt und war von einer angenehmen Atmosphäre geprägt. Obwohl es einiges an Arbeit zu tun gibt, wurde es zu keinem Moment stressig. Zu Beginn war alles neu für mich, trotzdem wurde ich gut eingeführt – auch wenn man kaum etwas verstand ging den Archivmitarbeitern nie die Geduld verloren. Man konnte immer fragen, wenn es irgendwo Probleme gab und einem wurde sofort geholfen.

Insofern ist das Archiv der RWTH der ideale Ort um sein Praktikum zu absolvieren. In angenehmem Umfeld mit abwechslungsreichen Tätigkeiten vergeht die Zeit wie im Flug!

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