Abschlussbericht über mein sechswöchiges Praktikum im Hochschularchiv

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Nach meinem Studium an der RWTH Aachen entschied ich mich für ein Praktikum beim Hochschularchiv. Einen Praktikumsplatz erhielt ich relativ schnell nach einer kurzen Bewerbung.
Die Arbeitszeiten im Archiv waren flexibel und richteten sich nach individuellen Bedürfnissen der Praktikanten. Ich arbeitete z.B. 10 bis 12 Stunden pro Woche, aufgeteilt auf drei Tage.
Die aufmerksame Betreuung durch die Angestellten des Archivs machte die Arbeit leicht und angenehm. Gleich am ersten Tag wurden mir sämtliche Magazine (Archivräume) gezeigt und die Arbeitsschritte erklärt. Die meiste Zeit des Praktikums verbrachte ich im Mitarbeiterraum zusammen mit den Hilfskräften, die mir bei jeder Frage zur Seite standen. Durch die modular aufgebauten und für alle Praktikanten obligatorischen Aufgaben habe ich viel Interessantes gelernt. Dazu zählt unter anderem Paläographie, die für mich als Nicht-Geschichtsstudentin anfangs eine richtige Herausforderung darstellte. Die „Übersetzung“ eines altdeutschen Textes aus dem 16. Jahrhundert hat letzten Endes jedoch viel Spaß gemacht. Außerdem beschäftigte ich mich während des Praktikums mit der Korrektur von Findbuchdateien, die mit dem Computerprogramm MidosaXML erfasst worden waren und in welchem ich mir erst einmal Kenntnisse aneignen musste. Besonders spannend fand ich unter anderem die Beantwortung von Anfragen, die hauptsächlich per E-Mail erfolgte. Gefragt hat man oft nach Fotos, Doktorarbeiten von bestimmten Personen, Belege über verschiedenen Hochschulgebäude und vielen anderen Informationen. Sämtliche Archivdokumente waren auf dem Computer verzeichnet, was die Recherche wesentlich einfacher machte. Um die Anfragen zu beantworten musste man gelegentlich viele dicke Akten durchblättern, die teilweise alte handschriftliche Dokumente enthielten. Jedes Mal, wenn ich dort das gesuchte Dokument fand, war dies ein echtes Erfolgserlebnis.

 

Eine der wichtigsten Sachen bei der Beantwortung der Anfragen ist die Beachtung des Datenschutzes sowie des Archiv- und Urheberrechtes. Bei jedem zur Verfügung gestellten Archivdokument muss man genau prüfen, ob es für Nutzer freigegeben werden darf, d.h. ob die Sperrfrist für die jeweiligen Dokumente abgelaufen ist. Das Archiv- und Urheberrecht wurde mir neben dem Midosa und der Paläographie ebenfalls im Rahmen der obligatorischen Module für Praktikanten beigebracht. Außerdem habe ich während meines Praktikums Kenntnisse in Bestandserhaltung, Websitegestaltung, Bibliotheksorganisation, Recherchemöglichkeiten sowie Fotoverzeichnung erworben.

 

Zu meinen Aufgaben gehörte auch Datenpflege in Excel, Unterstützung bei Ausstellungsvorbereitungen sowie die Pflege der Archivalien. Jedes Dokument musste man vor der Archivierung vollständig entmetallisieren und von Plastikmaterialien befreien, damit es nicht verrostet oder durch die schädliche Weichmacher zerstört wird. Die Plastikhüllen wurden dann durch die archivtauglichen Spezialhüllen ersetzt.
Um eine klare Vorstellung über die Quellen eines Archivs zu erhalten habe ich anschließend eine Quelle aus der Archivbibliothek herausgesucht und diese dann zusammengefasst.
Ich möchte mich zum Schluss bei allen Archivmitarbeitern: Maike Schwaffertz, Maria Horn, Erika Haase, Annica Ströbel und Herrn Dr. Klaus Graf für ihre Betreuung, wertvolle Tipps und für die sechs interessanten Wochen bedanken.
Tea Ehrlich
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